Der Profi-Klang in verschiedenen Preiskategorien?

Liebe Sendegate-Community,

wie ihr alle kenne ich natürlich diese grandiose Aufzählung zum Starten eines Podcasts. Ich podcaste selbst privat bei FRÜF nun will ich mit meinen Kolleginnen bei der Arbeit - in einer Lokalzeitung - ein Pilotprojekt vorantreiben. Ich bin zuerst davon ausgegangen, dass wir so wenig Geld wie möglich ausgeben sollen. Jetzt soll ich doch eine Liste mit mehreren Möglichkeiten aufzählen und bin überfordert.

Die Aufnahmesituation: Ich gehe davon aus, dass wir erstmal nur zu Zweit aufnehmen. Die Vorgabe war jetzt jedoch, dass ich Dinge so anschaffen soll, dass wir das nachhaltig weiter nutzen können mit möglichst guter Qualität. Kann also sein, dass wir das Projekt dann ab 2021 größer angehen und dann auch immer mehr erweitern. Was die Sparversion ist, ist mir klar.

Meine Frage an euch: Was wären denn noch so mittlere-Preis Alternativen? Würdet ihr mir das Zoom H6 empfehlen? Gibt es noch ein Headset zwischen dem superbilligen (dass ich übrigens auch für FRÜF nutze und es liebe) und dem superteuren?

Ich hänge euch hier unten auch mal noch meine aktuelle Liste an, wie sie so aussieht. Hinzu würde wahrscheinlich noch eine Reaper-Lizenz kommen und wir müssen uns auch noch absprechen wie wir das hosten. Da kommt also finanziell schon noch ein bisschen hinzu.

Ich freue mich über Rückmeldungen
Tamara

Headsets:

Superlux-Headsets für 39€ wir bräuchten mindestens zwei also wären wir bei 78€ (https://www.thomann.de/de/superlux_hmc_660_x.htm ) - je nach Kombination der Möglichkeiten könnten wir uns aber auch für mehr entscheiden. Die Anschaffung von Headsets ist am einfachsten, da sie sehr einsteigerfreundlich sind.

Soundinterface:

Die Spar-Version wäre: Einen Phantomadapter plus Audiointerface anzuschaffen: https://www.thomann.de/de/millenium_pp2b.htm 29€+ 4,50€ (für ein XLR-Kabel: https://www.thomann.de/de/the_sssnake_sk23315_xlr_patch.htm )

Die teurere Version, die sich nachhaltig lohnen würde, ist das Zoom H6 für 419 €: https://www.thomann.de/de/zoom_h6_card_headphone_bundle.htm

Die Investition hier würde sich lohnen, weil es auch als portables Interviewgerät brauchbar ist. In die Zukunft gedacht, können wir damit auch rausgehen, um Podcasts zu machen. Die Möglichkeit beides zu machen ist sicherlich nicht schlecht. Außerdem können hiermit 4 Tonspuren gleichzeitig aufgenommen werden.

Verstehe ich es richtig, dass es hier pro Mikrofon ein Head-Phone-Splitter braucht? Das müsste ich auch noch miteinberechnen

Sparversion: Zwei preisgünstige Headsets + Phantomadapter 111,50 Euro

Mittlere Version: ???

Teure Version: Ein teureres Headset + preisgünstiges Headset + Zoom H6 697 Euro

Super-Podcast-Version: Zwei teure Headsets + Zoom H6 897 Euro

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Nimm das H6, 2 HMC660X und den Behringer HA400.
Damit hast du ein Setup, was mit 4 Leuten immer funktioniert, du kannst das Handy anschließen für Einspieler oder Telefonate, das HMC lässt sich außerdem günstig mit Adapter ohne Interface am Rechner direkt nutzen (falls mal Remote notwendig sein sollte, wie in corona-Zeiten…) und du hast ein interface, was du als field recorder oder mobilen recorder nutzen kannst (messen, Kongresse,…). DAW ohne wenn und aber naturlich Ultraschall, die 60€ sind geschenkt für die Leistung.

Zu beachten ist aber: mit den HMC’s kaufst du auch mal gern ein 50 Hz brummen ein oder ein helles fiepsen. Alles nicht dramatisch und hier im Forum werden Lösungen vorgeschlagen. Aber das sind dann so kleine Sachen, die dich begleiten werden, wenn du nicht die High-End Lösung haben magst.

Wenn du mehr Remote aufnimmst, wäre das setup ein anderes, aber face2face klappt das super.

LG Christian

Ich würde immer empfehlen, auch Gebrauchtangebote zu nutzen. So habe ich das DT297 für 150 statt über 200 bekommen.

