2 Podcaster - 1 Mikrofon (?)


#1

Hey Leute,

ein Freund und ich sind gerade dabei, alles für unseren ersten Podcast zu organisieren. Seit mehreren Stunden sitze ich aber vor einem Dilemma, das wahrscheinlich nicht sein müsste, aber man will es ja richtig machen. Also: Welche Option wäre die Beste?

  1. Ein Raummikro, so wie das hier z.B.: https://www.amazon.de/Blue-Microphones-Yeti-Mikrofon-Silber/dp/B002VA464S/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1479294066&sr=8-1&keywords=blue%20yeti

  2. Zwei einzelne Mikros, die ich mit einem Mischpult verbinde. (Wenn ja, welche Empfehlungen hättet ihr da? Da bin ich gnadenlos überfragt)

  3. Zwei Knopfmikrofone mit Mischpult. Da ist die Frage, ob Knopfmikrofone überhaupt genug Qualität bieten können.

Hoffe, ihr könnt mich da etwas erleuchten. Danke schonmal und beste Grüße aus Köln. Cheers!


#2

schau dir mal diesen post an, metaebene klang für unter 100€ …

und ich kann dir aus eigener erfahrung sagen, dass das einer der wenigen wege sein wird auf denen du glücklich wirst…


#3

Auf jeden Fall mal grundsätzlich:
Ein Mikrofon pro SprecherIn. Am liebsten mit XLR-Stecker. Entsprechend braucht’s ein Aufnahmegerät (Audio Interface, mobiler Recorder à la ZOOM oder wenn’s benötigt wird/sein muss ein Mischpult) mit einem eigenen Eingang pro Mikrofon.


#4

Das mit dem Raummikro würde ich lassen sondern statt dessen versuchen jeden Teilnehmer einzeln zu mikrofonieren. Ansonsten hängt die Lösung von Dienen Vorkenntnissen, evtl. Anderen Einsatzgebieten und Deinem Budget ab :slight_smile:

EIn Mischpult brauchst Du z.B. nicht notwendigerweise.
Meine ersten Gehversuche habe ich z.B. mit zwei USB Headsets gemacht, die wir jeder an unserem eigenen Laptop aufgezeichnet haben (ist allerdings hinterher Tonspurengebastel). Alternativ kannst Du einen Rekorder wie den Zoom H4n oder Zoom H6 nehmen und daran Mikrofone mit XLR Stecker nutzen. Die gibt es auch in verschiedenen Preislagen. Oder jeder zeichnet einfach mit einem Ansteckmikro wie dem Rode Smartlav an seinem Handy auf (auch Gebastel, aber geht).
Wie gesagt: Das Spektrum ist weit. Wenn Du möchtest, können wir uns gerne mal zusammenskypen und Deinen Anwendungsfall durchquatschen…

VG //D


#5

Also prinzipiell bestehen leider keine großen technischen Vorkenntnisse, aber der Willen, das Ding in bestmöglicher Qualität aufzunehmen :slight_smile: Budget wäre aber, sagen wir mal, bei 100 Euro pro Person.

Was schonmal gebongt ist: Zwei Mikrofone. Braucht man dann aber nicht auf jeden Fall ein Mischpult, da ich zwei Tonspuren als eine hinbekommen möchte? Ich könnte theoretisch ja auch jeweils meine Tonspur an meinem Laptop aufzeichnen und er seine an seinem Laptop und wir schneiden die dann zusammen. Nur dann besteht doch die Gefahr, dass ein Echo entsteht, da wir unmittelbar nebeneinander sitzen und er dann sozusagen auch in mein Mikro quatscht.

