Headsets für Podcasting und Videokonferenzen - Corona Edition

tl;dr:

Ich teste folgende Headsets auf ihre Tauglichkeit für Podcasting (und Videokonferencing) in Bezug auf

  • Klang des Mikros
  • Klang des Kopfhörers
  • Komfort
  • Flexibilität der Einsatzzwecke
  • Robustheit gegen Störgeräusche wie Netzbrummen:

  • Beyerdynamics DT 297 (270 € incl. Kabel)
  • Superlux HMC660X (38 €)
  • Behringer HLC660M (28 €)
  • Beyerdynamics Custom Game (139 €)
  • V-Moda Boom Pro (32 €) + OneOdio Pro-10 (30 €) = 62 €

Und endlich gibt es zwischen HMC660 und DT297 sinnvolle Alternativen.


Disclaimer

Alle Produktlinks in diesem Beitrag (Thomann, Amazon) sind Affiliate-Links von mir. Mit den Einnahmen finanziere ich Tests wie diesen hier sowie den Server von https://ultraschall.fm


Einleitung

Headsets bieten uns Podcastenden seit langem einige Vorteile - man hat durch den Kopfhörer eine gute Kontrolle des Klanges, hört die eigene Stimme (hoffentlich latenzfrei) was bei der Betonung hilft und der Abstand zum Mikro ist immer optimal, egal wohin man den Kopf wendet.

In den Zeiten von Corona werden nun Headsets auch für die allgegenwärtigen Videokonferenzen populär: mit einem guten Mikro-Klang kann man sich von der Masse absetzen, wirkt überzeugender, vermeidet dank Kopfhörer Rückkopplungen und Störgeräusche.

Leider war der Markt für Headsets lange Zeit in zwei Lager eingeteilt:

  1. Profi-Headsets wie das hier im Sendegate (zurecht) immer empfohlene Beyerdynamics DT297, die deutlich jenseits von 250 € in der Anschaffung liegen, dazu kommt noch ein Soundinterface
  2. Billigste Gaming-Headsets mit dumpf klingenden dynamischen Mikros, die für eine hektische Teamspeak Aktion ausreichen mögen, aber keinen Podcasting-Ansprüchen genügen.

Beginnen wir mit dem Klassiker, da kann ich mich kurz halten:

Beyerdynamics DT297

Klang des Mikros

Beyerdynamics DT297 an Behringer XENYX 302 USB

https://ultraschall.fm/wp-content/uploads/2020/12/01_DT297_an_XENYX302USB.mp3

Der Sound des DT297 ist tadellos und aus vielen Podcastproduktionen (etwa allen der Metaebene) gut bekannt.

Klang des Kopfhörers

Der DT297 löst gut auf, reicht aber noch nicht ganz an dezidierte HiFi-Kopfhörer heran.

Komfort

Sicherlich ist das Geschmacksache und auch etwas von der Kopfform abhängig, aber der DT297 ist für mich immer noch das bequemste Headset weit und breit. Es ist ferner das einzige, das schon ab Werk mit wertigen Velours-Pads ausgeliefert wird - das garantiert stundenlanges Tragen ohne Schwitzen unter billigem Kunstleder.

Flexibilität der Einsatzzwecke

Der DT297 bietet ein klassisches Kondensator-Kleinmembran Mikro, das mit mindestens 12V betrieben werden möchte - es ist also für den Anschluss an Soundinterfaces gedacht, die 48V Phantomspeisung liefern. Ohne Phantomspeisung oder mit zu wenig (unter 12V) bleibt das Mikro schlicht stumm. Daher kann man es nicht ohne dazwischen geschaltetes Soundinterface an Smartphones, Tablets oder Soundkarten anschließen.
Ferner muss man das Anschlusskabel separat hinzu kaufen (!), ärgerlicher Weise hat Beyerdynamic die 3-Meter-Variante aus dem Programm genommen, so dass nur noch 1,5 Meter zu haben sind:

Immerhin: weitere Adapter werden nicht benötigt.

