Störgeräusche auf Aufnahme - Das "Roboter-Didgeridoo-Echo"

Hallo zusammen,

ich habe ein Interview über BodalgoCall durchgeführt und hinterher, beim Bearbeiten der Tonspur meiner Interviewpartnerin in Ultraschall festgestellt, dass ihre Stimme ein seltsames Echo an Störgeräuschen hinter ihrem Gesprochenen hat. Ich würde es in Ermangelung an treffenden Fachtermini meinerseits mal als „Roboter-Didgeridoo-Echo“ betiteln. Es lag wohl am Aufnahmesetup meiner Interviewpartnerin, da das Problem bei meiner Aufnahme nicht besteht. Leider kann ich das Interview nicht wiederholen, weshalb die Nachbearbeitung meine einzige Chance ist.
Im unbearbeiteten Zustand hört man das Echo schon ziemlich, wenn dann aber noch US-Dynamics drauf kommt tönt es einem ordentlich auf den Ohren.


Unbearbeitete Aufnhame (128kbps, mp3)


Aufnahme mit US-Dynamics (128kbps, mp3)
Spur: US-Dynamics mit -20 LUFS, Noisefloor -56, Noisegate 30
Master: MGA JS Limiter mit -4 Threshold, Realease 200, Ceiling -1 (wie bei Ralf im US 5 Preview)

Hatte jmd. schon einmal ein ähnliches Problem und weiß Rat? Was kann man da mit Ultraschall Bordmitteln noch retten?

Auphonic wollte ich mit meinen Redaktionskolleg:innen am Ende eh nochmal über das gesamte Feature, was aus mehr als diesem einen Interview bestehen wird, drüber laufen lassen (um nicht das kostenfreie 2h Kontingent nicht schon im Vorfeld aufzubrauchen – arme Studis, man kennts vlt.). Vorher würde ich das Problem aber gerne zumindest schonmal ein wenig minimieren.

Gerne auch mit der Nase auf andere Beiträge im Sedegate stupsen. Ich habe zwar soweit es ging gesucht, bin aber nicht auf ein ähnliches Problem gestoßen und bin generell was das Sendegate und US anbelangt ein ziemlicher Neuling.

Soweit ichs erkennen kann, hat sie einfach Störgeräusche in ihrem Setup drin. Diese werden(vermutlich durch die Software selbst) immer runtergeregelt, wenn sie grad nicht spricht, aber sobald sie spricht, sind diese zu hören.

Diese wirst Du nicht rausbekommen. Vielleicht lässt es sich etwas kaschieren, aber dieser Automatismus, der die Lautstärke immer runtergeregelt hat während sie grad nicht gesprochen hat, macht das um ein Vielfaches schwieriger.

Dynamics würde ich da nicht draufpacken, der hilft in diesem Fall nicht. Du könntest es nochmal versuchen durch Auphonic zu jagen, die haben in der Regel die besseren Algorithmen um Sounds zu verbessern. Wenn Du Glück hast, wird der Effekt dadurch etwas weniger.
Aber weg wird er nicht gehn…

Fürs nächste Mal unbedingt was Anderes verwenden, wie StudioLink oder sowas. Dann hörste auch viel schneller, ob es Störgeräusche gibt, weil StudioLink da nichts verschönbessert.

Edit:
Hab etwas mit rumgespielt und mal diverse Effekte draufgepackt(die Reaper nicht mitliefert). Das Problem ist, dass die Störgeräusche direkt in den wichtigen Frequenzen der menschlichen Stimme rumhängen(im weitesten Sinne um 1 khz rum). Wenn ich da was versuchen würde zu kaschieren, geht die Sprachqualität mächtig nach unten.

Bei mir klingt das jetzt so. Der Effekt ist weniger, dafür klingt die Stimme jetzt etwas mumpfiger…

Wenn Dir das reichen würde, schick mir dann einfach mal die Spur per PM und ich bearbeite die einmal komplett durch.

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Vielen lieben Dank schonmal vorab für dein ausführliches Feedback und deine ganze Mühe!

Da BodalgoCall, zumindest was die Aufnahme betrifft, mittlerweile kostenpflichtig geworden ist, fällt es als Aufnahmetool für mich eh erstmal flach.

