Debatte: Größe des Podcastmarktes in Deutschland


#1

Podcasting is a very different business in the USA - frankly speaking it’s no business at all in Germany but a large crowd of enthusiasts who do it in their spare time

Da hast du aber 2018 komplett verschlafen, lieber @rstockm :slight_smile:


Ultraschall in English?
#2

Mati, dann gib mal Butter bei die Fische, ansonsten bleibt es bei einer billigen Andeutung ohne Beitragswert. Du hast ja eventuell den Überblick der mir und wahscheinlich Anderen so deutlich zu fehlen scheint:

  1. Wie viele Podcasts erscheinen regelmäßig in deutscher Sprache?
  2. Wie umfangreich ist der dazugehörige Werbemarkt in Euro und Akteuren?
  3. Welcher Anteil der Podcasts dient dem (ausschließlichem) Gelderwerb?
  4. Welcher Anteil ist allein spendenfinanziert und nicht kostenpflichtig oder bezieht weder Finanzierung noch Spenden?
  5. Wie viele Podcasts (in Prozent) würden in Deutschland / deutscher Sprache aufhören, wenn die Produzenten und Vermarkter damit kein Geld verdienten, zum Vergleich: Wie viele in den USA?

Wenn ich mir bei FYYD die neuen Podcasts ansehe und nicht allein die wenigen kommerzialisierten, dann sehe ich recht viel Liebhaberei sowohl auf Seiten der Produzenten, als auch auf Seiten der Hörer.

Wer würde schon den Aufwachen-Podcast freiwillig zwei Mal in der Woche und in Summe annähernd 10 Stunden hören wollen, wenn er nicht echtes Interesse daran hätte. Wer aber würde für antikapitalistische Statements (die leider zu selten sind) sein Werbebudget in Anspruch
nehmen? Bin sehr an den Beispielen interessiert.

Na klar, während ihr hellwach die / eure Marktchance nutzt und den Trotteln, die ihre Arbeit unentgeltlich machen, nicht einmal dafür dankt, sehr Vielen den Weg zum Podcasting aus eigener Kraft erleichtert zu haben und gleichzeitig viel für die Audio- und Produktionsqualität gemacht zu haben, ohne dafür die Hand aufzuhalten.

Nur weil ihr eine Company betreibt, die sich technische Dienstleistungen als Businessmodell erwählt hat, ist es keine Zeichen dafür, dass die Kommerzialisierung umfangreich im deutschsprachigen Raum auf dem Vormarsch ist. Euer Erfolg zeigt lediglich an, dass ein Bedarf an technischer Dienstleistung besteht und es legt den Schluss nache, dass ihr eure Kunden zur weiteren Kommerzialisierzng der Szene nutzen wollt.

Erfolg wünsche ich euch nicht damit, ich bin gewiss, dass es der Szene Schaden zufügen würde, die Produktionen noch weiter streamlinen und den kommerziellen Erfolg als Gradmesser für scheinbare Qualität nutzen.

Andererseits steckt ihr auch in einem Dilemma: Wer seinen Kunden kostenpflichtige Angebote unterbreitet, sollte für deren Finanzierung sorgen, damit die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit erhalten bleibt.

Und dieses Dilemma möchte ich nutzen, um die (werbe-) freien Angebote zu stärken:

Mit einer Datenbank, die alle deutschsprachigen Podcasts objektiv und subjektiv bewertet, Empfehlungen ausspricht und potentielle Interessenkonflikte bei Werbetreibenden offenlegt.

Auf die Konkretisierung Deiner Andeutung bin ich gespannt und wünsche Dir ein gesundes neues Jahr.


#3

Nun mein Statement, dass es in Deutschland keinen Markt gibt ist sicherlich pointiert, hatte aber das Ziel transparent zu machen warum wir den englischen Markt derzeit umgehen (siehe ursprüngliche Frage).

Deine Antwort auf die Fragen von @arvid würde hier aber vermutlich wirklich mehrere interessieren, das können wir dann auch in einen eigenen Thread auslagern. Wenn ihr von Podigee hier wirklich belastbare Erkenntnisse zum “Markt” in D teilen könntet, wäre das sehr hilfreich.


#4

5 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Der Umgangston im Sendegate: der schmale Grad zwischen Haltung und Angriff


#6

Ich muss gestehen, dass ich mich über diesen Satz auch geärgert habe (als derjenige, der ja auch angesprochen war), wir aber eine spitze Antwort verkniffen habe. Es macht da vielleicht nur die Qualität. Auf das scharf formulierte, aber doch mit Sachfragen gespickte Posting von @arvid kam dann keine Antwort.

Wie eigentlich immer würde ich mir jetzt hier wünschen, das weniger ad hominem argumentiert wird sondern wirklich mal Zahlen, Daten, Fakten vorgestellt werden.