Wenn Du nur stationär aufnimmst, würde ich lieber mehr Geld in die Headsets stecken und statt dem H6 das Behringer UMC404HD kaufen. Das ist auch 4-Kanal, nur ohne Rekorder. Das Teil kostet um die 100 € und mit dem gesparten Geld im Vergleich zum H6 bekommst Du gleich noch ein weiteres gutes Headset.

Ich liebe die HMC660 für den Anfang, aber es ist wirklich ein großes Quality of life upgrade die Beyerdynamic Headsets zu verwenden. Kein rauschen, fiepsen, brummen, stabil gebaut und reichlich bequem.

Und zwischen den 40€ bzw etwa 200€ gibt es wirklich nichts, sowohl preislich als als auch qualtitätstechnisch? Es wurde in diversen Threads bereits abgehandelt, aber vielleicht weißt du noch spontan, ob es da was gab, was Preis-/leistungsmäßig dazwischenlag und einen ähnlich guten Klang hat wie das Beyerdynamic.

Habe auch immer gedacht, dass mich das DT-297 weit nach vorne bringt. Nach 1,5 Jahren muss ich sagen: nein. Und das liegt an dem Aufnahme-setup, was ich immer mit berücksichtigen würde.
Wir sind 5 (4 nehmen maximal auf) Leute Und wenn wir uns treffen klappt das mit dem H6 sehr gut. Erst recht dann, wenn wir auf Kongresse eingeladen werden und von dort berichten. Das H6 brauchen wir aber eigentlich “nur” wegen der 12V Spannung, damit man am Headset sparen kann, bei gleicher DT-297 Qualität. Nun standen wir aufgrund eines Preis Gewinns vor der Frage, ob wir uns technisch neu bestücken und dabei kam raus, dass das DT297 nur dann für weniger Stress sorgt, wenn ich es face2face nutze.
Denn: wenn ich es Remote nutzen will, braucht jede Person ein interface, um es nutzen zu können. Die Adapter-Lösung geht dann nicht. Und ich kann schlecht allen mit Podcastern sagen, sie sollen sich für eventuelle Remote Aufnahmen mal für 440€ neues Equipment (oder eben gebraucht oder günstiges interface) kaufen, was dann 3-4x im Jahr genutzt wird, weil die face2face Aufnahmen ja mit dem DT297 keinen qualitativen Mehrwert bieten, was das audio betrifft. Die kleinen Sachen, die man damit ausmerzt, bin ich voll dabei, wie Komfort, Abschirmung, etc.
Aber ich hab jetzt in corona-zeiten gemerkt, dass das dt297 bei Remote nix bringt, wenn du vorher die HMC per Adapter nutzt. Es sei denn, Geld spielt keine Rolle. Aber dann gäbe es den Thread nicht :slight_smile:

Also was ich sagen will: immer mal gucken, wo auch die Grenzen des setups liegen können und wieviel Aufnahme-Szenarien damit einigermaßen gut gelöst werden können.
Denn: das H6 ist mobil, kann die HMC betreiben und die DT297. Teurer, aber mehr Möglichkeiten. Wenn man das nicht braucht, alles gut. Kommt eben drauf an, was man vor hat und welches Format man da und so weiter…

Hab trotzdem das DT-297 mit Scarlett solo bestellt :wink:
Irgendwann will man einfach mehr.

Hier gibt’s Infos zu weiteren Mikrofonen: Test: Headsets und Mikrofone im Direktvergleich

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Man muss ja kein H6 für lokale Soloaufnahmen kaufen, da reicht schon ein Behringer Xenyx 302 für knapp 60€.

Und ich finde gerade bei remote-Aufnahmen mit weniger technisch Interessierten lohnt sich das Beyerdynamic. Denn wenn es nicht rauscht und fiept, dann braucht es keine Erdungskabel, Mikrofondisziplin oder penibel ausgepegelte Interfaces. Diese Erfahrung mache ich gerade. Ich habe eine Beyerdynamics am UMC404HD, meine Partnerin bei sich ein (modifiziertes) HMC660 am Xenyx 302. Ihr Headset brummt immer wieder, je nach Tagesform, und ich muss sie immer anleiten, wie sie das in den Griff kriegt. Mit einem Beyerdynamics auf ihrer Seite wäre das einfach überhaupt kein Problem. Zum Anfang würde ich immer das HMC660 empfehlen. Sobald sich dann aber eine semipermanente Situation einstellt, lohnt sich die Investition in ein Beyerdynamics meiner Meinung nach sehr viel mehr, als die Investition in ein besseres Interface.