StudioLink hätte ich auch am liebsten eingesetzt, aber bei manchen Interviewpartner*innen scheitert es halt schon am Runterladen und Ausführen der Standalone App, da hatte BodalgoCall mit der ich-schicke-dir-einfach-einen-Link-Lösung für gewisse Fälle schon einen Vorteil.

Auphonic habe ich, in der kostenlose Probevariante, jetzt auch einmal ausprobiert und alle Häkchen in der letzte Zeile aktiviert (inkl. Noise-Hum auf Auto). Wie erwartet, kann auch Auphonic bei technisch ziemlich schlechten Aufnahmen leider keine Wunder bewirken:


Aufnahme nach Auphonic inkl. Nosie-Hum: auto [mp3, 128kbs]

Ich finde deine Edit eigentlich recht gut. Ich nehme lieber Verluste bei der Stimme in Kauf, wenn dafür das Didgeridoo im Hintergrund ein wenig leiser tönt.
Rein aus Interesse (und für etwaige stumme Mitlesende): Welche Effekte hast du in diesem Fall angewendet? (Und falls sich das in Worten überhaupt gut beschreiben lässt: In welchen Konfigurationen?)

Vielen Dank für das Angebot, das ist unglaublich freundlich von dir Mespotine! Ich schick dir gleich mal eine PN (:

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Ich hab nen Plugin getestet, dass Denoiser heißt und von jemandem namens Bertom ist(das kann man auch mit Pay What You Want für lau kaufen), bei dem man viel rumdrehen muss, um eventuell nen Effekt zu bekommen. Und dann noch viele Instanzen des ReaEQ-equalizers, um möglichst viele der Frequenzen durch hochdrehen etwas wieder rauszuholen.

StudioLink bekommt demnächst die Option, dass Du nur nen Link weitergeben musst um das Gespräch hinzubekommen, also ohne Standalone herunterladen. Das kommt wohl zeitnah, Sebastian arbeitet da schon seit geraumer Zeit dran.

Edit:
Ja, Auphonic hat da leider auch nix gebracht in Deinem Beispiel.

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Danke für die Infos, habe mir den Denoiser von Bertom auch mal runtergeladen uund die Tage mal anschauen.

Beim ReaEQ steige ich aktuell noch nicht ganz durch und nutze bisher in den meisten Fällen die US-Presets. Aber mit häufigerer Verwendung von US wird das hoffentlich auch bald.

Das sind ja super Neuigkeiten. Dann wird StudioLink bald nahezu alternativlos. (Ich sollte die neusten StudioLink Nachrichen hier im Sendegate wirklich mal eingehender verfolgen.)

Es klingt halt total nach Telefon. Aber ein Echo konnte ich nicht feststellen. US Dynamics hebt das ganze natürlich noch an. Ich habe keine Erfahrung mit Denoiser Plugins würde aber auch probieren mit einem EQ die Aufnahme noch etwas zu säubern und die Stimme noch ein bisschen klarer zu kriegen. Im normalen ReaEQ kann man sehr viele Bänder aktivieren und da an einigen Bereichen drehen. Ich würde aber trotzdem keine Wunder erwarten und beim nächsten Mal auf eine möglichst gute Aufnahme setzen. Studiolink funktioniert da super. Und mit lokaler Aufnahme beugt man auch Verbindungsproblemen vor.

Aber: Man versteht die Interviewpartnerin auch jetzt schon zumindest ausreichend. Und es geht ja um den Inhalt.

Es ist kein klassisches Echo, eher ein brummendes „drrrrrrr“ , was an vielen Stellen nachklingt.
Hör mal in der Aufnahme nach „Einstieg“ ganz am Anfang, mit Kopfhörern am Besten.
Da klingt noch was nach was auf Dauer doch eher etwas störend ist.

Ich hatte mit Lautsprechern gehört. Da war es nicht so schlimm.

Hier auch.
Bei Podcasts hören aber die Meisten dann doch mit Kopfhörern, da fällt das dann noch genauer auf, weils direkter ist. Bei Lautsprechern verliert sich manches dann doch in der Raumakustik selbst, von daher ist das etwas toleranter für leichte Störgeräusche.

Hab jetzt übrigens auch das gesamte Audio gehört, da ists an manchen anderen Stellen noch viel krasser, so dass mans nicht unbearbeitet lassen kann. Zumal Störgeräusche auch vom Inhalt ablenken können, das wäre in diesem Fall echt schade.

@Cadabra
Ich schick Dir gleich meine Bearbeitung.

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