Gibt es neue Mikros, die ihr zum Podcasten empfehlen könnt?

Was ist für euch der Goldstandard? Budget erstmal außen vor. Die beste Klangqualität, am besten in Verbindung mit meinem Zoom H6 nutzbar?

„Gold“? Dann Schoeps oder Neumann. :nerd_face:
Dann braucht es aber vom Gold so’n zehntel Pfund.
Ansonsten seeehr abhängig vom Einsatzzweck.

Beim Headset immer noch das beyerdynamic DT-297/797 der Tim-Protlove-Gedächtnis-Goldstandard.

Bei dynamischen Handhalte-Mikros ist das Sennheiser e835 die Budget-Empfehlung.

Ansonsten: variiert je nach Einsatzzweck und eigener Stimme.

Für 100-300€ für dynamische und 150-600€ für Kondensator-Mikros gibt es sinnvolle Qualität, und Qualitätssteigerungen darüber werden schnell überproportional teuer bei verhältnismäßig wenig mehr an Qualität.

Wesentlich werden dann nämlich auch zunehmend Raumakustik, EMV, Verarbeitungsschritte, etc. - und nicht zu vergessen Stimme und Sprech-Technik.

Insbesondere hinsichtlich der Stimme sollte man dann selber einfach mal testen, welches Mikro für einen und die eigene Stimme selber am Besten klingt - und am besten zu handhaben ist.

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Danke für den Tipp. Bei dem Sennheiser e835 finde ich den Batteriebetrieb immer doof. Man weiß nie so ganz, wie lange das Mikro noch hält und die Sprechqualität bleibt? Wie siehst du die Shure Mikros. Ich weiß, so klarste, beste vom Sound her gibt es wohl nicht … Wo setzen denn die Profis drauf?

Was haltet ihr beispielsweise vom EV RE20 RE-Series?

Das EV RE20 ist sicher eine gute Wahl. Ansonsten extrem gehyped (aber imho auch zu recht) ist das Earthworks Audio Ethos. Aber falls das Budget nicht unlimitiert ist, würde ich erst einmal in ein gutes Raum Treatment (und vielleicht auch ein besseres Interface) investieren, statt knapp 1000 € für ein Mic auszugeben.

Ich persönlich nutze das Neumann KMS 105 und bin damit sehr, sehr zufrieden.

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Batteriebetrieb??? Hat das Ding nicht, weil ist dynamisch…
Vielleicht verwechselt mit dem e865?

Wenn mehr als Basics investiert werden soll, dann möglichst immer auf die eigene Stimme und Aufnahmesituation anpassen.

Wird das Mikro immer nur in der Aufnahmekabine eingesetzt (dann gerne ein Studio-Kondensator), oder unterwegs (dann eine „Bühnen-Eistüte“), oder müssen die Pfoten zum Spielen frei bleiben (dann ein Headset oder Nackenbügel)?

Bei Video soll das Mikro eventuell nicht sichtbar sein (dann bieten sich Super-/Hyperniere für Out-of-Frame-Shots oder Shotgun an)? Oder soll „repräsentativ“/„professionell“ nach Radio aussehend im Bild zu sehen sein (dann beispielsweise Shure SM-7B, EV RE20 oder Neumann BCM-104)? Oder besonders neutral und präzise abbilden (diverse Schoeps, AKG C414)?

Nachdem diese Randdaten geklärt sind, kann man sich dem Klang widmen. Innerhalb der o.g. Preisbereiche findet sich schon sehr ordentliches Material (teurer geht natürlich immer). Und der Klang ist EXTREM individuell.

Wer beispielsweise etwas „dünn“ klingt, bei dem kann ein nah besprochenes Shure (SM-58, SM7B, …) mit dem bekannten Bass-Boost die Stimme etwas anfetten. Den gibt’s auch von anderen, ist aber bei den genannten Shures besonders bekannt). Wer sowieso schon 'rumbrummelt, der sollte ein Mikro nehmen, das da weniger ausgeprägt ist (im Budget-Bereich beispielsweise das genannte e835, in teurer beim EV RE20).

Achtung: ein GEWÜNSCHTER Nahbesprechungseffekt verlangt starke Mikrofondisziplin! Denn wenn der Abstand schwankt, dann nicht nur die Lautstärke, sondern vor allem auch die Charakteristik des Effekts! Wenn man beispielsweise häufiger nicht an Mikros gewöhnte Leute im Studio hat, dann besser etwas Abstand nehmen und/oder ein Mikro, das in dieser Hinsicht weniger empfindlich ist (viele der dynamischen Sennheiser beispielsweise - oder Studiomikros mit entsprechend mehr Abstand). Dann ist der Klang konsistenter.

Da hilft dann nur ausprobieren.

Wer aber deutlich in Mikros investiert, sollte auch die Optimierung seiner Aufnahmesituation in mindestens ähnlicher einplanen. Denn sonst hört man mit den guten Mikros schnell einen Lüfter hier, ein Zirpen da, das Klicken von Maus oder Tastatur, den Raumhalll…alllll…allllll, die Klospülung aus der Wand, die Feuerwehr von der Straße, …

Danke dir … Kann ich das Electro-Voice RE20 mit dem Zoom H6 problemlos betreiben?

