Planlos geht der Plan los - Mein erster Podcast


#1

Hallo,
ein Freund und ich sind drauf und dran einen eigenen Podcast zu machen.
Wir sind auch schon voller Ideen was wir erzählen wollen und wie wir den Inhalt gestalten. Ganz wichtig ist jedoch, dass der Spaß bei der Sache im Vordergrund steht. Nur leider sind wir was Audioaufnahme und -bearbeitung, Veröffentlichung und Verbreitung des Podcasts ziemlich planlos.

Um unsere geistigen Ergüsse mit dem Rechner einfangen wollen wir ein das Samson Meteor Mic und Audacity nutzen. Die Aufnahme- und Klangqualität war nach unserer Auffassung bei den ersten Versuchen in Ordnung. Habt ihr Ideen oder Vorschläge wie man das anders angehen könnte?
Weiterhin haben sich bei uns ganz allgemeine Fragen aufgetan wie zum Beispiel:
Mono oder Stereo?
Welches Dateiformat verwendet man?
WIe kann man im Nachhinein die Tonqualität verbessern bzw. ist das überhaupt möglich?

Der nächste Knackpunkt ist die Veröffentlichung. Auch wenn wir das nur zum Spaß machen, würden wir uns sehr freuen wenn sich Leute unseren Podcast auch anhören. Deswegen finde ich es wichtig, den Podcast auf einfach zugänglichen Platformen zu veröffentlichen.
Mir als Neuling beim Podcast hören sind da bis jetzt nur Soundcloud, iTunes und Spotify bekannt.
Wie ich bis jetzt herausgefunden habe, ist Spotify für NoNames nicht zugänglich.
Soundcloud ist recht einfach, Audiodatei hochladen und fertig oder?
Bei iTunes brauche ich einen RSS Feed (absolutes Neuland für mich) und einen Server oder einen Host bei dem ich mein Machwerk hochladen kann. Davon habe ich leider keine Ahnung.
Mein Fragen sind also:
Welche Möglichkeiten gibt es noch einen Podcast zu veröffentlichen?
Wie kann ich das möglichst kostenneutral bewerkstelligen?
ist es sinnvoll iTunes zu nutzen? Wenn ja, wie stelle ich das an?

Ich hoffe bei euch Antworten auf meine Fragen zu finden und bedanke mich schon mal im Vorraus bei euch.

Viele Grüße
Alex


#2

Hi Alex

Ich versuche mal ein paar von deinen Fragen zu beantworten:

Um unsere geistigen Ergüsse mit dem Rechner einfangen wollen wir ein das Samson Meteor Mic und Audacity nutzen. Die Aufnahme- und Klangqualität war nach unserer Auffassung bei den ersten Versuchen in Ordnung. Habt ihr Ideen oder Vorschläge wie man das anders angehen könnte?

Zur Hardware, empfehle ich den folgenden Thread durchzulesen: Profi-Klang für alle! Das HMC660 Headset richtig einsetzen - für unter 100 €

Dort hat sich @rstockm richtig viel Mühe gegeben, fast-professionelle Setups für wenig Geld zusammenzustellen. Ich persönlich setze auf eine Kombi aus Zoom H6 + HMC 660.

Wenn ihr auch auf Software-Ebene bei den Großen mitspielen möchtet, schaut euch http://ultraschall.fm an. Nicht nur die Software ist cool, sondern der Support dafür hier im Sendegate ist Weltklasse.

Welches Dateiformat verwendet man?

Bei der Aufnahme, irgendwas, was raw / lossless ist (WAV, FLAC, usw.)
Bei der Veröffentlichung im Feed, mp3

WIe kann man im Nachhinein die Tonqualität verbessern bzw. ist das überhaupt möglich?

Ganz klare Empfehlung: https://www.auphonic.com Das nutzt praktisch jeder, ohne Ausnahmen.

Bei iTunes brauche ich einen RSS Feed (absolutes Neuland für mich) und einen Server oder einen Host bei dem ich mein Machwerk hochladen kann. Davon habe ich leider keine Ahnung.
Welche Möglichkeiten gibt es noch einen Podcast zu veröffentlichen?

Du brauchst generell immer einen RSS Feed. Und dazu das entsprechende Hosting. Du kannst entweder die selbstgehostete Variante nehmen mit https://podlove.org/podlove-podcast-publisher/, wo du dich selber um den Server und die Installation von Wordpress & co kümmern musst, oder du nimmst ein Rundum-Sorglos-Paket bei https://www.podigee.com/de. Bei Podigee musst du dich um die Technik nicht mehr kümmern, aber es kostet ein monatliches Abo. Dafür bekommst du Weltklasse Support. Disclaimer: ich bin Mitgründer von Podigee.

Wie kann ich das möglichst kostenneutral bewerkstelligen?

Kostenneutral wird es schwierig, weil die verschiedenen Services ja Geld kosten. Je nachdem wie erfolgreich dein Podcast ist, kannst du über Spenden oder Werbung nachdenken.

ist es sinnvoll iTunes zu nutzen? Wenn ja, wie stelle ich das an?

Absolut. Ohne iTunes läuft nix. z.B findest du eine Anleitung hier: https://www.podigee.com/de/help/wie-man-einen-podcast-zum-itunes-verzeichnis-hinzufuegt/

LG,
Mati


#3

…ansonsten ist das hier so etwas wie das visualisierte Einsteigerwissen des Sendegate:


#4

Das hängt vom Einzelfall ab, aber in den meisten Fällen ist für Gesprächspodcasts Mono ausreichend.

Wenn Du nur eines verwendest, dann auf jeden Fall MP3

Von den genannten bringen Dir eigentlich nur iTunes und Spotify Hörer. iTunes ist ein absolutes MUSS, wenn Du dort nicht gelistet bist, gibt es Dich als Podcast praktisch nicht… Dir meisten Podcast-Apps indizieren iTunes, dadurch ist es der de-facto Verzeichnisstandard.

RSS Feeds bekommst Du von jedem Blog geliefert. Um Podcast-tauglich zu sein braucht es nur noch ein paar zusätzliche Einbettungen, die aber auch meist automatisch erzeugt werden.
Im Kern ist das aber einfach nur eine Textdatei in der in einem bestimmten Format alle wichtigen Informationen zu Deinem Podcast stehen.

Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt:

Je mehr Du investierst, desto komfortabler wird es. Wenn Du kein Geld ausgeben möchtest, dann musst Du Dich in RSS usw. einarbeiten. Wenn das klar geht, dann kannst Du auf archive.org sogar umsonst hosten und da kann man nicht nur die Audio-Datei sondern eben auch den dazugehörigen RSS Feed unterbringen. Den RSS Feed schreibst Du dann aber selbst statt ihn erzeugen zu lassen und Du musst die Dateipflege eben auch komplett selbst machen.

Ein einfaches selbstgehostetes Blog mit einem passenden Plugin gibt es für wenig Geld zu haben und Dienste wie Podigee wären dann sicherlich eine gute Alternative…

LG //D


#5

Hallo Alex,

ich selbst bin zwar auch Neuling, verfolge aber bereits längere Zeit entsprechende Projekte und fasse Dir gerne meine Erkenntnisse zusammen. Teils sind diese Hörensagen, zu einem kleinen Teil bereits ausprobiert im Rahmen unseres drei Wochen alten Podcasts landnerdschaft (www.landnerdschaft.com), teils einfach nur persönliche Meinung.

Mikro:

Seit Jahren bin ich ein großer Fan des Zoom H2. Hiermit nahm ich schon viele Gespräche, Konzerte und Besprechungen auf, es ist ein prima Rekorder, nutzbar als Standalone oder USB Gerät.

In der Podcast Situation hat es mich dann aber deutlich weniger überzeugt als die Variante “vernünftiges Headset”. Durch diesen Thread (Profi-Klang für alle! Das HMC660 Headset richtig einsetzen - für unter 100 €) kam ich dann auf das HMC660. Ein Wahnsinns Set zu einem Hammer Preis.

Lass Dich aber nicht beirren! Teste das Samsung mit vielen Optionen aus und entscheide dann.

Aufnahme:

Audacity nutze ich länger als es den Euro gibt, aber es ist für Live Aufnahmen und Podcasting nur sehr bedingt geeignet.

Weil:

  1. Audacity stürzt eben manchmal (nicht sehr häufig, aber eben auch nicht nie) ab.
    1. Audacity speichert die Aufnahme aber nicht sofort mit
    2. Darum verliert man auch mal schnell eine Aufnahme
  2. Audacity ist höchst unkomfortabel in derBedienung
  3. Audacity berechnet alle Bearbeitungen / Filter / Effekte sofort auf die Daten. Man kann einen Fehler oft nicht wieder gutmachen und fängt dann von vorne an

Alternativen:
Wenns Linux sein soll (das ging aus Deinem Post nicht hervor): Ardour
Wenns Windows oder Mac sein darf: Reaper! Mit dem Ultraschall Plugin!

Leider kenne ich mich (noch) mit beiden nicht gut aus, aber in genau diese beiden arbeite ich mich ein. Auch wenn ich Audacity lange als treuen Helfer sah, für Podcasting taugt es einfach nicht. Leider.

