Aufgabenliste für (hoffentlich) einen neunen Podcaster


#1

Hallo Community,

ich bin seit Jahren Hörer diverser Podcast, so langsam reift in mir der Entschluss das ich auch gerne eins machen will. Jetzt muß ich nur noch lange genug nicht die Motivation dafür verlieren und es wird was werden… Da ich meine Gedanken ordnen muß schreibe ich sie mal auf.

Gerade da ich zwar gerne von Projekten Träume sie dann aber doch nicht durchziehe will ich erst mal möglichst wenig Geld ausgeben. Meine 3 bis 5 Episoden möchte ich Produzieren ohne Geld auszugeben. Geld möchte ich erst ab den Moment wo ich diese veröffentliche ausgeben. Denn wenn ich 3 Episoden schaffe, dann werden es auch 10.

Hier mal eine Art wirrer Checkliste was ich habe und was nicht, und dazwischen ein paar Fragen versteckt.

Art des Podcast und Thema: Technisch/Geschichtlicher Podcast. Ähnlich Zeitsprung aber ich bin alleine. Stärker begrenzter Themenbereich. Eher kurze Episoden. Liste mit Themenideen erstellt, derzeit 6 Einträge.

Name des Podcast: Habe ich eine Idee, die gefällt mir aber noch nicht 100%.

Hosting: Habe ein kleines Webhostingpacket seit längerem gebucht, nutze es aber kaum, kann dort Wordpress installieren und damit herum testen. Wenn alles klappt Domain mit Podcastnamen hinzunehmen.

Veröffentlichung: Über Wordpress/Podlove. Habe da aber nur minimales Wissen. Sprich ich kriege es installiert aber das ganze dann funktionierend und schön machen. Hat da jemand eine Tipp für eine gute Anleitung? Hätte gerne statt der Kommentarfunktion bzw. ergänzend dazu eine Art Forum. Im Endeffekt sollte jede Episode einen Thread bekommen. Hat da jemand einen Tipp ob man so was als Einsteiger umgesetzt bekommt und womit?

Mikrofon: Selbst habe ich nur ein Sennheiser PC 3, damit habe ich gestern mal versucht aufzunehmen, musste (am PC) aber den Pegel extrem hoch regeln damit ich bei normaler Lautstärke in den gelben Bereich kam. Das Rauschte dann deutlich. Sonst gar nicht so schlecht. Würde man an einem anderen PC oder Handy Probieren ob es da mit dem Pegel past. Bekomme jetzt aber noch ein Ansteckmikrofon geliehen welches gut sein soll, Typ kenne ich noch nicht. Was mich wundert ist das hier im Forum primär zu Headsets mit XLRM Anschluss geraten wird. Wenn ich allgemein im Internet gehen die Tipps eher Richtung Tischmikrofon mit USB zu gehen. Warum ist das so?

Aufnahme/Schnittsoftware: Reaper/Ultraschall. Schon ein bisschen herumgeklickt und auch irgendwie was aufgenommen aber ich muß mich durch die Tuturials durcharbeiten.

Vorspann/Abspann: Keine Idee, wie wichtig ist so etwas?

Titelbild: Da habe ich immerhin schlecht Ideen, wie wichtig ist das?

Ausarbeitung von den Themenideen in etwas was man 15-30 minuten erzählen kann und dies dann Aufnehmen. Gibt es da allgemeine Tipps wie man solche Monologe aufbaut?

Was fehlt noch?


#2

Ich picke mir mal ein paar Punkte raus:

Das Titelbild ist elementarer Bestandteil des Feeds. Du musst ifgendwas haben, sonst wird es schwer bis unmöglich Deinen Feed zu veröffentlichen.

Wenn Du genau weißt, dass Du für immer alleine Podcasten wirst, ist ein USB-Mikro ok. Für alle anderen Fälle solltest Du über ein Audiointerface und XLR-Mikrofone(e) nachdenken.

Den gelben Bereich solltest Du bei der Aufnahme eigentlich höchstens ankratzen, es macht überhaupt nichts, wenn Du nur im oberen grünen Bereich bleibst.

Ein Intro ist nicht zwingend notwendig, ich persönlich mag sowas, weil ich als Hörer auch ohne hinzugucken sofort weiß, welcher Podcast da gerade anfängt.


