Profi-Klang für alle! Das HMC660 Headset richtig einsetzen - für unter 100 €


#1

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über das HMC660 Headset. Eine Übersicht aller Beiträge findet sich hier: Übersicht: alles rund um das Superlux HMC660 X Headset


Man liest immer mal wieder den Vorwurf:

“Wenn man kein Zoom H6 mit Beyerdynamics DT297 Headset und Ultraschall und Podlove und Auphonic einsetzt, wird man hier im Sendegate nicht ernst genommen.”

Da ist im Kern sicher was dran, und ich selbst bin vermutlich nicht unschuldig. Ich glaube auch ernsthaft, dass es Sinn macht, so etwas wie best practice vorzustellen, ein Benchmark, an dem sich andere Lösungen messen können.

Was man aber auch nicht ignorieren kann: dieser “Gold Standard” kostet allein für eine Sprecherin: 366,-€ (H6) + 259€ (DT-297) + 60 € (Kabel) = 685,- €.
Das ist richtig viel Geld. Für jede weitere SprecherIn kommen 319 € hinzu. Noch schlechter wird die Rechnung, wenn man über Skype aufzeichnet - im Prinzip bräuchte dann jeder der Externen auch ein gleichwertiges Setup. Alles eine Menge Investitionen, und vor allem am Anfang einer Podcast-Karriere ist vielleicht noch nicht ganz klar, ob das Hobby wirklich Bestand haben wird.

Auf der Suche nach einer günstigeren Alternative habe ich in diesem Test so manches ausprobiert. Als völlige Überraschung erwies sich dabei das Superlux HMC 660X: klanglich lag es in derselben Liga wie das DT297, kostet jedoch nur spottbillige 39 €.


Die Sache hatte jedoch einen Haken: anders als die anderen Headsets kommt es rein gar nicht mit den gängigen 48V Phantompeisung zurecht. Der Klang ist komplett unterirdisch:

Im Vergleich dazu der “Gold Standard” - das Zoom H6 mit Dt297:

Betreibt man jedoch das HMC660 mit weniger als 48V - alles zwischen 24 und 12 Volt scheint zu funktionieren - so verbessert sich der Klang dramatisch:

“Dramatisch” darf hier interpretiert werden als: klanglich absolut auf Augenhöhe zum DT297. Zu 12% des Preises. Und der Kopfhörer-Teil klingt auch noch brauchbar. Das ist das, was wir im Hippster-Berlin gerne als game changer bezeichnen, ich werde darauf weiter unten noch eingehen.

Der Tragekomfort leidet in der normalen Ausführungen stark unter den sonderbaren Ohrpolstern. Daher würde ich empfehlen immer gleich diese hier für 8,90 € das Paar mit zu bestellen:

Die passen perfekt und lassen sich ganz einfach ohne handwerkliches Geschick auswechseln. Das Ergebnis ist dann noch ein Stück näher an den DT297, die ganz ähnliche Polster haben.

Zunächst ist aber das Problem zu lösen: wo bekommt man Audio-Interfaces her, die 24V oder weniger Phantomspeisung liefern anstatt 48V?

Nicht zu empfehlen

Die Finger lassen sollte man auf jeden Fall von diesem Kabel:

the_tbone_usb1x

Im Prinzip liegt am USB-Anschluss 5V an, damit könnte man - eine entsprechende Schaltung vorausgesetzt - das HMC660 vielleicht betreiben. Nicht so bei diesem Kabel: es werden nur Data - und Masse durchgereicht, das Mikro bleibt schlicht tot. Man kann das Kabel nehmen um absolut niedrigschwellig ein dynamisches Mikro an den Rechner zu bekommen - etwa das Shure SM 58 - aber das Ganze ist arg verrauscht und absolut kein Genuss.

