Allgemeine (Anfänger-)Frage: Mehr Wumme auf die Aufnahme


#1

Hallo erstmal …!

Ich bin noch ungeübter Frischling und gerade daher sehr froh, auf Ultraschall gestoßen zu sein.
In der Hauptsache will ich Hörbücher in bestmöglicher Qualität aufnehmen.
Innerhalb kurzer Zeit habe ich die ersten Aufnahmen machen können (Rode NT-1A + Behringer UMC404HD).
Jetzt werde ich mir noch das Superlux 660X plus Adapterkabel und Widerstände zum Löten besorgen, damit ich etwas entspannter in der Körperhaltung werde. Immer in Richtung Mikrofon zu sprechen geht
auf die Dauer auf den Nacken - egal ob im Sitzen oder Stehen. :slight_smile:
Auch dieser Tipp kommt aus dem Forum, inkl der Lötanleitung, die ich alsbald umsetzen werde.

Das Einzige, das mir dann als Newbie noch fehlen würde, wäre ein wenig Kenntnis darüber wie ich die Sprache in den Aufnahmen etwas FETTER hinbekomme. Loudness alleine macht es ja nicht… Ich habe meine Aufnahmen mal mit denen der kommerziellen Hörbücher verglichen - z. Z. liegen da noch Welten dazwischen. Die kommerziellen sind FETT und nah dran am Ohr. Bei meinen Aufnahmen fehlt das. Obwohl
ich auch nah dran bin - komme ich halt nicht an den satten Sound heran.

Brauche ich 'nen Kompresser oder irgendetwas anderes … könnte mir da jemand einen Tipp geben?


#2

Totkomprimieren ist das Zauberwort. Schön mehrfach den Kompressor drüber jagen mit mindestens 1:5 und die Bässe schön hochdrehen. :wink:

Im Ernst: 1 bis 2 mal mit einem 1:2 Kompressor drüber wirkt schon Wunder. Und beim Aufnehmen den Nahbesprechungseffekt nutzen: Mikrophone haben einen deutliche “fetteren” Klang, wenn man sie direkt vor den Mund hält, als wenn man aus größerer Entfernung reinspricht. Deswegen verschlucken die SängerInnen auf der Bühne auch fast ihr Mikro


#3

Also, näher dran geht bei mir nicht - ist schon max. Und laut bitte nicht mit FETT verwechseln.

Kompressor: Welcher von den in der Grundinstallation von Reaper vorhandenen eignet sich am Besten?

Danke!


#4

Wenn du unseren Dynamics 2 Effekt verwendest, ist da m.E. Schon genug Kompression am Start. Ich würde als nächstes eher auf den EQ gehen und die Bässe anheben.


#5

Fett ist ja ne subjektive Aussage. Das ist auch der Klassiker in Foren zu Gitarrenaufnahmen. Was für den einen FETT klingt, ist für den anderen dünn oder schneidend. Daher wird das Ganze immer sehr individuell sein.

Hast Du ein paar Beispiele, die Du mal verlinken kannst? Sowohl von Deinem Zielaudio, als auch Deine eigene Aufnahmen?

Und ich will mal Deinen Optimismus etwas bremsen: Gehe am Anfang davon aus, dass es erstmal Murks klingen wird, eventuell sogar noch über Monate hinweg. Bei mir hats fast nen Jahr gedauert, bis ich die richtigen Audioeinstellungen und mein richtiges Aufstellungssetup gefunden hatte, mit dem es professionell klingt, und ich hatte zu dem Zeitpunkt schon Einiges an Erfahrung.
Daher, lass Dir Zeit. Speziell ein Gespür dafür zu kriegen, was fett für Dich(!) klingt und wie Du es aus Deiner Stimme rausholen kannst braucht Zeit. Und auch, wie sich die Technik im Zusammenspiel mit Deiner Stimme verhält (Bei meiner Stimme resoniert irgendwas im Rode NT1A in manchen Frequenzen mit, was ich in der Nachbearbeitung mit beachten muss, damits nicht zu anstrengend zu hören wird).

Ich empfehle Dir mal nen Ohr in mein Hörbuch zu Tucholskys - Schloß Gripsholm zu werfen:
http://mespotine.de/zugehoert/feed/zugehoert-tucholsky-gripsholm-mp3/
Da hörst Du quasi über die Episoden hinweg die Evolution meiner Herangehensweise. Die ersten Kapitel sind Ok, die letzten schon ziemlich gut vom Klang her.


#6

Ich kenne den Klang des Superlux nur aus Berichten hier.

