Zoom H6 + Live-PA?


#1

Hallo zusammen, hat hier jemand Erfahrung mit dem H6 für Live-Podcasts? Genauer gesagt: Ist der Line-Out geeignet für den Anschluss an einen Mixer mit Lautsprechern?


#2

Jein. Das rauscht dann doch eher ein wenig - vor allem aber ist der eingebaute Mixer echt grottig und alles andere als im Livebetrieb nutzbar. Also, wenn nur 1 Mikro darüber läuft, ok. Aber mehr, das wird echt unbedienbar.

Besser eine der beiden folgenden Varianten

  • eine Mixer-Komplettlösung (Zoom L12, A&H Qu16)
  • ein (analoger) Mixer für den Live-Mix mit Insert/DI-Out je Kanal, in letztere werden dann die Aufnahmekabel gestöpselt

#3

Danke dafür. Ich hatte auch ein Auge auf den A&H Zedi10 geworfen, der dann wohl besser passt. Für den großen Zoom-Mixer reicht das Budget leider nicht.


#4

Interessantes Kompaktpult, das ich bislang nicht auf dem Schirm hatte. Für so ein günstiges Gerät ist ein 4/4-Interface mal was neues - wenn es auch nur eingeschränkte Routing-Optionen aufweist.
Sollte man generell mal im Hinterkopf behalten. In der Preisklasse offenbar tatsächlich ein Highlight.

Generell sollte bei solchen Vorhaben grundsätzlich der Signalweg lauten:
Mikrofone der Gesprächsteilnehmer > Live-Mixer > (1) PA > (2) Aufnahme.
(Monitoring lasse ich aus Vereinfachungsgründen unbeschrieben).

Das Problem hierbei ist die Mehrspur-Aufnahme, die bislang in aller Regel nicht zur Verfügung steht (schließlich wird ja auf dem Live-Mixer schon ein sauberes Ergebnis erzeugt).

In der analogen Welt würde man ein paar Aux-Wege (pre) opfern und diese dann an ein H6 anschließen; das halte ich auch heute noch für den besten Weg. Selbst an digitalen Pulten würde ich immer noch diese Option wählen.


#5

Die beiden von mir genannten Komplettlösungs-Mixer (L12, Qu16) können sowohl gleichzeitig jeden Kanal per USB-Interface aufnehmen, als auch parallel direkt auf ein USB-Massenspeichergerät aufnehmen.
Die Aufnahmen per Insert/DirectOut (zusätzlich zur Aufnahme des Stereo-Mixes) haben den Vorteil, dass da keinerlei Bearbeitung 'drauf ist. Ansonsten ist die Nutzung von Aux-Wegen natürlich eine Möglichkeit. Dummerweise haben viele Mixer viel zu wenige Aux-Wege.


#6

Ideal ist es nicht, tut aber. Voraussetzung ist, dass der Veranstaltungsraum auch für Vorträge gedacht ist. Sonst kann es schwierig werden mit dem 3,5mm Klinkenstecker die PA zu bespielen.

Wenn ich mir Ausrüstung für Bühnenpodcasting kaufen würde, würde ich zum L12 tendieren. Da ich den H6 aber schon habe und er Bestandteil meines mobilen Studios ist, setze ich ihn aber auf Reisen auch zum Bühnenpodcasting ein. Das geht durchaus. Die Bühnentechniker sind manchmal verwundert, dass du ihnen einen Stereodownmix geben willst. Ein Satz Adapter/Kabel-Satz für 3,5mm-Stereo-Klinke auf 2x Chinch oder so, schadet nicht.


#7

Danke dir, Johannes! Du hast natürlich Recht damit, dass sachgerechtes Equipment immer am besten ist. Aber deine Erfahrung scheint ja zu zeigen, dass es notfalls auch mal so geht. Das ist bei mir ähnlich. Ein L12 ist budgetmäßig nicht drin, und auch einfach zu groß für mich. Der H6 ist eigentlich für mich ideal, da so vielseitig (und auch als USB-Interface einsetzbar).
Adapter, Kabel etc. würde ich natürlich mitbringen. In meinem Fall ist die Location eh auch recht klein.


#8

Statt des A&H Zedi10 würde ich im selben Preisrahmen eher zu einem Soundcraft EPM 6 bzw. dem nächstgrößeren EPM 8 oder auch dem Mackie ProDX12v2 raten: dort dann den Live-Mix machen, und für den Podcast dann neben dem Stereo-Livemix (vor! Saal-Equalizer) die einzelnen Mikrospuren per Insert einzeln abgreifen und im H6 aufnehmen. Dann hat man nachher immer noch alle Möglichkeiten, selbst wenn man den Saalmix mal versemmelt.

Der Trick bei der Technik sind halt: Live-Mixer mit entsprechenden Insert/DI-Out. Solche Buchsen sind bei größeren Live-Mixern Standard, aber gerade bei den Kleineren eher selten.

Bei der Behelfslösung sollte man aber im Auge behalten, dass das L12 “nur” knapp 500,- und damit gerade mal doppelt so viel kostet.

Ach ja: wenn das A&H, dann will man das ZED-10 wegen des (Stereo-) Record-Routings, nicht aber das ZED_i-10 (ohne). Allerdings haben beide keine Insert/DirectOut Buchsen.


#9

Nun gut - trotzdem musst du Dich nach der - vermutlich von der Location gestellten - PA richten. Es sei denn, Du stellst sie selber (z.B. vom örtlichen Verleiher geholt) oder lässt sie stellen.

Bei einer kleinen Location kannst Du, sofern Du es beeinflussen kannst, den Signalweg übrigens, entgegen meines ersten Rats, tatsächlich variieren. Wenn dort nämlich ein Paar (amtlicher) Aktivboxen am Start ist, kannst Du aus dem Zoom heraus per Miniklinke bzw. Adapterkabel Miniklinke auf RCA (aka Cinch) direkt in die Aktivbox gehen.
Der Rest ist eine Frage der Kabellänge.

Ach so: Es wäre natürlich von Vorteil, wenn Zoom und PA im selben Stromkreis operieren würden. Normalerweise kein Problem, aber manchmal gibt es ausgerechnet dort Ärger, wo man ihn nicht erwartet.

[OT]
@vtanger Ich hatte mal das Vergnügen, ein kleines QSC Touchmix einzurichten. Geiles Teil! Sogar mit der Option der Mehrspuraufnahme auf einen Stick oder ein FAT32-USB HDD. Ich fürchte aber, dass diese Aufnahme nicht zur Weiterbearbeitung mit einer DAW geeignet ist. Das wäre nämlich das Sahnehäubchen.


#10

Das heißt, über die USB-Schnittstelle schickt der Zedi10 kein trockenes Signal, sondern das mit EQ/FX?


#11

Ooooh! Wait! Das ZED i 10 ist doch gar nicht so schlecht - wenn man es STATT des H6+Mixer nimmt.

Beim ZED-ohne-i-10 kann Kanäle einzeln auf einen separaten Record-Bus legen. Damit lassen sich dann ohne Verrenkungen schicke N-1 Schalten bauen. So etwas möchte man für die Kombi mit einem Aufnahmegerät (wie dem H6) haben.

Das ZEDi-mit-i-10 hat dagegen ein 4+4 USB-Interface, das die 4 Mikrokanäle unabhängig vom Mix (oder 2 Mikrokanäle plus diverse Mixvarianten) abdeckt.
Wenn man sich den TechnicalDatasheet auf der A&H ZEDI-10 Homepage anschaut, dann kann man auf dem Blockschaltbild sehen, dass die USB-Signale Pre-Fader und whalweise pre/post EQ sind (default Pre-EQ), also noch ohne Effekte und damit sauber - wie man es haben will.

Verdammt, jetzt steckt mir ein neues Interface in der Nase…
;-/

TL;DR:
wenn mit externem Recorder dann das OHNE-i,
aber wenn solo am PC dann MIT-i


#12

Uff. Der Trick beim Live-Mix ist, dass man da auch mal schnell was regeln können muss.
Also SCHNELL. Wenn’s beispielsweise anfängt rückzukoppeln.
So im Sinne von ErstMalFaderRunterreißenUndErstDannSchauen-HinhechtUndREISS-Schnell.

Oder dezent nebenbei etwas nachjustieren - so nur kurz den richtigen Knopf ausgesucht und dann weitergemacht und ohne hinzugucken nachgeregelt.

Beides geht beim H6 nicht. Da ist das “Mixen” eher örks-umständlich 'rumzumenüen. Der H6 ist schlicht garüberhaupt nicht für Live-Mix gemacht. Eigentlich sogar für gar keinen Mix. So nur für das Weil-muss-auf-der-Featureliste-stehen und das allerallerallernotwendigminimalste KommtDaÜberhauptWasAn-Monitoring.

Wenn man sich schon einen Mixer zulegt, dann ist das ZED i 10 als Kombi aus Mixer und Audiointerface gar nicht mal so übel von der Featureliste her. Und vor allem ist das ein “echter”, livetauglicher Mixer.
Für die Aufnahmen braucht man dann halt noch einen Laptop mit Mehrspuraufnahmentauglicher DAW.


#13

Ganz großen Dank für diesen Nachtrag! Damit herrscht bei mir jetzt auch Klarheit. Nun muss ich wohl doch den bereits vor einer Weile für Live-Sachen angeschafften Behringer Q1202 USB wieder loswerden :wink:


#14

Da gibt’s doch was von Ultraschall™ :wink:


#15

Das meinte ich im Unterschied zum L12 (oder Qu16) die das alleine können.
:wink: