Recorder zum rumlaufen gesucht

Hi,

das mit dem Zoom F6 ist ja wunderbar, aber ich habe das Szenario vergessen, dass man manchmal einfach rumläuft und sich irgendwas zeigen lässt und darüber spricht. Typische Reportertätigkeit also. Der F6 ist nun wirklich nicht für mal schnell „rumlaufen“ gemacht.

Ich überlege, ob dafür ein Zoom H1, H2n oder ein Tascam DR-05 passend ist.
Oder gibt es da eine viel bessere Alternative die wenig kostet?

In dem Szenario trage ich das Ding in der Hand (was die Frage nach Handlinggeräuschen aufwirft) und mag ggf. noch ein dynamisches Mikrofon anschließen können (Sennheiser MD 46). Was ich auch nicht so recht herauskriege:
Internes Mikrofon + externes Mikrofon: Können die das gleichzeitig auf getrennten Spuren aufnehmen?

Atmo darf dabei immer gerne mit drauf sein und ich mag das Teil auch mal an ein schweres Rolltor oder so halten um das schön mit einzufangen.

Habt ihr da einen Tipp für mich?

Ich tendiere ja fast zum H1 oder Tascam. Das scheint ausreichend zu sein und wirklich günstig zu sein.

Tascam kenne ich nicht, aber zum H1 kann ich sagen:

Mittelgutes Teil. Der H1n hat das Hauptproblem, dass der Gainregler sich sehr leicht in Taschen und ähnlichem verdreht, auch wenn Lock an ist. Das Problem gab es beim H1 nicht. Handlinggeräusche sind bei H1 und H1n eher nicht so gut, das Plastik knarzt mitunter wenn man fest zugreift und die Stereomikros sind auch nicht entkoppelt vom Gerät. Ich mag den H1 (ohne N) als kleinen Rekorder, den man an der Person tragen kann, verbunden mit einem Rode Smart Lav. Der Rekorder taugt auch für ein Reportermikrofon, solang es keine Phantomspeisung braucht. Den H1n finde ich hübscher und moderner, aber das Gain-Rad ist so ein Nervfaktor, dass ich den nicht empfehlen würde. Klanglich finde ich beide H1 Modelle top, aber eben eher für fest aufgestellt und nicht zum Rumtragen – wobei ich das auch schon erfolgreich gemacht habe, man muss halt sicher stellen, dass man nicht mit dem Gehäuse rumknarzt.

Unschlagbar ist dafür der Preis, die Dinger kosten neu schon fast nichts und gebraucht sind sie spottbillig – Du kannst es also selbst mal ausprobieren, ohne arm zu werden. Außerdem kann man den H1 auch als Interface über USB benutzen, was mir schon das ein oder andere Mal den Hintern gerettet hat.

Bottom Line: ich bin froh, den H1 zu haben, aber nur für ein paar spezielle Anwendungen. Zu denen zählt nicht, den H1 als Handmikrofon zu verwenden.

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Ich hätte gesagt der F6 ist genau dafür gemacht. Was spricht dagegen ihn in einer passenden Umhängetasche mitzunehmen und dort das Mikrofon anzuschließen? Das wäre mein BIld von „typischer Reportertätigkeit“.

Haha!.. Das Ding in der Tasche mit allerlei Kabeln dran und an die Regler kommst Du auch nicht mehr dran. Es gibt diese sündhaft teuren Taschen, mit denen das geht. Da kein Mikrofon eingebaut ist, kommt immer ein Kabel mit dran und … Ach, das ist irgendwie ein Wahnsinn, aber geht natürlich. - Nur ist es nicht schön. - So ein kleines Handteil mit in der Tasche zu haben fände ich echt besser.

Ich gebe zu: Der H6 war da wesentlich angenehmer, wenn auch recht schwer.

Ich baue halt immer den ganzen Kram auf nem Tisch auf und wir nehmen auf. Dann kommt der Moment, wo man mal rumläuft und ich würde gerne den F6 mit allem einfach da stehen lassen, wo er steht, weil die Aufnahme am Tisch ja später weitergeht.

Ich habe 2 mal dieses Auf- und Abbau-Szenario mit F6 im Rucksack gemacht… Deshalb suche ich eine Lösung mit etwas mehr Komfort.

Teure Hardware, teures Zubehör. Find ich jetzt nicht so ungewöhnlich.

Ah, der Teil fehlte mir. Zwei parallele Setups gehen mit einer Hardware natürlich eher schlecht.
Wenn ich aber mit 32 Bit aufnehme würde ich diese Bequemlichkeit gerade beim rumlaufen haben wollen, in Bewegung dürften die Stärken der 32 Bit doch erst recht rauskommen.

Meines Erachtens macht ein H1, H2 oder DR05 wenig Sinn für deine Vorstellungen.
Du kannst dein MD46 nicht gescheit anschließen, die internem Mikros schalten ab bei externem Anschluss, der zu dem noch Miniklinke stereo ist.
Eine Atmo in Mono ist m.E. wenig hörenswert (sind dann eher Störgeräusche im Sprachsignal).
Kurz, ich rate eine Klasse höher zu gehen, heisst 4 Kanal Recorder mit 2 XLR Mikro Inputs (für das MD46).
Damit kannst du Atmo (interne Stereo Miks) und Vocal gleichzeitig aufnehmen und entsprechend mischen.
Zum Thema Handgeräusche hat sich bei allen Recordern ein Ministativ klappbar als Handgriff bewährt.


wäre mein Favorit.
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Ein MixPre-3 oder MixPre-6: Kann auch 32 bit, kann Presets (für mobile, lokale oder remote Aufnahmen). Ist von der Bedienbarkeit besser als F6. Ist etwas kompakter. Kann auch Mix-Minus :slight_smile:

Hat eine App zum Fernsteuern (Android und iOS), Bluetooth ist eingebaut.