Skypen geht prinzipiell klar, aber vielleicht kriegen war das ja auch so hin :slight_smile: Kann man also ganz einfach ein Mischpult empfehlen, an das wir zwei Mikros stecken und gut ist? Ich habe mich hier schon ein bisschen durchgelesen und gemerkt, dass das Thema eine sehr hohe WIssenschaft sein kann, aber ich hoffe einfach mal drauf, dass mir jemand den idealen Weg vorschlägt, wie ich in sehr guter Qualität zwei Stimmen auf eine Tonspur bekomme und gut is :smiley:


#6

Das willst Du nicht. Du möchtest beide Tonspuren einzeln (multitrack). In der Nachbearbeitung werden die dann - wie Du erkannt hast - in deiner Bearbeitungssoftware “übereinander gelegt”, bearbeitet, geschnitten…

Die Szene entfernt sich gerade bewusst von Skype. Wenn ihr einen sog. Double-Ender (jeder nimmt nur sich selber auf) macht, geht das zur reinen Kommunikation in Ordnung. Ansonsten ist die Qualität leider schlecht. Alternativen wären aktuell Studio Link (vieles dazu hier im Sendegate) oder vielleicht noch Zencastr.

Wenn Du nicht mischen willst/musst, würde ich zu einem sog. Audio Interface greifen. Hier gibt’s einige Empfehlungen. Für den mobilen Einsatz glänzen nach wie vor die Geräte von ZOOM (H5 / H6). Stationär scheint aktuell das Behringer UMC404HD bzgl. Preis/Leistung fast unschlagbar. Aus der Serie gibt’s auch welche mit nur zwei Mikrofoneingängen, die sind noch etwas günstiger. Ich nutze - für zwei Eingänge - zufrieden ein Steinber UR22 mkII. Das ist aber teurer und kann weniger.

Da hat @john_dillinger schon einen guten Beitrag hier aus dem Sendegate empfohlen. Mikrofone gibt’s viele. Hier gibt’s auch Vergleiche und Empfehlungen. Je nach Anwendungsfall werden dir hier von (fast) jedem wieder andere empfohlen. Da ich mich nicht auf die China-Qualität der HMC660 verlassen möchte, empfehle ich im günstigen Segment das Sennheiser e835.


#7

Um da ein kleines Missverständnis zu klären: Das mit dem Skypen ging an den Kollegen, der kommentiert hat. Mit meinem Podcast-Partner werde ich in einem Raum, an einem Tisch sitzen :slight_smile:

Okay, ich soll also zwei Tonspuren einzeln aufnehmen. Ich kaufe jetzt theoretisch zwei Mikrofone, habe ich dann aber nicht das Problem, dass mein Mikro auch die Stimme meines Kollegen aufnimmt und die Datei beim “überlappen” der einzelnen Tonspuren wie ein Echo klingt?


#8

Ich werfe mal den thread noch mit rein:
https://sendegate.de/t/aktualisiert-kleiner-mikrofontest-lavaliermikrofone-ansteckmikrofone/?source_topic_id=4352

und weise vor allem auf den ersten und den letzten Post hin. :slight_smile:


#9

Top! Mikro-Suche wird gerade parallel gehalten - aber die letzte und entscheidende Frage: Warum kein Mischpult? Ist es nicht der einfachste Weg, beide Stimmen, die an jeweils einem Mikrofon aufgenommen werden, damit und Audacity auf eine Tonspur zu bekommen?


#10

Ist solch ein Ding nicht die perfekte und einfachste Lösung für zwei Mikrofone? Neewer 2-Kanal-48V-Phantomspeisung Netzteil für Kondensatormikrofone ,
Bzw. könntet ihr mir ein besseres Mischpult für meinen Zweck empfehlen?

Und was haltet ihr von diesem Mikrofon: Blue Microphones Yeti USB Mikrofon, Silber
Ich meine, wir werden an einem Tisch sitzen und könnten da zusammen reinquatschen. Lasse es mir aber auch gerne fix wieder ausreden.


#12

Sobald du beide Stimmen zusammen hast bekommst du die nicht mehr getrennt bearbeitet. So werden z. B. Lautstärkenunterschiede oder Störgeräusche schwerer zu entfernen… Deswegen die Empfehlung zu einem interface zu greifen. Ich verkaufe dir aber gern ein hier bei mir unbenutzt (und daher neuwertig) rumliegendes Mischpult für kleines Geld.