Aber ich vermute, dass das eine Kombination aus Faktoren ist.
– Professionelle Studios haben einen sehr trockenen Raum
– Professionelle Studios nutzen Großmembranmikrofone (Meist Neumann)
– Einige Studios nutzen sogar noch Röhrenmikrofone, die noch etwas “wärmer” klingen

– Nahbesrechungseffekt lässt sich mit o.g. Mikrofonen noch besser ausnutzen, dann braucht man nicht mal im EQ die Bässe anheben, sondern muss sie eher absenken.
– Sprecher machen Stimmübungen vorher und formen die Stimme langwierig in eine bestimmte Richtung.
– Dann kannst Du noch verschiedene Effekte drüber laufen lassen, die es “wärmer” machen, etwa die von Nebula.

Ich vermute, dass Du das mit “fetter” und “nah am Ohr” meinst.


#7

Nicht zu vergessen: professionelle Studios haben Leute mit Praxiserfahrung und nem Gespür dafür, was wo wie gemacht werden kann. Das ist nicht zu unterschätzen(und der grund, weshalb man bei Profi-Studios auch Geld ausgeben will).


#8

Sorry, Off Topic, aber ich denke die ganze Zeit an diese Definition:

:wink:


#9

Das erklärt die Diffusität des Begriffes fett doch ganz gut :wink:


#10

Kleiner Tipp am Rande (für alle, aber auch Richtung @Sascha_redet):

Kompression wird nicht als 1:n angegeben, sondern als n:1.

Der Kompressionsfaktor (Ratio) besagt ja, wie stark das Eingangssignal oberhalb des Threshold komprimiert wird. Im Fall von 1:n wäre es ja eine Verstärkung. :wink:


#11

So, ich habe im Link zwei Aufnahmen zum Vergleich - bin leider nicht eher dazu gekommen…

Die Originalaufnahme und eine Aufnahme, die ich gemacht und per
Auphonic nachbessern ließ (ohne nennenswerte Unterschiede).

Ich hoffe, es wird deutlich, was ich meine. Die WUMME, die ich meine,
ist nicht die Lautstärke (beide gleich) oder die Nähe, es ist eine Art
komprimierte Stärke … ich weiß es nicht besser zu formulieren.

Hier der Link:

https://app.box.com/s/ry1pe44uap0lwxv1xti9nqv7wqaikpyy


#12

Spontan würd ich auf jeden Fall sagen:
Weiter weg vom Mikrofon, denn es ist eindeutig zuviel Bass in Deiner Stimmenaufnahme, was wohl vermutlich durch den Nahbesprechungseffekt kommt, wenn man sehr nah am Mikrofon ist. Das dröhnt ganz schön und kann auf Dauer sehr anstrengend zu hören sein, auch weil Du eine Stimme hast, die im Bassbereich doch Einiges zu bieten hat.
Eventuell sind diese Bassfrequenzen so dominant, dass Du kaum noch was in der Nachbearbeitung des Audios verbessern und steigern kannst, weil Du automatisch den zu starken Bass mit verstärkst.
Hatte mal schnell etwas mit Deiner Aufnahme mit nem Equalizer rumgespielt um das herunterzuziehen, aber dass hat zu starken Einfluss auf den Gesamtklang, daher wird da equalizing nicht helfen dabei. Und komprimieren wird den Bass auch mit dominanter machen.

Und als allgemeiner Tipp wäre es noch wichtig, dass Du an der Deutlichkeit Deiner Aussprache arbeitest, da vieles sich vernuschelt. Das macht das Zuhören sehr anstrengend auf Dauer, was schade ist, da Du eine ziemlich gute Vorlesestimme hast.

Achja: wie nimmst Du von der Körperhaltung auf? Stehst Du oder sitzt Du? Wie stehst Du? Das hat auch Einfluss darauf, wie sehr “in Dir drinnen” Deine Stimme wirkt und kann diese gefühlte Direktheit noch verstärken.
Das kannst Du auch in der Praxis draußen beobachten, wenn Du Menschen triffst, die eine extrem durchdringende Stimme haben, auch wenn sie nicht laut reden. Das ist nicht zu unterschätzen.
Diese Direktheit scheint auch in der Beispielaufnahme des anderen Sprechers vorhanden zu sein, von meinem spontanen Höreindruck…


#13

Ich schliesse mich Mespotine an, der Bass dominiert zu sehr.

Darüberhinaus fällt mir ein Schnarren auf welches gleich am Anfang sehr deutlich zu hören ist, und zwar im u bei Frank Wedekind, die Sch=u=tzimpfung.

Dein Røde NT-1A sollte nicht die Ursache sein, aber eventuell ist dies ja auch Deiner Aufnahmesituation geschuldet. Arbeitest Du an einem Tisch mit harter Kunststoff-/Glasplatte, in einer Raumecke etc?