Ist aber schon „etwas“ teurer als ein H1…

DAS ist tatsächlich ein sehr schweres Argument… Das hatte ich schon fast aus den Augen verloren.

Okay, das ist mal eine Info. Den schaue ich mir mal genauer an.
Danke!

Falls Du Interesse hast: Ich verkaufe mein F4, fast wie neu, hat sehr gute Pre-Amps, aber kann kein 32bit. Dafür wäre bei mir schon die Profi-Tasche dabei und ein Adapter eine USB-Powerbank anzuschließen. 4 XLR-Anschlüsse.

Ich kann den H1 empfehlen, wenn man das richtige Mikrofon hat. Mit dem AKG C1000S in Kombination mit dem Zoom H1 (und H1n) habe ich ganz brauchbare Aufnahmen hinbekommen, bei denen es einfach schnell gehen und robust sein musste. Der H1 verschwindet dabei auch gern mal in der Jackentasche oder verbleibt in der Hand. Das C1000S ist ein Kondensatormikrofon (mit 2 Standard-AA-Batterien) , welchem verschiedene Kapseln bei gelegt sind, ich habe meist die „Sprach-Kappe“ drauf.

Raus kam dabei so etwas (15:35min), Es war sehr laut im Hintergrund und ich habe mit relativ wenig Gain aufgenommen bei 24 Bit/48 kHz in WAV:
https://berateraffaere.de/podcast/sts-zimmer-von-der-leyen/?t=15%3A32

Und hier noch ein schlechter Schnappschuss davon: :stuck_out_tongue:

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Ich habe tatsächlich einige Sekunden gebraucht, bevor ich aufgehört habe, mich über den fehlenden Duschkopf zu wundern.
Das Klangbeispiel ist wunderbar. 1000 Danke!
So in etwas stelle ich mir das tatsächlich vor. Danke!

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Haben wir lange mit getüftelt. Prinzipiell sollte es sogar mit einem Smartphone gehen, aber in der Praxis war das umständlich den Ton vom Mikro in guter Qualität ins Smartphone zu bekommen.

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Mal als kleiner Nachtrag zu meinem Post oben:
Das ganze wiegt, so wie es da liegt, 524g (incl. 2 Li-Akkus à 30g im Mikrofon und 1 Li-Akku im H1)

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Wenn ich noch einmal vor deiner Situation stünde, würde ich wohl dem Tascam DR-05 in dieser Preislage eine Chance geben. Ich habe mir damals ein H2n gekauft, weil ich (immer noch) von den flexiblen Kombinationen der eingebauten Mikrofonkapseln begeistert bin.

Das Tascam DR-05 hat aber laut Messungen bessere Mikrofonvorverstärker (siehe z. B. https://www.avisoft.com/recorder-tests/) – wenn auch nicht so gute wie viele teurere portable Modelle (H5/H6, viele Sony-Geräte und größere Brüder von Tascam). Aber besser als H1 und H2n. Das Rauschen (EIN) wird aber dennoch hörbar sein.

Wenn das Tascam wie die kleinen Zooms auch Plug-In-Power hat (wovon auszugehen wäre), dann kann man auf jeden Fall mit einem Paar Soundman OKM auch auf binaurale Atmos aufzeichnen. Ich habe außerdem gerade an mein H2n ein Sennheiser MKE 600 (Shotgun-Mikro) mit eigener Batterie über 3,5 Klinke angeschlossen – funzt so auch ohne XLR und Phantomspeisung wunderbar für die Aufnahmen am Kleinstgerät. Daher liegt mein Fokus mittlerweile auf einer möglichst rauscharmen Aufnahme bei leisen Settings (Museum o. ä.)

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Was spräche denn dagegen es einfach mit dem Smartphone zu versuchen? Das dürfte für viele Anwendungsfälle genau das Richtige sein.

Ja, schon getestet und für grausig befunden. Gerade wenn Umgebungslärm da ist, versteht man gar nicht mehr. In sehr ruhigen Umgebungen geht das aber, haste recht.

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Aber Du könntest doch ein Mikro ans Smartphone hängen. da gibts doch inzwischen gute Sachen.

Also wenn Du ein MD46 vernünftig nutzen möchtest dann vergiss lieber Tascam DR40X (such mal nen Julian Krause Test dazu auf YouTube, das Ding rauscht an den XLR Anschlüssen dass es nicht mehr feierlich ist) oder DR5/H1n per Adapter (H1 mit AKG D230 getestet, Rauschen ohne Ende). Die kriegen einfach nicht genug cleanen Gain auf für das Mikro :neutral_face:

Zoom H5 plus Fethead würde ich eher empfehlen. Noch relativ klein und leicht, gutes X/YMikro und ja: MD46 plus X/Y Aufsteckmikro gleichzeitig funktionieren :+1:

Guck dir evtl. den Tascam DR10X an wenn Du das MD46 ganz ohne SchnickSchnack nutzen willst. Mir wir aber da der PreAmp dann auch zu rauschig mit einem Rode Reporter.

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… oder so’ne spezielle Mikrokapsel, die man mit TRRS oder Lightning schnell mal von oben aufs Smartphone klemmt (z. B. Zoom iQ6, Rode VideoMic Me/Me-L oder Saramonic SmartMic+)