Mir ist da leider nichts bekannt. Ich weiß, dass manche hier auf Nackenbügelmikros schwören, die irgendwo dazwischen liegen, allerdings müssten dann noch Kopfhörer dazukommen, und die sind dann auch wieder teuer.

Mittlere Lösung Idee…
Es muss m.E. nicht zwingend ein Headset Mikro sein, auch ein Lavaliermikro bring überraschend gute Ergebnisse…
Deshalb:
Recorder für Aussen und gleichzeitig USB Audiointerface:


2 Lavaliermikrofone mit eigener Batteriespeisung:

2 Adapter auf XLR

2 Kopfhörer:

Die sind (32 Ohm) ev. sogar laut genug, um Sie mit einem Y-Adapter zu betreiben.

Das sind ~ 300€ Invest…

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Bin da ganz bei dir. Die Sache mit dem Xenyx habe ich unterschlagen, weil ich davon ausging, dass @loegli ohnehin immer mit mehreren Personen aufnehmen möchte, sodass sich dann ja ein Interface mit mehr Eingängen natürlich mehr lohnen würde. Das Xenyx würde in der Tat dann eine günstige Variante mit dem DT-297 sein. Interessant ist, dass ich mit den HMC nie Probleme mit Brummen am TRRS Adapter hatte. Die Qualität ist natürlich nicht endgeil, aber erstmal hörbar. Grundrauschen macht mir da mehr Sorgen, was ich nicht wegbekomme. Für Technikferne wäre das HMC mit TRRS Adapter die einfachste Lösung (auch zum verschicken), wenn remote notwendig ist.

Und hier gehe ich nur mit, wenn die Aufnahmesituationen sich auf Räume beschränken, wo ich ein festes Setup nutzen kann. Wenn ich mehr mobile Aufnahmen machen will unterwegs, oder wo auch immer, dann muss ich mir durchaus Gedanken über das Interface machen. Und ob dann ein DT-297 dafür die richtige Wahl ist, bleibt auch fraglich. Muss sicher kein H6 sein, ein h4n würde sicher reichen, aber mit dem h4n kann ich dann wieder nicht die HMC660 betreiben. Ich sehe einfach mehr Vorteile und mehr Nutzungsvarianten, wenn ich das Interface klug wähle. Tue ich das nicht und ich komme an eine Situation, in der ich das UMC404HD unter den Arm klemmen müsste (vom Strom mal abgesehen), kaufe ich wieder was neues.

Das H6 ist natürlich mit dem Hammer drauf, wenn die Ansprüche weit darunter liegen. Ich hab mich drin verliebt, weil es nahezu alles möglich macht, was ich mir wünsche, egal wo ich bin. Vielleicht blende ich fälschlicherweise alles andere (leider) immer wieder aus, weil ich extrem Wert auf Mobilität legen muss. Ich hab e kein Auto und mein Equipment muss in einen Rucksack oder eine Tasche passen.

Eventuell ist die Empfehlung mit dem UMC404HD + DT-297 wirklich die beste, weil dann das Qualitätsniveau festgelegt ist :wink:

An meinem H4n Pro laufen zwei HMC660, sowohl ohne die Lötadaptervariante als auch mit. Im Akku Modus sogar ohne Brummen.

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Das ist wirklich nicht korrekt: beim h4n kann ich die Phantomspeisung genauso runterregeln auf 12V wie beim H6. HMC660X können also direkt angeschlossen werden ohne Löten.

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Nicht in der Bauform Headset.
Ich würde mir auch sehnlichst wünschen, dass jemand das HMC660X in “ordentlich” baut mit Schirmung und 48V, dafür dann zu 99€ oder vielleicht gar 149€. Der Markt wäre m.E. da.
Alles was man aber findet, sind dynamische Mikros, und wurde gerade in einem anderen Thread sehr schön zusammengefasst: Dynamische Mikros brauchen einfach eine gewisse Fläche um gut zu klingen. Zu viel Miniaturisierung - und die ist bei Headsets nun mal vorbestimmt - klingen die immer mies, zumindest im Direktvergleich zu genau gleich großen Kondensatoren.
Ich schaue auch ab und an mal, ob wir was im Gaming-Bereich übersehen - aber da spielen eben nicht seidige Stimmqualität die Hauptrolle sondern ausblenden von Umgebungsgeräuschen etc. Dort werden ausnahmslos dynamische Mikros verbaut.

