Zoom H4n Pro versus Zoom H6


#1

habt ihr eien Tipp. Welches Gerät ist zum Podcasten am besten? Was damit gemacht werden soll?

  • Podcasts in Top-Qualität aufnehmen, eben auch mobil von Messen oder anderen Plätzen
  • Interviews
  • Nehme meist direkt auch zu Hause damit die Podcast auf und bearbeite sie dann.

Aktuell habe ich das Zoom H4N - ist der Unterschied hier wirklich noch mal spürbar hörbar?

Was meint ihr?


Zoom H4n mit Ultraschall für EInzelpodcasta und Gruppenpodcasts?
#2

Das H4n Pro kann am ehestens mit dem H5 verglichen werden. (H4, H4n & H4n Pro sind drei verschiedene Geräte.) Besonders die Pro-Version ist dem H5 ähnlich.
Für die von dir gelisteten Punkte sollte kein Unterschied hörbar sein. Das H6 punktet nicht mit besserer Audioqualität, dafür mit mehr Flexibilität: Mehr Eingänge & wechselbare Aufsätze. Die Audioqualität wird mehr durch die angehängten Mikrofone, die Aufnahme(technik) & die Umgebung bestimmt.

Wenn du wirklich fast immer zu Hause / stationär aufnimmst, kann zu einem günstigeren Audio Interface geraten werden. Aber auch hier nicht aus Qualitätsgründen; eher, um mehr Eingänge zur Hand zu haben - falls das gewünscht ist. Bei den ZOOMs zahlt man halt für die Mobilität.

Die Frage ist also: Brauchst Du mehr Eingänge?

  • Ja -> H6 oder Audio Interface mit mehr Eingängen
  • Nein -> beim H4 bleiben

#3

Komme meist mit den zwi Eingängen für das externe Mikrofon hin. Frage ist, welches Mikrofon kann ich günstig und gut auch für unterwegs mitnehmen? Hast du hier eine EMpfehlung?


#4

Ich empfehle für günstig, gut & unterwegs das Sennheiser e835.

Hier wurde neulich auch ein XLR-Mikrofon für den mobilen Einsatz gesucht:


Entsprechend gibt’s da weitere Meinungen & Empfehlungen, die auch für dich passen könnten.


#5

Stimme @Joey hier vollkommen zu.
Da Du auch von “Interviews auf Messen” geschrieben hast, rate ich eher zum H4/n/Pro, allein schon vom Handling & Gewicht her. Das H6 bringt unter diesem Aspekt keine höhere Effizienz.

Ich habe ein H5 und dafür mein H4 der ersten Generation verkauft. Die Entscheidung fiel damals gegen das H4n, weil es im direkten Vergleich zum H5 einfach zu klobig und unhandlich wirkte.

Wie problemfrei das Senni e835 in einer höllisch miserablen akustischen Umgebung am Zoom H5 arbeitet, kannst Du hier hören (der Einsprecher natürlich nicht, und vergiss mal den Inhalt, achte nur auf die Qualität).
Einmal vorher gecheckt, und danach nur noch stichprobenweise auf den Pegel geschaut. Nachbearbeitung fast gar nicht nötig.


#6

Danke euch. Es nervt ich einfach nur, dass der Batteriedeckelö beim Zoom H4n so locker sitzt und man diesen so gut wie nicht mehr schließen kann


#7

ProTipp: Beim Techniker / Stagehand Deines Vertrauens mal nach amtlichem Zumbelband (nein, in dem Fall ausnahmsweise kein Gaffa!) fragen und immer 'ne Rolle davon in der Tasche haben. Gibt es auch in Truss-Grau, also passend für den H4. :wink:

Jetzt kommt gleich der Einwand, das sei doch das gleiche wie simples Isolierband.
Antwort aus meiner Praxis: Ja und Nein. Der Billigkram geht unter Umständen leichter ab und schmiert dann auch noch eklig (wer schon mal Kabel an Stativen, Distanzstangen oder in der Truss damit befestigt und auch wieder gelöst hat, weiß, wovon ich schreibe). Musst Du für Dich selber herausfinden - Du wirst Dein Zoom schließlich in der Hand halten müssen.

Warum kein Gaffa?
Auch hier helfen erfahrene Stagehands weiter: Gaffa ist ein Gewebe-Klebeband und hinterlässt auf längere Zeit gesehen schneller Spuren als Zumbel. Zumal 'ne Rolle Zumbel einfacher in die Tasche passt als Gaffa… :wink:

Welches Du nehmen sollst? Nein, hier wird es keine Empfehlungen geben. Aber zwei höchst persönliche Ausschlusskriterien:

  1. Nicht alles, was in diversen Online-Shops angeboten wird, muss automatisch gut sein. Mein bevorzugtes Zumbel haben die klassischen Online-Lieferanten gar nicht im Shop, obwohl es von einem namhaften Hersteller vertrieben wird, der sonst sehr häufig gelistet ist. Nur eben damit nicht.