Ich habe mal mit dem EQ gespielt und mit den folgenden Einstellungen wird’s (meiner subjektiven Meinung nach) nicht nur zu Beginn besser: 630 Hz −12dB, 0.4 oct, und gegen den Bass 150 Hz −6dB, 4 oct. Das ist aber nur Schmerzlinderung, keine echte Lösung.


#14

Meine Abhörsituation ist jetzt zwar “nur” am Laptop ohne Kopfhörer, aber ich habe als Vergleichsmaßstab einen von einem professionellen Sprecher veröffentlichten Text geladen und kann es daher halbwegs einordnen.

Eure Kritik hinsichtlich des Basses teile ich so nicht. Ich kann auch keinen Nahbesprechungseffekt heraushören. Lediglich eine gewisse S-Überbetonung macht sich mir deutlich bemerkbar.
Noch nicht einmal die Basslage möchte ich bestätigen; maximal einen tiefen Bariton, der aber weder dröhnt noch unangenehm wirkt.
Auch das Schnarren vermag ich nicht herauszuhören. Zumindest nicht in der Originalversion.

Zu den beiden Hörbeispielen: Das Original ist halbwegs okay, die Auphonic-Nachbearbeitung hingegen ist grauslig. Was ist denn da passiert?
Sorry, aber DAS fällt für mich in den Bereich “unhörbar”.

Was die Aussprache betrifft, gibt es tatsächlich Kritik zu üben. Zwar habe ich das nicht als nuschelnd empfunden, aber Du verschluckst einzelne Silben. Ganz merkwürdig, denn ich weiß nicht, warum. Tatsächlich sind einzelne Silben plötzlich weg; der Rest ist okay
Ein Nuscheln hingegen würde sich durch die gesamte Aufnahme ziehen, aber das ist nicht der Fall.

Resümee:

  1. Du brauchst nicht “mehr Wumme” in Deiner Aufnahme, das halte ich für eine falsche (Eigen-)Wahrnehmung.

  2. Arbeite an den S-Lauten.

  3. Tu etwas gegen die Silbenfresserei.

  4. Für meine Ohren war das Auphonic-Material komplett unbrauchbar; mit dem Original hingegen kann man was anfangen. Was da passiert ist, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die Jungs machen bestimmt einen guten Job, aber in diesem speziellen Fall ging er voll daneben.

Viel Erfolg!

Nachtrag:

Bei allem gebotenen Respekt, aber das ist gepflegter Unsinn. Ich glaube, hier darfst Du noch hinzulernen.


#15

Womit hast Du konkret abgehört? Die Laptoplautsprecher oder dedizierte eigene Lautsprecher? Laptoplautsprecher sind, was den Bassbereich anbelangt, immer etwas dünne und dürften daher genau im Bassbereich weitaus toleranter klingen.
Meine Aussage bezieht sich auf einen direkten Vergleich beider Beispiele, die @hohony gepostet hat, mit sehr guten Kopfhörern und da springt einen der Bassunterschied förmlich ins Ohr.
Ich vermute auch, dass das der Grund ist, weshalb Dir die S-Überbetonung sofort ins Ohr springt, weil der Bass nicht mehr im Weg steht. Bei mir überfordert der Bass mein Gehör derart, dass die S-Überbetonung hinten runter fällt. Mit weniger Bass würde ich das vermutlich auch hören…

Die beiden Aufnahmen waren übrigens von verschiedenen Sprechern. Die Auphonic-bearbeitete Version von hohony und das Original vermutlich von einem professionellen Sprecher (ich hatte weiter oben nach solchen Beispielen gefragt), dessen Audioquali die gewünschte Quali ist (ich hab das Gefühl, als klang es für Dich wie beide Male der selbe Sprecher).

Ob Auphonic da was ruiniert hat(passiert manchmal) oder nicht kann ich jedoch nicht beurteilen, da müsste ich ins Ursprungsaudio hören, also das noch nicht durch Auphonic geschickte…

Das Silbenverschlucken ist glaub ich einfach im Laufe des Lebens antrainiert. Da hilft nur Stück für Stück es wieder abzutrainieren, bzw sich mal Tipps von Logopäden zu holen für Sprachübungen (der klassische “Korken im Mund” z.B.).
Undeutliche Aussprache ist erstaunlich weit verbreitet, “versendet” sich aber im Alltag, weil noch viel mehr eine Rolle spielt und daher von der Undeutlichkeit ablenkt. Es fällt meist erst bei vorgelesenen Texten stark auf(speziell wenn man sich das erste Mal aufnimmt) und wirkt dadurch störend, zumindest aber subtil “irgendwie anstrengend”.


#16

Jetzt hast Du mich aber an der Ehre gepackt … na ja, Männer halt. Wenigstens lenkt mich das von der Schlaflosigkeit ab.