Was von mir lange übersehen wurde, ist die Variante Kleinmembran-Kondensator Mikro auf Stativ in Kombination mit x-beliebigem Kopfhörer. Es erfordert zwar Disziplin und ist daher vielleicht für AnfängerInnen so geeignet wie ein Headset, aber dafür klingen die für deutlich unter 100€ nochmal besser als selbst das DT297 (da eben doch mehr Platz im Mikro).

Zwei sehr empfehlenswerte Vertreter dieser Kategorie:

und

Die auf ein normales Stativ, sind auch gut gegen Rumpeln entkoppelt. Können als Handmikro genommen werden, dank Batterie auch mobil. Dazu ein flauschiger Kopfhörer - das ist m.E. nochmal eine Überlegung wert. Können an allen Interfaces ohne Einschränkung betrieben werden. Kleinmembran Kondensatoren sind - wenn man mal mit mehreren in einem Raum sitzt - nochmal deutlich unkomplizierter als die viel empfindlicheren Großmembran. Die mögen noch etwas besser klingen, aber der Unterschied ist nicht gewaltig.

Hörproben hier, auch gut im Vergleich zu HMC und DT297 und Großmembran:

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Ihr habt recht, mein Fehler! Entschuldigt.

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Beim DT 297 das Kabel nicht vergessen. Da kommen nochmal 59 pro Headset dazu. :wink:

Ich werfe bei den Mikrofonen noch das Marantz MPM-1000 in die Diskussion:

Kommt direkt mit Tischdreibein, Spinne (paßt auch an ein normales Stativ) und Windschutz, ist aber auch ein etwas größerer Brocken.

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Vielen Dank für euren ganzen Rückmeldungen! Mir brummt ein bisschen der Kopf und so wie ich mich kenne, wird am Ende irgendwo ein Kabel fehlen… aber für den Anfang klingt das alles schon mal sehr gut. Danke für den Input. Mal schauen, was daraus wird :slight_smile:

Hierzu würde mich nochmal interessieren sehr flach gefragt: Brauche ich nochmal extra Kabel um das dann an den Behringer HA400 anzuschließen? (sorry, ich versuche mir das irgendwie im Kopf vorzustellen und habe irgendwie das Gefühl, da fehlen ein paar Kabel?)

Jap, du brauchst noch dieses hier, um den Splitter mit dem H6 zu verbinden.

Ich finde auch die H4N-Option, die ihr hier vorschlagt sehr spannend. Würde sich da der Laustärkeregler dazu auch lohnen? Oder einfach nur das H4N mit zwei Headsets?

Das Zoom H6 ist wunderbar, wenn man mobil, zu dritt oder viert und ohne weiteren Laptop aufnehmen will. Zu zweit finde ich den H5 besser als den H4N Pro da kompakter und mit besserer Akkulaufzeit (der alte H4N hat schlechtere Preamps).

Wenn Du aber eh einen Laptop mitnehmen willst und ihr zu zweit seit, dann gibt es genug Interfaces um die 120-150 die tatsächlich auch bessere Mikrofonvorverstärker haben (Scarlett 2i2 3rd Gen oder Audient Evo 4 zum Beispiel). Wenn ihr 3 oder 4 seit: bald kommt das recht kompakte Evo 8 raus für unter 200 Euro. Ist auch ne Möglichkeit. Bin selbst kein Headsetfan und gerade bei Handmikrofonen tun sich so einige Möglichkeiten bis 100 Euro auf: Das Rode M2 kostet um die 75 und klingt echt gut, das Sennheiser E835 ist irre gutmütig bzgl. Einsprechwinkel und wechselnder Sprechentfernung und kostet um die 90. Lavaliermikrofone haben wir auch ausgetestet aber mir nehmen diese als Omni/Kugel einfach zu viel Krach drumrum auf.

Bzgl. Gebrauchtkauf unbedingt darauf achten dass die Mikros aus nem Nichtraucherhaushalt stammen: Der Schaumstoff nimmt Gerüche auf und im Zweifel darf man das Mikro erstmal ne Woche mit Natron/Kaffee/Silicagel in nem Gefrierbeutel wegpacken weil es nach Aschenbecher riecht (hatte den Spaß leider mehr als einmal)

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Ich habe an meinem H4N Pro ein einfaches Audiosplitterkabel dran. Also selbe Lautstärke für beide Kopfhörer, was bisher vom jeweiligen Gesprächspartner auch gut angenommen wurde. Ich denke bei zwei Personen wird man sich immer irgendwie auf eine gemeinsame Lautstärke einigen können, bei 3 oder mehr wird es dann schon schwerer.

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