Robustheit gegen Störgeräusche wie Netzbrummen

Die Paradedisziplin des DT297, hier zahlt sich der „echte“ XLR-Anschluss und der Preis aus: das Mikro ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen, kein Rauschen, kein Fiepen, kein Brummen: egal wo man es anschließt.

Superlux HMC660X

Mit dem Superlux HMC 660X habe ich vor vier Jahren eine Entdeckung gemacht, die seitdem in hunderten Podcasts zum Einsatz kommt: auf Basis einer günstigen Elektret-Kondensatorkapsel wird hier für 38 € ein erstaunlicher Klang geboten.

Klang des Kopfhörers

Der Klang des Kopfhörers ist für den Preis gut, man wird ihn aber nicht mit dem eines HiFi Kopfhörers verwechseln. Für Podcasting/Konferenzen gut ausreichend, für Musik/Games/Filme eher weniger.

Klang des Mikrofons

Richtig angeschlossen (siehe unten), ist der Klang des HMC660X kaum vom DT297 zu unterscheiden:

Superlux HMC 660x über XLR an Behringer XENYX 302 USB

https://ultraschall.fm/wp-content/uploads/2020/12/02-Superlux-HMC-660X-ueber-XLR.mp3

Flexibilität der Einsatzzwecke

Voraussetzung ist aber: man darf nicht - wie bei den teureren Kondensator-Headsets üblich - 48V Phantomspeisung anlegen (ohne Phantomspeisung bleibt jedes Kondensator-Mikro stumm, anders als dynamische), sondern 24V, besser nur 12V, noch besser nur 5V. Selbst 1,5V sind ausreichend, um das HMC zu betreiben.

Eine zeitlang war das händische Einlöten von Widerständen (!) der einfachste Weg, um das HMC an einem normalen Soundinterface zu betreiben - mittlerweile gibt es zum Glück einen gut funktionierenden, fertigen Adapter dafür (das Zwischenkabel wird auch benötigt)::

Superlux PS 418

pro Snake 20066

Eine zweite Lösung war und ist, ein Soundinterface zu finden, das weniger als 48V Phantomspeisung liefern kann. Hier waren schon immer die Zoom Geräte (ab dem H4) gut geeignet, etwa das hier im Sendegate immer gern gesehene Zoom H6 mit gleich 4 passenden Anschlüssen:

oder aber das angenehm günstige XENYX302 USB, mit einem Anschluss für Solo-Podcastende:

Weitere Forschungen ergaben, dass man das HMC auch direkt an Soundkarten anschließen kann - eine Adapterstrecke auf TRRS vorausgesetzt, läuft es etwa direkt in einem aktuellen M1 MacBook Pro tadellos:

Movo TCB2 XLR (weiblich) Mikrofon zu TRRS (männlich)

…ebenso am Smartphone oder Tablet, was ganz neue Aufnahmesituationen ermöglichte.
Erst vor ein paar Wochen wurde mir dann klar, dass einige Mischpulte auch dezidierte „Headset“ Anschlüsse bieten, die ebenfalls die benötigte Plugin Power liefern. Für diese braucht es wiederum einen anderen, günstigen Adapter von XLR auf Miniklinke:

Pro Snake Camera Cable

Kandidaten für diese Anschlussart sind das günstige, oben schon erwähnte XENYX302 USB

Headset Eingang des XENYX302 mit 2 Miniklinken
Screenshot at Dec 12 22-35-37

oder auch das sehr wertige Yamaha AG03:

Yamaha AG03

Die ursprüngliche Schwäche des HMC wird so zu einer echten Stärke in Sachen Flexibilität - mit zwei günstigen Adaptern ausgestattet gibt es nichts, woran man es nicht gut klingend anschließen könnte.