Auch dieses Interface schafft mehr Probleme als es löst:
Behringer XENYX Q502 usb

Für 57 € bietet es zwar eine Menge, vor allem: 15V Phantomspeisung und damit ein perfekt klingendes HMC660X. Es nervt jedoch mit einem konstanten 50Hz Netzbrummen und vor allem ist es nicht in der Lage, gleichzeitig latenzfreies Monitoring der eigenen Stimme UND den Audio-Rückkanal aus dem Rechner ins Headset zu bringen - man kann nur das eine oder das andere schalten. Für einige einfache Aufnahmesituationen mag das ausreichen, man hört aber beispielsweise nichts was man über ein Soundboard im Rechner einspielt oder aber auch StudioLink-Partner. Das macht dieses Interface für die gängigen Podcast-Setups ziemlich unbrauchbar. Wer bei diesen Ausführungen nur Bahnhof versteht: ich erkläre hier was es mit Monitoring und Routing genau auf sich hat:

Die Empfehlungen

Wenn es nur darum geht, die eigene Stimme perfekt in den Rechner zu bringen, oder aber einen regelmäßigen Skype/StudioLink-Partner mit vernünftigem Ton auszustatten, wäre das hier meine Empfehlung:

Mit 39 € noch günstiger, bringt es wenig Features mit, aber genau die, die wir brauchen: 15V Phantomspeisung, rauscharm, mangels externem Netzteil (es wird direkt über USB-Strom des Rechners betrieben) weniger anfällig für Netzbrummen (wenn es doch auftreten sollte, kann man es einfach erden), und das Routing/Monitoring ist genau so, wie wir es brauchen: man hört immer die eigene Stimme komplett latenzfrei, dazu in der Lautstärke einstellbar und über einen sicheren 512er Buffer den Rückkanal des Rechners für Einspieler, Skype/StudioLink etc.
Durch den Wegfall eines Netzteils hat man auch weniger Kabel und Anschlussprobleme - Strom und Daten laufen beides über USB.

Hier ist zu sehen, welche Einstellungen ich für einen schnellen Start empfehlen würde:

  • GAIN und MIC auf 12 Uhr
  • LINE/USB und PHONES auf 10 Uhr
  • MAIN MIX ausgeschaltet auf 7 Uhr (brauchen wir nicht)
  • LINE/USB Taster FROM und TO gedrückt
  • 2-TRACK nicht gedrückt
  • EQ-Fader alle in neutraler Position

Damit kann man die ganze Palette von normalen Aufnahmesituationen mit Soundboard, Remote-Aufnahmen ohne eigene Aufnahme etc. bewerkstelligen und muss nur etwas an den Lautstärken feintunen.

Wie hervorragend die Kombination von HMC660 und diesem Interface klingt, zeigt dieser kleine A/B Vergleich: eine Kombination ist das ZOOM H6 + DT297, die andere XENYX302 + HMC660.

685,- € gegen 94,- €:

Ich habe diesmal in beiden Setups meinen typischen “Podcast-Klang” abgemischt, also leichte EQ-Einstellungen sowie ein sanfter Expander/Limiter/Kompressor - das finale Tuning erledigt dann ohnehin @auphonic.
Wer meint hier signifikante Unterschiede zu hören, kann sich gern melden.
Das XENYX302 USB benötigt keine Treiber - Einstecken und Loslegen, von mir unter OS X 10.11 sowie Windows 7 getestet, ferner scheint es auch unter Linux (aktuelles Debian) zu laufen. Damit kann man auch FernsprechpartnerInnen versorgen, denen man ein entsprechendes Paket mit der Post zustellt.

Die Alternative für zwei Personen

Leider gibt es kein einziges günstiges USB-interface, das mit zwei (oder mehr) XLR-Eingängen aufwartet, die mit 24V oder weniger betrieben werden - auch die günstige Behringer-Schiene liefert dann konstant 48V. Es gibt dennoch einen recht einfachen Weg, zumindest zwei HMC660 an beliebige Soundinterfaces anzuschließen, bei denen man die Phantomspeisung komplett abschalten kann:

Dieser unspektakuläre Kasten macht nichts weiter, als zwei Kondensator-Mikrophone mit Phantomspeisung zu versorgen. Der Clou: man kann umschalten, ob man 48V oder 12V haben möchte - und mit den 12V klingt das HMC660 eben gut:

An dem eigentlichen USB-interface muss man also nur die Phantomspeisung ausschalten um einen sauberen Klang zu erhalten. Für die schlanken 29 € kommen hier also pro Set nur 14,50 € an Mehrkosten hinzu + ein kurzes XLR-Kabel für die Verbindung von pp2b und Soundinterface. Diese Lösung ist also auch geeignet für alle, die bereits ein brauchbares Soundinterface besitzen, auf ein praktisches Headset wechseln möchten und sich allerdings (noch) kein DT297 leisten können. Es spricht auch nichts dagegen, zwei solcher Kisten an einem 4er Interface zu betreiben.

Der Tausendsassa: HMC660 am Zoom H6

Das Zoom H6 gehört jetzt mitnichten zum alten Eisen: weil diese Kiste halt einfach alles kann, was PodcasterInnen beglückt, lässt sich auch die Phantomspeisung auf 12V oder 24V runterregeln - sofort klingt das HMC660 perfekt.


Ein sinnvoller Pfad könnte also sein: Man investiert als Team in ein H6, dann legt sich jeder noch ein HMC660 zu, dazu ein Headphone-Splitter/Verstärker. Das kostet für ein 4er Setup dann:

366 + 39 + 39 + 39 + 39 = 522 € oder 130,50 € pro Person.

Dasselbe Setup, mit DT297ern:

366 + 319 + 319 + 319 + 319 = 1642 € oder 410,50 € pro Person.

Und - wie oben erwiesen: niemand wird einen Unterschied hören. Es bieten sich auch gemischte Setups an: man selbst gönnt sich ein DT297 und hält für wechselnde Gäste die günstigen HMC660 vor. Dasselbe gilt für das Zoom H5, auch hier kann man die Phantomspeisung umstellen - allerdings dann nur mit 2 Eingängen. Da das HMC660 mit einer Miniklinke für den Kopfhörerteil daher kommt, entfallen auch die Kosten für ein Adapterkabel um es an das H6 anzuschließen (ein Schraub-Adapter auf große Klinke wird mitgeliefert, ebenso wie eine rudimentäre Aufbewahrungsbox).

Die Bastellösung

Man kann sich dem Problem mit den 48V auch von einer ganz anderen Seite her nähern: hier erkläre ich, wie man mit Materialkosten von 1€ das Headset robust gegenüber einer 48V Phantomspeisung macht. Alles was man braucht sind zwei Widerstände und ein Lötkolben, der Umbau ist auch für weniger geübte BastlerInnen zu schaffen.

https://sendegate.de/uploads/default/optimized/2X/3/348eae6f41afe4d2e8daa591001f40d9a3703086_1_1125x1500.jpg

Im Ergebnis hat man dann ein identisch klingendes Headset, das direkt und klaglos an jedem x-beliebigen Interface funktioniert. Zwei meiner drei HMC660 habe ich entsprechend umgebaut.

Die Zeitenwende: Profi-Klang für ALLE

Man wird sich an das Jahr 2016 erinnern als das Jahr, in dem bester Podcast-Klang für alle nicht nur bezahlbar, sondern auch in allen denkbaren Gesprächs-Setups real umsetzbar wurde. Was meine ich damit: sehr, sehr viele Podcasts da draußen funktionieren über die Fernsprechverbindungen Skype oder Mumble. Der Sound ist dabei nahezu immer problematisch bis hochproblematisch. In der oben vorgestellten Kombination aus HMC660, dezentral stehenden XENYX302 und StudioLink als Ablösung für Skype ändert sich das dramatisch. Und zwar so dramatisch, dass niemand mehr einen Unterschied hören können wird, ob ihr zu viert bei @timpritlove in der Metaebene sitzt, oder aber über StudioLink verteilt über die Republik vor Euren Rechnern. Und das für 95 € pro Person. Machen wir die Probe aufs Exempel: zuerst eine Sequenz Zoom H6 + DT297 über Skype,

dann HMC660 + XENYX302 über StudioLink:

Wir haben hier noch den Fall, dass die Skype-Qualität eher überdurchschnittlich gut war, in den kurzen Test-Calls kommt es zudem nicht zu den unsäglichen Aussetzern die bei längeren Calls - gerade mit mehreren TeilnehmerInnen - gang und gäbe sind. In StudioLink klingt es immer, als säßen alle Beteiligten neben einem - egal wie viele.

