PodcasterPro™ von Adam Curry


#1

Adam Curry hat ein USB-Interface entwickelt, das ein Klangwunder sein soll:

Lets make ALL podcasts sound great.

Zwei Monate bevor die Kickstarter-Kampagne starten soll, wirft er schonmal die PR-Maschine an. In diesem Blog-Eintrag verrät er erste Details.

  • 2 Mic Preamps, 2 unabhängige Kopfhörerausgänge
  • intergrierte n-1-Schaltung für Skype etc.
  • Preis: $495 (Quelle)

http://smallbatch.audio/2017/04/12/ten-years-in-the-making-almost-in-your-hands/

Curry nimmt den Mund ziemlich voll:

As part of the customizable sound, we developed RoomTune™, which optimizes your sound in your environment. It can make any room sound like a professional studio with our virtually transparent noise gate.


#2

Damn Adam, you sound really shitty over a lavalier microphone

Tja. Ich würde nicht sagen, dass das alles verkehrt oder Mist ist - aber 500 € für Probleme, die wir hier eigentlich auch schon alle gelöst haben…


#3

Mit Frickeln. Jemand™ müsste es verpacken, einen Kickstarter machen, für 399 USD verkaufen und reich werden.


#4

Ausserdem: ALLE podcasts? Nein, denn meiner hat mehr als 2 Leute, und da sind 500$ für 2 Personen lächerlich.


#5

An dem Ding bastelt er seit 2013?

Since PodcasterPro™ is built by podcasters (gasp!) we’ve put in features that we’ve always dreamed of, like an analog output for recording your master signal to an external device.

Das gab’s ja noch nie! :laughing:

Wie @rstockm richtig erkannt hat, hilft das Gerät wenig, wenn man ca. im Jahr 2016 angekommen sowie informiert ist. Das sind aber die wenigsten - entsprechend wird man da viel Geld holen können. (Heute noch werden von “Podcast-Trainern” USB-Mikrofone und Skype empfohlen.)
Es braucht halt mal wieder einen (halben) Amerikaner, um das Geld einzusammeln.

Einzig toll finde ich, bei einem kleinen Interface bereits zwei Kopfhörerausgänge zu haben. Aber auch das kann man viel günstiger lösen.

Mal wieder gilt: Wer das Sendegate nicht aufmerksam verfolgt, bleibt stehen und zahlt drauf.

Dafür habe ich in dem Video immerhin was gelernt: Mit “cutting edge digital signal processing technology” (= noise gate + compressor + limiter + EQ) kann man akustikoptimierte Räume und gute Mikrofone ersetzen. :raised_hands:

Adams Podcast ist übrigens der am besten klingende der Welt. Das tönt dann so.


#6

Puh, @Joey, wie ist dein Kommentar auf Currys Seite gemeint? Ich finde den total daneben, habe aber auch die Befürchtung, dass diese Haltung hier inzwischen als ziemlich normal angesehen wird. Finde ich nicht gut!


#7

Genau gleich.


#8

Es gilt immer noch GIGO: Garbage In = Garbage Out.

Sorry, ich habe inzwischen genug vermurkste Aufnahmen “retten” dürfen (oder es versuchen - oder aufgeben).


#9

Hier sind ja einige mit starken Meinungen schnell dabei. Ich bin auch nicht gerade aus dem Häuschen wegen diesem Gerät, aber ich würde es jetzt auch nicht als Geldmacherei oder überflüssig abtun. Wenig anfangen kann ich auch mit Verweisen auf das Sendegate oder Ultraschall. Beide sind vor allem für deutsche/deutschsprachige Podcaster. Für Currys amerikanische Kundschaft sind sie derzeit wohl kaum eine Alternative.

Mehrere Wege führen zum Ziel und Ultraschall ist nicht die einzig wahre Religion - so sehr ich auch Fan des Projekts bin. Erstmal ist es doch zu begrüßen, wenn Technik für besseren Podcast-Sound entwickelt wird. Und das kann das Gerät bestimmt erreichen: Für den durchschnittlichen Podcaster wird es die Soundqualität verbessern.

