Zoom P4 ohne Goldvariante

Hallo zusammen, ich würde mir gerne das P4 anschaffen, weiß aber, dass die HMC 660 Headsets darauf aufgrund der Phantomspeisung nicht laufen ohne katastrophal zu klingen. Würdet ihr zum Millenium PP2B raten? Oder gibt es hierfür eine Alternative? Ich möchte ungern auf das H6 zurückgehen - 239 Euro pro Headset ohne Kabel ist aber auch ne Menge Holz. Die letzten Artikel zum P4 sind etwas älter, gibt’s neue Erfahrungen? Ich würde mich mega freuen

Hallo,
sowie ich das verstanden habe willst Du das
HMC 660 X Headset [1] an einem Zoom P4 betreiben.
Wichtig sind dabei folgende Punkte:

  1. Das HMC 660 X benötigt eine * 1.5V- 9V Phantom Spannung.

  2. Das Zoom P4 liefert eine Phantom Spannung von 48V [2]

  3. Diese Spannung sollte reduziert werden, damit es möglichst gut klingt ( dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten ( Patchkabel löten oder mit Adapter und Adapter Kabel [3])

  4. Das Zoom H6 bietet Dir die Möglichkeit die Phantom Spannung direkt auf 12V zu senken, dann brauchst Du keine Adapter.

  5. Da das H6 nur einen Kopfhörerausgang hat, benötigst Du einen Kopfhörermehrkanal Verstäker [4].

  6. Wenn Du Dir kein Patchkabel selbst basteln möchtest, sondern Adapter kaufen willst, ist der Preisvorteil des P4 gegenüber dem H6 schnell dahin.

Anmerkung:
Du wolltest das Millenium PP2B verwenden. Das passt so garnicht zu dem Aufbau wie ich Ihn verstanden habe und worauf beziehen sich die 239 Euro? Was ist die Goldvariante?

Falls ich etwas falsch interpretiert habe, lass es mich wissen.

Grüße

Gero

[1] Das X ist wichtig!!!

[2]


(Seite 6)

[3]

[4]

Hey Gero, 1000 Dank für das flotte Feedback. Ich hatte das so verstanden, dass ich den PP2B an den P4 anschließe, dann auf 12V drehe, damit die Headsets ohne Brummen laufen. Falsch?
Ich wollte nämlich nicht zwingend die teuren Beyerdynamics Headsets (also Goldvariante) - dann bei 4 Stück, wird’s schnell super teuer. Auch bin ich kein Bastler - daher brauche ich Tipps wie ich möglichst unter 1000 Euro bleibe, aber sehr gute Tonqualität mit portablem Equipment erziele. Der P4 reizt mich wegen des Telefonanschlusses… und Jingleintegration. Ich bin zwar Sprecherin, aber was hinter der Technik steckt, da ist mein Wissen eeeeeeeecht rudimentär - ich bin schon froh, dass ich die meisten Posts verstehe…

Was kam dir an meinem Aufbau komisch vor? Was habe ich nicht bedacht? Ist das PP2B in Kombi mit P4 nix?

Hallo,
Danke für Deine Erklärung. Ich habe jetzt verstanden was Du tun möchtest.

Die viele hier verwenden folgende Konfiguration:
Headset, Aufnahmegerät, PC/Mac mit Ultraschall & Reaper und Studiolink.

In Deiner Betrachtung kommen zwei dieser Komponenten zu kurz:

  1. Der PC mit Ultraschall & Reaper [1]
    Das ist die Aufnahme Software, die viele Dinge. ermöglicht, schneiden, Pegelangleichen, Jingle einspielen und noch 1000nd andere Dinge…

  2. Studiolink [2]
    Miit dieser Software kannst Du sehr einfach Teilnehmer von außen in den Podcast einbinden. Mit ein wenig Aufwand geht das auch per Telefon. Das ist aber meistens nicht nötig.

Studiolink ist auch der Grund, warum das Podtrak P4 hier nicht so oft verwendet wird. Dies liegt daran, dass das P4 eine Abtastrate von 44.1kHz verwendet (CD Qualität) Studiolink aber mit 48kHz arbeitet [3].

Das kann in der oben beschriebenen Konfiguration zu Problemen führen.

Meine persönliche Bewertung ( dazu gibt es bestimmt viele verschiedene Meinungen):

Variante a)
Der von Dir geplante Aufbau ist top, wenn Du auf eine SD Karte aufnehmen möchtest.