//D


#13

Ohne Mischpult (= mehrere Spuren) hast du viel mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung. Du willst eine Spur pro Sprecher - darfst uns ruhig glauben. :wink:

Hier ist die richtige Mikrofonwahl mitunter entscheidend. Es sollten keine Mikrofone gewählt werden, die zu empfindlich sind. Der Abstand zwischen den Sprechern sollte möglichst gross sein. Die Distanz zum Mikro möglichst klein. Weiter hilft es, die Richtcharakteristik der Mikrofone zu verstehen. Beispiel: Bei Nieren-Mikrofonen sollte man sich direkt gegenüber sitzen, weil diese Mikros am Ende (dort, wo üblicherweise das Kabel eingesteckt wird) am wenigsten empfindlich sind.
Und hier wieder: Hast du zwei separate Spuren, kannst Du den Crosstalk auf der anderen Spur schneiden/muten etc. Das kannst Du mit nur einer Spur nicht.

Ein Mikro pro Sprecher. Der Abstand zum Mikro sollte ein paar Zentimeter betragen. Stellt euch zwei mal so am Tisch vor. :sweat_smile:


#14

Zum Thema Richtcharkteristik ein Bild aus 'ner Sennheiser Revue aus den 1970er Jahren:

Von oben nach unten:

  • Niere
  • Hyperniere
  • Acht
  • Keule
  • Kugel

#15

Und, welche wäre für diese Situation die richtige Wahl? Ich meine, wir sitzen nunmal quasi nebeneinander, da wir unsere Unterhaltung auch mit der Kamera aufnehmen wollen. Sind dann wohlmöglich Kopfbügelmikrofone die beste Wahl, da ihr Radius eher begrenzt ist?

Mischpult lass ich weg ist okay, dann ist es auch relativ einfach, da jeder seine eigene Tonspur am Laptop aufnehmen kann. Jetzt fehlen nur noch die richtigen Mikrofone. Auf jeden Fall schonmal ein dickes Danke bis hierhin :slight_smile:


#16

Gut zu wissen. Dann kommen meist Lavalier- oder Nackenbügelmikros in Frage. Da ich diese selber wenig nutze, wage ich mich nicht aufs Glatteis. Für ersteres scheint sich @Wilhelm gut auszukennen. Den entsprechenden Beitrag hat er hier ja schon verlinkt.
Hier die Stecker im Hinterkopf behalten. Diese Mikros verwenden oft keine XLR-Stecker.


#17

Da hat @Joey Recht. Lavaliermikrofone sind mein Ding. :smile:

Für Eure Zwecke sind sie vermutlich ideal, da sie separate Spuren für jeden aufzeichnen und gleichzeitig nahezu unsichtbar sind, außerdem stören sie nicht beim Reden und ermöglichen auch Gästen ohne Mikrofonerfahrungen leicht, locker und frei von der Leber weg zu sprechen, eben weil man sie nicht bemerkt. Ich habe mittlerweile viel mit rumexperimentiert.

Nun zur Sache:
Wenn ihr nahe beieinander sitzt solltet ihr unbedingt auf die Richtcharakteristik achten. Bei Eurem Setting (Wie nahe eigentlich und übereck?) ist eine Nierenform, beziehungsweise eine Super-Niere die richtige Wahl, da so kein bis kaum Übersprechen passiert. Bei einer Kugelcharakteristik, was die meisten Lavaliermikrofone haben, kann es schnell passieren, dass man den ganzen (kleinen) Raum mit aufzeichnet, was dann wiederum zum Hall führt, den man nicht in der Aufzeichnung haben will.

Die Stecker sind eher ein nachgeordnetes Problem. Ja, es gibt Mikrofone mit Miniklinke (3,5mm), aber meiner Erfahrung nach haben die meisten Mikrofone eher Mini XLR Eingänge. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Lavaliermikrofone eher im professionellen Bereich ihren Einsatz finden und viele für Funksender ausgelegt sind.
Man kann eigentlich alle nötigen Adapter finden. So kriegt man den 3,5mm Anschluss problemlos mit einem 10€ Adapter auf XLR und Mini XLR problemlos auf XLR. Hier sollte man aber auf die Verarbeitung achten, sonst fängt man sich schnell Netzbrummen, Knacken oder Handystrahlung ein.
Lavaliermikrofone mit USB gibt es meines Wissens nach nicht. Wäre ja auch am Sinn des Lavaliermikrofons vorbei.
Um das Mini XLR auf XLR zu bekommen, nutze ich denAKG MPA V-L Adater Ich hatte mal einen billigen probiert, ist aber nach hinten los gegangen, da der irgendwie sehr viel Strom zog und Rauschen verursachte.

