Podcasts und die richtige Creative-Commons-Lizenz

Es gibt viele verschiedene Lizenzformen für Creative Commons, also die Art und Weise, wie man als Podcaster sein Urheberrecht teilt. Eine Übersicht ist hier zu lesen.

Vielleicht sollte man dazu noch die internationalen Kürzel ergänzen:
BY ND: Namensnennung-KeineBearbeitung
BY NC: Namensnennung-NichtKommerziell
BY NC ND: Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung
BY NC SA: Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen
BY SA: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Mir fällt auf, dass Podcaster sehr unterschiedliche Lizenzen ausgeben.
Welche Lizenz verwendet ihr? Und warum?

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CC BY (http://knowledge-on-air.de), um möglichst barrierearme Weiterverwendung zu ermöglichen.

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BY SA (http://ronair.fm) dann kann jeder damit machen was er will, solange er meinen Namen nennt und es dann auch unter gleichen Bedingungen weitergibt.

CC-BY, weil ich gerne möchte, dass die Hürden möglichst niedrig sind.

In dem Zusammenhang:

Wer von Euch ist denn bereit, seine Rechte nötigenfalls auch einzuklagen?

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Wenn ich jetzt ein UKW-Frequenz erben würde und schnell Programm senden müsste, damit ich Werbespots schalten kann, dann könnte ich euch alle durchsenden, oder?
Sollte nicht “NC” auch dabei sein?

Und wenn ich jetzt als Deutschrapper ein paar seltene Sprachsamples finden will, dann kann ich aus euren Podcasts einen schönen Refrain samplen?
Also wäre “ND” auch ganz gut - darf man mich halt auch nicht mehr zitieren, hmm.

Und für unsere Hörer macht das ja keinen Unterschied, oder?

Du musst halt schauen, ob du in deinem Podcast nicht etwa Musik oder Sounds benutzt die unter einer ähnlichen Lizenz stehen und somit das auch vorraussetzen.

Ich setze in der Geschichtendose NC aus (vermutlich übertriebener) Vorsicht, damit sich meine Texte nicht irgendwer abgreift. Das Schöne an CC-Lizenzen ist eben, dass sie nach Bedarf schützen, aber wenn mich wer anschreibt und sagt “Hey, ich würde gerne Episode 16 von dir in unserem Webradio senden, darf ich?” können einzelne Bedingungen oder die ganze Lizenz auch aufgehoben werden. Wer nur hört, den betreffen solche Lizenzen bei Podcasts ohnehin nicht. Man veröffentlicht sie ja selbst kostenlos im Netz.

NC ist ein klassisches Eigentor. Damit darf Dein Podcast nirgendwo eingesetzt werden, wo auch nur entfernt Werbung auf der Seite benutzt wird. Flattr wäre verboten, damit gehen so Sachen wie Relive-Radio nicht.

Dominik Wagenführ hat das sehr gut zusammengefasst: Das Problem der Creative-Commons-NonCommercial-Lizenz

Ich weiss nicht, was Du mit Deinen Podcasts erreichen willst, aber ich persönlich möchte ja gerade, dass meine Inhalte geteilt werden und ich möchte, dass mein Name als Urheber genannt wird, auch wenn Sprachsamples eingesetzt werden.

Lizenzen.

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Da kann man mit dem Urheber aber auch gut mal quatschen. Habe schon einigen NC Content trotz Flattr eingebunden, weil der Creator nichts dagegen hatte.

Stimmt schon, aber das machst du dann auf Grundlage dieses Gesprächs “mit freundlicher Genehmigung des Urhebers” und nicht auf Grundlage der Lizenz.

Ich verwende BY SA. Von NC halte ich nichts. Wenn jemand z.B. eine CD mit ausgewählten Podcast-Folgen vertreibt und dafür Geld nimmt, finde ich das völlig in Ordnung. Ein Problem hätte ich nur, wenn diese Person seinen Kunden verbieten würde, diese CD wiederum zu vervielfältigen. Aber da ist ja das SA-Copyleft vor.

Danke, das ist ein sehr informativer Text! Es scheint dann eigentlich nur CC-BY-SA Sinn zu machen.

NC steht dem Gedanken der Community und des Remix / der Weiterverarbeitung ähnlich entgegen wie ND. Am Ende kannte den Kram mit NC schon nirgends hintun, wo auch nur irgendein kommerzieller Zusammenhang konstruiert werden könnte… also ich sehe das als schwierig an und mag die Kürzel NC und ND gar nicht, SA finde ich einfach nur kompliziert (wenn ich einen Remix 5er Werke mit unterschiedlichen Lizenzen miteinander machen will, welche Lizenz muss dann da dran?).

Somit mache ich seit einiger Zeit einfach CC-BY und mir ist egal, ob sich jemand meine Comics auf T-Shirts druckt oder die T-Shirts verkauft - nur muss er eben die Attributierung mit auf die T-Shirts drucken, sonst entspricht er halt nicht der Lizenz. Und das bringt mir schon was und ist voll okay.

Die Rechtsbelehrung hat gestern zu genau diesem Thema gepodcastet: Rechtsbelehrung Nummer 20

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Das ist auch meine Sichtweise.

Ich stelle noch einmal die Frage:

Wie geht Ihr mit Lizenzverstössen um?

Reden. Erst mal hinschreiben und ohne Anschuldigung festetellen, dass da meine Lizenz nicht eingehalten wurde. Muss ja keine Absicht gewesen sein.
Im Besten Fall entschuldigt sich der andere und korrigiert sein irrtum. Ansonsten kann man dann ja über juristische Schritte nachdenken.

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Bist Du bzw. sind alle anderen gewillt, die juristischen Schritte auch durchzuziehen?

Ich bin es nicht, das ist einer der Gründe - nicht der Hauptgrund - für eine sehr freizügige Lizenz. Ich bin der festen Meinung, dass eine Lizenz nur ein Papiertiger ist, wenn man nicht auch gewillt ist, sie durchzusetzen.

Ich würde es ggf. schon durchziehen. Je nach Ausprügung halt. Wenn jemand da im großen Stil dagegen verstößt und nicht auf Zuschrift reagiert, dann ja.

Danke für den Hinweis!