Variante b)
Wenn Du mit dem PC arbeiten möchtest und flexibel bleiben willst, ist ein Gerät wie das H6 die bessere Wahl.

Ich würde zu Variante b) tendieren.

Meine Klaskugel sagt mir, dass Du noch sehr viele Fragen hast und ich bis jetzt nur auf die technischen Aspekte eingegangen bin.

Mein Vorschlag wäre, dass die Podcastpat_innen [4] Dich auf dem weiteren Weg begleiten. Wenn Du das für eine gute Idee hälst, melde Dich dazu nochmal.

Grüße

Gero

PS:
Wenn Du Patchkabel für das HMC 660 X nicht selbst bauen kannst, wird es hier bestimmt jemand_e dafür finden.

[1]
https://ultraschall.fm/

[2]

[3]
https://studio-link.de/

[4]
https://sendegate.de/g/Podcastpat_innen

Hallo Gero, 1000 Dank für deine Geduld: Software technisch bin ich mit Hindenburg und CGI Dira Startrack ausgestattet, komme damit bestens zurecht, daher habe ich die Aufnahme/Schnittsoftware beiseite gelassen. Achso, vielleicht noch die Anmerkung, ich arbeite am Mac mit Hindenburg, am PC mit Startrack. Mir geht es wirklich darum, mobil Interviewpartner gut aufzunehmen und ich lese daraus, dass H6 da die Wahl ist. Kann ich denn mit dem H6 auch irgendwie das Telefon abklemmen? :thinking: nur falls es um Telefonate geht oder müsste ich da auf Zoom/Skype whatever ausweichen?

Hallo @Marta,
ergänzend zu @Gero zwei Sachen zu den Headsets:

  1. Die DT-297er-Headsets von beyerdynamic sind wirklich sehr teuer, insbesondere wenn Dir ein 4er-Setup vorschwebt. Ich habe drei von den Dingern, aber ich habe aus Kostengründen kein Einziges neu gekauft, sondern jeweils für rund die Hälfte bei Ebay/ebay-Kleinanzeigen Gebrauchtgeräte erworben. Auch hier im Forum gibts es unter „Suche/Biete“ immer wieder interessante Angebote. Dann die Kabel: Kauf vielleicht nicht die von beyerdynamic. Die sind toll, keine Frage, aber 60 EUR/Stück sind teuer. Bei Thomann gibt es inzwischen sehr gute Alternativ-Kabel von Thomann direkt zum Preis von rund 23,- EUR. Die sind 3 Meter lang, ich habe sie selbst und sie sind sehr gut.

  2. Es gibt wirklich sehr interessante Alternativen zu den beyerdynamic-Dingern. @rstockmhat sich während der Lockdowns viele Gedanken gemacht und ausgiebig getestet (siehe diesen Thread: Headsets für Podcasting und Videokonferenzen - Corona Edition). Ein Tipp, den man zumindest mal ausprobieren sollte, wenn das Budget begrenzt ist, ist die Kombination aus 3 verschiedenen Komponenten (und keine Sorge: Kein Basteln, kein Löten notwendig). Du nimmst…
    2.1. das BoomPro-Headset-Mikrofon und steckst es an einen der vielen erhältlichen
    2.2. On-Ear- oder Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer. Der Clue ist, dass die meisten dieser NoName-Bluetooth-Kopfhörer zusätzlich zu Bluetooth auch einen 3,5mm-Klinkeneingang haben (z. B. für das BoomPro). Du kannst sie also als normale Kabelheadset-Dingsis verwenden.
    2.3. Bleibt die Frage: Wie bekommst Du so eine Kombi an das Zoom H6 oder das P4 angeschlossen. Die Antwort lautet Rode VXLR+. Dieser Adapter passt auf der einen Seite in den XLR der Zooms hinein und auf der anderen Seite steckst Du das 3,5mm-Kabel des BoomPro rein. Das Tolle am VXLR+ ist, dass er sich einfach so viel Phantomspannung aus dem Zoom holt, wie das Mikro benötigt. Du schließt es also an ein Gerät mit 48-Volt-Phantomspeisung an und sollte Dein Mikro/Headset weniger benötigen, sorgt das Rode-Dings dafür, dass es auch nur so viel bekommt, wie es für einen gute Aufnahmequalität braucht. Damit bist Du dann bei ca. 30 EUR für das BoomPro, 30 EUR für das Rode VXLR+ und 30 bis 50 EUR für den Kopfhörer Deiner Wahl. Also bei ca. 90 bis 110 EUR pro Headset. Und man kann das noch günstiger machen, indem man statt des BoomPro plus No-Name-Bluetooth-Kopfhörer einfach eins der vielen Gaming-Headsets verwendet. Auch solche Dinger werden in dem Thread aufgeführt. Allerdings macht man da uU Abstriche beim Klang des Mikros.

