Multitrack direkt am PC aufnehmen mit USB-Mics

Hallo zusammen,

im Moment nehmen wir unseren Podcast noch mit einem einzelnen Stereo-Mic auf, da uns der Weg via H6 + Erweiterung + 6xHMC + … noch zu teuer ist.

Ich habe nun von einem Freund den Tipp gekriegt, dass ich ja relativ günstig anständige USB-Mics organisieren könnte und mit z.B. Voicemeeter Banana (oder wohl auch Reaper) über meinen PC eine Multitrack Aufnahme machen könnte. Damit würden wir rund 400 - 450Fr. sparen.

Hat damit jemand schon Erfahrungen gesammelt? Gibt es einen Grund, warum so ein Setup hier nie erwähnt wird?

Mehrere USB-Mikrofone an einem Rechner funktionieren (meistens?) nicht. Nur eines kann gleichzeitig angesprochen werden.
Du kommst um ein Interface wohl nicht rum.

Mein Forschungsstand ist: mehr als ein USB-Mikro funktioniert in der Regel nicht an einem Rechner. Es mag Software geben die das umgehen kann, REAPER gehört nicht dazu. Zudem ist die Definition “relativ günstig anständige USB-Mics” zu hinterfragen: für Kondensator-Großmembran-Mikrofone mag das gelten, vielleicht auch für Dynamische - beides liegt aber sdann auch schon preislich über den HMC660. Mit einiger Sicherheit findet man kein gut klingendes USB-Headset. Dort gibt es nur Angebote aus dem Gaming-Bereich die schrecklich klingen, ich habe Etliches durchgetestet.

Alternativ wäre eher zu fragen: es muss ja kein H6 sein, und die HMC könnte man auf 48V Umlöten… - das würde Geld sparen, etwa mit diesem Gerät:

https://www.thomann.de/de/behringer_umc1820.htm?partner_id=60110

. Ansonsten wird man kaum umhin kommen zu sagen: Aufnahme mit 6 Leuten ist nun mal anspruchsvoll und teuer.

gleich werde ich gesteinigt… ist euch mal in den sinn gekommen, einfach individuell spuren auf verschiedenen rechnern aufzunehmen? das bekommt doch jeder einfache laptop hin, oder? oder du schneidest einfach skype mit.

je nach anspruch an die aufnahme wäre das doch kostengüngstig, oder?

gruß
andi

Ich selber hab schon ein paar Podcasts mit zwei unterschiedlichen(!)* USB-Mikros aufgenommen aber du brauchst da halt wieder ein virtuelles Audiodevice und hast somit wieder eine potenzielle Fehlerquelle mehr, das ging auf Mac OS X ganz okay aber schön ist anders. Unter Windows sieht das ganze nicht viel besser aus.

*zwei gleiche gehen nicht, da OS X überhaupt nicht damit klar kommt wenn zwei USB Audiogeräte angeschlossen sind die den selben Namen ausweisen. Also zum Beispiel Behringer Xenyx 302 und Uphoria UMC22 funktionieren nicht an einem Mac.

Bei sowas hat man beim schneiden wieder den Spaß dass die Spuren irgendwann nicht mehr synchron sind, weil die interne Clock bei jedem Gerät ein wenig anders “tickt” und man schneidet sich dumm und dämlich damit es passt.

@Ahappyfreak: Wir sitzen irl am gleichen Tisch, also ist Skype o.ä. keine Option, und jedem einen Laptop hinstellen auch nicht.

@rstockm also könnte das mit der richtigen Software (Windows oder Linux sind machbar, 'nen Mac hat bei uns niemand) klappen, nur halt nicht mit Reaper?
Und, gegeben dass a) wir jetzt mit einem Galaxy Tab A aufnehmen, b) die Soundqualität davon voll okay ist, c) mein altes Gaming Headset voll okay tönt, muss ich leider eher deine Definition von “tönt schrecklich” hinterfragen. Schrecklich ist, wenn der Ton schwer verständlich wird. Wenns so tönt wie bei Skype oder am Telefon (bei guter Verbindung), dann reicht das locker - weil wichtig ist erstmal, dass alles gut verständlich ist. Lebensechte Repräsentation mit guten Höhen/Tiefen/Bla ist optional.

Ich muss aber sagen, dass ich noch nicht recherchiert habe, wieviel so ein USB-Mic kostet. Die Mikrofone, an die ich gedacht habe sind alle, fällt mir auf, mit 3.5mm Klinke ausgestattet. Wenn der Preis für die USB-Mikrofone ~ Preis für HMC, dann kann ich das schlecht einfach so mal testen und kann auch nicht schnell mal 6 davon kaufen und’s darauf ankommen lassen.

Darum wollte ich auch mal in dieser Runde nach Erfahrungen fragen.

Da auch keiner von uns Lötequipment hat, und ich nur ungern bastle und dabei die Garantie zunichte mache ist das mit dem Basteln kaum eine Option, sorry.

Und ja, sieht echt so aus als ob zu sechst aufnehmen schlicht teuer wird, sobald wir von Tablet weg wollen.

Endlich mal kein Mac im Spiel. Bei Linux könntet ihr versuchen, alle angeschlossenen USB-Mikros
mittels “null-sink” zu bündeln und dann z.B. mit audacity von “null-sink” aufzunehmen,

Ungetestet:
Anlegen des “null-sink” mit pactl load-module module-null-sink sink__name=rec
Die Mikros mit pactl load-module module-loopback source=dev-id sink=rec zum “null-sink” lenken.
Wobei ihr dieses Kommando für jedes USB-Mikro braucht.

Die jeweilige dev-id ermittelt ihr mit pacmd list, beim Output Aufmerksamkeit auf alsa__input.

