Anruf von Podimo

Gestern bekam ich eine E-Mail von https://podimo.de/

Podimo stellt sich selber als Netflix für Podcaster dar. Die Einnahmen durch Abonnenten werden anteilsmäßig an die Podcaster ausgeschüttet.

Heute morgen dann eine halbe Stunde mit der sehr freundlich Mitarbeiterin telefoniert. Ob ich nicht meinen „Reisepassnummer“ Podcast exklusiv einstellen wolle? Das Podimo-Ding geht so: Man stellt den RSS-Feed ein (so bald deren Webseite funktioniert) und bekommt dann 20% vom Erlös. ODER (und das versucht die freundliche Mitarbeiterin zu pushen) man gibt exklusiven Content rein und bekommt dann 50%. Und wenn man sich dazu jetzt (also vor dem offiziellen Start) committed, dann wird man auch noch marketingtechnisch wohlwollend behandelt.

Da es sich um ein Subscribermodel handelt und am Anfang logischerweise nicht so viele Subscriber an Board sind, ist die Menge an Geld, die man am Anfang machen kann eh nicht soooo groß (egal ob 20% oder 50%).

Ich sagte, das ich bei der 20% Sache gerne mitmache, aber die 50% Sache ein viel zu großes Risiko sei.

Sie sagte, das aber nur die, die von Anfang an dabei sind (bei den 50%) auch marketingmässig beworben und intern gepusht werden. Da kann man sich nur fragen, ob das eine Drohung oder ein Versprechen ist.

Die Frau tat mir fast ein wenig leid. Man hat ihr kein wirklich gutes Argument an die Hand gegeben. Sie muss die Podcasts abtelefonieren, die ein gutes Ranking haben und versuchen davon möglichst viele zum 50% Deal zu überreden.

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Zynikermodus an: Youtube/netflix für podcasts gibts im Dutzend billiger. nix davon bleibt bestehen, weil es für Hörerinnen keine Vorteile bietet außer für ehemals freien Zugang Geld zu bezahlen. Podcasterinnen geben Freiheit und Reichweite auf in der Hoffnung ein paar Cent mehr zu verdienen. und wenn alles klappt, macht man sich im besten Fall von einer Plattform und deren willkürlicher Contentpolitik abhängig.

Zynikermodus aus: ich würde nur mitmachen, wenn es keinen Einschnitt in der Unabhängigkeit bedeutet, d.h. nur wenn Hörerinnen auch weiterhin Dich hören können wie bisher. Sonst verlierst Du einfach nur 90% deiner Hörerinnen weil diese nicht bereit sind, ohne Mehrwert zu einer geschlossenen Plattform zu wechseln (meist mit schlechterem Player, mehr Werbung und für reichlich Geld).

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Ich frage mich gerade, wovon man 20% bzw. 50% erhalten soll?

(Total Einnahmen / Anzahl Podcasts) * 0,2 = Erhaltener Betrag?

Damit würde man bei gleichen Abozahlen bei wachsendem Angebot immer weniger erhalten. Weiter wäre es bei dieser Rechnung auch egal, wie stark man gepusht würde. :thinking:
Irgendwie müssten die Einnahmen also einzelnen Podcasts zugerechnet werden. Bei Flatrate-Abos kann das hinken.

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Podcaster_innen erstellen exklusive Inhalte für Podimo, damit Podimo mit exklusiven Inhalten zahlende Nutzer_innen anlockt, von deren Umsätzen die Podcaster_innen dann einen Teil bekommen.

Für mich liest sich das so: Podimo hat also keine Inhalte und investiert auch nichts in Inhalte. Verpasse ich was oder ist das einfach spec work?

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Damit wären sie lediglich „Zwischenhändler“. Jetzt kann man sich fragen, ob der Markt eine solche Rolle nachfragt. :thinking:

Sie schreiben auf ihrer Seite schon auch von “completely new, unique shows that can’t be found anywhere else”, also gehe ich davon aus, dass auch eigens entwickelte Formate eine Rolle spielen werden in die sie sicher auch investieren.

Aber exklusive Inhalte bestehender Shows für das Versprechen eines größeren Teils eines potentiellen Umsatzes finde ich mindstens ungeschickt formuliert oder wie @wintermeyer schon geschrieben hat: einfach kein wirklich gutes Argument.

Hier noch ein paar weitere “Informationen” von der Webseite https://podimo.de/podcast/guide

Beispiel: Ein Podimo-Abonnent nutzt 15% seiner monatlichen Hörzeit zum Hören von Podcast A. Podcast A erhält eine Auszahlung von 0,15 EUR aus diesem Podimo-Abonnement. Gibt es noch 2.000 andere Abonnenten mit dem gleichen Hörverhalten, erhält Podcast A in diesem Monat 321,89 EUR.

Der ganze Pitch hält für mich aktuell kein Wasser. Das ist das klassische Henne-Ei-Problem. Die werden am Anfang nicht viele Abonnenten haben und entsprechend wenig Geld verteilen können. Damit ist es für wenig Podcaster interessant. Die müssten initial Geld reinstecken und Podcastern Mindestbezahlung zusichern. Dann würde daraus ein Schuh.

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