Hallo,
@matze hat da einen super Vorschlag gemacht.
Hindenburg ist natürlich eine gute Lösung.

Das H6 ermöglicht keine direkten Aufnahmen per Telefon. Es ist aber möglich zB Studiolink mit AudioHijack an Hindenburg zu koppeln. Dies ermöglicht eine viel bessere Audioqualität [1].

Grüße

Gero

[1]

1 Like

Hm? Die Superlux HMC660X Headsets kannst du doch ohne Probleme am Zoom H6 betreiben, man kann auf dem Gerät die Phantomspeisung zwischen 12V, 24V und 48V für jeden XLR Eingang ändern!

Das habe ich verstanden… auch wenn mein Herz gerade für das P4 schlägt… daher suchte ich Alternativen :wink:

Wow, danke für deine Tipps! Ich habe mir echt fast alle Beiträge von @rstockm zum Thema Mikros und Kopfhörer und so durchgelesen und je mehr ich las, desto mehr Fragen ergaben sich :smirk: das liegt aber vermutlich an den unzähligen Kombimöglichkeiten… und da ich kein Techniker bin, bis Ende Mai aber alles stehen muss, bin ich selbst unter Strom :tired_face:

1 Like

Kann ich das Rode VXLR+ nicht an die HMC 660 X anschließen und in den P4 Stöpseln? Ich frage mich gerade wie die Klangqualität des BoomPro ist :thinking: sehr empfindlich?

Hi nochmal, das wird so direkt nicht gehen. Denn das Rode VXLR+ hat einen 3,5-Klinke-Eingang, aus dem HMC660X kommt aber mikrofonseitig ein XLR raus. Wie/ob man sowas Adapterseitig lösen kann, weiß ich nicht.

Was Das V-Moda BoomPro angeht: Ich habe das mal im Sendegate einen Test gepostet, der eigentlich zum Vergleich V-Moda vs. irgendwas anderes gedacht war. Aber die ersten zwei Minuten dieses Tests sind ziemlich genau die Lösung, die ich oben beschrieben habe: Ein V_Moda-BoomPro wird über ein Rode VXLR+ an ein Zoom-H6 angeschlossen (bitten ich an den manchmal hörbaren Mund-Klick-Geräuschen stören lassen, die sind mein Privatproblem und können anders gelöst werden).

Und wenn Du wirklich so an dem HMC660 hängst, dann überleg vielleicht auch noch mal, was @MacSnider vorgeschlagen hat. Das Zoom-H6 kann nämlich auf jedem XLR-Kanal auch weniger als 48V ausgeben, auch 12 Volt, was für das HMC660 X super funktioniert. Zwar kostet das H6 mehr, du kannst es aber ohne Adaptergefrickel direkt mit HMC660-Headsets verwenden

1 Like

Danke dir nochmal für den Audiotest :heart_eyes: das bringt mich ein ganzes Stück nach vorne :+1:t2:

Hallo,
Du brächest dann noch einen Adapter von Klinke zurück auf XLR.

Bei den von @matze und @rstockm vorgeschlagen Varianten mit dem BoomPro brauchst Du das nicht und die Qualität ist in Summe sogar besser als beim HMC 660 X.

Wenn Du noch keine Headset gekauft hast, wäre das eine elegante Lösung für das Headset, dass sowohl für das P4 als auch für das H6 funktionieren würde.

Grüße

Gero

PS
Funfact am Rande:
Ich habe Anfang April den Rode VXLR+ dei Thomann bestellt… Liefertermin ist Mitte Mai.
(Zum Glück hatte ich noch einen in der Grabbelkiste)

PPS
Heute (05.05.21) habe ich die Nachricht bekommen, dass der Liefertermin jetzt der 16.06 wird…

Wenn ich also die Headsets ans H6 klemme, und das H6 auf 12 V runterziehe, benötige ich dann noch einen Kopfhörerverstärker?

ja einen Kopfhörerverteiler brauchst du beim H6 ja auf jeden Fall

1 Like