#3

Hallo Namensvetter

Einfach mal auf YouTube oder in der Suchmaschine Deines Vertrauens suchen, da findest Du z.B. dieses Tutorial.

Da musst Du ggf. geeignete Plugins in Wordpress oder eine eigene Forensoftware installieren. Geht alles, ist dann je nach gewählter Software mal mehr, mal weniger aufwändig. Wie einsteigerfreundlich das ist hängt auch davon ab wie technikaffin der Einsteiger denn nun ist :wink:
Der Aufwachen! Podcast nutzt für eine solche Installation z.B. Wortlab, es gibt andere Forenlösungen die Du Dir anschauen kannst. Das Problem wird aber eher sein die Leute dazu zu bekommen da aktiv zu sein. Gerade am Anfang hast Du vermutlich noch eine überschaubare Anzahl Hörer und die sind dann erst mal nicht genug um groß Beiträge zu schreiben. Deswegen würde ich Dir empfehlen erst mal damit zu warten und ein Forum einzurichten wenn genug Fans beisammen sind.

Naja, je mehr Leute einsteigen wollen desto mehr einfache Lösungen werden angeboten und USB Mikros sind im Endeffekt das was Du im Media Markt findest und das mit den einfachsten Einstieg bietet. USB hat eine Reihe Nachteile, die gerade erfahrene Podcaster irgendwann nicht mehr zu akzeptieren bereit sind aber für den Einstieg mag es reichen.

Hier im Forum werden übrigens auch nicht beliebig irgendwelche Headsets empfohlen sondern eigentlich nur zwei (nämlich das recht teure DT297 und das Budget Headset HMC660). Beide haben gerade für Anfänger den Vorteil, dass Du hervorragende Audioqualität bekommst, die Handhabung aber simpel ist. (z.B. hat ein Headsetmikro immer den selben Abstand zum Mund :slight_smile:
Im Endeffekt gilt: Kauf Dir ein ordentliches Mikro sobald Du kannst. Ob Du ein Headset oder ein Tischmikro willst hängt von Deinen (auch klanglichen) Vorlieben ab. Im Internet wird ziemlich oft nachgeplappert was irgendjemand mal zuerst behauptet hat aber alle Mikrofone nehmen im Endeffekt schlicht Ton auf und es ist Dein persönlicher Stil und Dein Budget, dass hier den Ausschlag gibt.

Die Headsets, die hier empfohlen werden sind nun mal “true and tested”. Aber ich nutze z.B. statt dessen ein Mikrofon am Schwenkarm und bevorzuge das deutlich.

Das hängt davon ab.
Intros geben dem Hörer Orientierung und Dir einen schönen Einstieg. Geht es ohne? Klar. Aber vielleicht findest Du ja eine Melodie/ein Sample, dass Du verwenden kannst. Hier gibt es eine Liste von Musikquellen in denen Du viel findest, das Du evtl. nutzen könntest.

Titelbild? Meinst Du das Bild für den Podcast selbst? Sehr wichtig!

Was für jeden guten Text gilt, gilt auch hier. Kurze und klare Formulierungen sind besser als lang und ausschweifend. Du brauchst einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss und im Endeffekt solltest Du für Dich immer beantworten können warum der Inhalt, den Du da baust für Deine Hörer interessant sein könnte.

“Das ist passiert, dann das und dann das und das ist interessant weil…”

Ich empfehle Dir mal eine Testaufnahme zu machen und damit konkret um Feedback zu bitten (Freunde oder auch hier evtl) und Dich vor allem nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Anfangen ist wichtiger als gleich das perfekte Ergebnis zu haben.

Ein Profilbild und eine Selbstvorstellung :wink:

//D


#4

Wie Dirk schon gesagt hat: Mach dir klar, was für die Hörer*innen relevant ist.