Ardour ist in gängigen Distributionen dabei, Reaper kostet 50 oder 60 Euro, bietet aber eine 3 monatige (!) Testphase bei vollem Funktionsumfang und durch das (freie) Ultraschall Plugin ist Reaper mit wenigen Minuten Einarbeitung grundsätzlich bereit für Euer Tun!

Formate

Am Ende sollten Stereodaten rausfallen. Es klingt einfach besser.
Ob diese direkt vom Mikro kommen (das Raummikro bietet sicherlich Stereoaufnahmen), wenn man mit mehreren Headsets arbeitet könnte man die Sprecher jeweils leicht um den Hörer/Stereomittelpunkt anordnen, dann wirkts beim Hören mehr wie mittendrin statt nur dabei…

Dateiformate haben sich (z.B. für Apple Geräte / iTunes) m4a sowie für alle anderen mp3 etabliert. In der Wildbahn gesehen habe ich auch noch flac und ogg, mit m4a und mp3 kann man sich aber schonmal sicher sein, dass jeder interessent bedient werden kann, der rest ist kür.

Die Tonqualität verbessern könnte man in Ardour / Reaper anschliessend von Hand.
Möchte man eine shlüsselfertige Lösung für guten Sound, nutzen viele auphonic (https://auphonic.com/). Zwei Stunden Podcast pro Monat sind kostenfrei, 9 Stunden Material kosten 9€. Kein Muss, aber sehr komfortabel und einen Test wert.

Veröffentlichung

Kurze Antwort: https://www.podigee.com/de/ und/oder http://www.podseed.org/

Längere Antwort: Ein Webhoster bei dem Du Dir Podlove (ein Wordpress Plugin installierst) oder meine derzeit bevorzugte Lösung firtz. firtz laeuft auf quasi jedem webhosting paket das php kann, benötigt keine datenbank und nix, ist in wenigen minuten installiert und einfach per textdateien zu bedienen. firtz bietet auch direkt rss feeds fuer die podcastclients und bedient auch itunes (nachdem man dort seinen podcast bekannt gemacht hat).

soundcloud und spotify kämen für mich als podcasting plattform nicht in frage. das sind geschlossene systeme und ich habe keinen einfluss darauf, ob, was und wie es meine hörer erreicht.

da du schreibst, dass du wenig ahnung von dem ganzen hosting ding hast, verweise ich dich zurück auf die kurze antwort podigee :wink:

Und nachdem ich dieses Buch fertig geschrieben habe sehe ich, dass es schon vier Antworten mit ähnlichem Inhalt gibt. Ich poste es dennoch, mehr ist immer mehr, …

Viel Erfolg!


#6

Zur ganzen Technik etc. kann ich fürs Erste kaum was anfügen. Das wurde alles schon sehr gut beschrieben.
Lasst euch von den vielen Infos nicht einschüchtern. Am Anfang mag das etwas komplex klingen, aber eigentlich ist’s gut bewältigbar. Ums Einarbeiten kommt ihr aber so oder so nicht rum.

Stattdessen möchte ich herausheben:

Wenn “kostenneutral” 0€ bedeuten soll, dann wird’s eng. Ich würde mich möglichst früh vom Gedanken des “Gratis-Podcastens” verabschieden. Podcasten kostet keine Tonne Geld, aber ein wenig schon. Ist einfach so. Wenn Du die 0€ erreichen möchtest, würde ich das später eher über die Einnahmen anstreben, nicht über die Ausgaben.

Elementar:

Das ist und bleibt etwas vom Wichtigsten. Und das scheint ihr zu haben. Folglich habt ihr den grössten (und teilweise schwierigsten) Teil schon erfolgreich gemeistert! Jetzt kann kaum noch was schief gehen. :wink:

Have fun!


#7

Wenn du deinen Podcast selber in einem Webspace veröffentlichen willst, kann ich Uberspace.de empfehlen.
Dann noch den firtz zum Anzeigen und ausliefern deiner Audiodateien. Das Teil ist klein und schick und sehr einfach in der Handhabung, vor allem in Verbindung mit Auphonic.
Die Audio Datei zu Auphonic hochladen, einstellen in welchen Formaten ihr das haben wollt und nach der Bearbeitung schiebt euch Auphonic das fertige Teil auf den Server und firtz veröffentlicht das sofort.


#8

Ansonsten gibt es natürlich auch: https://das-sendezentrum.de/projekt/podcastpat_innen/ (wobei @dirkprimbs Angebot ja genau schon in die Richtung geht). Und mal so als Infoliste zum Einstieg: https://das-sendezentrum.de/24-tipps-zum-podcasten/ Wenn Du mit 1 anfängst und Dich bis 24 durcharbeitest, ist glaube extrem viel Hilfreiches für den Einstieg dabei.