Alternativen zu Wordpress/Podlove


#1

Als Webentwickler habe ich mich mit Wordpress als CMS immer schwer etwas getan, wenn ich gesehen habe, das es als CMS missbraucht wurde.
Als Blog: Wunderbar, aber als CMS ist das eher suboptimal.

Finde es auch recht schade, dass es da in der deutschen Podcaster Szene wenig Vielfalt gibt… irgendwie sehen alle Podcaster-Seiten, bedingt durch die Wordpress-Monokultur doch irgendwie alle sehr ähnlich aus

Gibt es hier Alternativen? CMS die komplett auf’s Podcasting zugeschnitten sind?

Wie ist das bei Podlove Publisher (@timpritlove), ist das System komplett auf Wordpress zugeschnitten, oder sind die Bibliotheken offen, so dass man das mit vertretbarem Aufwand auch an andere Systeme anflanschen könnte?

Könnte mir vorstellen da was zu entwickeln, würde aber das Rad nicht unbedingt neu erfinden wollen. Was das Publishing angeht ist Podlove ja schon ziemlich geil, mal abgesehen von der kleinen Schwäche “Wordpress”

Stelle zum Beispiel gerade mein Blog von einem selbst entwickelten CMS auf Grav um. Ist ein Flat File CMS komplett ohne Datenbank auf Dateibasis …
Das Ganze ist einfach ziemlich geil, weil es so wunderbar schlank, und einfach zu warten ist. Beim Umzug auf einen anderen Server: Dateien kopieren, DNS Eintrag ändern - fertig.

Eine Alternative Überlegung die mich gerade umtreibt, bsetände darin, auf Basis von Microsoft SharePoint Online (damit verdiene ich meine Brötchen) eine Publishing Lösung zu basteln. Über sogenannte Workflows kann man da ziemlich viel automatisieren und könnte da per REST auch gleich Auphonic mit einbinden…

Gibt es da schon Bestrebungen die Lösungen da etwas vielfältiger zu gestalten?


Ich fasse hier mal zusammen:

Stand Alone Self-Hosting:

Static Site Generators:

Cloud-Anbieter:


#2

Was erhoffst du dir denn von Alternativen?


#3

Das hat nichts mit WordPress zu tun, sondern mit der Tatsache, dass nur wenige dazu in der Lage sind, selbst Themes zu entwickeln und darum auf Standardthemes zurück greifen müssen. Was schön wäre, ist ein durchdachtes Standard-Podcast-Theme. Dann haben zwar wieder viele ein ähnliches Theme, aber zumindest eines das auf Podcasts zugeschnitten ist.[quote=“Dave, post:1, topic:4706”]
Wie ist das bei Podlove Publisher (@timpritlove), ist das System komplett auf Wordpress zugeschnitten, oder sind die Bibliotheken offen, so dass man das mit vertretbarem Aufwand auch an andere Systeme anflanschen könnte?
[/quote]

Der Quellcode ist offen, aber WordPress-spezifisch. Ich halte es für utopisch, ein System zu entwickeln das sich “mit vertretbarem Aufwand auch an andere Systeme anflanschen” ließe.

Nach knapp 5 Jahren Entwicklung/Erfahrung wage ich zu behaupten, dass WordPress für den Publisher keine Schwäche ist, sondern eine Stärke. Klar, es gibt einiges, vor allem aus Entwicklerperspektive, das mir an WordPress nicht passt. Aber aus Nutzersicht ist es eine fantastische Plattform. Leicht zu installieren (viele Hoster haben “1-Klick-Lösungen”), verständliche UI und leicht anpassbar durch Theme- und Plugin-Vielfalt.

Static File CMSs sind in der Tat spannend. Da finde ich aber besonders den Ansatz interessant, WordPress zum Administrieren zu verwenden und die Webseite über ein Static File CMS zu generieren — mit Hilfe der WordPress REST API.


#4

Hoffnung auf andere CMS hatte ich auch immer - allein hat es nicht ein einziges System geschafft auch nur mal als Blogplattform eine ernst zu nehmende Alternative zu sein. WordPress ist nicht perfekt, aber es ist hier. Hätten wir Podlove auf etwas anderem aufgebaut, es wäre mit Sicherheit in der Bedeutungslosigkeit verschschollen.

Ansätze Static Files CMS tauchen auch im Jahresabstand auf - und verschwinden wieder. Das ist alles schön und gut gedacht (Sicherheit! Performance!), aber am Ende will man dann doch irgendwann dynamische Features (Analytics, sich dem Kontext anpassendes UX) und dann hört die Begeisterung auf.

Sinnvoller in meinen Augen wäre eine Weiterentwicklung des Publishers als separater Backend-Server, der sich dann via Plugin in verschiedene CMS (inkl. natürlich WordPress) einblenden lässt. Dann könnte man die Vorteile der CMS nutzen und die Nachteile umgehen. Ist aber noch Zukunftsmusik.


#5

Ich kann übrigens noch mal auf das YT Video von der Unsubscribe mit @informatom hinweisen … #octopod

EDIT:
Mensch sag doch mal einer Bescheid, dass ich keinen sinnvollen Satz geschrieben hatte ^^


#6

Ein weiterer Vorteil davon dass alle Wordpress + Podlove benutzen ist der dass man hier mit seinen Problemen her kommen kann, die gemeinsam gelöst werden können und eben auch mal jemand aushelfen kann der nicht super in der Materie steckt aber das selbe Problem schonmal hatte und die Lösung parat hat.


