Suche Top Nackenbügel-Mikrophon ohne Kopfhörer


#1

Moinservus in die Runde. Ich bin auf der Suche nach einem Top-Nackenbügler, wahrscheinlich eher Kondensator, Einsatz via XLR am Zoom H6. Soll einfach und bequem sitzen, kein allzu zu intimes “Rumfummeln” beim Interviewpartner erfordern. Klingt komisch, ist aber so :slight_smile:

Aktuell habe ich die JustIn Earmics im Einsatz, die für den Preis einen unerhört sauberen, fetten Klang haben.
https://www.justmusic.de/de-de/pa-licht/mikrofone/kopfbuegelmikrofone/150812/jm-06-a-mini-earmic.html
Das Ohrgefummele ist aber immer ein spannender Moment im Interview-Prepping, und führt meist zu einem besonderen “Rapport” zwischen uns und dem Interviewee :slight_smile:

Noch ein Anhaltspunkt: Dient dann als Ersatz für die Procaster, denn meine Interviewees kloppen gern auf der Tischplatte rum… :-/

Habt ihr was?


#2

Ja. :grimacing:
Es wäre sinnvoll, wenn Du etwas zu deinem Budget (zumindet im gewissen Rahmen) sagen könntest, und um wie viele Headsets es in diesem Rahmen geht.


#3

Sry, gern: Max 400 € pro Headset, 4 Headsets


#4

Okay, dann ist DPA schon mal definitiv raus.
Countryman wäre gerade so an der Grenze, da habe ich allerdings keine Erfahrung mit - genausowenig wie mit den Teilen von Røde.

Ich habe mal mit einem Sennheiser HSP4 gearbeitet - geiles Teil! -, aber auch das sprengt das Budget. Sie haben aber offenbar jetzt auch Headsets um die 300 Euronen, allerdings fehlt mir hier die Erfahrung.

Du wirst auch immer noch den Adapterstecker auf XLR mit einkalkulieren müssen; meist herstellerspezifisch und natürlich mit der Reduzierung der Phantomspeisung auf Speisespannung.
Bei Sennheiser z.B. wäre es dieses Teil hier (ja, ich weiß, dass der teuer ist):
https://de-de.sennheiser.com/mza-900-p

Wird dann vermutlich doch so in die Richtung Røde HS2 mit VXLR+ gehen…


#5

Wenn du die HSP2 und Konsorten meinst - kann man vergessen wenn man was vernünftiges sucht. HSP4 hingegen - mit die beste Wahl.
Wenn du das neuere HSP Essential meinst - für Theater o.Ä. ok - für Podcast ungeeignet da omnidirektional.


#6

Ich selber würde aus eigener Erfahrung das beyerdynamic TG-H34c empfehlen wollen: praxistaugliches Kondensator-Nackenbügelmikro für unter 100,- € incl. Adapter für XLR mit Phantomspannung.
Mein Vergleich mit den Standard-Podcast-Headsets findet sich unter Headset-Vergleich - DT-297 vs. HSC-271 vs. H34c


#7

Da brauche ich mal eine Hilfestellung: Was ist das Problem beim Einsatz von Mikrofonen mit der Richtcharakteristik “Kugel” beim Podcast - speziell an Headsets?
Wir reden hier ja nicht über den Bühneneinsatz mit Monitoring etc., das verwirrt mich jetzt etwas.

Ich hatte mich an anderer Stelle schon mal über den (vermeintlich) bevorzugten bzw. empfohlenen Einsatz von Supernieren hier im Sendegate gewundert. Und jetzt: Bloß keine Kugel am Headset?

Nachdem ich mittlerweile durch alle Fallen von Bühnen-Situationen und Beschallung gestolpert bin sowie aus dem Broadcast-Bereich neue Welten bei der Mikrofon-Abnahme kennenlernen durfte, verwirren mich die Podcast-Anforderungen, die ich hier so lese, doch sehr.
Dabei dachte ich bislang, dass nach meinen bisherigen Erfahrungen die Podcast-Welt nicht so arg komplex sein kann. Ihr müsstet mich da echt mal erden und neu ausrichten.

Hätte mich jetzt also jemand gefragt, ob ein Nackenbügel-Headset mit Kugel-Charakteristik für den Anwendungszweck geeignet wäre, hätte ich unumwunden und aus vollem Herzen “Ja” gesagt.
Ich liege offenbar falsch. Darf ich hinzulernen, bitte?


#8

Ein Problem ist Raumklang und Geräusche (wie z.B. der PC-Lüfter, die Straße durch’s Fenster), die bei der Kugel deutlich stärker aufgenommen werden. Das gilt auch für die Gesprächspartner, deren Gespräch mit in die Kanäle aller anderen mit einstreut.

Bei Kugelcharakteristik wird ein sauberes Signal mit zunehmender Anzahl an Gesprächspartnern und von Umgebungsgeräuschen damit zunehmend schwierig. Ein gerichtetes Mikrofon (Niere) hilft dann schon mal einiges, solche “Fremdgeräusche” schon bei der Aufnahme zu unterdrücken.

In akustisch sauberer Umgebung und für 1-2 Gesprächspartner dürfte sich kein wirklicher Unterschied zwischen Kugel und Niere ergeben - bei lauteren oder halligeren Umgebungen oder einem größeren Team (insbesondere wenn die Leute gerne durcheinanderquatschen) hat die Niere dann sehr merkbar Vorteile.

Bei Handmikrofonen gilt der Unterschied analog - aber warum sind Reportermikros dann oft “Kugel”? Denn eine “Niere” hat doch den Vorteil einer Richtwirkung und der Unterdrückung von Nebengeräuschen?
Ganz einfach: wenn man O-Töne von vorbeilaufenden Gästen/Opfern erhaschen will, dann ist es blöd wenn man als Reporter am Mund des Interviewziels “vorbeizielt” oder sonst “daneben” liegt. Dann ist der O-Ton weg. Der Richtwirkung der Niere sei Dank. Denn nur wenn der Interviewpartner dagegen hilflos still sitzt UND(!) der Reporter Erfahrung mit Mikroausrichtung hat, dann (und nur dann) ist die Niere wieder im Vorteil.

Bei Headsets ist die Ausrichtung dagegen einfach und vorgegeben, denn das Headset passt normalerweise nur in einer einzigen Richtung an den Kopf, und damit zeigt das Mikro dann schon weitgehend automatisch in die richtige Richtung. Damit kann wieder die Niere ihre Vorteile der Umgebungsgeräuschunterdrückung ausspielen.

Und warum dann “Kugel” im Theater oder Musical? Gerade beim Musical sind diese Dinger doch besonders blöd, weil die besser als alle anderen in Monitorboxen rückkoppeln?
Stimmt. Aber bei beiden wird eher selten ein klassisches Headset genutzt, sondern das Mikro wird irgendwo mehr oder weniger “versteckt”: auf der Stirn im Haaransatz (so manches “Bindi” ist bei näherem Hinsehen ein Mikro), auf die Wange geklebt, im Bart, …
Und dann ist’s halt Essig mit einer akustisch motivierten Ausrichtung.
Die (halbwegs) versteckt Positionierung ist beim visuellen Medium Bühne halt wichtiger als der sauberere Klang. Letzterer kann bei einem fleißigen Mixer aufgrund der stets gleichen Abläufe dann auch besser ausgepegelt werden als beim einmaligen Interview/Gespräch.