Daher:

welche Kennzahlen und/oder Indizien gibt es, dass der Werbemarkt (oder Sponsoring oder Auftragsmarkt oder $whatever) im letzten Jahr in Deutschland wirklich signifikant gestiegen ist?

In einer perfekten Welt würde man das dann noch in Relation setzen zur Anzahl der Podcastenden sowie in Relation zum US-Markt.
Vielleicht kriegen wir hier ja wirklich was an Informationen zusammen…


#7

Diese Meldung vom BVDW noch aus dem März spricht von einem “Brutto-Werbevolumen der Webradio- und Online-Audioanbieter im Jahr 2017” von “35 Millionen Euro” und schätzt er würde weiter auf “49 Millionen Euro” wachsen.

Das sind natürlich alles andere als konkrete Zahlen. Ich verweise mal zusätzlich auf die Patreon-Rechnung für deutsche Podcasts, die ich schon letztes Jahr gemacht habe. Da kam ich auf ca. 45.000 USD pro Monat für die erfolgreichsten Podcasts. Also eine halbe Million pro Jahr wenn man es hochrechnet. Wenn 2018 auf diesem Niveau eingestiegen ist und es (die Umverteilung zu Steady mitverrechnet) mindestens gehalten wurde, kannst du dir aussuchen zwischen rund 500.000 Euro real gezahlt und 50 Millionen Euro angeblich geflossen wird der Markt irgendwo liegen.

Ich verstehe allerdings durchaus die Podigee-Perspektive denn ich nehme nicht an, dass sie ihr Geld nur mit Hobbyprojekten verdienen, die die Hostingdienstleistung aus der eigene Tasche bezahlen.


#8

Oh weia, was ist denn hier passiert? Wie konnte ein Satz, der gar nicht mal böse gemeint war, so viel Ärger und Streit auslösen? Wie kann man aus einem Satz so viel heraus interpretieren?

Außerdem: ich bin hier als Person, die sich als Teil der Community sieht, unterwegs, nicht als Podigee. Alles, was ich hier schreibe, als Marketing für Podigee zu sehen, sehe ich nicht ein.

Und mal ganz ehrlich: wir sind alle nur Menschen und was hier manchmal abgeht ist alles andere als menschlich.

Aus der Diskussion halte ich mich raus, weil ich nur auf den einen Satz “it’s no business at all” Bezug genommen hatte, mehr nicht.

Wünsche euch allen im Neuen Jahr viel Erfolg, Glück und Liebe!


#9

Nun, das haben wir in die andere Diskussion ausgelagert. Ich würde vorschlagen hier bei der Frage der Marktgröße zu bleiben. Gerade in Geschäftskreisen sollte es eine geschätzte Größenordnung des Umsatz mit Podcasts in Deutschland geben. Irgendwelche Zahlen, mit denen argumentiert wird. Ich finde tatsächlich interessant, was da so die Vorstellungen sind.


#10

Um eventuelle Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden, solltest Du Dir einen passenden Usernamen oder besser zwei davon zulegen: Einen für Deine Äußerungen im Sinne von Podigee, einen Weiteren für Deine privaten Beiträge. Meiner Meinung hättest Du erst dann das Recht Dich zu beschweren. So, wie Du es gehandhabt hast, @mati.podigee als Usernamen zu verwenden, lädt eben dazu ein, Dich mit Deinem Unternehmen zu verbinden - was ehrlich gesagt - auch sehr naheliegend ist.

Dein Bezug nehmen bestand auch einer implizit wertenden, nicht belegten Behauptung.

Mir ist nach einiger Recherche auch unklar, woher Du belastbare öffentliche Belege für Deinen unterstellten Podcastwerbemarkt und dessen Wachstum hernehmen wolltest.

Weil Dein Satz ohne jeglichen Beleg als pure Behauptung, nebst einer Unterstellung daher kommt. Was wundert es Dich, wenn Du es mit gleicher Form angesprochen wirst. Du bezeichnest das als unmenschlich. Geht es eine Nummer realistischer, oder ist das das Kaliber des Marketings?


#12

Ich habe den Eindruck sowas Konkretes wie den Umsatz mit Werbung in Podcasts 2018 in Deutschland wird man nicht finden. Entweder es wird von Online-Audio gesprochen, wo mir die Zusammensetzung nicht so richtig klar ist, oder noch immer vom großen Potential, das Podcasts haben, was ich als Abwesenheit vom hohen Umsätzen deute. Die Plattformen zum Beiträgesammeln sind da deutlich transparenter. Auch als Daueraufträge übrigens. :wink: Aber wenn wir ein paar Preise für Podcastwerbung hätten, könnten wir das natürlich selbst hochrechnen. Preislisten wären also auch interessant.


