Ultraschall Dynamics – wie setze ich es richtig ein?

Hallo alle zusammen,

ich habe aus verschiedenen Gründen Auphonic. (u.a. weil viele Formate ausgeliefert werden und alles direkt auf dem Server landet) Nun habe ich aber den Podlover-Podcast gehört und an vielen verschiedenen Stellen immer wieder @rstockm gehört, der schwärmt.

Ich hatte Ultraschall Dynamics ein paar mal probiert, aber nicht wirklich die Zeit gefunden mich damit zu beschäftigen, weshalb ich es dann doch immer sein ließ. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich für das ein oder andere Ding Auphonic nicht benötige. Ich habe es auch schon @Christina_B empfohlen. Besonders bei okayen Aufnahmen, meint Ralf ja immer, dass man kein Auphonic benötigen würde. Ab und an mache ich schnelle Aufnahmen, da wäre ein funktionierendes US Dynamics ziemlich cool.

Aber wie nutze ich das denn richtig? Meine Aufnahmen werden meist leider nicht besser. Muss der Effekt auf die einzelne Spur, oder auf den Master? Wie stelle ich es am besten ein, zum Beispiel werden laute Atemgeräusche durch Ultraschall Dynamics eher noch lauter und die Stimmen sind teils übersteuert. Wie gehe ich mit Musik um, sollte der Effekt auch auf eine Musikspur gelegt werden? Und kann ich am Ende auch ein Episoden-Cover mit dem Exporter einfügen?

Mit US Dynamics:
Ohne US Dynamics:

Hallo, also der Startpunkt ist meine „Anleitung“ dazu hier im Forum:

Da sollte schon Vieles klarer werden.

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Ich habe es jetzt mal mit der Anleitung ausprobiert (Ich habe sie leider bei der internen Suche nicht bemerkt.) und bin ganz positiv überrascht. Das ist wirklich einfach zu handhaben. Mir ist nur ab und an ein Clipping aufgefallen, obwohl der Effekt nach dem EQ war.

Wenn Ultraschall dann noch mit wenigen Klicks mehrere (ggf. irgendwo durch mich vorkonfigurierte) Audiodateien encodiert und Episodenbilder einbaut, kann das wirklich 90% meiner Auphonicproduktionen ersetzen. Durch einen miesen Upload ist nämlich der Weg zu Auphonic immer eine Bremse, vor allem wenn es dann noch mal manuell runtergeladen werden muss.

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Episodenbilder sind kein Problem. Das wird in der neuen US5 sehr schick werden. Geht aber in US4 schon. Bild ins Projektverzeichnis legen und Dateiname=Projektname.

Bei Kapitelbildern einfach ein Bild in eine neue Spur an die jeweilige Kapitelmarke drag-droppen.

Klar können auch verschiedene Audioformate exportiert werden. Wohl aber nicht parallel. Ich weiß nicht, ob man das Rendering automatisieren kann. Aber @rstockm weiß das. :wink:

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Derzeit können wir nur MP3 mit Episoden- und Kapitelbildern rendern. M.E. ist das aber auch ausreichend - kann jedes Podcast-Device auf der Welt abspielen.

Dass Reaper das grundsätzlich kann weiß ich, man kann ja auch jetzt schon parallel zwei Formate produzieren. Ich lasse von Auphonic aber noch einen Losslessmaster und die einzelnen Spuren für’s Archiv ausgeben.

Du kannst für verschiedene Exporte die Render Queue benutzen, dann rendert Reaper eine Datei nach der anderen. Also ggf mp3, wav/aiff und stems (Spuren).

Ne neuere Reaperversion kann zwei Formate parallel.
Es geht auch Cover in anderen Formaten als mp3, sogar Kapitelmarken.
Nur Kapitelmarkenbilder und KapitelmarkenURLs sind mp3 only und auch nur in Ultraschall.

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Wenn ich bei Dynamics „Just Limiter“ einstelle, habe ich dann auch nen Kompressor drin? Mir ist der Unterschied zwischen Limiter und Kompressor nicht klar.

Und: welcher Kompressor aus Ultraschall/Reaper empfiehlt sich, wenn man einen eigenen EQ aber kein Dynamics nutzt?

Kompressor und Limiter sind an sich das Gleiche.
Bei Beiden definierst Du einen Schwellwert und alles was lauter als der Schwellwert ist wird in der Lautstärke reduziert.