Fassen wir zusammen: gerade für Fernsprech-Podcasts eröffnet die komplett unkomplizierte Kombination aus HMC660, XENYX302 und StudioLink in der Standalone-Fassung völlig neue Dimensionen in Bezug auf ein “natürliches” Gespräch, und das absolut bezahlbar. In Ultraschall/Reaper sowie Ardour können erstmals dann auch alle SprechteilnehmrInnen in separaten Spuren aufgenommen werden - bei Skype ein Ding der Unmöglichkeit, man erhielt immer einen Mix bzw. musste umständlich mit Double-Endern hantieren.

Ich gehe fest davon aus, dass wir durch diese Kombination von Hardware und Software eine Renaissance der Fern-Podcasts erleben werden. Es gibt jetzt keine Ausrede mehr, auch nur mittelmäßig klingende Podcasts zu produzieren. Viele von Euch werden zum ersten mal in ihrem Leben die eigene Stimme auf einer Aufnahme in seidiger Flausch-Qualität hören - und endlich ihren Frieden mit ihr machen.
Probiert das Zeug aus - Ihr werdet nie wieder zurück wollen.
Eure HörerInnen werden es Euch danken.

Update: das HMC an Smartphones, Tablets, beliebigen Rechnern

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: hier beschreibe ich, wie man das HMC in sehr vielen (mobil) Szenarien sehr einfach zum Laufen bekommt.

Disclaimer

  • Es gibt noch keine belastbaren Erfahrungswerte, wie robust sich die HMC660 im regelmäßigen Einsatz bewähren. Hier würde ich etwas fatalistisch sagen: oft gilt, wer billig kauft, kauft zwei mal. Die HMC660 sind aber so billig, dass ich mir zur Not jedes Jahr ein neues Set leisten kann.
  • Der Kopfhörerteil des HMC660 klingt nach deutlich mehr als 39 €, dennoch ist hier der Abstand zum DT297 definitiv größer als beim Mikrophon. Meines Erachtens - und ich bin ziemlich auf HiFi eingeschwungen - bewegt er sich aber in einem sehr vertretbaren Rahmen.
  • Der wirklich klar größte Vorteil des DT297 liegt in seinem herausragendem Tragekomfort. Dem hat das HMC660 in seiner normalen Ausführung wenig entgegen zu setzen. Die Polster sind auf Dauer etwas unangenehm, können aber problemlos wie oben beschrieben günstig ersetzt werden. Das Headset ist für breitere Köpfe etwas zu eng, was man beherzt durch etwas “Zurechtbiegen” verbessern kann (das verbietet sich beim DT297). Ich hatte das HMC gestern für drei Stunden auf bei einem Skype-Call (urgs), und es war definitiv zu ertragen.
  • Es gibt noch eine interessante Alternative für Bastler: das HMC660 mit einer Modifikation auf 24V herunterzuschrauben. Hier gibt es die Anleitung und Hörbeispiele.
  • Ich bringe alle Ausstellungsstücke mit zur SUBSCRIBE7 und werde dort auch einen Workshop anbieten - damit ihr Euch selbst ein hands-on Eindruck verschaffen könnt.
  • Alle Thomann-Links oben sind mit meiner Thomann-Partner-ID versehen, so dass ein Prozent des Kaufpreises bei mir landen (am eigentlichen Preis ändert sich nichts). Mit dem Geld werde ich die investierten Hardware-Kosten (diverse Interfaces, Headsets etc.) gegenfinanzieren, sollte etwas übrig bleiben werden die Reste auf der #community:sub7 für das Ultraschall-Team in Sekt umgewandelt.