Robustheit gegen Störgeräusche wie Netzbrummen

Das HMC hat jedoch - neben der naturgemäß günstigen Bauweise - eine große Achillesferse: es ist deutlich anfällig für Störstrahlung und Brummen. Die schlechte Isolierung führt dazu, dass der Schwanenhals, an dem das Mikro sitzt, wie eine Antenne wirkt, die alles mögliche an Störungen mit einfangen kann. Dagegen gibt es Mittel und Wege, die oft - aber nicht immer - zum Erfolg führen. Im Soundbeispiel sind die Probleme gut dokumentiert:#

Superlux HMC 660x über Headset Input an Behringer XENYX 302 USB


https://ultraschall.fm/wp-content/uploads/2020/12/03-Superlux-HMC-660X-ueber-Plugin-Power.mp3

Komfort

Das HMC kann man gut tragen, auch über längere Zeit - wenn man zum einen den Metallbügel oben etwas weitet um den sehr straffen Andruck etwas zu verringern (mag an meiner Kopfform liegen) und zum anderen unbedingt Velourpads aufzieht:

Superlux HD 681 Velour Pads

wenn man sich - angesichts des gegenüber dem DT297 gesparten Geldes etwas gönnen möchte, kann man auch hierzu greifen:

Beyerdynamics dt770 Ohrpolster


Behringer HLC 660M

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das HMC660X preislich noch einmal „von unten“ angegriffen würde - aber genau das ist passiert. Behringer bietet ein Elektret-Kondensator-Headset an, dass dem HMC660X zum Verwechseln ähnlich sieht - für 27,50 €:

https://www.thomann.de/de/behringer_hlc_660m.htm?offid=1&affid=706

Klang des Kopfhörers

Der Kopfhörerteil ist der schlechteste im Test, noch etwas unter dem HMC angesiedelt - aber damit dann doch immer noch erträglich. Die Probleme entstehen wo anders:

Klang des Mikrofons

Hören wir einfach mal rein:

Behringer HLC 660M über Headset Input an Behringer XENYX 302 USB


https://ultraschall.fm/wp-content/uploads/2020/12/04-Behringer-HLC-660M-an-Headset.mp3

Offenkundig wird hier keines der Probleme des Superlux HMC660X gelöst, ganz im Gegenteil - das Netzbrummen ist eher noch prominenter, der Sound insgesamt auch etwas schlechter. Klangtechnisch lohnt es also nicht, die wenigen Euro gegenüber dem „Original“ zu sparen.

Flexibilität der Einsatzzwecke

Ein Vorteil des Behringer ist, dass es direkt auf zwei Miniklinken endet - und ein Adapter auf TRRS mitgeliefert wird. Das spart einiges an Adaptern gegenüber dem HMC ein, gleicht aber meines Erachtens nicht die Probleme im Klang aus. Zum Anschluss an 48V wird ein Adapter benötigt, siehe unten. Thomann schreibt in der Beschreibung, es würde mit 48V laufen - das macht keinen Sinn wenn man in das Soundbeispiel reinhört, ich habe die Zuständigen dort schon um eine Anpassung gebeten.

Beyerdynamic Custom Game

Was wir uns immer gewünscht haben: ein Mittelding zwischen HMC und DT297 - mit der Flexibilität des HMC, aber der Verarbeitungsqualität des DT297 für unter 150 €.

Nun.

Dieses Headset gibt es:

Das dieses Headset hier im Sendegate nie auf den Radar gekommen ist, ist a) ein Skandal und b) vermutlich dem Umstand geschuldet, dass es von Beyerdynamic offensiv als „Gaming Headset“ beworben wird. Was dieses Headsets mit Gaming zu tun hat? Exakt gar nichts. Es gibt eine Einstellung, mit der man den Bass-Klang der Kopfhörer etwas verändern kann - ansonsten ist es ein normales Headset, sogar mit Hardware-Mute Taste und Lautstärkeregelung im Kabel.

Klang des Kopfhörers

Mit einigem Abstand der am besten klingende Kopfhörer im Test. Kann es locker mit meinem 130 € Sennheiser HiFi Kopfhörer aufnehmen. Damit kann man wirklich hochwertig Musik/Filme Hören, was um so sinnvoller erscheint, da sich das Mikrofon einfach abmontieren lässt und man dann einen ganz normalen Kopfhörer trägt.

