Kapitelmarker und RSS-Feeds

Moin.

Im Handbuch von Ultraschall gibt es bisher keine Infos zu Kapitelmarken.
Ich möchte gerne Kapitelmarken setzen und sie für Nutzer des RSS-Feeds eines Podcasts bereitstellen?

Wenn ich richtig verstanden habe, werden Kapitelmarken im Format JSON in den RSS-Feed (das XML) eingetragen und können dann von Podcast-Apps, die den Podcast abonniert haben - wie zum Beispiel die App “Podcast” von Apple - verwendet werden?

Ist das so richtig?

Gibt es zum Thema Kapitelmarken und RSS und Podcasts eine Spezifikation, wo das präzise festgelegt ist?

Ursprünglich ging ich davon aus, dass Kapitelmarken direkt im Audiofile M4A enthalten sind und und Podcast-Abspiel-Apps das verwenden können. Aber mit dieser Vermutung lag ich wohl falsch.

Ihr merkt: ich stochere beim Thema Kapitelmarken noch weitgehend im Dunkeln.

Falls ihr erhellende Texte dazu empfehlen könnt: ich freue mich darüber : )

Gruß, Andreas

Es kommt ein bisschen darauf an, wie du deinen Podcast publizierst. In Ultraschall kannst du Kapitelmarken anlegen und als .txt exportieren. Das ist dann afaik aber noch kein JSON. Wie du die Kapitelmarken als JSON/XML in deinen Feed bekommst, hängt davon ab, wie du den Podcast publizierst. Irgendwo im Prozess lädst du sowohl Audio als auch Kapitelmarken hoch und das wird dann zusammen ausgeliefert.

Hi Jörn. Danke für deine Hinweise.

Mich interessieren jedoch mehr Details:

  1. Spezifikation für Kapitelmarken in JSON in RSS
  2. Minimales Quelltextbeispiel
  3. Sinnvolles Quelltextbeispiel für die verschiedenen Podcatcher Plattformen
  4. Kann Ultraschall das komplette RSS inkl. JSON erzeugen

Hallo,
es gibt keinen wirklichen Standard eher eine Konvention auf die sich viele geeinigt haben.
Hier ist ein Link, der in etwa Deine Frage beantwortet:

Der Link dort zum Chapteraufbau hat leider eine 404

Hier ein Beispiel:

{
„version“: „1.2.0“,
„chapters“: [
{
„startTime“: 0,
„title“: „Intro“
},
{
„startTime“: 120,
„title“: „Hauptthema“,
„url“: „https://example.com“,
„img“: „https://example.com/image.jpg
}
]
}

Auch wichtig in diesem Zusammenhang ist Podlove Simple Chapters:
https://podlove.org/simple-chapters/ii

Grüße

PS:
Die Verwendung von Kapitelmarken wird an mehreren Stellen in der Ultraschallanleitund beschieben. Die Struktur und der Quasistandard natürlich nicht.

Hi Gero. Herzlichen Dank.

Hast du vielleicht ein Beispiel eines kompletten RSS-Feeds im Quelltext, der

a von Ultraschall erzeugt wurde;
b Kapitelmarken enthält, die in Ultraschall gesetzt wurden;
c zwei Episoden enthält und
d typische Metaangaben enthält (Sprecher, Coverbild etc.)

Mit typisch ist auch gemeint: passende Tags für Podcatcher wie Apple, die vielleicht spezifische Tags verlangen, damit eingereichte Podcasts vernünftig eingeordnet werden können.

Ideal wäre ein richtiges Tutorial in deutscher Sprache, welches sich dem offenbar komplexen Thema praxisnah widmet.

Hallo,
das lässt sich nicht pauschal ist für die meisten Apps und Hoster und Webseiten beantworten, weil
es eben kein Standard ist den alle gleich umsetzen.

Wenn Du zB. die Kapitelmarken in die mp3 einbindest, erscheinen diese nicht immer und überall.

Wenn Du die Konstellation Ultraschall, Podlove verwendest , führt Dich Podlove und Ultraschall durch den Prozess wenn Du selbst hostest.

Wie der RSS Feeds (von Apple, Spotify etc… ) interpretiert wird, kann jedoch unterschiedlich sein.