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#2

<3 jetzt wird alles ganz toll und flauschig.

Ich hab jetzt zwei Sendungen mit dem U-Phoria UMC22 + Speiseadapter+Adapterkabel aufgenommen und bin zufrieden, einzig der Klang meiner Stimme ist für mich noch komisch/ungewohnt (im Vergleich zum Blue Snowball bisher). Vielleicht klingt das ganze am X302 ja besser oder du bastelst uns noch ein passendes Preset für den ReaEQ.
Ansonsten werde ich das wohl erstmal dem guten Styng überhelfen und am Wochenende dann testen und berichten. Ich selber bleibe wohl bei dem was ich hab, denn durch die Bauweise des UMC22 nimmt es weniger Platz weg als das X302.


#3

Dann erst einmal ein großes Danke an Deine Hartnäckigkeit, Deine Investitionen und Deinen Eifer bei der Suche nach dem perfekten Klang. :+1: Ich hab die betreffenden Links zum 302 und 660 erstmal an meine Mitpodcaster geschickt. :wink: Wenn ich mir endlich mein Zoom H6 zugelegt habe, werde ich dann auch noch bei einem 660 zuschlagen, nur um es zur Not da zu haben.

Grüße


#4

Guten Morgen,

danke für den Ausführlichen Test @rstockm.
Was ich mich gerade Frage, wie sieht es eigentlich mit einem gemischten Setup am H6 aus?
Kann ich da die Spannung an den verschiedenen Anschlüssen des H6 seperat regeln?

Dann könnte man aufnahmen mit dem H6 einem HMC660 und mehreren t.bone HC-95 machen… was ich wiederum interessant fände, weil ich bisher auch schon einige getroffen habe, die das Monitor-Signal nicht hören wollten (u.a. weil man sich selbst hört) oder denen Kopfhörer grundsätzlich unangenehm sind.

Ansonsten muss ich mir wohl mal ein H6 bei einem der Stammtisch-Kollegen ausleihen und testen ob die HC-95 auch mit 12/24V klar kommen, da die ja eh noch einen Adapter dabei haben der wohl auf 9V runter regelt.

Grüße aus München


#5

Das zwar nicht (man kann sie nur separat an/ausschalten), aber: alle 48V Headsets die ich getestet habe kommen auch ohne jegliche Einbußen mit 24V klar. Also alle über 24V laufen lassen.


#6

Hast du mal nen Link zum Reinhören?


#7

(noch) nichts zum Vergleichen aber vielleicht einfach mal bei nerdemissionen.de reinhören.


#8

Kurz reingehört: du hast sehr viel zuviel Bass. Lass den ReaEQ mal flach und nimm nur links die Tiefen runter, etwa so:

Und vielleicht etwas den Abstand von Mund zu Mikro erhöhen.


#9

Abstand zum Mikro war eigentlich recht nah am Mund. Da komm ich gleich zu der Frage: wie muss der Mikrofonkopf ausgerichtet sein? Muss ich gegen die “Tonne” sprechen oder auf den “Deckel”?


#10

Danke für den ausführlichen Test! Ich habe das Headset direkt mal geordert. Das Behringer Interface hatte ich vor einigen Jahren schon mal besorgt und mich dann zuhause darüber geärgert, dass es nur 15V Phantomspeisung hat. Somit ist es doch noch zu was gut. Und 39€ sind ein Nobrainer.


#11

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und das Ausprobieren!

Zwei Fragen:

  1. Kann auch das H5 die ausgegebene Phantomspeisung verändern, oder kann es nur 48V? Wenn es dies auch kann, könnte es eine günstigere Alternative zum H6 sein - für weniger Personen halt.
  2. Das Behringer 302 kann also die 15V, kann es auch 48V? Falls man eines Tages mal ein anderes Mikro dranhängen möchte.

#12

Ja, wie Ralf oben geschrieben hat.

