Multitrack Recording mit dem neuen iPad Pro (2018)


#1

Liebe Gemeinde,

ich habe da mal ein neues iPad Pro (2018, 11 Zoll) erstanden und direkt mein Zoom H6 über den USB C - AV Multiport (USB-C, HDMI, USB A) angeschlossen und siehe da: es funktioniert! Ich habs ja nach der Präsentation nicht richtig glauben wollen… aber doch!

In fast allen Recording Programmen erkennt es das Zoom H6 - sogar als Multitrack Recorder (!) (sofern man das nach dem Anschliessen an das iPad und dem Start des H6 auswählt).

Mit folgenden Apps habe ich getestet:
Auphonic App, Just Press Record, Garage Band, Apple Voice Memo.

Ergebnisse:
Apple Voice Memo: stürzt ab. Kein Recording möglich. Aber dieses app ist sowieso noch so dermassen voller Fehler, hält man nicht aus.

Just Press Record: erkennt das H6, nimmt aber nur den ersten Kanal an, d.h. die erste der beiden Stereo-Kapseln, die oben aufgesteckt werden können. Andere Spuren (Software Kanal 2-6, Hardware Spur Y und 1-4) erkennt es nicht und lässt sich auch nicht auswählen. Multitrack Recording ist nicht vorgesehen.

Auphonic App: erkennt das H6, nimmt aber ebenfalls nur den ersten Kanal der Stereo-Kapseln. Es lassen sich keine weiteren auswählen oder erkennen. Multitrack Recording ist nicht vorgesehen. (Meines Wissens) @auphonic

Garage Band: erkennt das H6, und kann für jede Spur alle Spuren als Eingang wählen. Softwareseitig sogar, neben der Stereokapsel (Softwarekanal 1+2, Hardware Kanal L + R) auch Kanäle 3+4, oder 5+6 (Hardware Kanäle 1-4 auf dem Zoom H6) zu Stereo Spuren zusammenfassen. Multitrack Recording ist nur im Sinne von Stereospuren möglich. Mehrere Spuren können nicht gleichzeitig scharf gestellt werden. Also kein echtes Multitrack aber immerhin Stereo-Track, oder besser: Bi-Track Multitrack Recording geht - sogar mit dem Zoom L-12

FAZIT: Wir nähern uns unglaublichen mobilen Podcastlösungen! Müsste jemand noch ein App schreiben, die/das Multitrackrecording ermöglicht. müsste man nur etwa Ferrite kennen (edit, danke @auphonic und @rstockm)

Mich würde auch interessieren: Wen würden solche Mobile Recording Settings interessieren? Was wären weitere Anforderungen?

Im Namen des RSS, der Hardware und des guten Sounds, gehet hin und podcastet!

P.S.: auch getestet: Noteshelf 2, ich weiss, kein eigentliches Recordingprogramm, aber wenn jemand Vorlesungen oder ähnliches mitschneidet, vielleicht gut zu wissen, dass es das Zoom H6 auch unterstützt - ebenfalls allerdings nur eine der beiden X/Y Kapseln als Quelle, ohne Auswahlmöglichkeiten, meines Wissens.


Vorschläge für Aufnahmen am Smartphone
#2

Hast du mal Ferrite probiert? https://www.wooji-juice.com/products/ferrite/
Zumindest hat Ferrite multitrack editing, also da kann multitrack recording theoretisch nicht so schwierig sein zum Hinzufügen …


#3

+1 für Ferrite - damit habe ich schon auf dem iPad 2 Multitrack-Recording gemacht mit USB-Adapter und einem US-800 Interface.


