Spotify will wohl Podcasting ausbauen


#1

Gerade habe ich das hier gefunden:

Für mich ist das interessant, weil ich erschreckenderweise inzwischen 50% aller Abrufe meines Podcast via Spotify habe. Tendenz weiter steigend.

Ich freue mich aber darauf, wenn das hier stimmt:

Je nach Hörgewohnheiten sollen Usern künftig thematisch passende Podcasts vorgeschlagen werden. Das Interface der App soll außerdem so angepasst werden, dass Podcasts schneller zu finden sind.

Ich weiß, Spotify ist ein Unternehmen und will Geld verdienen und das ist böse und gemein, aber mir ist im Grunde egal, wo die Hörer hören. So lange sie es nur tun.

Was die allerdings mit Exklusivität und neuen Werbeformaten meinen, das gruselt mich.
Weiß da jemand schon mehr?
Nicht, dass die plötzlich Werbeunterbrechnungen in “freie” Podcasts einbauen wollen.


#2

Siehe den Techcrunch-Artikel auf den T3n Bezug nimmt:

Klingt danach.

Stellt euch mal vor Kapitelmarken könnten für so eine ad insertion technology eine Schlüsselrolle einnehmen. Sieg!


#3

pfffft… Dann brauchen wir die andere Diskussion um Werbung hier nicht mehr zu führen.


#4

und

spiegelt ziemlich gut das Dilemma wieder, in dem mich schon länger befinde: Soll ich meinen Podcast bei Spotify anmelden und neue Hörer:innen ansprechen – und eventuell riskieren, das ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt ohne meine Kontrolle verändert wird? Oder ist es am Ende gar nicht so “schlimm”? Ich bin hin- und hergerissen.


#5

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Teilnahme an Werbeausspielung am Ende optional sein wird. Insofern sehe ich zwei Möglichkeiten: Entweder bei Spotify mitmachen. Wenn sich herausstellt, dass es einen Zwang zur Werbeschaltung gibt, muss man den Hörern, die den Podcast über Spotify beziehen, diese Möglichkeit eben wieder wegnehmen. Oder erstmal warten bis klar ist, ob man auch ohne Werbung bei Spotify im Programm sein kann.

Wenn man schon bereit ist auf Spotify zu gehen, würde ich für die erste Option plädieren. Im besten Fall muss man nichts weiter machen. Im Fall, dass man doch zurückzieht, hat man wenigstens die noch werbefreie Phase genutzt und diejenigen bei Spotify, denen der Podcast in der Zeit wichtig geworden ist, werden zumindestens erwägen sich einen Zugriff außerhalb von Spotify zu organisieren. Vielleicht öfter mal die Bemerkung fallen lassen, wie toll man podcatcher findet. :wink:


#6

Wie würde Spotify wohl reagieren wenn man alle paar Episonden (und/oder in den Shownotes) darauf hinweist das man den Podcast werbefrei unter URL soundso hören kann.


#7

Je mehr ich darüber nachdenke:
Bei Spotify zahlt der Endkunde dafür, dass er Streamen darf.
Musikproduzenten bekommen Geld, wenn deren Inhalte abgespielt werden.

Bei Podcasts zahlt der Endkunde zwar immer noch, Spotify führt aber nichts an die Produzenten ab. Eine recht billige Art, die Kunden von der teuren Musik abzulenken, die ja Geld kostet.

Daraus ergibt sich:
Spotify kann nicht einfach Werbung einblenden. Der Endkunde würde das kaum akzeptieren, da er ja bereits bezahlt.
Der Produzent höchstens dann, wenn er Einnahmen davon bekommt.

Das kann aber nur freiwillig sein und ist für alle diejenigen toll, die mit Ihrem Podcast Geld verdienen wollen. Spotify schafft in dem Fall die Vermarktungsplattform und tritt in Konkurenz zu Steady oder Patreon. - Dafür gibt es sicher einen Markt und gute Argumente: “Du willst Geld? Wir kümmern uns um die Werbung für Dich.”

Nehmen wir an, die würden Werbung einblenden, gegen den Willen der Podcaster und Hörer… Das wäre mal eine Gelegenheit um sich zu organisieren und zu Einnahmen zu fordern, wie es Musikproduzenten heute schon tun. Der Leidensdruck muss dann nur eben so groß sein, dass man sich wirklich organisiert.


#8

Andererseits gibt dir Spotify Zugang zu ihrem Kundenstamm. Vielleicht läuft es auch so, dass du die Werbung im Podast akzeptieren kannst oder eben die Plattform verlassen musst.


#9

Ja, kann sein… Aber das ist ja wieder lösbar, indem man sich organisiert und Spotify schlicht einen großteil des Content entzieht.

… Mist… Jetzt spekuliere ich hier auch schon zu wild. Ich denke, abwarten hilft. Vielleicht gibts ja bald neue News.


