Geschlechtergerechte Sprache für Podcasts


#65

So unterscheiden sich die Geschmäcker.Ich mag schön klingende Sprache und nicht so einen Murks


#66

Am Ende ist es eben die Herausforderung beides zu vereinbaren. Ich denke nicht, dass es sich per se ausschließen muss beide (bzw. besser: alle) Geschlechter anzusprechen und eine schöne sprachliche Ausgestaltung. Aber es erfordert schon eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Gesprochenen und ist sicher auch mit etwas Ausprobieren verbunden. Es gibt diesbezüglich eben noch keine Allgemeingültigkeiten, was ja aber auch schön ist. So können alle nach persönlichem Gusto entscheiden was gefällt.

Der vorhergegangene Satz ist die Geschlechtergerechte Variante von: So kann jeder nach seinem Gusto entscheiden was ihm gefällt. Du merkst, man kann auch mit kleinen Mitteln Natürlichkeit und Gerechtigkeit verbinden. :wink:


#67

Was du als Murks bezeichnest (falls das ein genereller Vorwurf an geschlechtergerechte Sprache war) hat für mich in erster Linie etwas mit Respekt zu tun. Mit Respekt meinen Zuhörer:innen gegenüber. Ich persönlich möchte nicht ständig als “Hörer” bezeichnet werden.
Hinzu kommt, dass nur weil etwas erstmal ungewohnt klingt es nicht unweigerlich auch unschön sein muss. Ich finde es sehr spannend, wie sehr sich Sprache biegen und verändern lässt. Wie mit Sprache Menschen sichtbar gemacht werden können.


#68

Dir ist sicher aber auch klar, dass Du eine grammatikalische Katastrophe auf den Bildschirm gebracht hast…

Es hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, sich an eine Form oder eine andere zu halten, solange die Inhalte nicht wirklich gerecht sind. Dann ist nämlich die Form egal und der Inhalt dominiert die Wahrnehmung.

Ein Beispiel: Eine Verfassung, die in formal korrekter und sogar “gendergerechter” Sprache, Frauen vom Wahlrecht ausschließt, hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun und sei der Text noch so “gerecht” verfasst.

Kurzum: Mich interessieren die Inhalte stärker, als die Form.


#69

Ich plädiere jetzt mal für Entspannung und verbale Abrüstung.

Selbstverständlich kommt es immer auf den Inhalt an, da stimme ich zu. “Gendern” muss auch nicht allen liegen. Aber weder waren hier genannte Beispiele eine grammatikalische Katastrophe, noch ist geschlechtergerechte Sprache automatisch Murks.

Wenn Podcastende auf ihre eigene Ausdrucksweise achten, dann hauptsächlich deswegen weil sie allen gleichermaßen das Gefühl geben wollen dazuzugehören. Ich finde, das ist erst einmal eine nette Geste und wenn es sich natürlich anhört freue ich mich darüber. Wie weit du da gehen möchtest bleibt dir selbst überlassen und wenn es Dir jemand zu weit treibt, dann zwingt Dich ja niemand dazu, das nachzumachen oder auch nur zuzuhören.

LG //D


#70

Lieber @arvid und @Mustamie (und wer sich sonst noch angesprochen fühlen mag), bevor Ihr weiter hier in diesem Thread postet, schau doch bitte einfach den ganzen Thread erstmal an, insbesondere das Ausgangsposting. Dieser Thread ist ein älterer, der auch schon einiges an Inhalt jedweder Prägung zu bieten hat. Ich weiss, Gender und Sprache verführen dazu, schnell auch noch was dazu zu schreiben. Nicht nur, dass manche Argumente vll. schon längst genannt wurden (und das wurden sie), aber dieser Thread ist speziell dafür gedacht, über das WIE nachzudenken - und nicht über das OB. Wer immer auch ungegendert sprechen will, soll das einfach tun, aber braucht das nicht hier diskutieren. Hier wird diskutiert, in welcher Form, das gelingen könnte, und zwar explorativ. Merci für die Aufmerksamkeit.


#71

Hallo Tina,

auch wenn ich ncihts dagegen habe, einen 20 Monate alten Thread wieder aufzugreifen und zu ergänzen, habe ich auch nichts dagegen, einen neuen zu diesem Thema zu eröffnen. Das mir dann aber niemand kommt und sagt, wir hätten zu viele Threads mit dem Thema.


