Podcasten mit Nackenbügelmikrofonen?

Hallo,

ich bin derzeit auf der Suche einem okayen Mikrofon-Setup für unseren Podcast (Analog & Ehrlich) und habe zumindest nach der bisherigen Recherche den Eindruck, dass Headsets erst ab ca. 200 Euro wirklich passabel klingen, was aber natürlich für ein Freizeitprojekt mit drei Personen im Anfangsstadium deutlich zuviel wäre. Im (gefühlten) Niemandsland für Headsets, nämlich der Preisklasse 90-150 Euro, bin ich jetzt auf diverse Nackenbügelmodelle, u.a. Beyerdynamic TG H54C gestoßen und frage mich warum diese im Podcasting keine Rolle zu spielen scheinen.

Hat jemand mit solchen Modellen schon Erfahrungen gemacht und gibt es Gründe, die gegen einen solchen Versuch sprechen? Reguläre, feststehende Mikrofone kommen für uns nicht in Frage, da nicht alle Beteiligten genügend Mikrofondisziplin wahren können :wink:

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Hallo,

wir benutzen seit einiger Zeit das IMG Stageline Ultraleichtes Headset-Mikrofon HSE-150A/SK uns sind bisher sehr zufrieden.
Sie sind sehr leicht und tragen sich sehr angenehm. Ein weiterer Vorteil ist, dass nicht jeder gezwungen ist einen Kopfhörer zu tragen, da einige keinen Monitor haben wollen.
Außerdem ist die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt und nach kurzer Zeit bemerkt man die Mikrofone nicht mehr.

Ein Nachteil ist, dass wir für den Anschluss an unser FOCUSRITE SCARLETT 6I6 Audio USB Interface noch eine extra Phantomspeisung benötigen.

Ohhh, super Thema. Wir nehmen unseren Podcast http://erfolgsfans.com mit den http://www.thomann.de/de/the_tbone_hc_95.htm Mikros auf.
Das klappt eigentlich ganz gut. Die Qualität ist nicht schlecht aber auch nicht richtig gut.

Klingt das IMG Stageline oder das Beyerdynamic merklich besser?

LG

oha, die haben wir auch. Aber eigentlich keine Ahnung, wie man die richtig aufsetzen soll. Bei mir rutschen die immer…Qualität is okay. Ich hatte einfach keinen Bock, jedes Mal die schweren Kondensatormikrophone mitzuschleppen, wenn ich zu unserem “aussenstudio” nach Berlin gefahren bin. Eigentlicher Anlaß war aber ein Podcast vor livepublikum, für den wir einfach Kopffreiheit brauchten…

Die sollten bombenfest sitzen. Wir haben hintendran den gummi sogar fast ganz weg gemacht weil die zu fest waren :slight_smile:

Also, die IMG Stageline sitzen sehr gut, welche jetzt besser klingen ist, glaube ich, Geschmackssache.
Hör doch mal in die Folge 007 von eGovernment-Podcast rein, da kannst du dir ein Bild machen. (der Skype-Gast ist natürlich qualiativ schlechter).

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Ich nutze auch die Headsets von Thomann in Verbindung mit einem Behringer U-PHORIA UMC 404 und bin damit sehr zufrieden

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Ich verwende ebenfalls das IMG Stageline Ultraleichtes Headset-Mikrofon HSE-150A/SK und bin super zufrieden damit. Ich habe es manchmal sogar auch mobil im Einsatz mit dem iRigpre. Es war erschwinglich, das kleine “Behringer” hatte ich eh schon und die Qualität lässt nichts zu wünschen übrig.
VG
Heike

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Ist das auch das Mikrofon welches du aktuell in deinem Podcast verwendest? Ich finde die Qualität sehr akzeptabel!

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Das ist unterschiedlich, aber ich meine die letzten beiden sind auf jeden Fall mit diesem Setup aufgenommen ja. Aber :wink: - ich muss dazu ergänzen, sie sind mit dem iPhone + iRigpre + Adapter + dem Nackenbügel-Mic aufgenommen. Ich finde das Teil super und verwende es auch für meine Google-Hangouts. Dann natürlich am Rechner und zusammen mit dem kleinen Behringer-Mischpult.

Wir benutzen, wenn wir einen Gast haben, auch das TG54C in Kombination mit einem 0815-Billo-Kopfhörer. Ohne Gast verwenden wir die 797er Headsets. Davon haben wir zwei. Ein drittes war uns bis jetzt zu teuer und das TG54C hatten wir eh noch für Bühnenanwendung.

Vorteile des TG54C:

  • optisch bühnentauglicher als die “Pilotenheadsets”

  • kostengünstiger (wenn während der Aufnahme keine allzu gute Tonqualitägebraucht wird)

  • kleiner und leichter für mobilen Einsatz

Nachteile:

  • blöd in der Handhabung

  • weniger robust

Wir haben uns eine alternative “zusammenmodifiziert”.
Bei Thomann ein Superlux HMC 660 X Headset und allseits bekannte t.bone HC 95 Kopfbügelmikrofon bestellt. Die Mikrofonkapsel des HC 95 passt genau in den Boom des HMC 660X.

Das ganze betreiben wir ohne Phantomspeiseadapter direkt an 48V Phantomspeisung, was meiner Meinung nach den Klang der HC 95 Kapsel verbessert. (etwas mehr Höhen und brillianz, marginal stärkeres Rauschen)

Damit haben wir für rund 70€ und drei Löstellen eine sehr passable
Lösung gefunden. Die Umbauarbeiten sind den Headsets nicht anzusehen.

