Gibt es ein Podcast "Dark Web"? - oder: Wo sind eigentlich die Nazi-Podcasts da draußen?


#21

Es gibt sie, deutschsprachige Nazi Podcasts und es gibt auch solche die sich offen Homophob und Sexistisch äussern. Das sehr radikal.
Mir fallen dazu spontan 2 Beispiele ein, in die ich immer mal wieder reinhöre.
Ich werde sie hier nicht verlinken. Kann aber sagen, dass sie relativ leicht zu finden und jedem öffentlich zugänglich sind.
Findet man einen Podcast oder Blog aus dieser Richtung und guckt etwas weiter ist es nicht anders wie in meiner Kunst- und Feminismusbubble: es wird sich weiter empfohlen, verlinkt, miteinander gesprochen.

Ein anderes Beispiel habe ich gestern mit meinem Freund besprochen. Es gibt Wrestling Podcasts die seit über 400 Folgen jede Woche eine Sendung raushauen. Davon dürften die wenigsten hier (ich halte es mal pauschal) etwas mitbekommen.


#22

Schade,… ich dachte jetzt kommt endlich die Erkenntnis, das wir Podcast vielleicht mal drüber nachdenken sollten auch über einen Hidden Service zu gehen. :smiley:

Naja… irgend jemand kommt sich noch drauf /hust/ (anderes Thema)

Zu Thema komische “Glaubens” bzw stumpfsinnige Ideologieverbreitungs-Podcasts:

Also ist doch ganz einfach. fyyd ist von @eazy und eben deshalb, nicht das lang ersehnte Podcastverzeichnis das wir suchen, aber sicher eine gute Alzwecklösung aus der Welt der Hörsuppe. Es ist so wie Christian es gebastelt hat, mit seinen Ideen und was er sonst noch alles plant.

Am Ende ist es egal, so ist der Zustand halt und damit hat er auch das “Hausrecht”. Ich würde sagen, weniger Recht als auch die Pflicht. Und da müssen wir halt unterstützen wenn uns was auffällt.

Wenn es nun anders wäre und eben ein Team das machen würde, oder was auch immer für ein Verein von Podcast liebenden Entwicklern. Es läuft am Ende immer auf das selbe hinaus:

Ich habe mit @rfluethi damals knapp 8 Stunden am Telefon gehangen und wir kamen da von Hölzchen auf Stöckchen, von A nach B, …

“und was ist wenn es so…”
“ja und was ist wenn…”

wir haben alles zig mal durchgekaut und drüber philosophiert, was wir wann, wie tun könnten oder moralisch oder ethisch sollten.

Da gibts nix außer, das passt hier einfach nicht rein. Also raus damit!

Die Frage läuft am Ende (wenn ich mal die Referenzen und Ergebnisse von Kulturbildung und Dynamik der Systemtheorien ab 3. Ordnung anschaue) immer auf etwas ganz anderes hinaus.

Nämlich auf die dahinterliegende Frage: Wie entwickelt sich ein solche Szene, hin zu einer gemeinsam denkende Community. Die “noch” fehlenden, selbst bestimmenden Kulturregeln kennt noch nicht die Antwort auf die Frage:
_“Was ist Podcast eigentlich aus unserer Sicht, der MacherInnen, der DenkerInnen, HörerInnen und produzierenden und wie definieren wir uns”.

Das ist wichtiger für unser Handeln! Wenn wir nicht wollen das Podcast, den Dunst von “Kann halt jeder/e und ist überall”, durch Google und Co zu einer Komponente und Werbeplattform und hinterrücks Geldmaschinerie verkommen soll.

Wenn uns der Wert allen bewusst wird, dann werden wir automatisch eine Kulturbildende Maßnahme dafür treffen. Und das tun wir dann alle unbefangen ohne es uns bewusst zu sein (die Hackerethik ist hier ein Beispiel). Damit wird uns auch klarer was passt da rein und was nicht.

Das führt aber jetzt aber doch zu weit in die Tiefe von selbsterhaltenden dynamischen System und deren Änderungsprozesse. Mir gefällt erst mal, das sich mehr Menschen mittlerweile auch über die Wirkung von Podcast und den “sozialen Kontext” Gedanken machen…

Zu dem Thema was machen:

Im übrigen habe ich 3 Podcast mit Label “Nazi-Podcast” angeschrieben und auch abgewiesen (weil eben jeder sich vorab bei Podbe anmelden musste). Bei zwei der erwähnten haben ich dann sehr waghalsige Manöver-Rückmeldungen und beim letzen sogar eine (für mich aufgefasste Drohungen) als Antwort zurück bekommen.

Da ich aber meinen guten Kumpel als Rechtsbeistand gewählt habe, meinte er eben genau das, was ich oben auch schon schrieb. Es ist nicht mein Recht, sondern mein Pflicht, so etwas auch zur Anzeige zu bringen.