Wenn Du es für eine bestimmte Platform oder App wissen möchtest, wird sich bestimmt eine Person finden, die Dir helfen kann.

Grüße

Gero

Hi Gero.

ist ein Wordpressplugin, wenn ich es richtig sehe.

Ich verwende ein anderes CMS: Kirby.

Aber meine Frage ist unabhängig vom CMS.
Mir geht es vor allem darum - vor der Auswahl eines Werkzeugs zum einfachen Erzeugen eines Feeds mit Kapitelmarken - saubere und vollständige Beispiele für den Quelltext des RSS-Feeds zu haben.
Für die verschiedenen großen Podcatcher.

Falls hier jemand mitliest, der dazu was sagen kann: ich freue mich darüber : )

Hallo,
jetzt verstehe ich Deine Frage etwas besser .
Für Kirby gibt es aktuell keine vollständige Implementierung des des quasi RSS Standard.

Am nähesten ist wohl Kirby Podcaster dran.

Du kannst es natürlich auch selbst umsetzen, da wären für mich persönlich Vibe coding und Kirby Foren der Weg, aber vielleicht liest hier ein Wesen mit, dass damit ja Erfahrung hat.

Grüße

Gero

Liest denn jemand mit, der mal ein vollständiges Beste-Praxis-Quelltextbeispiel für RSS - inkl. Kapitelmarken - hier posten möchte?

Passt dann so ein Beispiel für die genannten Podcatcher Apple, Spotify und Amazon? Oder brauchen die jeweils eine Sonderlocke in Form von spezifischen Tags?

Oder findet ihr meine Frage unpassend?

Ich glaube nicht, das jemand deine Frage unpassend findet. Ich denke nur das einfach keiner hier ist der es auf diesen Weg macht und daher deine Frage beantworten kann.

Danke. Die Einordnung hilft mir auch. Hätte ja sein können, dass hier auch Leute mitlesen, die Podcasts selber hosten und sich für die Details des Quellcodes interessieren : )

Mich interessiert noch die “geschichtliche Entwicklung” zu RSS und Podcasts.

Versteht jemand von euch, warum bei einem so populären Medium bis heute kein Standard existiert, wo alle Metadaten innerhalb des Audiofiles gespeichert werden? Vollkommen analog zu ID3-Tags in Audiofiles, die Teil es Musikalbums sind.

Ich kapiere nicht, warum es zu Kapitelmarken und den vielen anderen Metadaten nur den Kuddelmuddel in den RSS-Tags gibt? Da komme ich nicht dahinter.

Mit dem Thema habe ich mich auch viel auseinandergesetzt. Grundsätzlich sehe ich vier Arten, die Apps und Dienste Kapitelmarken erkennen:

  • Einfache Zeitangaben in den Shownotes
  • Eingebettete Kapitelmarken in der Audiodatei
  • PSC Format als separate Datei
  • JSON Format als separate Datei

Da Ultraschall nur bedingt hilfreich ist, wenn man umfängliche Kapitelmarken inkl. Bild und Link erstellen möchte, hatte ich mir eine Excel-Datei gebastelt, die zumindest die Ultraschall-Marken mit Bildern und Links anreichern und als PSC ausgeben kann.

Aber spätestens bei JSON war ich dann mit Excel doch raus. Also habe ich Ultraschall erweitert, damit es mir verschiedene Formate direkt ausgeben kann. Meine Podcast-Episoden sind nun hoffentlich maximal ausgestattet. Bisher hat es auch bei den getesteten Apps geklapp.

An der Stelle ein kleiner Verweis auf eine Beobachtung, die ich vor einiger Zeit gemacht habe, bei einer Folge, in welcher ich ausschließlich die Zeitangaben in der Sendungsbeschreibung hatte.

Wo erscheinen denn dann die Links im Podcast(bild)?

Gibt es denn irgendwo dazu eine Website, die diese Dinge umfassend und mit Quelltextbeispielen dokumentiert?

Wenigstens für 1-3 große etablierte Apps wie Spotify.app, Podcasts.app und Amazon Music.app?

Alles bezogen auf den Usecase: Podcaster legt die Episoden auf seinem eigenen Webspace ab und möchte Kapitelmarken bereitstellen, die dann von Spotify.app, Podcasts.app und Amazon Music.app verwendet werden können.