#72

Das kann Dir doch immer passieren. :slight_smile:


#73

Ist ein völlig zulässiger Satz, hier wurde etwa das Stilmittel der Ellipse zum gendern verwendet. Normalerweise würde man ja schreiben „was ihm gefällt“ oder „was ihr gefällt“. Aber man kann über die Ellipse auch offen lassen, welches Geschlecht man anspricht. Die deutsche Sprache hat mehr zu bieten als SPO, dafür muss man noch nicht mal groß was andengeln. Das ist keine Katastrophe, sondern ziemlich gutes, oder wenn es nicht gefällt zumindest regelkonformes Deutsch.

Das ist mir klar, darum haben sich alle meine Aussagen doch maßgeblich auf das wie bezogen. Mir wird oft vorgeworfen, dass ich gegen das Gendern sei ohne dass ich etwas dagegen gesagt habe, irgendwas muss ich wohl falsch machen. Vermutlich liegt es daran, dass ich nicht für das Sternchen und den glottalen Verschlusslaut bin, aber für mich ist auch das eher eine „Wie-Diskussion“. Die Frage nach dem Ob stellt sich mir nicht (mehr), das ist schon wichtig die Sprache bewusst einzusetzen und Diskriminierungen zu vermeiden (hab ich ja auch schon betont). Genau das ist der Grund, warum ich das Sternchen nicht mag: weil mir im persönlichen Gespräch divers-geschlechtliche Menschen sagten sie fühlten sich unwohl damit in ein Sonderzeichen gepackt zu werden, was ja auch als eine Form von sprachlicher Diskriminierung verstanden werden kann. Jedenfalls sind nicht alle damit glücklich und daher sollte man weiterhin darüber nachdenken was noch so geht. Und da muss man auch die Nachteile einzelner Methoden klar nennen, damit man für sich persönlich anhand des Geschmacks und der Adressaten die passende Variante zu gendern wählen kann. Ich sehe das wie einen Werkzeugkasten: abhängig davon ob ich einen Tisch reparieren oder ein Bild an die Wand hängen will muss ich unterschiedliche Dinge aus dem Kasten nutzen. Am Ende stellt sich dann die Frage nach dem chromblitzenden, superpraktischen Multi-Tool für alle Belange, aber das lässt noch auf sich warten.

Ich persönlich finde es nicht schlimm, dass der Thread alt ist. Das zeigt den Stand der Debatte innerhalb wie außerhalb der Podcast-Blase: man kommt nicht so richtig an einen Punkt der Zufriedenheit. Vermutlich weil es doch viele Empfindlichkeiten gibt, die das Thema berührt und Sprache sich halt dann doch eher langsam ändert. Außerdem hatte ich noch einen Aspekt aufgebracht, der noch nicht diskutiert wurde. Vielleicht war das zu nebensächlich, ich flnde es aber für Interviewpodcasts eine spannende Frage: was ist mit Gästen, die das eben ignorieren. Da muss man sich dann ja auch entscheiden wie man damit umgeht, ich dachte das wäre eine interessante neue Ebene in der „Wie“-Debatte. Wenn dem nicht so ist, mea culpa.


#74

Wann immer das “wie” diskutiert wird, passt es ja sehr gut zur ursprünglichen Intention des Threads. Das “ob” halt eher nicht. Daher ist es ja erstaunlich, wie oft das “ob” hier Thema ist. Und daher kam auch meine Bitte nachzudenken, ob weitere ob-Argumente, den Thread wirklich bereichern. Wenn es aber so viel Bedarf gibt, dass “ob” zu Diskutieren, gäbe es natürlich die Möglichkeit den Thread zu splitten, um in dem einen weiter über das “wie” nachzudenken und im anderen über das “ob”.

Ich befürchte allerdings, dass die Diskussion, in dem “ob”-Thread, sich relativ schnell erledigt hätte, und dass auch dann bald wieder das “ob” im “wie” Einzug halten würde.

Nichtsdestotrotz: Bei größeren Interesse am “ob”, mache ich gerne mit diesem Posting einen neuen Thread auf, um das dann dort zu diskutieren.