(Wann) Soll ich mein USB-Interface upgraden?

Hi zusammen,

ich liebäugle damit, mein Behringer UMC204HD auf ein Focusrite Scarlett Solo upzugraden. Ich erhoffe mir davon ein etwas stärkeres Eingangssignal und ein etwas stärkeres Ausgangssignal für den Kopfhörer.

Da ich mich mit den technischen Details nicht auskenne erhoffe ich mir eine Einschätzung. Ich bin mir bewusst, dass das Focusrite einen Mikrofoneingang weniger hat und das ist okay für mich.

Vielleicht ist dieses Thema auch grundsätzlich interessant: Wann lohnt es sich ein Interface upzugraden, von der Anzahl der Eingänge mal abgesehen. Für mich ist die Interface-Welt weitgehend eine Blackbox. Ich kann nicht einschätzen, worin genau die Unterschiede liegen.

Höhere Pegel hatten die Scarletts (Gen.1) nicht. Da ist Behringer großzügiger im Pegel - sowohl im Nutz- wie auch Rauschsignal.

Ein Interface-Wechsel wird üblicherweise interessant

  • bei Wechsel der technischen Basis (Anforderungen an Mobilität, fehlende Kompatibilität nach OS-Wechsel/-Update)
  • wenn Kanäle fehlen (solo => stereo => +weitere Leute => +weitere Quellen)
  • wenn Dynamikumfang nicht mehr für rein digitalen Headroom reicht (16 => 24 bit (=> 32bit)) - besonders bei Partnern mit „interessantem“ Dynamikumfang, beispielsweise innerhalb des Gesangs oder Flüsterstimmen mit explosivem Lachen (so lange man das nicht durch einen vorgeschalteten analogen(!) Kompressor+Limiter einfangen kann
  • bei Mikrofonwechsel auf ein „tauberes“ Mikrofon (Shure SM7B, Rode Procaster) - allerdings kann hier ein FetHead o.ä. Abhilfe schaffen
  • bei Mikrofonwechsel und besonderen Anforderungen an Spannungsversorgung (Computer-Interface mit 3.5mm Klinke und Tonaderspeisung statt Phantomspannung, 12V für’s Superlux HMC660X)
  • bei kaputten / nervigen Treibern (notwendiger Reboot vor jedem Neustart des Afunahmeprogramms o.ä.)
  • bei höheren Anforderungen an geringe Latenzen (Gen.3 Scarletts können da gegenüber Gen.1 bis zu Faktor 5 wegknapsen)
  • bei Einstreuproblemen durch die USB-Leitung (gerne durch Lenovo-Laptopnetzteile) - unterschiedliche sind da unterschiedlich empfindlich (Behringer, Focusrite) oder auch nicht (Mackie, Yamaha). Muss man für seine Situation selber testen.
  • bei besonderen Routing-Anforderungen außerhalb des Computers (N-1-Schalten, mehrere Einspieler, …)
  • wenn das Ding in der Bedienung nervt (keine Übersteuerungsanzeigen, keine direkte Möglichkeit Lautstärken zu regeln, fehlendes/unpassendes Direct-Monitoring, …)

Klangtechnisch ist bei Podcast meist nicht so viel zu holen - da wird viel mehr durch Kompression und Endgeräte kaputtgemacht als durch ein „minderwertiges“ Interface (so lange man Geräte aus dem Recordingbereich statt vom Mediamarkt-Grabbeltisdch genommen hat)

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Ich kenne das Focusrite nicht, habe aber selber ein UMC202HD. Was man so hört und sieht, dürfte das Focusrite mit der schöneren Optik und weniger Platz auftrumpfen, Wesentlich mehr Signalstärke oder weniger Rauschen dürftest du damit aber wahrscheinlich nicht erzielen. Auf YouTube gibt es einige Vergleiche dazu.



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Das ist beides der Fall. Habe ein Procaster mit Fethead. Ich muss beim Input trotzdem auf etwa die Hälfte aufdrehen, um einen guten Pegel zu bekommen, kurz danach fängt es trotz Fethead an zu rauschen. Meine Kette ist derzeit: UMC204 --> XLR --> Fethead --> Procaster.

Hatte das Fethead auch schon direkt am Interface, da bekomme ich aber ein Störsignal.

Ein Upgrade vom UMC204HD zum Focusrite Scarlett Solo sehe ich nicht bis kaum. Primär, weil Du sogar XLR-Eingänge verlieren würdest; das ist dir ja bewusst. Da ich regelmässig schon gehört habe, dass das Ausgangssignal der Scarlett Modelle am Kopfhörerausgang eher schwach sein soll (Spec Sheet konsultieren), würde das dein Problem wohl nicht lösen.

Bzgl. stärkerem Eingangssignal kann ich an dieser Stelle hierauf verweisen:

Da nenne ich die drei (bzw. vier) mir bekannten Audio Interfaces, die für dynamische Mikros ausreichende Mengen an Gain liefern.

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Kann ich bestätigen. Der war im Vergleich zu anderen (Mackie Blackjack Onyx, diverse Behringer-Mixerchen, Yamaha AG03, diverse Soundcraft-Mixer, HiFi-Verstärker) deutlich(!) schwachbrüstiger unterwegs. Und dabei war schon das Mackie nach oben 'raus schon leicht am Schwächeln (langsam schwindender Bass)…
Bei Mixern oder HiFi-Amps hatte ich dagegen noch nie Probleme mit der Kopfhörerlautstärke.

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Meinst du damit rauschen oder ein zusätzliches Störsignal? Ich hatte mir mit dem Fethead am Interface eine Einstreuung eines Billignetzteils eingefangen. Übrigens an einem Presonus Studio 26, bei dem ich, was Pegel angeht sehr zufrieden bin.

Fern ab von genauen Spezifikationen versuche ich mein Equipment auszureizen und erst wenn ich an Grenzen stoße upzugraden. Gut, klappt nicht immer… Manchmal siegt auch einfach der Konsum.