Abraten würde ich eher vom RødeSmart Lav+, was Euch sicher schnell über den Weg läuft, wenn ihr nach Lavaliermikrofonen sucht. Für den Preis von fast 90€ ist es vergleichsweise teuer und schlecht.

Empfehlen kann ich durch die Bank die AKG Mikrofone, die sind robust, zuverlässig, haben einen brillanten Klang und haben eine geringe Leistungsaufnahme. Für Eure Zwecke ist im preiswerteren Segment das AKG CK 99 empfehlenswert, aber das CK 97 L ist besser.
Alternativ könnt ihr das AKG C 417 L auch gut einpegeln und dann mit dem Kugelmikrofon arbeiten. Dazusolltet ihr ca. 0,8m – 1m auseinandersitzen, am besten über Eck. Das erzielt wunderbare Ergebnisse.

Frei nach der Devise Billig kann ich mir nicht leisten, weil wer billig kauft kauft drei mal. würde ich in der Tat zu den Genannten Objekten greifen, die sind so stabil, dass man damit eine Reportage aus der Wüste machen kann. :wink: Und ich persönlich schwöre auf AKG, da das Preis-Leistungsverhältnis wirklich gut ist. Bei DPA Produkten, hochwertigen Røde Mikrofonen und auch bei Sennheiser kann man schnell den vierfachen Preis loswerden. Außerdem ist der AKG Support ausgezeichnet und sehr hilfsbereit.


#18

Ach, liegt das Mischpult immer noch bei dir rum? Ich hätte da nämlich nen neuen Podcast am Start. Wir sind zu zweit - und ich will zwei Mikros. Weil: Klingt einfach besser. Für den Fall also, dass das Mischpult noch zu haben ist… - ahso: geht das per USB in meinen Rechner?


#19

Ich möchte mich aus Erfahrung den vorgenannten anschließen: Du willst pro Stimme eine eigene Spur haben. Nur damit kann man in der Nachbearbeitung gescheit arbeiten und beispielsweise Lautstärkeunterschiede zwischen Sprechern ausgleichen. Wo man bei unterschiedlichen Spuren einfache jede normalisieren lässt und dann im einfachen Fall 1:1 zusammenmixt, da muss man bei einer kombinierten Spur laufend mit dem Lautstärkeregler hinterherpegeln. Geht oft genug auch, ist aber viel, viel mehr Arbeit. Ich würd’ aus dem Bauch heraus ab dem 5fachen Aufwand schätzen. Und mehr bei mehr Sprechern. Und wenn’s mal durcheinander geht, dann geht an dem jeweiligen Punkt bei nur einer Kombispur eventuell gar nichts mehr.

Wenn man mir nur einem Mikrofon (oder Smartphone) arbeiten kann, dann empfiehlt sich das typische Reporter-Mikrofonwedeln. Ein Mikro idealerweise mit Richtcharakteristik (Niere, besser Hyperniere), das dann abwechselnd dem Reporter und dem Interviewpartner ins Gesicht gehalten wird. Einereseits kann man damit auch in lauten Umgebungen noch passable Tonqualität erreichen, andererseits auch (mehr oder weniger dezent) das Gespräch steuern, und andeuten (oder forcieren) wer jetzt gerade spricht oder sprechen soll.


#20

Ja, liegt noch rum… Ich bin allerdings gerade in Urlaub und komme erst nach Neujahr heim. Dann schicke ich Dir gerne die Details. LG //D


#21

Alles klar. Schade. Wir wollen nämlich schon vorher anfangen :wink: Wünsche dir einen wundervollen Urlaub!