Ich gehe so vor: Finde erstmal heraus, was genau Deine Kernaussage für die Folge ist. Ich mache mal ein fiktives Beispiel. Angenommen, Du willst die Geschichte der Stadt Köln in Deinem Podcast vermitteln. Dann sollte Deine Kernaussage für die Folge NICHT sein: “Ich will die Geschichte von Köln vermitteln”, sondern viel konkreter, z.B. “Warum hat es so lange gedauert, den Dom zu bauen?” bzw. “Weil der Bau so teuer und aufwendig war, mussten viele verschiedene Bauherren viel Geld über Jahrhunderte ausgeben, um den Dom fertig zu stellen”. Wenn Du diesen Endpunkt deiner Erzählung definiert hast, kannst Du alles andere darauf ausrichten, diese Aussage zu stützen. Und alles was nichts mit der Aussage zu tun hat, lässt Du weg.
Das sind natürlich nur die einfachsten Basics, gutes Storytelling ist noch viel mehr als das. Aber eine gute Grundlage bietet es, wenn Du Dich immer fragst: Stützt dieser Teil meine Aussage oder mache ich das aus einem anderen Grund?

Zum Vortrag: Es ist Dir überlassen, wie viel Du ausformulierst und wie viel Du frei sprichst. Ich rate immer dazu, mindestens Notizen zu machen und sich an den Stichpunkten entlang zu hangeln.

Ich geb gerne Feedback, wenn Du mal eine Demofolge hochladen möchtest.


#5

Für NeueinsteigerInnen immer einen Blick wert: diese grandiosen Sketchnotes


#6

Danke für die Antworten und Hilfsangebote. Kleiner Zwischenstand. Habe jetzt erfolgreich Wordpress mit Podlove installiert. Eine Minute Audio mit Ultraschall aufgenommen, durch Auphonic geschleust. Und dann via Podlove “veröffentlicht”. Damit funktioniert Technisch schon mal alles auf Minimallevel. Jetzt ist meine Hauptbaustelle erst mal Wordpress sinnvoll zu konfigurieren.

Laut den Tutorial https://www.youtube.com/watch?v=6uasjQSFPQE&t=1s soll man viel im gelben Bereich sein und den orangen Bereich nur ankratzen.

Habe es mir mal bei !Aufwachen angeschaut. So wie es dort ist möchte ich es gerade vermeiden. Es gibt dort Kommentare und Forum. Ich möchte die Kommentare durch ein Forum ersetzen, aber es soll in der, ich nenne es mal Blogansicht, so aussehen und auch nicht schwieriger sein als eine Kommentarfunktion. Soll dann aber ein Forum befüllen. Oft sieht man ja in Blogs richtige Diskussionen und interessante Inhalte in den Kommentaren, aber die gehen dort unter. Daher sollen die in ein Forum. Kann das nicht so richtig beschreiben, aber habe mittlerweile Ansätze gefunden wie man das umsetzen kann, aber mir fehlt noch viel Wordpress Grundlagenwissen.


#7

Schau dir mal discourse (die Software auf der auch dieses Forum hier basiert) und das Plugin wp discourse an. Damit kannst du je blogpost einen Thread haben der im Blog als Kommentarthread erscheint.

Ich habe das mal ausprobiert und wieder aufgehört weil es nie genug Diskutanten gab und das Forum deshalb chronisch mit Zombiethreads gefüllt war. Vielleicht ist das bei dir ja anders.


#8

Wenns nur zum Probieren ist, kannste auch erstmal auf Soundcloud veröffentlichen oder Du nutzt Podigee. Letzteres kostet zwar was, aber ist die alles für dich erledigt-Lösung für vieles was Veröffentlichung und Audioverbesserung anbelangt. Könnte da einige Motivationskiller für Dich rausnehmen.

Als Aufnahmesoftware kannste auch erstmal Audacity nehmen. Wenn dann Podcasten Dein Ding ist, arbeite Dich noch in Ultraschall rein.


#9

Mikrofon: Selbst habe ich nur ein Sennheiser PC 3, damit habe ich gestern mal versucht aufzunehmen, musste (am PC) aber den Pegel extrem hoch regeln damit ich bei normaler Lautstärke in den gelben Bereich kam. Das Rauschte dann deutlich. Sonst gar nicht so schlecht. Würde man an einem anderen PC oder Handy Probieren ob es da mit dem Pegel past. Bekomme jetzt aber noch ein Ansteckmikrofon geliehen welches gut sein soll, Typ kenne ich noch nicht. Was mich wundert ist das hier im Forum primär zu Headsets mit XLRM Anschluss geraten wird. Wenn ich allgemein im Internet gehen die Tipps eher Richtung Tischmikrofon mit USB zu gehen. Warum ist das so?