  2. Von “meinen” Baustellen schmeiße ich mittlerweile jeden runter, der mit Material ankommt, das mit “Tesa” beginnt. Die Jungs können bestimmte Tapes sicher hervorragend, aber nicht in meiner Branche. Oder würdest Du das Batteriefach Deines H4 mit Paketklebeband verschließen?
    Gut gemeinter Rat: Versuch’s erst gar nicht…
    Veranstaltungstechnik (und Recording gehört im weitesten Sinne mit dazu) ist nicht gerade die Kernkompetenz von Tesa - da waren andere schneller und sind auch besser aufgestellt. Sorry an Beiersdorf…


#8

Huch… Ich wusste nicht, dass man sich zu Klebeband so viele Gedanken machen kann. :sweat_smile:


#9

Spätestens, wenn Du Klebereste vom falschen Tape an Deiner Hand hast, in der Du eben noch das Zoom gehalten hast und Du jetzt mal schnell mal die Hand Deines nächsten Interviewpartners schütteln möchtest, kommt dieses blöde “Ach hätte ich doch nur…” :stuck_out_tongue:

Kann man vermeiden.


#10

Danke für den Zumbelband Tipp :wink: Kannte ich gar nicht … .


#11

Gerade eine solche Empfehlung wäre jetzt hier aber sehr wertvoll? Die Leute haben ja immer noch das Recht der freien Entscheidung und können was anderes kaufen.

Nur 90% der LeserInnen hier haben keine Bekannten aus dem Stage-Bereich und sitzen jetzt da: “was soll ich jetzt nehmen?”


#12

Wenn Du es wünscht, sicher gerne. Auch wenn ich in dem Fall auch nur das sagen kann, was ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und für meine Zwecke bevorzuge.

Mir ist bewusst, dass in einem Board ausgesprochene pro / cons nicht immer von der Meinungsfreiheit gedeckt sind und Forenbetreiber so schnell in eine Haftungsfalle geraten können. Das will ich natürlich vermeiden.

Hinzu kommt, dass - am Beispiel von Gaffa - die Meinungen sehr weit auseinandergehen können. So benutzen Kollegen von mir - allerdings nicht in der Audiotechnik - ein Tape, das ich nie an meine Kabel lassen würde. Für ihre Zwecke ist es jedoch gut geeignet.
So ist es auch mit meiner Tesa-Abneigung. Wie ich schon schrub™: Die Jungs können sicher gute Tapes, aber nicht für diesen Anwendungsfall.

Ich habe schon Kabel weggeworfen (nein, nicht mehr geputzt), die mit so genanntem “Panzertape” vergewaltigt wurden. Umgekehrt haben Kollegen das von mir benutzte Gaffa abgelehnt, weil [xyz].

Daher mein allgemein gehaltener Rat, nicht gleich das erste Zumbel oder Isolierband zu nehmen, wenn man nicht ständig seinen Recorder schrubben möchte (was ich im Lager mit Stativen schon machen musste).

Die bislang besten Erfahrungen habe ich mit Advance Tape gemacht. Eine Rolle davon hängt im Job immer an meinem Gürtel. :sunglasses:


#13

Wenn ich 2 Mikrofone für Unrerwegspodcasting anschließen will reicht dann der Zoom H4n Pro und welche Mikros wären zu empfehlen?


#14

Hi Jenny,

Uli hat im Thread bereits das Sennheiser E835 empfohlen. Am H4N Pro keine schlechte Wahl, da es
a) Gut klingt, mit 90-100 Eur nicht die Welt kostet und einfach handzuhaben ist
b) Dynamisch ist und nicht den Recorder so schnell leer saugt (der H4N Pro hat ja nicht so die tolle Akkulaufzeit im Vergleich zu H5 und H6)
c) Ziemlich genügsam ist bzgl. Gain. Da nimmst Du auch problemlos rauschfrei auf mit den neueren Zoom PreAmps

Alternative wäre evtl. das Behringer XM8500 als brauchbare Billigalternative. Klar klingende (nicht mumpfig wie das SM58) Alternativen wären ein Lewitt MTP 250 DM bzw. das MTP 550 DM (letzteres klingt sehr klar und offen, wiegt aber ein bisschen mehr). Preislich ist gerade das 250 in einer ähnlichen Liga wie das 835, das 550 liegt bei 129 UVP. Beide brauchen auch mehr Gain, sollte aber noch passen.

Beim Behringer bin ich nicht sicher, aber das Sennheiser und die Lewitts sind durchaus auch vom Hersteller für Sprache und nicht nur Gesang empfohlen und leicht vom Handling (es gibt genug preiswerte Mikros, die etwas zickig sind bzgl. Handgeräuschen usw.)


#15

Das Sennheiser e835 hat zudem den Vorteil, einen nicht so stark ausgeprägten Nahbesprechungseffekt zu haben wie das Shure SM58. Wenn man letzteres sehr nah an den Mund hält, dann wird die Stimme basslastiger/dröhniger. Je nach Musikrichtung durchaus mal erwünscht, aber nicht so toll, wenn sich beim Interview von Leuten mit fehlender Mikrofonerfahrung die Stimme mit schwankendem Mikroabstand dauernd ändert.