Außerdem zeigt der PodcasterPro doch auch, wo die Reise hingehen kann. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich ein ähnliches Gerät zum Beispiel aus dem Hause Studio-Link vorstellen. Und dann würden es sicher alle haben wollen - und es vielleicht auch mit 500 Euro bei Kickstarter anschieben. Man stelle sich mal vor, es fänden sich 100 Podcaster, die dazu bereit wären…


#10

Ich denke auch, dass es hier überhaupt keinen Grund geben sollte für (national)-Chauvinismus. Insbesondere dieses “don’t doubt the Germans” Ding war einmal lustig, aber es ist schon so eher uncool das selber vor sich rumzutragen. So etwas haben andere über einen zu sagen, nicht man selbst.

zweiter Punkt: ich finde es ausnahmslos unbedingt begrüßenswert, dass jemand mal dezidiert das Thema “Hardware nur für PodcasterInnen” anpackt. Auch wenn einem Details nicht gefallen mögen, so kann das doch mal den Horizont erweitern, und andere Hersteller wachen vielleicht auch mal auf.

that being said, lohnt doch auch ein Blick auf die einzelnen Features. hier mal andiskutiert:

  • Mic/Line channels. Each has a custom pre-amp with phantom power
    • das bieten drölfzigtausend andere Interfaces auch. Generell wäre ich sehr viel wohlwollender, wenn sie vier Inputs/Headsets verbaut hätten - das hätte die Kosten vermutlich nur wenig angehoben, wäre aber ein echtes Alleinstellungsmerkmal und dann würde es auch ernsthaft das Zoom H6 angreifen. Aber 2+Skype ist schon mal besser als 2 oder 1+Skype.
  • Full processing chains for each Mic/Line input with individual Noise Gate, Compressor/Limiter and 5 band EQ
    • Hier gibt es viele Unbekannte. Wenn das über einen Onboard-DSP realisiert ist, dann ist der Preis schon sehr gerechtfertigt, diese Steine sind immer noch das teuerste im Bereich der Audio-Hardware. Man muss dann mal schauen was die Software zur Programmierung der DSPs so taugt, aber da könnte man ja erst mal wohlwollend sein. Wirklich gut wäre natürlich ein in Hardware gegossener Limiter, der schon vor der Aufnahme Peaks abfängt - halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Wird man abwarten müssen.
  • A single USB2.0 connector puts two Digital Audio Devices on your computer
    • Finde ich jetzt nicht so absurd für den Massenmarkt und reicht für das bisschen Audio.
  • The first sound device is used to get sound in and out of your PC/Mac/Linux computer or laptop.
    Use the sound out with your favorite audio software. From a simple music player like iTunes, to a full blown soundboard, you use what feels comfortable. The PodcasterPro™ Also has a full processing chain for your PC audio with a Compressor/Limiter and 5 band EQ. The sound coming in to your PC is the final mixed sound from your PodcasterPro™ so you can record/stream your final output on your PC. This signal also has independent processing with a Compressor/Limiter and 5 Band EQ. The second sound device is for Skype, or any other communications program you like to use such as FaceTime, Mumble or any VOIP application. It is already pre-configured as a ‘mix-1’ in PodcasterPro™, and has its own noise gate, Compressor/Limiter and 5 band EQ to make your remote co-host or guest sound optimal. Hands down, the PodcasterPro™ makes Skype sound better than any phone system and towers above the quality heard on mainstream media. We paid a lot of attention to the Skype sound processing.
    • das ist ein wirklich sehr frischer Ansatz, da ziehe ich erst mal meinen Hut. Klar Studio Link und so, aber Skype mal in Hardware zu denken und dadurch die Aggregated Devices zu umgehen ist cool. Wenn das hält, was es verspricht, ist das für den SKYPE-Markt ein Gamechanger.
  • Since PodcasterPro™ is built by podcasters (gasp!) we’ve put in features that we’ve always dreamed of, like an analog output for recording your master signal to an external device.
    • etwas frech das als Feature zu verkaufen aber ja nun. Line-Out hat noch nie geschadet.
  • I despise headphone splitters, so we put in two headphone jacks, one on each side of the case for easy access by the host and a guest. Each has volume control that can be assigned to one of only two control knobs on the case, which are nice and big and allow for your guest to adjust their own volume as required.
    • Macht Sinn, wäre noch sehr viel cooler mit 4 Kanälen siehe oben.
  • Any of the three ‘soft buttons’ on the case can be assigned as a cough button.
    • Augenbraue hoch! Muss man schauen wie das implementiert ist, aber wieder: sehr gut gedacht.
  • What I’m most excited about is that every PodcasterPro™ comes with my personal settings pre-installed. You can use these as a starting point to adjust to your own environment. You can save settings in multiple memory slots for easy recall. As part of the customizable sound, we developed RoomTune™, which optimizes your sound in your environment. It can make any room sound like a professional studio with our virtually transparent noise gate.
    • Die vielleicht größte Unbekannte. Ich stelle mir das jetzt mal so vor, dass zum einen sinnvolle Presets für EQ und Dynamics mitgeliefert werden - sehr gut so, machen wir mit Ultraschall auch. Die Frage ist, wie sie das mit dem Raumklang und dem noisegate meinen. Ich würde mir das jetzt so vorstellen: das Mikro wird erst mit Hall und Rauschquellen eingemessen, und das dann in Echtzeit (?) per DSP aus dem Signal rausgerechnet. Das könnte schon ganz cool funktionieren in einigen Situationen, auch wenn ich mir einen Echtzeit-Enthaller nur schwer vorstellen kann. Umgebungsrauschen schon viel eher, siehe Kopfhörer. Auch hier: muss man abwarten was da kommt, aber prinzipiell klingt das interessant.