Ich habe in ähnlicher Situation für mein GoMic pactl load-module module-loopback source= alsa__input.usb-Samson__Technologies__Samson__GoMic-00.analog-stereo sink=rec verwendet.

Danke! Sorgt das aber nicht dafür, dass ich am Ende wieder nur einen (Stereo-)Kanal habe?

Ja, aber besser als nix :slight_smile:

Wie so oft gilt: Buy once, cry once.
Tu dir selber einen Gefallen und mach’s von Anfang an richtig. Dafür hast Du in der Zukunft weniger Ärger. Und Geld gespart.
Wenn man für seinen Podcast 6 Leute haben will, dann kosten das nun mal mehr. Aber: Kannst Du dafür nicht auch die Kosten auf mehrere Personen verteilen? Bei einem solch riesigen Team sind die Kosten pro Kopf gar günstiger als bei einer kleinen Podcast-Crew. (Man kann sich den Preis des Interfaces teilen.)

Wenn Du Multitrack haben willst, wirst Du unter Windows nicht herum kommen mit nem Interface zu arbeiten. Alles andere ist, wenn es überhaupt funktioniert, eine so elendige Bastelei, die selbst Leute mit viel Ahnung sich eher nicht antun.
Zumal es meist ohnehin nicht funktioniert, und erst recht nicht, wenn Du es nutzbar machen möchtest.
Das Problem ist hierbei am Ehesten, dass die Treiber des USB-Mikros nicht dafür ausgelegt sind mit mehreren dieser USB-Mikros zusammenzuarbeiten, sie können nur eines ansprechen und gut ist.
Willst Du mit mehreren verschiedenen USB-Mikros arbeiten, also unterschiedlicher Hersteller um das Treiberproblem zu umgehen, könnte es evtl mit sowas wie VirtualCable oder Asio4All gehen.

Könnte…aber meist wirds nicht…

Erspar Dir den Ärger und stattdessen etwas Geld für zumindest Einsteigerhardware. Alles Andere ist ein elender Krampf wenn Du mehr willst, als nur ne Stereospur. Und wenn das Setup nicht klappt, haste umsonst Geld für die USB-Interfaces ausgegeben.

Sollte Dir ne Stereospur erstmal reichen, kannst Du erstmal mit nem USB-Mischpult anfangen, an das Du mehrere Mikros ranhängen kannst. Die sind meist ganz günstig im Verhältnis zu anderen Interfaces. Dann haste die Stimmen zwar nicht getrennt(also nur ne Stereospur), aber zumindest die Chance für jeden ein eigenes Mikro zu verwenden(solltest in dem USB-Mischer aber genug Eingänge haben.).

1 „Gefällt mir“

Das sowieso, kann ich - aus Erfahrung - nur unterstreichen

@mailonator Naja, aber der Punkt daran, überhaupt Geld auszugeben wäre, Multi-track zu kriegen. Weil Stereo geht gut genug auch ohne dass jeder ein Mic hat.

@Joey Die Kosten bleiben etwa gleich. Wir müssten knapp 800 CHF in die Hand nehmen, also rund 130 CHF pro Person. Das wäre bei 4 Personen leicht günstiger.

@Mespotine Mhm. Schade, dass das technisch so limitiert ist. Dann hat sich das wohl auch erledigt und der Upgradepfad bleibt ganz klar die Sendegate-Standard-Variante: Zoom H6 und HMC 660X.

Danke für das Feedback! Ich wusste nicht, dass die USB Mics so mies sind.

Ich komme auf unter 60€. (falsch)

Edit: Natürlich hätte ich mit genügend HMCs rechnen sollen. :unamused:

Zoom H6 + EXH6 + Millenium PP2B + 2x Kabel + 6x HMC660X + Audiosplitter?

Ich bin auf ~740 CHF gekommen, das letzte Mal als ich das recherchiert hab. Das macht ~123 CHF pro Person. (Vorher hab ich das nicht nachgeguckt, sondern aus Erinnerung gesprochen.)

Bin mir grad nicht mehr sicher ob da Versand dabei ist.

Meine Rechnung war natürlich unvollständig bis falsch.
120.- pro Kopf ist super! Worauf wartest Du noch? :sweat_smile:

Achtung: am Zoom H6 benötigst du für die HMC660 die PP2B nicht mehr, da das H6 selber auf 12V gestellt werden kann - also günstiger.
Einer der (vielen) Gründe, warum das H6 (H5) hier so beliebt ist.

Du könntest du noch zum Tischmikro greifen. Das ist evtl. immer noch besser als gar nicht zu podcasten. Vor allem, wenn Ihr Spaß an den Gesprächen habt. Wir podcasten oft zu dritt mit einem Mikro auf dem Tisch, unsere Aufnahmen klingen sehr ausbaufähig, aber wir haben trotz gelegentlicher Kritik am Ton eine kleine treue Hörerschaft. Wenn Ihr euch einfach nur gern zusammensetzen wollt, ist die Hörerzahl erstmal nicht so wichtig. Auch das Thema spielt eine Rolle. Wenn es da wenig Konkurrenz gibt, verzeihen Interessenten schlechteren Ton eher. Sprecht Ihr freilich vor allem geübte Podcasthörer an, dann sind die inzwischen schon auf eine ziemlich hohe Tonqualität geeicht.

@rstockm, ich dachte für die zwei, die am EXH-6 hängen, bräuchte ich doch noch ein PP2B?

@Sonntagssoziologe, wir sind schon am podcasten! :slight_smile: Die Frage ist, wie teuer es wäre, ein besseres Setup zu organisieren :slight_smile:

Aber wie gesagr, wir bleiben nun bei unserem momentanen Setup. Danke!

richtig, aber nur für die zwei.