Nein, das kann nur 15 V. Lässt sich meines Wissens auch nicht ganz abschalten. Die meisten 48 V-Mikrofone kommen damit aber auch klar. Und wenn nicht, nimmt man entweder einen Speiseadapter oder kauft sich eben ein vernünftiges Interface. Die Behringer-Dinger sind preiswert, aber eben nicht gut. Mit dynamischen Mikrofonen kann man die sowieso vergessen.


#13

Huhu,

vielen Dank für diesen ausführlichen Test. Sicherlich werde ich damit bald mein aktuelles provisorisches Setup ersetzen.
Aber an welches Interface schließe ich das HMC660 mit dem Millenium dazwischen an, wenn ich mit einer weiteren Person im selben Raum aufnehmen möchte?


#14

Vielen Dank für die viele Arbeit und den Enthusiasmus! Well done…

Für Studioaufnahmen setze ich derzeitig ein Behringer XENYX Q802USB ein - also genau das oben verrissene Gerät mit einem weiteren XLR-Kanal. Seit der Umstellung auf Ultraschall geht mir doch die Latenz der eigenen Stimme recht stark auf die Nerven. Genau dieses Phänomen ist ja auch oben beschrieben.

Da ich auch unterwegs mit mehr als zwei Headsets arbeiten möchte, überlege ich, das gutgediente TASCAM DR 40 (nur 2 XLR-Eingänge) gegen ein Zoom H6 zu tauschen. Könnte dieses dann auch das Behringer-Pult für Studioaufnahmen ersetzen? Ist dann die Latenz der eigenen Stimme besser?


#15

Ja, mach das. Das H6 hat ja lokales Monitoring, also spielt die Latenz keine Rolle: dadurch kann man auch für den USB-Rückkanal einen konservativen Buffer von etwa 512 nehmen ohne irgendwo eingeschränkt zu sein.
Mir ist kein Podcast-Setup bekannt, bei dem das H6 nicht “feature-komplete” gegenüber einem normalen 4-Kanal Mischer wäre, zumindest wenn man kompliziertere Routings eh über Ultraschall laufen lässt. Mit den integrierten Fassungen von Soundboard und StudioLink wird das zum Glück ja auch alles immer einfacher.


#16

Da kannst du dir beispielsweise hier eines raussuchen mit 2 XLR-Eingängen:

Ich finde das hier ganz gut: no bullshit, keine Treiber notwendig, direct-monitoring und DAW-Klang regelbar, 48V abschaltbar, 129 € günstig:

(wenn irgendjemand ein 2er-XLR-Interface findet, bei dem man die Phantomspeisung auf 24V bis 12V runterregeln kann und das weniger kostet als das Zoom H5 wäre das echt prima…)


Kaufempfehlung: XLR-Mikro für Interview-Podcast mit Zoom H4n
#17

das mit dem DAW Klang regelbar ist nice. Etwas günstiger, ähnlich (aber eben ohne DAW Regelung): das (Behringer) U-Phoria UMC202HD
Ansonsten hab ich da noch das Xenyx 1002B das laut Beschreibung “18V Phantomspeisung bei Batteriebetrieb” hat. Allerdings auch gleich 4x XLR hat und 102 Euro kostet.
Nachtrag: okay das hat kein USB >.>


#18

Oh, klar. Vorher ins Forum schauen, hätte die Frage erspart. :smiley:

Das ist ziemlich genau das, was ich suche. Vielen vielen Dank!
Insbesondere die Größe daran finde ich reizvoll. Das kann man auch ins Handgepäck werfen.


#19

Hm aber nur 2x XLR für Mikros und vor allem: rein gar kein USB?

Das hier scheint man auch regeln zu können für direct/DAW: http://www.thomann.de/de/behringer_u_phoria_umc204hd.htm


#20

Ob das Headset wohl mit der Presonus AudioBox USB funktioniert, wenn ich den 48V-Knopf nicht drücke?

Davon ab: Vielen Dank für den Test und diesen großartigen Beitrag!