Prinzipiell sind beide Lösungen ja ok, aber die Headsets sind natürlich ungemein praktisch da Du das Mikro nach einmal ausrichten immer richtig positioniert hast. Die meisten USB Mikrofone werden oft falsch eingesetzt: Mikro auf dem Tisch, Mund etwa einen halben Meter entfernt -> Viel Raumklang, was sehr nervig klingen kann. Oder sie werden falsch besprochen etc. (ausserdem sind USB Mikros spätenstens dann problematisch wenn Du mehrere Sprecher in einem Raum hast).

Ansteckmikro klingt doch ganz gut zum Start, hatten wir anfangs auch. Viel Erfolg!


#10

Vorspann/ Abspann finde ich nicht unwichtig. Erlaubt eine einfache Wiedererkennung des Podcasts. Sollte meiner Meinung nach aber relativ kurz sein.


#11

Als sehr gute Einstiegshilfe würde ich die Präsentation von @lordampersand empfehlen: https://docs.google.com/presentation/d/1TERaOZHkoZftfhiy0_1awJlBw-88vipL8HpB3R7QJsM/edit#slide=id.g444ccbb7e7_9_55


#12

Was den Raumklang angeht, hat Alex natürlich recht. Je empfindlicher das Mikrofon und je schlechter die Raumakustik ist, desto mehr Maßnahmen muss man ergreifen.

Was den Sprechabstand angeht, liegen wir mit unseren Tipps jedoch auseinander. 50 cm sind zu viel, da ist der Raumklang durch das aufziehen des Gain quasi vorprogrammiert.
Von professionellen Sprechern kenne ich eine Regel von max. 30 cm, und selbst das habe ich nur in akustisch sauberen Studios mit Neumännern erleben dürfen.

Ich selbst gehe nicht weiter als 20 cm weg, eher 15. Am 6 mV Elektret-Kondensator!

Das nur, um einen zusätzlichen Aspekt ins Spiel zu bringen; der halbe Meter hat mich doch etwas erschreckt (auch wenn ich ob des akustischen Ergebnisses neugierig bin).


#13

Ich glaube der Alex hat da nicht 50cm Abstand empfohlen sondern darauf hingewiesen, dass das ein typischer Fehler ist.


#14

Stimmt, in diesem Kontext liest sich das gleich viel sinnhafter.
Frei nach dem Motto: Wenn man es schon falsch macht (Mikrofonwahl, Raumakustik, Sprechabstand), dann richtig.

Alles klar, danke für die Aufklärung. :+1:


#15

Genau so war’s gemeint. Hab leider auch zu viele Podcasts gehört die eben so aufgenommen wurden :sweat: (ich selbst gehe dafür tendenziell zu nah ran, da muss ich manchmal auch aufpassen)


#16

Nachdem ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mikrophonen kein auch nur halbwegs anständiges Audio Signal erzeugen konnte habe ich jetzt entgegen meinem Plan, schon vor der Aufnahme der ersten Episoden die HMC 660 + XENYX 302 Kombination geholt. Damit habe ich, bis auf meine Stimme, alle Komponenten ausgetauscht die ich als Auslöser für den unbrauchbaren Klang in Verdacht hatte. Und ja es funktioniert! Ton war gleich von Anfang an für meine Belange ausreichend. Was ich aber festgestellt habe ist das ich ein Netzbrummen habe. Am Destop PC ein deutlichen Geräusch wenn der Mic Regler ziemlich stark aufgedreht ist, am Notebook im Akkumodus still ruht die See. Wahrscheinlich werde ich der Einfachheit halber deshalb mit Notebook aufnehmen. Trotzdem interessiert mich das mit dem Netz brummen.

Wenn ich an eine der Chinch Buchen packe (von oben Finger drauf) wird das Brummen deutlich schwächer. Wenn ich zusätzlich die Heizung anpacke kein unterschied. Wenn ich mit einem Chinch Kabel eine Verbindung zur Heizung herstelle wird das Brummen minimal geringer, teilweise Störgeräusche (vermute WLan da Access-Point beim Test nur 30cm entfernt). Beim halten an den Schutzkontakt eines Stecker gleicher Effekt wie Heizung. Warum Entstöre ich mehr als Heizung oder Schutzkontakt?

Aber egal wie, jetzt kann ich die Hardware nicht mehr als ausrede dafür nehmen das ich noch nix aufgenommen habe…


#17

Schau zum Thema Netzbrummen mal hier rein: