Hardware für Interview-Podcast


#1

Hallo Leute,

ich starte einen neuen Podcast, der in der Regel aus Live-Interviews mit einer Person bestehen wird. Ich will flexibel sein und werde zB manchmal in Sitzungszimmern, manchmal im eigenen Wohnzimmer aufnehmen. Eine möglichst gute Audio-Qualität ist mir dabei sehr wichtig.

Ich habe schon einen anderen Podcast, habe dazu bisher ein Zoom H4N verwendet und Ansteckmikros (Marke weiß ich nicht mehr). Auf dieses Equipment habe ich jetzt keinen Zugriff mehr.

Jetzt brauche ich also eigenes Zeug. Ich möchte nicht unnötig viel Geld ausgeben, bin aber für gute Qualität bereit auch etwas auf den Tisch zulegen.

Was ich im Forum bisher so gelesen habe, ist das Zoom H6 sehr beliebt. Vier Mikro-Eingänge finde ich grundsätzlich sympathisch, weil ich dann künftig flexibler bin. Gibt es günstigere Varianten, die ähnlich viel können?

Was die Mikros betrifft, wurden mir bisher das Shure-SM58 empfohlen (mit 140 EUR ein satter Preis) und das Samson Q2U (80-90 EUR). Was haltet ihr davon?

Ich fand Ansteckmikros bisher sehr praktisch, weil man sich davon nicht wegbewegen konnte. Quasi alle etwas professionelleren Podcaster nutzen aber Mikro-Halterungen, die sie am Tisch festmachen. Ist der Qualitätsunterschied so groß?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Liebe Grüße aus Wien,
Andreas


#2

Moin.

Das H6 gilt hier bei vielen als der Goldstandard, ich selbst habe auch eins und bin sehr zufrieden. Das H5 kann iirc ähnlich viel und ist ein wenig günstiger. Zur Mikrofonfrage:

  • Ansteckmikrofone haben häufig eine Kugelcharakteristik und sind damit anfällig für Umgebungsgeräusche sowie Rascheln der Kleidung.
  • Mikrofone mit Tischstativ haben diese Probleme oft nicht, man kann sich wegen des begrenzten Aufnahmefeldes (Nierencharakteristik ist das Fachwort) aber leicht aus dem idealen Bereich herausbewegen. Hier ist das Shure der vielbesungene Held des Segments, Du bekommst aber auch um die 50 Euro schon gute Qualität.
  • bleibt noch das Headset, das Kopfhörer und Mikrofon verbindet und unabhängig von Kopfbewegungen immer den idealen abstand zum Mund des Sprechers hält. Ideal für Menschen, die wenig Mikrofonerfahrung und noch weniger Mikrofondisziplin haben. :wink:

Adios! Jörn


#3

Moin!

Das Q2U ist ein USB-Mikrofon - das kannst Du direkt am PC anschließen - allerdings sinnvoll nur ein einziges. Mehrere USB-Soundgeräte am selben PC sorgen schnell für Ärger.
Der Bühnenklassiker SM-58 braucht dagegen ein Soundinterface mit Mikrofoneingang. Und da es auch günstige Soundinterfaces mit 2 oder 4 Mikroeingängen gibt (z.B. von Behringer), kann man entsprechend viele Mikros gleichzeitig aufnehmen. Eine billigere aber IMHO ähnlich gute Alternative zum Shure wäre ein Sennheiser e835.

Ansonsten was @schaarsen sagt.

Eine Ergänzung dazu noch: als weiteren Mikrotypen möchte ich (mal wieder) eine Lanze für das Nackenbügelmikro brechen. Ein Headset ohne Kopfhörer. Aber auch hier taugen nur Kondensatormikros mit Nieren-Charakteristik.


#4

Das SM58 ist ja nun mal als Bühnen-/Gesangsmikro konzipiert, wo es sich etwa gegen ein infernalisch lautes Schlagzeug abschirmen muss. Bedeutet: man muss normalerweise ziemlich Reinschreien, um einen guten Klang zu bekommen, oder aber man hat ein gutes Soundinterface mit tüchtig sauberem Gain der kein Rauschen mitbringt.
Ja es klingt sauber, aber für Podcasting in eher ruhiger Umgebung würde ich normalerweise eher in Richtung Großmembran-Kondensator gehen, da gibt es sehr günstig schon sehr gute, etwa

  • dagegen klingt ein SM58 ziemlich muffig. Ich habe hier ja mal einen großen Vergleich gemacht - da kann man das SM58 auch ganz schön im Vergleich zu Kondensator-Headsets (zu denen ich sowieso immer raten würde) hören:

#5

Ich habe die gleichen Gedanken wie Du gehabt, bezüglich eines billigen günstigen Setups für Interviews. Ich habs hinter dem Link im Detail beschrieben.


#6

Huch - den Text hatte ich noch gar nicht gelesen. Glückwunsch: das ist so ziemlich die umsichtigste Beschreibung dieses Setups die ich kenne, und auch die Mahnung am Ende, nicht gleich mit Remote anzufangen sondern erst mal mehr Routine lokal aufzubauen: goldrichtig.


#7

Wow, Leute, ihr seid großartig! Habt vielen lieben Dank. Ich glaube es wird das H6 mit dem t.bone SC 400. Werde mich noch ein bisschen vertiefen, aber das klingt vernünftig.


#8

Eine Frage hätte ich dann noch: Gibt es beim Kauf eines Mikrofonständers, den ich auf einem Tisch befestigen möchte, etwas zu beachten?


#9

Bei diesen Schwenkarmen am besten jeweils am Anfang und Ende der Federn ein Stück Gaffatape o.Ä. drumwickeln. Dann schwingen die nicht mehr so stark und es hört sich nicht an als hättest du ne Gitarre angeschlagen, wenn du mal was auf dem tragenden Tisch abstellst.