Ultraschall 5 Envelope Fades

Erstmal vielen Dank für die neue Ultraschall-Version. Mir gefällt es sehr gut, ich hätte nur eine Kleinigkeit anzumerken (die vom Programmieren vielleicht auch gar keine ist).

Ihr habt ja diesen neuen Envelope-Mechanismus gemacht: V + Abschnitt markieren und dann kann man den Envelope greifen und es wird ein Fade fürs Ducking gesetzt. Das finde ich eine gute Idee und war auch ein Grund für mein Update.

Die Funktion habt ihr euch von Hindenburg abgeschaut, aber anders implementiert. Bei Hindenburg ist es so: Wenn ich einen Bereich markiere sage ich damit: Bei „Grün“ soll die Lautstärke runter gehen und bei " Rot" soll sie wieder wie vor dem Fade sein. Genau darin liegt die Zeitersparnis, denn in 8/10 Fällen klappt das gut, in den anderen muss ich etwas nachjustieren.

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Bei US5 setze ich mit der Markierung aber das Ende des Ausfadens und den Beginn des Wiedereinfadens, ich markiere also quasi, wo das Bett die gewünschte Lautstärke haben soll, habe aber erst nach dem Markieren Kontrolle über das Ein- und Ausfaden. Das heißt konkret, ich muss beim Markieren erraten, wo denn der Fade beginnen wird und wann die Lautstärke wieder auf Null sein wird.

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In der Praxis bedeutet das: Ich muss fast immer nachjustieren. Links habe ich das Ausfaden manuell gesetzt, rechts ist das automatische Ausfaden, da ist die Lautstärke aber zu spät wieder oben und ich muss das nachjustieren. Dadurch verliert die Funktion leider ein wenig ihren praktischen Nutzen - sieht zwar super aus, bringt aber nicht so viel.

Ich weiß nicht, wie schwierig das zu implementieren wäre und will mich auch gar nicht beschweren, wollte das nur mal aus Nutzer*innen-Sicht zurückmelden.

Wie gesagt: vielen, vielen Dank für US 5. Ich arbeite bislang sehr gerne damit.

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Interessant. Ich würde aber - ich glaube mit guten Argumenten - behaupten, es ist genau anders herum: Hindenburg hat das schon immer „falsch“ implementiert.

Meine Sicht: Wenn man es für Ducking verwendet (darum geht es ja auch in deinem Beispiel), dann habe ich im Kern ein Wirkungsziel: maximale Verständlichkeit der Sprache während darunter Musik läuft.
Diese Sprache will ich aber vom ersten Wort bis zum letzten Wort maximal verständlich haben. Bedeutet: sobald angefangen wird zu sprechen muss schon die Lautstärke des Anderes Sounds auf den Zielwert abgesenkt sein - sonst ist der Anfang nicht optimal verständlich. Und es muss bis zu letzten Silbe gehen, die soll nicht schon von Musik verschluckt werden.
Damit ist unser Ansatz der bessere: es ist schlicht ziemlich egal wann die Musik rauf- oder runterzieht, der Teil der Sprache ist perfekt eingerahmt. Bei Hindenburg muss ich hingegen warten.

Dass sich das für sich jetzt hingegen total „falsch“ anfühlt, glaube ich sofort: das dürfte schlicht muscle memory sein, du hast es eben anders gelernt. Wenn Leute hingegen bei Ultraschall mit diesem Feature einsteigen, würden sie denken dass bei Hindenburg „alles falsch“ sei.

Was aber auch sein kann, ist dass die Fade-Dauer für dein Empfinden generell nicht passt, sprich immer zu lang oder zu kurz ist. Die kannst du selber hier einstellen, vielleicht findest du damit dann einen Wert, der für dich besser passt:

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Hallo,

danke für die Antwort. Mit den Fadelängen spiele ich mal rum, tatsächlich hatte ich teils das Problem, dass ein Fade gar nicht gesetzt wurde, weil das Audio vorher zu knapp war.

Leider hat das nichts mit „Muscle Memory“ zu tun. Hindenburg implementiert da schlicht den Radiostandard und der ist, was ich von unseren Tontechniker*innen gelernt habe und was ich auch auch für meine Arbeit brauche: Fades soll man möglichst nicht wahrnehmen. Also wird in der Regel erst gefadet, sobald die Sprache einsetzt, egal ob Musik drunterliegt oder ein Originalinterview. Crashbecken bestätigen die Regel :slightly_smiling_face:

Das kannst du auch hier bei NPR nachlesen:

Viele Grüße!

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Wäre nicht ganz trivial umzusetzen, weil man dafür das Audiofile analysieren muss, um die einzusetzende Sprache herauszufinden.
Ist machbar, aber mit Reapers Möglichkeiten vermutlich nur mit ner leichten Latenz, je nach Audiofilelänge. Wie spürbar das ist und ob Reaper nicht noch andere Stolpersteine setzt, die es noch komplizierter machen, ist unklar.