Meine Aufgabe ist dabei eben nicht, heraus zu finden ob das was sie da von sich geben, auch wirklich so gemeint war. Wenn das also so offensichtlich ist wie @dieHorst hier schreibt und klar heraus kommt was dort gemeint ist, würde ich da handel.

Ich selbst muss aber auch sagen, ich habe bis jetzt noch keinen Podcast (als Hörer) besucht oder gefunden, wo ich sagen würde: Hier hab ich es bin “rechtsdrehenden” Kulturen zu tun.

Vielleicht höre ich eben auch nur die sozialen mitdenkenden Plauderpodcasts. Halt die, mit Verstand und bin eigentlich eher begeistert, das so viele Menschen mit gleichen Ansichten gibt, wie der meine.

Da mache ich mir um die 5-6 Marktschreier, am Ende auch nicht mehr so viele Gedanken.


#23

Warum eigentlich nicht? :wink:

//D


#24

Ich möchte da nicht falsch verstanden werden. Es ist nicht so als hätte ich bei Google Nazi Podcast eingegeben und wäre dann über eine Liste von 20 Podcast gestolpert.
Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass sie eben nicht irgendwo im Untergrund unsichtbar rumdümpeln.


#25

Ich klicke mich gerade mal durch die Gegend auf der Suche nach Beispielen.

Für Musik habe ich schon mal was…
http://76qugh5bey5gum7l.onion.to
Hinweis: Alle Links hier im Post via Webdienst onion.to - nicht anonym! Installiert Euch den Tor Browser und surft die .onion (ohne .to) Adressen an um wirklich anonym zu sein.

Auch den einen oder anderen Podcast gibt es hier, in aller Regel allerdings entweder stillgelegt oder Spiegelungen von regulären Sendungen. Z.B. den Pentacast vom CCC Dresden :slight_smile: https://rvy6qmlqfstv6rlz.onion.to/podcast.html

Eine Suche über Torch gibt auch noch einiges her, allerdings sind die Sendungen selbst meist nicht spektakulär oder auf Tor beschränkt: https://xmh57jrzrnw6insl.onion.to/4a1f6b371c/search.cgi?q=podcast&cmd=Search!

Ich denke nicht, dass solche Inhalte wirklich buchstäblich im Dark Net wären, allerdings würde es mich auch wundern wenn es da gar nichts zu entdecken gäbe :wink:

//D


#26

In der Milieuforschung kennt man aktuell ca. 10 deutsche Milieutypen. Die eher nerdigen, Neuem gegenüber aufgeschlossen Milieus sind typischerweise nicht die, die rechts wählen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Barriere für viele Rechte wirklich der Nerdfaktor ist. Ein paar finden auch so ihren Weg, aber die Podcastszene wurde nun mal von den technikaffinen Freigeistern geschaffen und immer noch von ihnen dominiert. Rechtslastige Podcastinteressenten werden sich hier einfach nicht wohl fühlen und so auch nicht so leicht den Supportanschluss finden. Beim Podcast geht ja vieles übers Entdecken. Bei einer rechtslastigen Podcastszene würden sich die meisten von uns auch nicht groß auf Entdeckungstour begeben. Würde Podcasts aus der Nische finden, sähe das schon anders aus, das zeigt sich ja auf Youtube.

Was Fyyd angeht, so ist das ja ein Privatprojekt und keine öffentlich-rechtliche Institution zur neutralen Wahrung der Meinungsvielfalt. Klar, Meinungsfreiheit ist ein Wert. Aber angenommen, Fyyd würde von den Rechten vereinnahmt, wer wolle dem Betreiber da Sperrungen vorwerfen? Ist vielleicht vorerst eine Frage, wie viel Braun sich da tummelt. Bei ein paar AfD Podcasts, würde ich noch nicht zur Sperrung greifen.


#27

Ich denke, dass Podcasts einfach noch zu sehr Nische sind, um da von diesen… äh… “speziellen” Zielgruppen genutzt zu werden. Im Grunde deckt Youtube dieses Clientel ja auch schon komplett ab.

Und aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, sind diese Leute auch nicht unbedingt sonderlich redegewandt (um jetzt auf Ausführungen die das Wort “Inteligenz” beinhalten zu verzichten).

Ein paar Powerpoints mit Hetzparollen und mit etwas Musik unterlegt sind aber schnell erstellt.


#28

Vielleicht kennen wir die Podcasts deswegen nicht, weil sie nicht via iTunes, sondern gerade weil sie via YouTube veröffentlichen. Dort gibt es zumindest Podcasts von Identitären (und die können leider sehr gut reden).


#29

Das Wort musste ich jetzt erstmal nachschlagen… Wieder was dazu gelernt.


#30

Das kann eigentlich nicht sein, denn wenn mangelnde Redegewandtheit zu Schweigen führen würde, gäbe es das Klientel auf Youtube auch nicht. Dass es reine Niesche ist erklärt ebenfalls nicht, wieso die einen zur Niesche finden und die anderen nicht. Bei Rechten mangelnden Intellekt anzunehmen, halte ich für einen Fehler.


