Was schafft eine externe Soundkarte?


#1

Hi,

mein Gesprächspartner nutzt ein Samson Go Mic Clip-On USB Mikrofon und nimmt lokal auf. Seine Aufnahme klingt aber unerträglich. Er nimmt mit einem kleinen Notebook auf, das vermutlich eine inakzeptable Soundkarte hat.

Kann man eine extrem schlechte Board-Soundkarte durch eine externe USB Soundkarte ausgleichen?


#2

USB-Mikrofone haben oft (immer?) eine “Soundkarte” integriert und schicken das Signal bereits digitalisiert/gewandelt an den Rechner. Folglich hat - meines Wissens - die eingebaute Soundkarte (bzgl. Aufnahme) keinen Einfluss.
Bei rein analogen (= via XLR) Mikros übernimmt die (externe) Soundkarte (Audio Interface oder Mixer) das Umwandeln und hat entsprechend Einfluss.

Zum Problem: Wenn die Qualität durch andere Besprechung oder EQ/Auphonic nicht erträglich werden kann, hilft nur, die Problemquelle auszutauschen.


#3

Danke, das wusste ich nicht. Dann taugt das Mikro also nichts. Das Mikro hat eine gute Bewertung, die Aufnahme klingt aber wie aus dem Gulli.


#4

Hast Du Beispiele? Was genau klingt schlecht?
Vielleicht ist das Mikro gut, aber nicht für diese Aufnahmesituation geeignet. Oder man könnte es besser einsetzen.


#5

Die Aufnahme klingt sehr blechern mit einem starken Rauschen (vielleicht die Lüftung).

Beispiel

Beispiel (Stille)


#6

Ja, das klingt nicht schön, wenn auch zumindest gut verständlich. @Joey hat das alles schon prima zusammengefasst. Ich würde vor einer Neuanschaffung noch einmal dieses hier probieren:
a) Gain des Mikros sehr deutlich reduzieren (eliminiert das Rauschen und Umgebungsgeräusche)
b) Dafür deutlich dichter mit dem Mund an das Mikro (nicht weiter als 20 cm)
Und schauen was das bringt. Ferner könnte man versuchen mit einem USB-Verlängerungskabel das Mikro weiter weg vom Rechner zu bekommen.

Welchen dramatischen Unterschied Gain/Besprechungsabstand bei ein und demselben Mikro machen kann, kann man hier gut hören: die haben beide das selbe Mikro, aber in völlig unterschiedlichen Sprechsituationen:

Final würde ich aber von einem 22€ Mikro keine Wunder erwarten, die Bewertungen muss man hier in Relation zum Preis betrachten. brauchbare Qualität beginnt hier normalerweise eher zu um 50 €. Ich würde final natürlich immer zu dieser Lösung raten, damit ist man 95% aller Probleme los:


#7

Vielen Dank! Mal sehen, was sich machen lässt. Da wir dauerhaft podcasten wollen, werde ich eher zu einem besseren Mikro raten und bei klammer Kasse ggf. lieber zum Ansparen raten und den Podcaststart verschieben.


#8

Ich habe die Beispiele jetzt auch mal angehört und kann mich den Tipps von @rstockm anschliessen:

  • näher ran (und darauf achten, von welcher Seite das Mikro besprochen werden will)
  • dafür entsprechend mit dem Gain runter
  • Rauschfilterung via Plugin/EQ/Kompressor/Auphonic könnte das verbleibende Restrauschen abtöten

Ohne USB-Verlängerung wird der erste Punkt wohl kaum ohne Rückenschmerzen zu bewerkstelligen sein. Auf lange Sicht - wenn diese Person regelmässig podcasten möchte - empfiehlt sich ein anderes Mikrofon. Ralf hat ja bereits eine Möglichkeit mit sehr gutem Preis/Leistung-Verhältnis verlinkt. Hier möchte ich jedoch anfügen, dass oft von einem nervigen Netzbrummen berichtet wird, welches sich scheinbar nicht immer ganz in den Griff bekommen lässt.

Deshalb erlaube ich mir, eine alternative Budget-Mikrofonierung vorzuschlagen:

Oder wenn’s wirklich budget-budget sein soll: t.bone MB 88U
Das verfügt über USB sowie XLR Anschluss. Folglich kann es vorerst direkt per USB mit dem Rechner und später per XLR mit einem Audio-Interface verwendet werden.


#9

Mein Gesprächspartner wird das billige Mikro zurückschicken und sich was neues zulegen. Danke dazu für die Tipps und Empfehlungen.


#10

Habe ich das richtig verstanden, dass die Boardsoundkarte keine Rolle spielt, da das USB Mikro eine integrierte Soundkarte hat? Falls dem so ist, wieso klingt dann das Mikro meines Gesprächspartners so blechern, während dasselbe Mikro in einem Soundcheck eines Youtubers an einem anderen Gerät besser klingt? Beide Aufnahmen klingen zwar verrauscht, aber die meines Gesprächspartners, der nur ein altes und billiges Notebook nutzt, unabhängig vom Lüfterrauschen deutlich schlechter?


#11

Ja, hast du richtig verstanden. Sollte zumindest so sein.

Es kann allerdings sein, dass der Treiber, die Samplerate oder irgendetwas anderes in Software unterschiedlich konfiguriert ist. Oder eben der Gain zu stark ist wie Ralf sagte.


#12

Danke. Wenn der Unterschied zwischen der Go Mic Aufnahme meines Gesprächspartners so extrem unterschiedlich zu der verschiedener Soundtests anderer Nutzer sind und die interne Soundkarte keine Rolle spielt, ist das Naheliegendeste, dass mein Gesprächspartner das Go Mic zwar eingestöpselt, aber mit seiner Software gar nicht angesteuert, also versehentlich mit dem internen Laptopmikro aufgenommen hat.


#13

Das kann natürlich auch sein. :slight_smile:


#14

Haben das Problem gelöst. Mein Podpartner hat sich zwar ein neues Mikro zugelegt, daran lag es aber nicht. Er hatte einfach versehentlich mir dem internen Laptopmikro aufgenommen ^^ Mit diesen Leuten, die nie Podcasts machen, hat man nur Stress. :grin:


#15

Oh… Auf die Idee wäre ich jetzt gar nie gekommen. :sweat: Da hätten wir noch lange Lösungen suchen können… :joy:


#16

Ohne eure Hinweise, wäre ich da nie drauf gekommen. Also Danke schön.