Mittlerweile haben wir 3 von diesen modifizierten Headsets im Gebrauch.

Man hört sich!
Armin

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Hi Armin,

das heißt, dass die HMC 660er nicht so gut sind, wie die HC 95?
Hört der durchschnittliche Hörer einen Unterschied, wenn es u. U. nicht Hörer sind, die sich mit Audio-Recording befassen?
Und könnte man dem Unterschied evtl. mittels EQ-Eingriff entgegen wirken?

So, lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe das HMC 660 X eben beim “t” geklickt. Klangbeispiele werde ich hier einstellen, sobald ich dazu komme.

Grüße!
Hendrik

Hm, das klingt: clever! Probiere ich vielleicht auch mal aus und mache eine Modding-Foto-Serie.

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Die klanglichen Eigenschaften der Mikrofonkapseln bei den Superlux Headsets sind im Prinzip auf allen Rezensionen bei Thomann eher bescheiden.
Ich kann hier nur für mich Sprechen und das wiedergeben, was ich ausprobiert habe:

  • Superlux HMD 660 E (dynamische Mirkorofkapsel)
    Hier war für mich der Klang schlecht und der Pegel schlicht zu niedrig. Benötigt ergo einen hohen Gain, was wiederum zu nicht unerheblichem Rauschen führt. Weiterhin ist das Mikrofonkabel “nur” mit einem 3,5mm Klinkenstecker ausgerüstet, was, um an ein adäquates Interface andocken zu können, wiederum eine Adaption benötigt.

  • Superlux HMC 660 X (Kondensator Electret Mikrofonkapsel)
    Die benötigte Phantomspeisung Phantomspeisung ist mit 1,5 - 9V angegeben, was das angepriesene Kondensatormikrofon eben “nur” als Electret outet. Das Mikrofonkabel hat aber eine XLR Stecker. Betreibt man dieses Mikrofon nun direkt an 48V, rauscht es so stark, dass die Nachbearbeitung ganz schön zupacken muss um eine einigermaßen erträgliche Qualität zu erlangen. Falls ich hier nur mit der angegebenen Phantomspeisung arbeiten möchte muss ich wieder adaptieren.

Fazit für mich:
Ich finde die Headsets der 660er Serie von der Mechanik, Komfort, Kabel, Kopfhörerlautsprecher und Tragekomfort her sehr gut. Die Mikrofone passen klanglich, oder in der Konfiguration (Phantomspeiselevel) nicht zu meiner anderen Hardware.
Durch den Umbau, d.h. Einbau der Mikrofonkapseln des HC95 ist’s für mich 1A mit Sternchen.
Unterm Strich schlägt das fertig umgebaute Headset mit 68€ zu buche und bietet für unseren Anwendungsfall eine Alternative die sich nicht professionellen Endprodukten verstecken muss.

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Hi Armin,

danke für die ausführliche Beschreibung. Da wir die HC95 ja bereits haben, werde ich nach den Klangbeispielen vermutlich das 660 X umlöten, wie Du empfiehlst.

Gruß, Hendrik

Zur Info: ich habe zwischenzeitlich mal das https://www.thomann.de/de/beyerdynamic_tg_h54c.htm evaluiert. Mit 1,5m Kabellänge relativ nah am Mischpult kleben zu müssen, der Notwendigkeit eines zusätzlich erforderlichen Phantomspeiseadapters (ca. 40€) und keiner aus meiner Sicht guten Resistenz gegen Popp-/Atemgeräusche ließen mich davon absehen, mit diesem relativ teuren Setup einen Podcast für drei Leute auszustatten.

Preis-/Leistungsmäßig sind wir mit einem klassischen Mikro (t.bone SC400) ziemlich zufrieden.

Guten Abend zusammen,

das HMC 660 X ist mittlerweile angekommen. Kurzum: das Mikro ist an 48 V Phantomspeisung nicht verwenbar. Bis der Sprachpegel per Gain ausreicht, ist das Rauschen unerträglich!

Ich werde die kommende Sendung wieder mit dem HC 95 aufnehmen und dann das Umlöten probieren. Die Haptik ist m. E. für den Preis deutlich besser, als man erwarten darf. Natürlich kein Sennheiser-Level, ist klar.

Wenn das Umlöten problemlos klappt, ist das für mich auch die beste Preisalternative zu den teuren Profi-Headsets.

Viele Grüße, Hendrik

Ich habe mir jetzt mal den “kleinen Bruder” des Sennheisers geholt, der im Set mit XLR-Phantomspeiseadapter trotzdem nur 2stellige Euronen kostet. Gar nicht schlecht…
Vergleich mit einem Shure SM58

Dass die Headsets so kurze Kabel haben, liegt daran, dass die für Gürtelsender bzw. in den Gürtel eingeklemmte Speiseadapter gebaut sind. Ab Gürtel wird dann Funk oder ein solides, bühnentaugliches und trittfestes Mikrofonkabel verwendet. Und dann ist zwischen Headseit und Stecker alles über 1,50m zu lang. Aber da die Adapter mit XLR-Stecker kommen, kann man ja beliebig Kabel zwischen Speiseadapter und klemmen. Wenn die Adapter gescheit aufgebaut sind, dann liefern die auch ein symmetrisches Signal, und die Kabellänge zwischen Speiseadapter und Mixer ist dann fast egal (“fast” bedeutet hier: irgendwann über 100m wird auch das dann zunehmend frickelig).