Klang des Mikros


https://ultraschall.fm/wp-content/uploads/2020/12/05-Beyerdynamic-Curstom-Game.mp3

Das Mikro klingt gut, wenn auch vielleicht nicht ganz auf dem Niveau des DT297 und HMC660X. Im Kern klingt es aber wohl nur etwas „anders“, der Rest ist Geschmackssache bzw. Einstellungen im EQ. Auf jeden Fall hat man hier etwas absolut sendefähiges auf dem Kopf sitzen.

Komfort

Das Headset sitzt sehr gut, ich würde aber wie oben empfehlen die (nicht schlechten) Kunstleder-Pads durch eine Variante mit Velour zu ersetzen - die beiden oben verlinkten passen auch auf dieses Headset.

Flexibilität der Einsatzzwecke

Genau wie das Behringer endet auch das Custom Game in zwei Miniklinken, ein Adapter auf TRRS liegt bei. Damit kommt man schon sehr weit. Um es an einem 48V XLR-Anschluss zu betreiben schaltet man einfach das hier dazwischen:

Rode VXLR+

Damit ist das Custom Game ein echter Allrounder.
Was es ferner sehr speziell macht: man kann den Mikro-Schwanenhals komplett vom Kopfhörer ablösen, die Verbindung erfolgt über eine normale Miniklinke 3,5mm. Damit lässt sich das Custom Game zu einem normalen Kopfhörer umrüsten, sehr fein.

Das abgetrennte Mikro-Element
Screenshot at Dec 12 23-45-18

Robustheit gegen Störgeräusche wie Netzbrummen

Und es geht also doch: im Inneren werkelt eine Elektret-Kapsel, die wie beim Superlux und Behringer unter 15V haben möchte - aber dieses Mikro hier ist komplett unempfindlich gegenüber Störbrummen und andere Einstrahlungen. Es ist genauso genügsam wie das DT297 - ein Traum.

Einen Schwachpunkt konnte ich nach mehreren Stunden Tragen jedoch identifizieren: da das Kabel recht dick und unelastisch ist (vermutlich aufgrund der Schirmung), überträgrt sich relativ viel Kabelklang als „Rumpeln“. Etwa wenn man den Kopf dreht, ans Kabel kommt etc.
Damit kann man umgehen, wenn man es weiß, und auch die Kabelführung optimieren, aber es ist ein nicht zu leugnender Schwachpunkt in einem ansonsten überzeugenden Setup.

Verfügbarkeit

Tja, es hätte so schön sein können: ein wertiges Beyerdynamic Headset für unter 150 €.
Aber: Beyerdynamic hat es eben erst aus dem Programm genommen, vielleicht hat es dem teureren MX300 zu viel Wasser abgegraben. Auf jeden Fall wurde mir das sowohl von Thomann (wo es das auch mal gab) als auch von Beyerdynamic selbst bestätigt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Wer also nicht auf den Knaller unten setzen möchte, sollte sich beeilen: auf Amazon werden nur noch Restposten verkauft, Link siehe oben.

V-Moda BoomPro mit OneOdio Pro-10

Die Bauweise des Beyerdynamic Custom Game mit seinem ansteckbaren Mikro hat mich neugierig gemacht - gibt es von dieser Bauart vielleicht noch Alternativen, wo das Custom Game nicht mehr lange erhältlich sein wird?
Und da landet man früher oder später in der Gaming-Ecke. Und dort wird etwas gerühmt, auch von YouTubern, das auf den klangvollen Namen „V-Moda BoomPro“ hört - aber gut, mit „Superlux“ konnten wir auch leben.