#7

Also mir ging es jetzt hier nicht darum Podlove schlecht zu machen - im Gegenteil (sorry, falls das so rübergekommen ist).

Das stelle ich auch nicht in Abrede… Ich hätte es sicher genauso gemacht. Ich bin auch gegen irgendwelche Insellösungen die dann verwaisen, weil die kritische Masse der User nicht ausreicht um eine Entwickler-Community zu bilden. Aber bin auch der Meinung, dass Vielfalt niemals schlecht für eine Sache ist.

Ich meinte übrigens keine Static File CMS’ - das wäre mir etwas zu hardcore ;)… Systeme wie Grav oder Kirby (für letzteres hab ich übrigens gerade ein Podcast Plugin gefunden), verzichten lediglich auf die Datenbank, benötigen aber PHP und haben auch eine Admin-Oberfläche mit allem Zip und Zap. Grav hat sogar eine sehr coole Packetverwaltung für PlugIns (da gibt’s auch Analytics).

Ist sowas konkret angedacht oder ist das lediglich eine Idee?

Sicher… Wenn alle Leute einen VW-Golf fahren würden, wäre das Leben für die Werkstätten auch leichter… :innocent:


#8

Tjo, also es gibt schon einige Blogs die mit Static File engines ziemlich gut fahren. Das heisst ja nämlich nicht, dass man keine Analytics haben kann oder dass das Design nicht responsive sein kann!

Die Benutzung davon ist aber sicher besser für Developers und weniger für alle andern.

Ich persönlich mags halt lieber und binde auch nur möglichst wenig 3rd party JS in meinem Blog ein, daher bin ich mit Pelican ziemlich happy. Und für den Podcast bin ich dran, mir eine Octopod-basierte Seite einzurichten.


#9

Ich bin heute noch Webentwicklungs-Obernoob. Früher war das noch schlimmer. Da bin ich wohl nicht alleine: Scheinbar gibt es nebst der Plattform/CMS noch genügend Hürden für Podcaster. Wir müssen nur mal schauen, wie viele hier im Sendegate noch mit der Aufnahmetechnik über/ge -fordert sind. Dazu noch im Backend an der Webseite basteln?
Da ist man schon froh, wenn man wenigstens beim CMS nicht lange pröbeln und suchen muss.

Vielleicht ist mein Fachwissen auch nur zu beschränkt, um erkennen zu können, was an WordPress schlecht sein könnte.


#10

Da sag ich auch nichts dagegen. Wie gesagt, ich habs geen und bastel auch eher gern dran rum :slight_smile:


#11

An Wordpress ist nichts schlecht… Es ist einfach ein System, das zum Bloggen erstellt wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Alles was darüber hinausgeht um muss durch Plugins nachgerüstet werden.

Ich kann mit einem Jeep auch ein Formel-1-Rennen bestreiten. Ich kann ihn tieferlegen, kann einen Spoiler dranbauen, breitere Reifen aufziehen - aber es bleibt im Kern immer ein Jeep.


#12

Ich lass mal 2 Links da:

  • MikrowelleOS – Static Page Generator für Podcasts (Feed und Seite, befüllt sich quasi direkt aus den Daten die man bei Auphonic eingibt)
  • firtz - (Wird das noch weiter entwickelt?)

#13

firtz hatte ich mir schon angeschaut. Der letzte Commit ist zwei Jahre her. Von daher gehe ich mal davon aus, dass das Projekt verwaist ist.


#14

MikrowelleOS und firtz sind aber auch wieder keine Alternativen für Technik Noobs ¯\_(ツ)_/¯


#15

Nope, für Technik-Noobs gibts wohl kaum was anderes als Wordpress.

Es wäre wünschenswert, dass es Alternativen gäbe, weil das immer besser ist als reine Monokultur, aber wie @timpritlove gesagt hat: Da hat sich nichts entwickelt.

Wenn wir’s hinkriegen, dass es zumindest mal für die Technik-Nerds Alternativen gibt, welche mit z.B. Podlove funktionieren, dann ist das aber auch schon mal was.


#16

[quote=“Myrion, post:15, topic:4706”]
Wenn wir’s hinkriegen, dass es zumindest mal für die Technik-Nerds Alternativen gibt, welche mit z.B. Podlove funktionieren, dann ist das aber auch schon mal was.[/quote]

Ja das wäre wünschenswert. Podlove als Framework… Optimalerweise wäre das eine Standalone Lösung ohne GUI die sich per API in eigerne Projekte integrieren ließe…


#17

Was haltet ihr von: http://www.podcastgenerator.net/ ?


#18

Soweit ich in der Demo erkennen kann, kann das nichts, was nicht z.B. auch ein pluginloses WordPress auch kann. Sieht auch eher tot aus, letztes Update knapp 1 Jahr her.


#19

Ich bin noch nicht sicher ob das tot ist. Auf GitHub war der letzte Commit im August, und in den Feature Requests auf SourceForge wurde noch im Dezember geantwortet.

Die offizielle Seite nervt aber sonst macht das auf mich einen ganz akzeptablen Eindruck. Etwas arg simpel und ich bin mir nicht so ganz sicher wie ich da noch etwas mehr, also so Shownotes, zur Episode dazu schreiben könnte.


#20

Wer Ruby mag der findet vielleicht noch Octopod interessant.