Oder hostet kein Mensch mehr selber, weil es irrsinnig kompliziert ist, Kapitelmarken bereitzustellen.

Ich sehe leider nach wie vor nicht durch.

Es ist eigentlich gar nicht so schwer, Kapitelmarken bereit zu stellen, das haben ja nun schon mehrere Leute versucht zu erklären. Die kommerziellen Plattformen erfinden leider sehr gern das Rad neu und bauen ihre eigenen Standards. Deswegen ist das alles unterschiedlich. Die einfachste Variante (abhängig davon, wo du hostest) sind Kapitelmarken wahlweise im PSC oder JSON-Format und zusätzlich Zeitmarken im ID3-Tag der MP3-Datei. So deckst du die freien opensource Apps ab und gibst auch den Heinis bei den Datensilos Futter, mit dem sie weiter arbeiten können.

Apple hat irgendwo sehr tief in seiner Doku versteckt deren Anforderungen an einen RSS-Feed. Dazu gibt es mehrere Validatoren, die RSS-Feeds auf Vollständigkeit der Pflichtfelder checken und dann gibt es noch, wie Gero schon völlig richtig sagte, die Anleitung des Podcast-Namespaces für JSON-Kapitelmarken gemäß Podcast 2.0. Aber: Nicht alles aus dem Namespace wird in allen Apps unterstützt, weil da mit Podcasting 2.0 wieder jemand seinen eigenen Standard bauen will.

Ich glaube, wenn der Thread bisher irgendwas gezeigt hat, dann wohl, dass sich bisher noch niemand die Mühe gemacht hat, das alles mal ausführlich aufzuschreiben. Es ändert sich ja auch ständig irgendwas: Podcasting 2.0 beschließt ein neues Feature, Apple macht auf einmal eigene Kapitel per KI usw. Die einfachste Variante an ein sauber funktionierendes Beispiel zu kommen, wie ein RSS-Feed aufgebaut ist, könnte sein - und ich mag mich da irren - den RSS-Feed eines bestehenden Podcasts lokal zu speichern und in einem Text-Editor zu öffnen. Da stehen alle nötigen Felder mit konkreten Inhalten drin.

3 „Gefällt mir“

Hi Jörn und alle anderen, die hier so nett beigetragen haben. Danke für eure Hinweise : )

Ich werde meinen ursprünglichen Wunsch, Kapitelmarken für die 3 großen Apps Spotify.app, Podcasts.app und Amazon Music.app zu erstellen, erstmal ruhen lassen. Das Thema überfordert mich.

Irgendwann möchte ich nochmal aus reiner Neugier die historischen und aktuellen Gründe verstehen, warum sich kein Standard durchsetzen konnte, wo Kapitelmarken allein in den Metadaten des Audiofiles stecken statt im RSS oder anderen externen Formaten.

Also dann bitte anschnallen für eine kleine Geschichtsstunde, Oppa erzählt vom Podcasting.

Dass Kapitelmarken in Dateien und nicht im MP3 ausgeliefert werden, hängt imho damit zusammen, wie Podcasting entstanden ist und weiterentwickelt wurde. RSS als Standard wurde erstmals 1990 definiert und dann zunächst für das genutzt, was man später als „Blogs“ bezeichnete. (Sehr stark vereinfachte und verkürzte Darstellung!) Irgendwann so um 2004 hat Dave Winer als erster die Idee umgesetzt, Audiodateien im „Anhang“ eines solchen Feeds zu verteilen. Das war im Prinzip Podcasting und es entwickelte sich von da an weiter. Die erste Welle des Podcastings erreichte Deutschland so ab 2007, 2008 war man sogar davon überzeugt, dass sich die US-Präsidentschaftswahl durch Podcasting entscheiden würde.

Kapitelmarken kamen sehr viel später, so ab 2013 hat Auphonic die erstmals unterstützt. Wann Editoren wie Audacity die Möglichkeit boten, Textmarker in den Audiospuren zu setzen, zu beschriften und als Datei zu exportieren, habe ich nicht gefunden. Aber das war der Start: Zeitmarken im Audioschnitt markieren, als Datei exportieren und weiter nutzen.