#4

post geändert! danke für den hinweis auf ferrite. hatte ich vor langem einmal ausprobiert - und wieder vergessen.
aber noch mal anders: kann auphonic das nicht auch bestimmt vielleicht bald können?

weil, postproduction ist ja immer noch nicht das wahre auf iOS und ganz mobil podcasten wollte man dann vermutlich nicht ohne auphonic. wenn das easy als multitrack projekt zu auphonic kommen kann, wäre das doch spektakulär…


#5

Nein, wir werden in näherer Zukunft keine DAW für iOS entwickeln, das machen eh schon genug andere :wink:

Aber wenn du mit Ferrite aufnimmst, kannst du ja danach das fertige Recording zu Auphonic exportieren (einfach zu unserer App sharen oder manuell die Audiodatei über Dropbox/etc.) …


#6

Hm… Also erstens gibt es ja schon länger auch Windows Tablets, die sogar bessere DAWs betreiben können und damit “unglaublich mobil” sind und dann frage ich mich schon warum man denn unbedingt mit dem Tablet aufnehmen will wenn schon ein H6 in Einsatz ist? Denn die Bearbeitung wirst du ja dann doch nicht mit reiner Touchscreen Bedienung machen wollen, sobald du aber ein Keyboard hinzunimmst bist du in etwa so mobil wie mit einem Laptop…


#7

es geht mir nicht nur um die aufnahme, die auch mit dem H6 oder dem L-12 hervorragend erledigt werden kann. aber eben: postproduction ist nicht das wahre.

für einfache formate: ein, zwei, drei, vier, zehn menschen sprechen miteinander, keine (kaum) schnitte, intro, outro, zack fertig ist aber doch der ganze aufwand am pc schon gross und ich frag mich, ob wirklich nötig. ich denke, das wird sich doch in zukunft erledigen, oder?

mehr als ein iphone (oder eben iPad) sollte es für solche überschaubaren sachen nicht brauchen. sie sind schneller als die meisten rechner, haben den speicher, und es fehlt nur super komfortable software - bzw. gibt es schon, aber dann vll. nicht mit on board auto leveler, etc. - deswegen auphonic.

ich will also dafür gar nicht die riesen DAW (und noch viel weniger eine auf einem Windows Tablet! oh gott) sondern wirklich mobile lösung: aufnehmen, zwei drei klicks, hochladen, fertig (ohne dramatisch meine ansprüche runterzuschrauben).

klingt das unrealistisch?

DAWs werden ja noch immer ihre bedeutung behalten, alles anspruchsvolle lässt sich dort so viel besser machen… davon bin ich auch grosser fan.


#8

Das hat sich schon heute erledigt. Du pumpst das alles zu Auphonic wo Du ein Intro/Outro angehängt und den ganzen Krempel an den Host Deiner Wahl in dem Format Deiner Wahl bekommst.

Sobald Du aber mehr als 3 Schnitte machen willst brauchst Du eine ordentliche Tastatur, wirst ganz schnell am iPad eine Maus oder Trackpad vermissen und im Grunde einen Laptop emulieren.

Stellt sich die Frage warum Du dafür überhaupt eine Mutlikanal Aufnahme bräuchtest. Nimm am H6 auf, schicke den Stereomix an die Auphonic app und das macht dann den Rest. Bumsdi. Multikanalaufnahmen in einem Computer (ja, auch der iPad ist ein Computer, nur eben einer mit einem sehr eingeschränkten System) machen doch eigentlich nur Sinn wenn Du da dann auch entsprechendes Editing machen wilst. Und mein Punkt ist eben: Das Problem am iPad ist mitnichten fehlende Aufnahmesoftware sondern das sehr eingeschränkte Bedieninterface für eben komplexeres Editing…

siehe oben: Geht auch heute schon. Ich habe das schon von den verschiedensten Geräten aus gemacht. Wenn ich mobil sein will, dann nehme ich im Rekorder auf und wenn ich direkt weiterschicken will, dann eben über die Auphonic App. Rudimentärer Schnitt geht da und wenn Du wirklich die Möglichkeit brauchst Multitrack Editing zu machen, dann brauchst Du einfach einen ordentlichen Rechner :wink:

Macht Sinn?


