ich habe durch euch die Kopfhörer-Kondensatormikrofon-Kombination (DT 297 PV) kennengelernt. Ein Mikrofonkopfhörer könnte für mich DIE Lösung für Sprachaufnahmen während Bewegungen in einer Live-Situation sein und möchte das Headset darum ausprobieren.
Folgende Fragen dazu:
Wieso ist genau das Modell DT 297 PV von Beyerdynamik im Sendezentrum so gefragt?
Wo kann ich den scheinbar proprietären Stecker zum Anschluss am Headset kaufen, um das Kabel selbst herstellen zu können (benötigte Kabellänge ist noch unklar).
Die Qualität der Aufnahmen auf dem 39C3 empfand ich als durchgehend gut. Die Kapsel nimmt aber auch alle Geräusche auf, die nicht immer erwünscht sind… Vielleicht gibt es auch ein Kombination mit dynamischen Mikrofon? Die Threads zu Alternativen im Sendegate sind etwas älter.
250Ohm wird durch den RC2 Pro problemlos angetrieben, aber sollte ich dennoch zu der 80Ohm Variante greifen? Weitergehende Frage: habt ihr Erfahrungen über Audiointerfaces, die Probleme mit 250Ohm haben?
Mir ist bewusst, dass es für den Preis von 300-400€ sehr gute Mikrofone zu bekommen sind, die darüber hinaus klanglich der Qualität der Mikrofonkapsel des DT 297 PV deutlich überlegen sind. Ich würde auch lieber die Mikrofonierung lernen aber dann bin ich am Mikro “fixiert” und kann mich nicht gross bewegen
Ich nutze diese Headsets (4 Stück) nun seit bestimmt 5 Jahren.
Die Mikrofone sind schlicht sehr gut und haben eine Nierencharakteristik. Das bedeutet, dass Crossvoice fast nicht vorkommt. Bei 4 Leuten ist es später extrem einfach die Sprecher getrennt zu halten. Raumhall, Umgebungsgeräusche (Vögel, Autos, Messetrubel) sind kaum zu hören.
Weil es Headsets sind, kommen damit auch Leute klar, die noch nie vor einem Mikrofon waren.
Nachteile: Man muss das Mikrofon gut ausrichten, damit wenig Atmen zu hören ist und der Klang ist für meinen Geschmack etwas Dumpf, was man aber gut im EQ in der Nachbearbeitung hinbekommt.
Ich merke bei Remote-Aufnahmen immer wieder, dass auch sehr teure Headsets wirklich miese Mikrofone haben. Die hier tun ihren Job und bevor ich mich auf Experimente einlasse, schicke ich Leuten lieber ein Interface und ein DT 297 per Post und kann sicher sein, dass das gut klingt.
Ansonsten kannst du hier im Sendegate mal genauer stöbern. Es gibt wohl inzwischen bessere, aber mit dem trifft man eine gute Wahl und die sind erprobt.
Nachtrag: ich habe Kontakt zum (sehr schnellen) Support von Beyerdynamic aufgenommen und den Verdrahtungsplan (PIN-Belegung) erhalten, den ich noch Rücksprache verbreiten kann (siehe PDF). Ich bin sicher, der hilft anderen immens beim Löten eigener Kabel.
Der Support schreibt ferner:
Die Pin-Belegung für den 7-poligen Stecker senden wir Ihnen im Anhang als PDF-Datei mit. Bezüglich des geeigneten Kabels empfehlen wir grundsätzlich eine 7-adrige Ausführung mit möglichst guter Abschirmung. Der Aderdurchmesser sollte dabei so groß wie möglich gewählt werden – allerdings ist der begrenzende Faktor hier die Gummitülle des Kopfhörers.
Wir empfehlen daher, zunächst den Innendurchmesser der Tülle zu messen und daraufhin ein abgeschirmtes 7-adriges Kabel zu wählen, das diesen Vorgaben entspricht. Eine klassische Mikrofonleitung mit mehreren Einzellitzen könnte je nach Aufbau geeignet sein, sofern die Flexibilität gegeben ist.
Im o. g. Steckerset von Beyerdynamic für das DT297 sind Anschüsse für verschiedene Kabeldurchmesser vorhanden. Meines ist relativ dick (7mm) und ist ein siebenadriges Ölflex-Kabel mit 0,5qmm pro Ader und geschirmt (Fa. Lapp). Ich gebe ein UpDate, ob damit auch lange Kabelstrecken funktionieren (>4m) oder ich aus Gewichtsgründen auf 0,25 qmm wechseln werde.
Ich habe vor einiger Zeit das Audio Technica ATH-M50xSTS mit den Beyerdynamic Headsets verglichen. Inzwischen sind alle davon durch die Audio Technicas ersetzt Ich persönlich finde die Audio Technicas bequemer, kompakter (kann man zusammen klappen) und das Mikro ist ähnlich gut. Und das fürs halbe Geld. Eine der wenigen wirklich guten Alternativen.
Tatsächliche Folgenbeispiele weiter unten. Beide Folgen sind automatisiert mit Auphonic gemastert (AutoEQ, Noise Reduction, Crossgate etc.) und in einem Innenhof vorm Kino aufgenommen. Recorder war ein Zoom F6.