V-Moda BoomPro

Hier gibt es - für spektakuläre 32 € - ein ganz ähnliches Gerät zum Custom Pro, hier nebeneinander:

BoomPro (links) und Custom Game
Screenshot at Dec 12 23-50-52

Ich konnte es also direkt an den Kopfhörer des Custom Game anschließen und loslegen. Da es das aber halt nicht mehr lange gibt, habe ich nach Alternativen geschaut: Kopfhörer, bei denen man a) das Kabel am Kopfhörer selbst abnehmen/wechseln kann und das b) eine Miniklinke 3,5mm ist.
Leider war das gar nicht so einfach. AKG wäre toll, hat aber ein mini-XLR Format für den Anschluss. Sennheiser hat schöne Angebote, leider mit einem Anschluss der noch kleiner ist als 3,5mm

Fündig geworden bin ich bei „OneOdio“ die eine ganze Reihe Kopfhörer mit Miniklinke anbieten, ich habe mal das günstigste „Pro-10“ (29 €) getestet:

Klang des Kopfhörers

Das geht in Ordnung, ist aber nicht überragend. Sortiert sich zwischen dem Superlux und dem DT297 ein würde ich sagen, also ein gutes Stück weg vom hervorragenden Custom Pro, aber für Podcasting gut ausreichend.
Es ist aber halt wirklich eine Option, einfach in einen HiFi-Laden seines Vertrauens zu laufen und zu schauen, was so mit 3,5mm Anschluss da ist - vielleicht hat man sogar noch was zu Hause liegen.

ich habe hier noch diverse andere Kopfhörer für das BoomPro getestet:

Komfort

Der Kopfhörer sitzt ok, etwas besser als Behringer und Superlux, deutlich schlechter als die beiden Beyerdynamic. Und leider leider sind die Maße knapp anders, so dass die geliebten Velour-Pads nicht draufgezogen werden können.

Klang des Mikros

Oha.
Für 32 € hatte ich hier nicht viel erwartet, zumal die ganze Bauform deutlich schlanker daher kommt als beim Custom Game. Und was soll man von Gamerequipment schon erwarten.
Oh Boy.
Dieses Gerät klingt richtig, richtig gut, sehr transparenter, klarer, seidiger Klang:

V-Moda BoomPro

Es hat etwas weniger Bass als etwa das DT297, was man aber mit etwas EQ leicht nach Geschmack nachbessern kann. Der Schwanenhals ist sehr leichtgängig, da hatte ich etwas Sorgen: aber auch eine 2-Stunden Sendung hat es gut überstanden ohne ständig seine Position zu verlieren.
Dazu sollte man sich solche Windschütze gönnen:

Vor allem überzeugen mich die Sekundärtugenden:

Robustheit gegen Störgeräusche wie Netzbrummen:

Netzbrummen? Kein Thema. Fast so gut wie beim Custom Game und DT297 wird jedes Brummen ausgefiltert. Kabelklang? Nicht vorhanden. Ich habe überhaupt noch kein Headset-Mikro getestet, da so unempfindlich gegen Berührungen war - vermutlich der weicheren Stoff-Ummantelung geschuldet.
Und, spektakulär: dieses Mikro ist Vader-frei! Egal wie man aus Nase oder Mund pustet und schnauft, es bleibt komplett unbeeindruck und übersteuert nie. Generell ist es auch absolut robust gegen zu lautes Ansprechen - wir haben es hier wirklich mit Audio-Gold zu tun.
Verdammt, die GamerInnen hatten recht.

Flexibilität der Einsatzzwecke

Wie das Custom Game wird ein Adapter auf TRRS mitgeliefert, ein Anschluss an Smartphones, Tablets und Rechner wie das MacBook ohne Soundinterface dazwischen ist also möglich. Eine Lautstärkeregelung des Kopfhörers sowie eine Mute-Taste sind ebenfalls dabei. Um es an einem 48V XLR-Anschluss zu betreiben, braucht man wie beim Custom Game diesen Adapter:

Rode VXLR+

Ansonsten fühlt es sich am wohlsten in den „Headset“ Eingängen von Mischpulten wie den oben gezeigten XENYX303USB oder dem Yamaha AG03

Zusammenfassung

Ich fasse die zentrale Rubrik „Robustheit gegen Störungen“ hier noch einmal mit Messwerten zusammen, da dies immer die große Schwachstelle der günstigen Mikros war:

Robustheit gegen Netzbrummen

Clean_____ Netzbrummen Erdung
DT297 -66 LUFS -62 LUFS -66 LUFS
HMC660X -60 LUFS -29 LUFS -51 LUFS
HLC660M -46 LUFS -29 LUFS -50 LUFS
Cutom Game -63 LUFS -61 LUFS -63 LUFS
BoomPro -65 LUFS -48 LUFS -61 LUFS

Alles im grünen Bereich ist direkt sendefähig, alles im gelben wird gut klingen mit etwas Nacharbeit im Noisegate/Dynamics Effekt, rot ist hochgradig problematisch und eher ein Fall für Auphonic. Mein „Brumm-Anschluss“ ist schon einer der extremeren Sorte, gut möglich, das Messwerte anderer im Schnitt gnädiger ausfallen.

Alle Wertungen

Da der Beitrag doch recht lang geworden ist, fasse ich die Eindrücke ausnahmsweise mal etwas plakativer zusammen:

Screenshot at Dec 13 00-32-06

Wir sehen, dass endlich Bewegung in den Headset-Sektor gekommen ist. Custom Game und BoomPro bringen uns endlich brummfreien Kondensator-Sound zu erschwinglichem Preis. Die schlechteren Werte des BoomPro sind hier zudem dem Kopfhörer geschuldet: wenn man dort einen wertigeren findet (gerne Vorschläge einreichen), der dann auch etwa mehr kosten darf, würde dieses 32 € Mikro glatt in Führung gehen.

Eine gute Entwicklung für den Wohlklang unserer Podcasts.

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Ahoihoi :wave:

Mal wieder sehr beeindruckt von deiner Arbeit, vielen Dank dafür schonmal.

Just heute noch über das HLC 660M gesprochen und mich gefragt wie dass wohl für den Preis klingt. Siehe da: tatsächlich gar nicht mal so gut. An der Klinke angeschlossen hat man neben dem Brummen immer so ein Poltern drin. Macht mich kirre.

Das Beyerdynamic Custom Game klang in meinen Ohren (über den Superlux HD681) sehr sehr unangenehm. Man hört, gerade bei deiner Stimme sehr gut, wie der Klang der Stimme zwischen Höhen und Tiefen immer wieder schwankt. Was ist da los?

Hoecker-Sie-sind-raus.gif

Spannender ist tatsächlich das V-Moda BoomPro, das für so ein kleines Klinkenmikro doch sehr gut klingt. Ich hab hier auch ein Gaming Headset, allerdings kann man „nur“ das Mikro abnehmen. Vielleicht schau ich mir dann das in Verbindung mit dem verlinkten Kopfhörer an.

Ich selber experimentiere gerade (mal wieder) mit dem Superlux E205 (+ besagtem HD681 als Kopfhörer) rum und bin mir noch nicht ganz sicher ob ich eher Typ Mikrofon oder Typ Headset bin.

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Danke für den ausführlichen Test, Ralf. Ich. habe mir vor einiger Zeit meinen Sennheiser HD 25 Lieblings-Kopfhörer auf Klinke umgebaut. um daran zum Telefonieren das Mikrofonkabel des Beats Kopfhörers zu betreiben. Daran werde ich das vorgeschlagene Mikrofon mal ausprobieren.

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Ich bin mir nicht sicher, aber könnte das Beyerdynamic DT-240 Pro evtl. der perfekte Companion sein? Oder hatte der 2,5mm Klinkenanschlüsse?

Alternativ bräuchte man ja eigentlich nur einen Adapter wie dieser hier nur eben mit TRS statt TTRS:
2,5 Male to 3,5 Female

Mich würde ehrlich gesagt viel eher eine Variante interessieren, wie man das zu einem Nackenbügel umbauen kann.

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Das hatte ich schon bestellt, hat aber einen 2,5mm Anschluss. Die Adapter sind unterwegs, werde berichten.

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Dafür gibts übrigens auch Velour-Pads: DT-240 Pro Velour Pads - Amazon

Hat ne Weile gedauert, bis die da waren, passen aber perfekt. Hab mir jetzt auch mal den Adapter und das V-Moda Boom bestellt. Bin gespannt.