#9

sehr. und ja: recorder, dateien zu auphonic, mit dem standard intro / outro versehen, und ab in die podlove kette…
tiptop. so geht es heute (schon).

aber…

ich meine, wenn du n youtubevideo machst, dann kannste das im vergleich zu audio super easy, selbst schneidend, auf deinem smartphone erledigen, klickst auf upload. fertig.

kein auphonic für youtube, keine extra videokamera, dateien noch mal rüberziehen, usf.

handy, filter, fertig.

warum ist das mit audio so kompliziert? ich LIEBE unsere ansprüche, versteh(t) mich nicht falsch. kein stück sollte man von gutem klang abweichen. der heisst nicht umsonst guter klang. aber so ne app, mit multitrackrecordingfunktion, zwei, drei mikros anschliessen und basic postproduction auf dem gerät laufen lassen (mini compressor, audio leveler, basic eq, n bisschen rauschen raus, also automatisch oder mit so schicken minimalguis wie beim ulraschall dynamics…) – dafür braucht doch kein mensch n grosses laptop. bzw.: warum zur hölle brauchen wir das dazu noch immer?

wenn man sich überlegt, was in sachen graphikbearbeitung solche computer (iphone, ipad, usw.) können, und was die software für audio sachen kann… na, das liegt nicht an der fehlenden tastatur, sag ich mal.


#10

Du widersprichst Dir ein bißchen. Viele der Dinge, die Du forderst gibt Dir eben auphonic (Kompressor, Leveler etc.) und es ist ja längst nicht so, dass es keine Apps auf iOS oder Android gäbe die basic EQ und ein bißchen Editing könnten.
Auch die Analogie zur Grafikbearbeitung: Das beschränkt sich eigentlich aufs Aufhübschen aber jemand, der ernsthaft Videoschnitt/Bildbearbeitung machen will wird eben auch schnell an Grenzen stoßen. Die haben dann nichts mit der theoretischen Leistung zu tun sondern sind einfach dem Bedienkonzept und dem doch sehr eingeschränkten System geschuldet (ordentliches Filemanagement? Clipboard? Trackpad Support? Shortcuts?)

Im Grunde ist es doch so: Für den Standard Podcastingfall (1-3 Leute, wenig Bearbeitung, einfaches Publishing) bist Du schon lange abgedeckt. Für die ausgefalleren Szenarien gibt es aber konzeptionelle Grenzen die im Grunde schnell zum Laptop führen. Ich habe genau deswegen einen Macbook 12. Der hat keinen Lüfter, läuft auf Akku 4-5h, kann Ultraschall, Hindenburg, Plugins… hat eine Tastatur und Trackpad und kommt z.B. nicht auf die Idee meinen Recording Prozess schlafen zu legen weil ich schon 20 Minuten nicht mehr aufs Display getatscht habe oder das System meint evtl. demnächst auf die Soundhardware zugreifen zu wollen… etc. etc.

Don’t get me wrong: Ich bin der erste, der mit jedem seiner Geräte irgendwann Podcastproduktion macht, aber ich finde eben auch, dass eine Bohrmaschine eben keine Kreissäge ist, auch wenn man vorne mit etwas Gebastel irgendwie ein Sägeblatt einspannen kann :wink:


#11

wie gesagt, mir geht es nicht um kinoproduktionen, und nicht um den nächsten hörspiel-oscar. die analogie zur grafikbearbeitung stimmt denke ich schon. apps wie procreate oder angekündigt bald auch ein fast feature komplettes adobe photoshop zeigen die richtung, die schon längst eingeschlagen wurde. das ist nicht n bisschen ‘aufhübschen’ a la instagram app

auch das interface als hardware interface ist nicht einfach gegeben. wir arbeiten mit tastatur und maus und wheel und was nicht noch, weil wir es so kennen und mit ultraschall aufnehmen und da alles glitzert und flutscht. das heisst nicht, dass es so bleiben muss. ich könnte mir auch gut vorstellen, mit dem stift (apple pencil) zu schneiden - wo soll das problem sein? das interface ist doch vor allem eine software frage - wie ultraschall immer und immer wieder spektakulär beweist.