#10

Ich warte auch erst mal ab,

finde ich auch die für mich relevante Aussage. Die “Geschäftsbeziehung” wäre eine sehr einseitige, die ganzen Vorteile unserer Standards kommen bei Spotify nicht an und damit bei der Hörer:innen nicht (Kapitelmarken etc,). Ich würde lieber ein organisches Wachstum über Empfehlungen anstreben und hoffe, mit dieser idealistischen Sichtweise nicht in zwei Jahren müde belächelt zu werden :slight_smile:


#11

Ihr habt aber schon die Bedingungen gelesen, in denen sich Spotify das Recht einräumen lässt Werbung einzublenden? Die stehen zum nachlesen im Thread Podcast bei Spotify verlinkt.


#12

Ja, sie können das Recht ruhig haben. Ich kann ja jederzeit gehen und den Content mitnehmen. Oder habe ich da etwas überlesen?


#13

Ich habe mir das so im Detail nicht angesehen, klar kannst Du wieder gehen. Keine Ahnung was die dann löschen und ob überhaupt.


#14

Also auf die Schnelle habe ich nichts dazu gefunden, wie sich das Verlassen von Spotify gestaltet.

Ich bin dabei über diesen Artikel gestolpert:

Mir war nicht klar, dass da auch Einnahmedefizite mitspielen. Also wird zumindestens hier behauptet. Und würde auch dem Gewicht verleihen, was stix hier sagt.

Übrigens vielleicht könnte wir diesen Thread an Podcast bei Spotify anhängen. Er schließt eigentlich nahtlos an und ich war gerade kurz in einem Zwiespalt wo ich den Artikel nun hinpacken soll. :wink:


#15

Mir ist aufgefallen, dass Spotify für viele in meinem Bekanntenkreis (sonst eigentlich keine Podcast-Hörer) der erste direkte Zugang zu Podcasts ist. Wenn man mal im Gespräch vom eigenen Podcast erzählt kam überraschend oft die Frage bzw. implizite Annahme “Der ist bestimmt auf Spotify, oder? Dann kann ich ja mal reinhören!”. Das ist natürlich deutlich besser als erst erklären zu müssen, was ein Podcast ist :smiley:. Hätte mir aber auch gewünscht, dass mehr Leute einfach ihren Podcatcher anwerfen und den Feed direkt abonnieren.

Allerdings tauchen kleine (unbekannte? neue?) Podcasts meiner Beobachtung nach nicht in den Kategorien auf, was es natürlich schwer macht, entdeckt zu werden. Selbst wenn es nur auf der allerletzten Seite wäre, aber irgend ein Listing hätte ich schon gut gefunden - ansonsten ist die Suche scheinbar der einzige Einstiegspunkt zum Podcast bzw. natürlich der Direktlink von der Homepage. Kennt jemand genauere Angaben dazu? Oder irre ich mich da?


#16

Vielleicht als Hintergrund hier geht es darum, wie Werbung bei Spotify ausgespielt wird. Sven Bieber ist Head of Ad Sales Germany für Spotify. Es geht aber nicht spezifisch um Podcasts.


Podcasts und Bezahlschranken
#17

Dass Spotify Gimlet kaufen will, wurde seit ein paar Tagen gemunkelt; jetzt gleich noch Anchor mit dazu, ist ein Statement.
Podcasts scheinen attraktiv zu sein. Wer zum Platzhirsch werden will, muss Geld in die Hand nehmen. Ich bin gespannt.


#18

Hi Karsten,

ja, mir ist das gleiche aufgefallen. 30% meiner Hören hören via Spotify. Das sagen zummindest die Statistiken. Wenn der Peak bei neuen Folgen rum ist, habe ich bei Spotify mindestens 50% Abrufe am Tag.
WENN ich aber Leute frage, die mir Feedback hinterlassen, dann sind es 90%.

Für mich bedeutet das:
Die Qualität der Hörer via Spotify ist nicht schlecht. (Ja, Qualität ist ein fieses Wort dafür)

Den Link zur Webseite streue ich so ziemlich überall. DORT klicken sehr viele auf den Spotify-Button. Vielleicht ist die Marke da einfach bekannt genug und die Leute klicken auf das, was sie kennen.
Die Youtube- und Deezer-Buttons direkt daneben werden weitgehend ignoriert.

Und ganz ehrlich: Hätte ich keinen Podcatcher würde ich es wohl genauso machen.
So gesehen ist Spotify ein zusätzlicher Kanal für Menschen, die mit Podcasts wenig zu tun haben.

Zum Listing:
Taucht man mal in Charts auf, kommen ganz fix neue Hörer dazu. Aber nur so lange, bis man wieder aus den Charts rausfliegt. Gelungen ist mir das bisher allerdings nur in Luxemburg.

Bei der Suche habe ich Glück. Es gibt nicht viele Mitbewerber, die auf “BDSM” hören.

Insgesamt habe ich mich damit abzufinden, dass Spotify ein unverzichtbarer Kanal ist.


#19

Ich hatte es nicht so verstanden, dass Spotify Anchor kauft, sondern dass Anchor all seine gehosteten Podcast jetzt automatisch auch über Spotify ausspielt. Was für Spotify nicht nicht unattraktiv ist: Schließlich behauptet Anchor, dass 40% aller neuen Podcasts bei Anchor eingerichtet werden. Mag sein, dass ich das ziemlich wachsweiche “Anchor is joining Spotify” nicht richtig interpretiere.


#20

Ne, sie haben Anchor gekauft. Siehe Spotify will Gimlet Media kaufen