Also ich denke es lohnt da mal ein Auge drauf zu behalten wenn sie weitere Details veröffentlichen. Für mich wäre die entscheidende Frage: machen sie das alles im Gerät mit DSP, dann ist es sein Geld wert. Wenn es aber über Roundtrip durch den Rechner läuft und nur irgendwelchen VST-Effekte von der Stange mitliefert, dann ist es eher Snake-Oil - das kriegt man dann mit einem standard- Interface und einer brauchbaren DAW ähnlich gut hin.

Schaun mer mal.


#11

Wenn ich das (auch aus dem v1-Prototypen) richtig verstanden habe, dann werden Skype/Audio-Einspieler aus dem USB-Interface analog dazugemischt. Einerseits verhindert das ein Auseinanderdriften der digitalen Quellen, andererseits kann man aber bei einem Sich-Live-Vermischen dann aber nichts mehr nachträglich retten.

Und mein “GIGO” bezog sich auf die Idee, Aufnahmen aus kaputten Mikros oder Räumen mit ein bißchen DSPen heile zaubern zu können. Das klappt nicht. Aber schon ein halbwegs passabler Ansatz (brauchbares Headset oder Mikro in ruhigem Arbeitszimmer mit vollen, unregelmäßigen Bücherregalen) bringt mehr als alles DSPen dieser Welt.

Aber wie andere oben schon sagten: neue Ansätze und neu auf Podcaster/Radio zugeschnittene Geräte sind grundsätzlich erst mal zu begrüßen. Aktuell ist das alles ja vor allem auf Live- xor Studio-Musik ausgelegt. Die Yamaha AG03 und AG06 haben da auch schon mal Ansätze (v.a. zu Lets Plays), oder auch das schon besprochene Tascam US-42.

Da alles braucht vermutlich noch einiges an Ausprobieren und Aussieben, aber immerhin gibt es eine Entwicklung in Richtung auf “unsere” Bedürfnisse.
Und das finde ich erst mal gut.
:+1:


#12

Adam hat sich bezüglich des Geräts und dem Anwendungsbereich im Interview mit http://www.podcastlegends.com/ geäußert. Der Podcaster Pro Teil startet bei Minute 44.25

Der direkte Link zum Podcast: http://www.podcastlegends.com/2017/04/21/adam-curry-the-podfather/


#13

Er freut sich wie ein kleines Kind, Curry stellt in einem Webcast ein 3D-Model des Procasters vor: http://smallbatch.audio/2017/05/08/podcaster-pro-3d-walkthrough/


#14

Hat wohl nicht genug Geld zusammenbekommen; https://www.indiegogo.com/projects/podcaster-pro-by-adam-curry-podcast-audio#/