Das RE20 hat eine Empfindlichkeit von 1.5 mV/Pa, ebenso das Shure SM58,
das für seinen (zu) niedrigen Ausgangspegel berüchtigte Shure SM7B hat nur 1.1 mV/Pa,
das Sennheiser e835 im Vergleich 2,7mV/Pa,
das AKG C414 satte 23mV/Pa

Ich würd’ sagen: alles unter Pi*Daumen 1,5mV/Pa kann an vielen Computer-Interfaces schwierig werden ohne Zwischenverstärker (FetHead u.ä.) - selbst bei Nahbesprechung.

Das hängt natürlich auch wesentlich von der Stimme ab. Eine Trompetenstimme, die direkt am Gitter lutscht, braucht viel weniger Gain als die zaghafte von Mäuschen Duckmich auf Armlänge vom gefährlichen weil bestimmt menschenfressenden Mikrofon.

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Oder meintest Du Batteriebetrieb am Zoom?
Wenn das beim e835 schon schwierig ist, dann ist das RE20 mit nur rund halb so viel Ausgangspegel entsprechend haariger.

Generelle Empfehlung: ausprobieren! Gerade auch wegen der individuellen Faktoren Aufnahmeraum und Stimme. Wozu haben Versandhäuser 14-30 Tage Rückgaberecht?! Aber auch der Laden vor Ort erlaubt gerne Tests (zumindest die besseren).

Habe mal das RE320 mit dem Zoom H6 betrieben, das braucht weit weniger Gain und die Kombi war sehr erfolgreich.

Kann das SE DynaCaster sehr empfehlen. Hat einen internen Gainbooster (gleicht die mauen H6 Preamps aus), eine tolle dynamische Kapsel (verwandt mit SE V7, das verwenden einige Popsänger:innen), hat EQ Einstellungen direkt am Mikro (und sogar sinnvolle), ist hervorragend verarbeitet, ist popp-unempfindlich und klingt bei meiner Stimme angenehmer als das RE20 (ich finde das recht scharf bei mir). Alles für nen fairen Preis :+1::+1::+1:

Ich habe mir das RE20 jetzt bestellt. Kommt morgen. Dann wissen wir mehr. Wen es interessiert, teile auch gerne hier meine Erfahrungen.

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Der letzte Absatz just made my day :slightly_smiling_face:

Für welche Farbe hast du dich entschieden?
Classic schlammgrau oder in black?

in der grauen Variante

Wie muss ich denn mein Zoom H6 einstellen, um alles aus dem Mikro rauszuholen.

LoCut habe ich auf 80Hz
CompLimiter Off
Phantom Off
Plugin Power On

Würde ihr andere Einstellungen empfehlen? Jemand Erfahrungen?

Plugin power ist das bisschen Strom, den kleine Mikros über die 3,5mm Klinke ziehen. Also nicht nötig fürs RE20. Rest ok. Meines Erachtens sind H6 und RE20 halt nicht so die schöne Kombi, würde das eher mit nem schönen Preamp paaren, Audient ID4 Mkii oder sowas :+1:

LoCut: wenn Du keine tiefe Stimme hast, oder etwas Rumpeln (z.B. Poltern am Tisch) 'rausnehmen willst. Sonst würde ich das im Postprocessing machen, weil was an Signal weggefiltert ist ist weg.

CompLimit OFF - definitiv! Das kann jede DAW besser.

PhantomPower: ist für dynamische Mikros egal, spart aber etwas Strom wenn ausgeschaltet - hilft ein wenig beim Batteriebetrieb.

PluginPower: was @AbspannAlex sagt.

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wie findet ihr den Ton? https://www.youtube.com/watch?v=MJje5XAmVgU

Gibt es Alternativen? ggfs mit 32 Bit direrkt … Kann das Rode Podcaster meine ich nicht oder? Will meist direkt in den Rechner aufnehmen und recht mobil bleiben wollen

Tante Google findet das recht schnell: 24bit bei 44.1-96kHz

Ich glaube er meinte den Rodecaster Pro (und nein, weder Mk I noch Mk II können 32-bit).

Für 32-bit und direkt in Rechner und alles was irgendwie toll ist (Starke, rauscharme Preamps, flexibles Routing, ordentliche Limiter bei 24-bit, kompakt etc.) gibt es den Sound Devices Mix-Pre 6 II (empfehle den 6er weil 4 Mic Preamps und mehr USB Kanäle als der 3er 8/4 vs 2/2 glaube ich). Kostet viel, ist aber fein. Sonst halt der Zoom F3 als preiswertere Stereo Alternative (1250 EUR vs 350 EUR).

Ganz offen: 32-bit ist schön, aber wenn ich zu Hause am Rechner aufnehme dann kann ich das ganz entspannt mit 24-bit einpegeln (ich nutze 32-bit z.B. wenn meine Frau Voice Over einspricht, während ich auf die Kinder aufpasse. Sie muss sich technisch um nichts kümmern und ich habe immer was brauchbares zum Schneiden). Schau dir doch noch den Focusrite Vocaster an, der hat Autogain zum Einpegeln, gute Preamps und einen netten Softwaremixer. Alles recht kompakt.