#31

[quote=“Sonntagssoziologe, post:30, topic:4923”]
Das kann eigentlich nicht sein, denn wenn mangelnde Redegewandtheit zu Schweigen führen würde, gäbe es das Klientel auf Youtube auch nicht.[/quote]

Naja, nicht zum schweigen, aber zum “Reden” über andere Medien.

Den wie gesagt: Die meisten rechten Videos auf Youtube sind einfach nur mit Musik unterlegte Powerpoints/Textbotschaften über den vermeintlichen Untergang des Abendlandes…

Und es gibt ja viele Bereiche, in denen es noch keine, oder kaum Podcasts gibt.

Ich bewege mich ja selber auch in ganz anderen Kreisen als die meisten hier. Denn 90% meines Umfelds haben das Wort Podcast noch nichtmals gehört. Selbst Kollegen ist das zum Teil komplett unbekannt (ich arbeite in der IT, wohlgemerkt).

Und wie schon an anderer Stelle gesagf: Die Hürde bei Podcasts ich doch noch relativ hoch: Sowohl was das Senden als auch was das Empfangen angeht.
Bei Youtube-Videos gibt es einfach Apps die einem den technischen Part komplett abnehmen. Da hat man mit wenigen Clicks ein Video im Netz.

Wenn es mir um pure Reichweite gehen würde, wären Podcasts nicht meine erste Wahl…


#32

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es [quote=“dirkprimbs, post:1, topic:4923, full:true”]
den Civil Rights Podcast aus Nordkorea, den Feminismuspodcast aus Saudi Arabien oder die Schwulensendung aus Russland
[/quote]
deswegen nicht gibt, weil diese Menschen sich damit öffentlich bekennen würden und das stelle ich mir in allen drei Fällen nicht besonders gesund vor, wenn die Podcasts in den Ländern produziert würden.

Ansonsten wird es entweder noch dauern oder nie passieren, das Podcasts im deutschen Raum in die Breite gehen, wie es bspw. bei Facebook - mit all seinen Erscheinungen - der Fall ist und es dann entsprechend einw weitaus diversere Podcastlandschaft mit all seinen Erscheinungen gibt. Und im Zweifelsfall macht sich die entsprechende Nische ihre eigene Plattform; Präzedenzfall: Craftingszene.


#33

Ich finde die Diskussion die hier gerade entsteht sehr spannend.

Mich irritiert es nur, dass ihr den “Rechten” die technischen Fähigkeiten und den Mut zur Öffentlichkeit absprecht. Denn wenn man sich mal die Webseite der Identitären Bewegung anschaut und auch deren Youtube Videos, bleibt mir bei deren Professionalität die Spucke weg. Die Videos, die ich mir nach einer Reportage teilweise angesehen habe, zeigen wir Professionell und gut diese sind. Mich wundert es nicht, dass sich davon viele Leute angesprochen fühlen.
Und mit Öffentlichkeit haben die auch kein Problem, schließlich kann man die Köpfe des Vereins mit Foto und Namen auf der Seite sehen.
Klar gibt es da immer noch das Metall-Geschrei und die Comic Sans Power Points aber das ist nur ein kleiner Teil der Öffentlichkeitsarbeit (wenn man das überhaupt so nennen will).


#34

Jap. Word!

Außerdem camoufliert die neue Rechte sehr gut, damit auf den ersten Blick eben nicht gleich klar wird, aus welcher Richtung sie kommen.

(OT: Welche Reportage meinst du?)


#35

Diese:

http://www1.wdr.de/fernsehen/die-story/sendungen/das-braune-netzwerk-100.html


#36

Naja, sagt ja niemand dass die Podcasts auch dort vor Ort produziert werden müssen.
Das Tor Netzwerk hätte ja auch die schöne Eigenart, dass Inhalte anonym verteilt werden können… Ganz egal wo sie herkommen.

//D


#37

Genau mein Gedanke O_O XD


#38

Würde ich so nicht unterschreiben. Toleranz hört dort auf, wo Intoleranz gepredigt wird.


#39

Klingt super, ist aber schwer zu definieren. Viele Podcasts, die ich höre predigen z.b. eine ganze Reihe Intoleranzen. Z.b. gegen Homöopathie, gegen Impfgegnertum, gegenüber bestimmten Formulierungen, gegen bestimmte religiöse Praktiken…

Aber ganz grundsätzlich kann man festhalten: je “radikaler” die Äußerungen, desto mehr frage ich mich wo die dazugehörigen Podcasts sind.


#40

Na ich lebe hier in der Nähe von Dortmund und der Nazi Kiez in Dorstfeld sollte schon ein begriffen nicht nur das dort in 3 Häusern die Partei zentrale der Rechten ist nein dort sind auch x Verlage und andere Angebote zu Hause dort wird alles genutzt an Medien auch digitale.

Andere Gruppen kommen nach Dortmund, um zu lernen, es heißt “wenn du etwas werden willst, muss du nach Dortmund kommen und geschult werden”.