Na ja, in der Regel „sieht“ man ja gut, wo Sprache anfängt und wo sie aufhört. In beiden Fällen wird da dieselbe Zeitmarkierung gesetzt, nur einmal nach innen (Hindenburg) einmal nach außen (Ultraschall) mit Fades versehen. Gewünscht wir hier „nur“ ein anderes Setzen der Envelope-Punkte.

Der verlinkte Text ist interessant, noch mehr aber die beiden Integrierten Hörbeispiele: für normale Podcasts erscheint mir auch das „katastrophale“ Ducking völlig „good enough“…

Ich hatte ja mal ein klappriges Skript gebaut, um Ducking per Shortcut zu machen.


Ich benutze jetzt natürlich auch lieber das neue Feature, aber wenn ihr Default-Einstellungen für Fades in den Ultraschall-Settings konfigurierbar machen würdet, wäre das ein Traum.

Ich mag z.B. oft eine 30:70-Aufteilung - 30 Prozent vor/nach dem Sprachsegment, den Rest des Fades während gesprochen wird.

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Ja, weil da sehr neutrale Musik im Hintergrund läuft und kein Trap-Instrumental wie bei mir :slight_smile:

Will sagen: Ich nehme ja Reaper/Ultraschall, weil ich bei Musik oft mehr Kontrolle über die Envelopes als in Hindenburg brauche, und mir ist nur aufgefallen, wo eure Automatisierung vom Standard abweicht. Ich persönlich komme damit auch gut klar, denn ich kenne ja den Standard. Andere vielleicht nicht und dann wundern sie sich über Feedback wie „Deine Betten passen nicht“, obwohl sie ja laut Software alles richtig machen.

Und klar, das ist ein Hinweis auf hohem Niveau, aber dieses Niveau habt ihr mit eurer tollen Arbeit nunmal vorgelegt.

Nochmal vielen Dank dafür!

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Der von dir verlinkte Beitrag ist ja auch insofern interessant, als dass er als „Optimum“ weder noch empfiehlt, sondern ein vor allem in der Release viel längere Fades empfiehlt - also asynchron. Das wird man dann so oder so von Hand setzen müssen. Ich denke unsere Funktion ist da aber insofern schon mal praktisch, als dass man zumindest schon alle Punkt bekommt, und die dann nur etwas auf der Zeitebene anpasst.

Tip: hält man die Shift Taste gefrückt, kann man einen Envelope-Punkt nur in der Zeit verschieben (rechts/links) das vereinfacht oft das Handling um nicht die Lautstärke dahinter unabsichtlich zu verändern, klappt auch mit mehreren Punkten:

shift

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Ja, letztlich muss man halt immer schauen, wie man so einen Fade möglichst unauffällig hinbekommt. Wenn da etwa eine Crash auf der vier oder eins ist, senke ich auch manchmal früher ab, weil die im gleichen Frequenzbereich wie Sprache ist und das Klangbild sehr dominiert, bei Saxophon kommt ein Tiefpassfilter drauf etc. Solche Sachen kann ich mit Ultraschall total gut und individuell machen, bei Hindenburg habe ich ja nichtmal die Chance, die Effekte in Echtzeit zu automatisieren. Das ist wirklich sehr auf diese Reporter-Berichte mit O-Ton, Atmo, Overvoices ausgelegt, aber da ist es sehr effizient, deshalb nutzen das ja auch so viele Kolleg*innen.

Vielen Dank für den Tipp mit Shift, das ist super hilfreich.

Eine Sache ist mir bei US5 auch noch aufgefallen. Vorher konnte man mehrere Envelope-Punkte mit der Auswahl markieren und mit „Del“ löschen. Das geht ja nicht mehr, weil ihr Del anders belegt habt. Aber da kann ich mit ja sicher in den Actions mit einem anderen Short belegen, oder?

Doch, das geht. Sowohl mit Del als auch mit Backspace.
Vielleicht ist das Markieren der Punkte das Problem? Das geht am einfachsten mit einem Right-Drag, ist auch oben in meinem GIF zu sehen.

Ja, du hast Recht. Es ist etwas knifflig bei kurzen Audiosnippets, weil man da leicht das gesamte Snippet markiert. Aber das passt schon.

Magste mal nen Screenvideo machen, wie Du das in Hindenburg machst und wie in Ultraschall? Um das mal als Vergleich zu sehen.

Kannst LiceCap dafür nutzen, das ist von den Reaper Entwicklern:
https://www.cockos.com/licecap/

Wovon genau möchtest du ein Screencap? Vom Faden für ein Bett oder vom Markieren der Envelope Points? Letzteres Problem stellt sich in Hindenburg gar nicht, da habe ich überhaupt nicht so eine feine Kontrolle über die Envelopes.

Vom Faden übers Bett.

Hindenburg:

Hindenburg Bett

Reaper:

Reaper Bett