Der Unterschied besteht eher darin, dass ein Limiter nicht nur den Schwellwert definiert sondern auch die maximale Lautstärke. Während ein Kompressor „nur“ alles leiser dreht was über dem Schwellwert ist kann es trotzdem zu Clippings kommen bei extremeren Lautstärken.

Ein Limiter dreht auch ab dem Schwellwert runter, begrenzt zusätzlich aber auch die maximale Lautstärke auf den höchsten Wert, egal was kommt, so daß Du verhindern kannst, dass Clippings passieren.

Ganz salopp erklärt.

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Und wenn ich „Just Limiter“ nutze, bekomme ich beim Export dennoch die gewünschte LUFS-Ziellautstärke?

Das müssen @rstockm und @fernsehmuell beantworten, weil die Beiden Dynamics designt und entwickelt haben.

Ja, hier ist nur der Wert unter „Target“ entscheidend. Es wird nichts lauter gemacht und nichts leiser, außer die extremen Spitzen. In der kommenden Ultraschall 5 Version wird die Mixing-Pipeline dann aber nochmal anders aufgestellt sein.

Gibt es jetzt oder bei Ultraschall 5 die Möglichkeit, bei Dynamics den Limiter manuell anzuheben oder zu senken, wenn ich die Standardeinstellung nutze, also mit Noisegate?

Nun grundsätzlich kannst du die Parameter schon jetzt frei wählen und dir als User Preset abspeichern, auch als Vorlage für neue Spuren. Ansonsten erkläre ich hier die Neuerungen für die 5er Version diesbezüglich:

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Also, wenn du – warum auch immer – Dynamics2 nicht nutzen magst, dann empfiehlt sich „ReaComp“, den finde ich am einfachsten zu bedienen. Da dann einfach das Häkchen „auto make up“ nicht vergessen.

An und für sich verstehe ich aber auch die Frage nur so halb; was meinst du mit „eigenem EQ“? Dynamics ist es ja eigentlich sehr egal, was vor ihr geschaltet ist. Du kannst jeden EQ der Welt benutzen um den Ton gut klingen zu lassen; Dynamics ist ja für Lautstärke/-heit zuständig. Erklär doch mal deinen Anwendungsfall genau.

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danke für den tipp. hatte mich missverständlich ausgedrückt: mit „eigenem“ eq meinte ich, dass ich nicht nur Dynamics, sondern zusätzlich auch einen EQ nutzen wollte/will. Und das deshalb, weil Dynamics on top in meinen Ohren die Aufnahme nicht besser gemacht hat, ich aber dennoch einen Kompressor und eine einheitliche Lautstärke der Spuren möchte.

Ja, Dynamics hilft oft aber nicht immer. Für mich hat Dynamics noch nie funktioniert und immer meinen Sound ruiniert. Vielleicht müssen wir da mal auf Spurensuche gehen, woran Dynamics bei manchen Leuten scheitert.
Da ist bestimmt noch Verbesserungspotenzial nach oben und man kanns vielleicht etwas runder machen.

Bräuchte aber etwas an Zeit das zu untersuchen, ist also eher was für post-5.

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Super, danke dir!

Wie stellst du sicher, dass alle Spuren dieselbe Lautstärke haben?

Ich machs quasi zu Fuss. Ich render es raus, schau nach, wo was zu laut oder zu leise ist und regel diese Passage nach. Also Schnitt davor und danach, und nur diese Items lauter/leiser regeln.
Das ist das Einzige, was bei mir funzt. Speziell, da ich sehr mit viel Finetuning auf EQ arbeite. Da kann es sein, dass automatisched Lauterstellen auch Teile lauter dreht, die ich im EQ perfekt ausbalanciert hatte und dann plötzlich es komisch klingt oder dröhnt oder im Ohr kratzt. Ich leg sehr viel Wert auf nen 100% organisch-natürliches Klangbild. Das muss ich 100% selbst kontrollieren.
Jeglicher Automatismus hat bei mir da bisher mehr oder weniger versagt.

Darüberhinaus kann man mit Mikrofondisziplin schon 80+% aller Lautstärkenfälle lösen. Allein sauber ins Mikro reinreden hilft schon ungemein.

Ich muss auch dazu sagen, entweder mach ich Aufnahmen, die eh nur kurz sind und wo man das Ganze sauber managen kann, oder die ich technisch so aufbereite, dass Mikrofondisziplin reicht, oder ich muss da eh aufwändig in der Produktion arbeiten(Musik die ich mixen muss für nen Podcast), dass ich da eh an alle Details ranmuss.

Klassisch Laberndenpodcast mach ich ja nich.

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