Das Team des Podlove Podcast Publishers für Wordpress hat das PSC-Format entwickelt, in dem diese Zeitmarken mit Links angereichert werden konnten. Zunächst konnte man damit im Wesentlichen den Player im eigenen Blog bespielen. Die Art, wie man Kapitelmarken damals erstellt hat (Export aus der Schnittsoftware in eine eigene Datei) und der limitierende Faktor, dass so gut wie keine App Kapitelmarken egal in welcher Darreichungsform unterstützte, führten nach meiner Einschätzung - und das dürfen gerne alle anders sehen - dazu, dass sich dieser Standard bis heute gehalten hat.

Denn das Konzept der Kapitelmarke musste sich international erstmal durchsetzen. Im Oktober 2015 hat der Entwickler von Overcast, Marco Amend, in den Release Notes seiner App Overcast 2 „Don’t doubt the germans“ geschrieben, als er Kapitelmarken-Unterstützung ankündigte. Kapitelmarken seien doch besser, als er dachte. Gerade dieser Artikel ist übrigens sehr hilfreich fürs historische Verständnis der Kapitelmarken-Situation.

Die großen Portale sind zum Teil erst vor wenigen Jahren auf den Podcast-Zug aufgesprungen und - das wurde ja hier schon mehrfach beleuchtet - kochen dabei gern ihr eigenes Süppchen. Spotify hat zum Beispiel sehr lange Kapitelmarken im PSC-Format unterstützt und auch bei Apple Podcasts haben die lange funktioniert. Inzwischen wollen die Kapitelmarken auch gern in der MP3 haben oder als JSON-Datei.

4 „Gefällt mir“

Ganz herzlichen Dank lieber Jörn für diesen Einblick!

Man kann sich nur wundern, warum in manchen technischen Bereichen keine Standardisierung stattfindet. Es müssten sich doch “nur” ein paar große Akteure und einige Podcaster mal zusammensetzen.

Ich bin auch deshalb so verwundert, weil es das Konzept von “Abschnitten” ja seit Uhrzeiten in Form von ID3-Tags für MP3-Dateien gibt: es ist problemlos möglich ein Album zu deklarieren, welches aus mehreren Tracks besteht.

Sachlich ist jeder Track eines Albums ein “Abschnitt” des Albums.

Und alle nötigen Angaben für ein Album mit mehreren Tracks lassen sich völlig problemlos in den Metadaten als ID3 deklarieren.

Egal. Ich werde das Thema zurückstellen und vollständig auf die Bereitstellung von Kapitelmarken verzichten, solange es nur diesen verrückten Kuddelmuddel gibt.

Zur Erzeugung von RSS ohne Kapitelmarken werde ich mich noch belesen. Aber vermutlich sind auch dafür die Bedürfnisse der großen Plattformen so unterschiedlich, dass man das händische Erzeugen knicken kann.

So schwierig ist es nicht, die zwei Formate JSON und PSC selbst zu generieren. Ich hab das für meine Podlove/Wordpress-Instanz gemacht. Die Formate sind definiert, da muss man nur die Daten entsprechend formatiert aufbereiten. Auch die Art, wie diese in einen Feed eingebunden sind, ist definiert. Wenn man dann noch zusätzlich die Kapitel in die Datei einbettet und sie vielleicht noch in den Shownote-Text legt, ist man eigentlich gut aufgestellt.

Dann geht’s ans Testen. Nicht jeder Client unterstützt Kapitel. Ich hatte das zu Beginn unseres Podcasts eine zeitlang gemacht, das ist etwas mühselig und ändert sich auch immer mal wieder. Ich weiß noch, dass ein Client verkündete, dass Kapitel nun auch bei ihnen gingen, bei mir aber nicht funktionierte. Stellte sich raus, dass sie “nur” das JSON-Format implemeniert hatten. Nach einem kurzen Austausch mit denen haben sie auch das PSC-Format nachgezogen, jetzt geht auch bei denen beides. Zeigt also, dass es immer Bewegung im Markt gibt.

Aber wie gesagt, der Aufwand, um PSC- und JSON-Dateien zu generieren, hällt sich in Grenzen.

Und zum Thema, warum nicht die Kapitel aus der MP3 genommen werden: die stehen erst dann zur Verfügung, wenn die Datei komplett im Client angekommen ist, soweit ich weiß. In einem Streaming-Szenario ist das nicht hilfreich bzw. möglich.

1 „Gefällt mir“