ok. ich mach mich schlauer und schau mir das noch mal genauer an. hatte gehofft, es hat hier jemand mehr erfahrung oder zumindest ähnliche probleme. aber mein eindruck ist: aufnahme rein, standard effekte drüber, podcast in zwei,drei formaten raus, ftp: there is no app for that, oder zumindest keines, das es nicht zu seinem geldesel macht. und nicht weil das interface mist ist, und nicht weil die rechnerleistung nicht stimmt. ssd speicher, cpu, ram - da geben sich ipad und macbook pro von 2015 praktisch nix. da geht doch noch was.

oder nochmal überspitzt gesagt: @auphonic ist nicht so gut, weil georgs tastatur so schnell ist. (und die ist sicher sau schnell) :slight_smile:

woran liegt das, dass wir uns das scheinbar nicht einmal wünschen? mit wir meine ich die gemeinde.
wenn ich für mich spreche ist es die arbeit, die in das erlernen der software und hardware geflossen ist, und der stolz, auf qualität wert legen zu können, weil ich es mir leisten kann - da ich’s schon kann.

aber ‘please, think of the children’. scherz.

aber im ernst:
ultraschall ersetzt uns teure plugins, jahrelange ausbildung, das h6 und das headset ersetzt das studio, aber die bedrohung für die (sich selbst so beschreibenden) professionellen kommt nicht von ultraschall und zoom. sondern von den kids, die das in 5-10 jahren nicht mehr brauchen, ja vermutlich nicht mal mehr kennen. oder nicht?

mein eindruck ist, dass wir selbst immer mehr argumentationen der radiomacher*innen übernehmen und ich nerv nur ungern, aber ich wünschte, wir würden diese fragen offensiver diskutieren. wir (gemeinde). statt die nächste ethische werberichtlinie zu entwerfen; sicher auch wichtig, nicht mit waffen oder nazis geld verdienen.
aber keine laptops und von unterwegs - aber eben in richtig gut… ich meine, das wäre schon auch was, nicht?


#13

Weißt du zufällig noch, ob das mehr als zwei Tracks waren? Ich hab neulich erst versucht, herauszufinden, ob/wie Multitrack-Recording mit Ferrite direkt möglich sind, und hab diesen relativ aktuellen Twitter-Post vom Entwickler gefunden, der sich für mich liest, als wären maximal zwei Tracks gleichzeitig möglich: https://twitter.com/wooji/status/1069532056210804736

Ich hab grade leider noch kein passendes USB-C-Kabel hier, um es selbst zu testen, vielleicht weiß es ja spontan jemand. Ansonsten sollte ich hoffentlich am Wochenende Zeit finden, es mal auszuprobieren.


#14

Ist korrekt. Maximal zwei Spuren.


#15

Alles klar, Danke für die Rückmeldung… bin natürlich selbst noch nicht zum Ausprobieren gekommen. Wäre echt cool, wenn das noch direkt in Ferrite möglich wird mit mehr als zwei Tracks.


#16

Ja, das wäre nett. Aber für Mehrspuraufnahmen (die ich meist nur für Live-Zwecke brauche) würde ich wahrscheinlich immer noch lieber Ultraschall nutzen :wink: Für meinen normalen Rundtisch-Podcast bekomme ich einzelne Tracks aus der Konferenzsoftware (Zoom), die ich dann zum Bearbeiten in Ferrite schiebe.

Nachtrag: Mehrspuraufnahme auf dem iPad geht natürlich schon seit längerem in Auria. Dann muss man nur noch die Aufnahmen rüberschieben. Theoretisch.