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Interessant: mein Feuerfuchs will die Beispiele nicht direkt abspielen - wohl, weil sie nur über http eingebunden sind…

Mit Chrome kann ich mir die Audiobeispiele auch nicht anhören.

Seufz. Wenn man es über HTTPS anbietet, wird hier kein Player angezeigt…
Ich habe jetzt mal jeweils beides reingesetzt.

Auf Twitter kam die Frage, wie man das Custom Game oder BoomPro mit den beiden Miniklinke-Anschlüssen denn an ein Zoom H6 angeschlossen bekommt.

Für ein einzelnes Headset ist das einfach:
Der XY-Aufsatz des H6 hat seitlich eine Miniklinke. Das ist ein Headset-Mikro Anschluss, der Plugin Power bietet. Diesen muss man aber in den Settings des H6 einmalig aktivieren.

Bei mehreren Headsets - und das ist ja zumeist der Sinn des H6 - reicht das natürlich nicht. Hier nimmt man dann entweder die oben gezeigten

und ist damit flexibel auch irgendwann das Interface zu tauschen, oder wenn man sich ganz sicher ist, dass man immer beim H6 bleiben wird, reichen auch diese hier für nur 8€:

Dann muss man natürlich die Phantomspeisung des H6 auf 12V stellen.

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Hab es mal gefixt :slight_smile:

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Jetzt klappt es bei mit Chrome.

Danke! :headphones:

Moin!

Erstmal großen Respekt für die Arbeit die Du Dir hier machst. Daumen hoch. :+1:

Du verlinkst oben beim Beyerdynamic zum K190.41-1.5m, welches, wenn ich es richtig bei Thomann gesehen habe, nur einen XLR-Anschluss hat. Wenn man es nun, wie in meinem Fall, an ein Xeny302USB anschließen möchte, benötigt man für das Audiosignal einen entsprechenden Adapter?

Ich frage, weil ich aktuell noch ein Kabel mit XLR und 5er Klinke habe, muss jedoch mit einen leider unnötig großen Adapter von 5er auf 3er Klinke wandeln. Durch das Gewicht des Adapters und der Position des Xenyx (liegend) knickt das XLR-Kabel direkt am Anschluss ab und führte nun zum unweigerlichen Kabelbruch/Wackelkontakt. Deshalb würde ich das ganze gern irgendwie stabiler/einfacher stecken. Gibt es da einen Tipp?
Danke sehr.

Grüße

Oh danke für den Hinweis - falsches Kabel. Habe es korrigiert, das hir braucht man in der Regel:

Und das geht dann direkt in den XLR-Anschluss des XENYX.

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Danke für den interessanten Test!

Ich war noch nie ein großer Fan des DT797-Klangs und finde tatsächlich, dass das Boom Pro besser klingt. Weniger muffelig, wärmer, angenehmer.

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Ich habe mein Superlux HMC 660X mit XENYX jetzt probeweise durch das BoomPro ersetzt (ein [Bluetooth-]Headset - das auch per Kabel mit Klinkeneingang funktioniert - war vorhanden) und ich bin begeistert. Alle meine Brummprobleme haben ein Ende und der Klang begeistert mich.
Vielen, vielen Dank für den Test und den schönen Artikel!!!

Ich hätte auch noch prinzipiell geeignete JBL-Kopfhörer, die aber einen dünneren Klinkeneingang haben. Hat irgendjemand Erfahrung oder eine Einschätzung, ob eine Adapterlösung von der Stabilität und Geometrie hier überhaupt noch sinnvoll sein könnte? Oder wird die Konstruktion dann absurd - zumal ja Adapter, Kabel und Mikro an der winzigen Klinke hängen?

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Ich schreibe dazu heute noch etwas länger. Ich habe jetzt die hier ausprobiert, und das scheint mir eine brauchbare Lösung zu sein - hängt aber stark vom Kopfhörer ab. Später mehr:

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…und dann ist es doch mal wieder alles etwas länger geworden.
Hier der Beitrag dazu:

Vielen Dank dir, Ralf! Unser MacGyver im Auftrag des guten Klanges.

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