#13

Diese Forderung finde ich ehrlich gesagt etwas überzogen. Eigentlich finde ich es im Sinne der Transparenz lobenswert, dass gleich im Namen eine Verknüpfung zur Firma hergestellt wird. So kann man sein Gegenüber gleich besser einschätzen, wobei doch nun nicht jede Nachricht als Werbebotschaft verstanden werden muss. Am Ende kann doch niemand raus aus seiner Rolle und da ändert auch ein zweiter Account nichts dran. Die Beiträge wären am Ende doch die einer Person, die an einer Podcast-Hostingfirma beteiligt ist. Und das ist für ein Forum wie dieses doch auch eine spannende Perspektive.

On topic:

Ich glaube @mati.podigee hat schon einen Punkt, wenn er sagt dass gerade im Jahr 2018 der Markt in DE in Bewegung gekommen ist:

frankly speaking it’s no business at all in Germany but a large crowd of enthusiasts who do it in their spare time

Das halte ich auch für eine Fehleinschätzung. Ich glaube schon, dass Business da ist. Spotifys erfolgreichste Podcastproduktion ist deutschsprachig, die ganzen großen Verlage haben Projekte ohne Ende gestartet (z.B. Zeit Online mit seinen gefühlt vierhundert quadrillionen Formaten), Audible baut sein eigenes kleines Mikroversum auf, viele Firmen haben eigene Podcasts gestartet (Audi!), mittlerweile gibt es auch eine handvoll Angebote von haupt- oder nebenberuflichen Podcastern/-innen die das tatsächlich als nennenswerte Einkommensquelle aufzählen können (bspw. Pritlove, 4kHz, LdN, Bitunsdo, Auf ein Bier). Mit Sicherheit ist das in den Dimensionen noch nicht vergleichbar mit dem US-Markt, aber die deutsche Podcast-Landschaft als quasi sozialistisches Hobbyprojekt einiger selbstloser Frickelfreunde darzustellen finde ich unglücklich. Zustimmen würde ich aber insofern, dass wirklich handfeste Kennzahlen fehlen.

Wie viele hören, wie viel wird mit Werbung umgesetzt, was erzeugt Podcasting in der Summe für Umsätze … wissen wir alles nicht. Daher wirken die Propheten, die vom “gewaltigen Potenzial” sprechen auch immer ein bisschen wie Astro-TV-Glaskugelbesitzer. :wink: Aber dass da grundsätzlich was zu holen ist würde ich aus reinem Bauchgefühl schon so sehen …


#14

Ja ich hätte das etwas weniger zugespitzt formulieren sollen. Aber bitte beachtet den Kontext: es ging ursprünglich darum aufzuzeigen das der US-Markt doch sehr anders funktioniert und wir aus Ultraschall-Sicht darauf (derzeit) wenig Lust haben.

Und die Zuspitzung stimmt zumindest insofern, als dass wir 99% unseres Supportes für Ultraschall in D eben doch für AmateurInnen machen. Diejenigen, die wirklich schon mit Geld unterwegs sind fragen entweder sehr wenig nach weil sie ihren Standard-Workflow gefunden haben, oder aber nutzen sowieso ganz andere Produkte (Hindenburg etc.).

Ansonsten unterschreibe ich aber 100% dessen was du sagst.


#15

Na, bei 2018 spezifisch bin ich mir nicht sicher. Die meisten dieser Starts und Erfolge waren schon 2016/2017 da. Auf der letzten Subscribe 2017 hat man auch “nur noch über Geld” gesprochen, was man so hört. :wink: Im Zweifelsfall ist es dieses Jahr weitergegangen, aber warum man nun 2018 besonders hervorheben sollte, erschließt sich mir nicht.

Davon abgesehen, stellt sich die Frage, ob wir es nicht immer noch mehr mit Investitionen in Erwartung eines großen Marktes zu tun haben als mit tatsächlich hohen Umsätzen.


#16

Die aktuellste TKP-Aussage für Podcasts, die ich zumindestens gefunden habe:

Realistischer ist denke ich eher ein Werbeblock pro Podcastfolge. 70 EUR als Grundlage:

Abrufzahl 50.000 100.000
wöchentlich / 48 Folgen pro Jahr 170.000 EUR 340.000 EUR
monatlich / 12 Folgen pro Jahr 42.000 EUR 84.000 EUR

Dann wäre die Frage wieviele es davon gibt. Vielleicht 5 von jeder Sorte? Käme ich auf 3 Millionen. Die US-Zahl wird so mit 300 Millionen angegeben. Faktor 100 klingt ganz gut.


Werbung in Podcasts? Ja / Nein / andere Wege?