Okay, neue Abhörsituation: Sennheiser HD-25; einmal am Laptop direkt, einmal am externen USB-Audiointerface. Klingt tatsächlich anders - und der HD-25 steht nun wahrlich nicht im Verdacht, zugunsten der Consumer-Gefälligkeit Bässe zu generieren, wo keine sind.

Die Kurzform zuerst:

  • Ja, das ist bassig, aber nicht dröhnend. Ich habe die erste (professionelle) Aufnahme gegen “mein” professionelles Gegenbeispiel laufen lassen. Dieser Bass bewegt sich zwar noch im normalen Rahmen, hört sich auf dem Kopfhörer dennoch ziemlich stark an.
    Zur “Newbie-Version” an der Stelle: Kein weiterer Kommentar, die bleibt unhörbar.

  • Tatsächlich ging ich ursprünglich davon aus, dass es ein und dieselbe Aufnahme war - einmal vorher, einmal hinterher. Klarer Fehler von mir, den ich unter anderem daran erkannte, als ich beide Dateien in die DAW lud (u.a. Länge, Pausen etc.).

  • Die Kritik an der technischen Qualität der “Auphonic-Aufnahme” bleibt. Allerdings nehme ich an der Stelle Auphonic aus der Kritik, weil vermutlich das Original schon schrottig ist (ich tippe auf typisches shit in - shit out).
    Daraus folgt: Fokus auf den Aufnahmeprozess. Ich vermute, dass bereits da schon einiges schief gelaufen ist.

  • Auch bei der Frage des Nuschelns bleibe ich standhaft: @hohony nuschelt zwar nicht, aber er ist an einigen Stellen schnoddrig. Das lässt sich abtrainieren.
    Viel interessanter ist es beim “Silben verschlucken”: Das bezieht sich auf das Original, und ich habe auch die Quelle gefunden. Dazu gehe ich gleich ins Detail. Vorab: Der Sprecher war’s nicht.

Jetzt wird’s amüsant.
Das Original habe ich gefunden bei vorleser.net. Es wäre vom TE nett gewesen, die Quelle anzugeben; Unterschlagung der Urheberschaft ist mehr als nur ein Kavaliersdelikt.
Der Sprecher ist Patrick Imhof (vorleser.net, Wikipedia). Der verschluckt keine Silben; das kann er sich als Freiberufler in diesem - harten! - Markt gar nicht leisten. Für mich ist das ein ganz klarer Schnittfehler des Buchfunk-Verlages (zu dem auch vorleser.net gehört).
Mir ist schon einmal aufgefallen, dass nicht jeder Hörbuchverlag nach dem (u.U. externen) Schnitt nochmal eine Endkonrolle vornimmt und ggf. nachbessert. Da hat man als Sprecher aber leider keinen Einfluss mehr drauf. Üble Falle.

@hohony verschluckt keine Silben und, wie bereits geschrieben, er nuschelt auch nicht. Alles andere ist Übungs- und Konzentrationssache.

Alsdenn, zur Newbie-Aufnahme: Wieder einmal sehe ich mich darin bestätigt dass ein Gate bei reinen Sprachaufnahmen nichts, aber auch rein gar nichts verloren hat. Das klingt, zurückhaltend (!) ausgedrückt, einfach nur grauslig. Woher der Bass kommt, ist mir völlig unklar. Einen Nahbesprechungseffekt kann ich auch unter Kopfhörern nicht einwandfrei heraushören. Ganz genau hingehört ist sogar immer noch ein ganz leichter Raumhall vernehmbar.
Ich vermute ja vielmehr, dass da im Aufnahme-Setup bzw. in der Nachbearbeitung (?) gepfuscht wurde. Sind da vielleicht Plug-Ins im Spiel?

Hörbücher einsprechen, keine leichte, aber eine reizvolle Aufgabe. Und das mit dem gelöteten Superlux statt einem NT1A, der bequemeren Haltung wegen?
Ich persönlich halte die Idee ja für bescheiden, aber vielleicht möchte mir @hohony sein NT1A ja anbieten. :sunglasses:


#17

Zunächst vielen herzlichen Dank für die Kommmentare …

Wenn ich geahnt das hätte … dann hätte ich vor Abschluss meines
Sprecher-Diploms besser nichts gepostet :-). Es ging mir ums Technische, hier
vornehmlich um den WUMMS, diesen komprimierten Laserstrahl am Ohr.

Andererseits habe nun auch ein paar erste Eindrücke zur Rezeption meiner stimmlichen Darbietung erhalten und bin dafür nicht undankbar :slight_smile:
Vielleicht erst einmal dazu etwas:
Die Grenzen zwischen Nuscheln und unsauberer Aussprache sind fließend.
Ich glaube aber, dass ich eher NICHT durch die Nase zu sprechen versuche,
es ist tatsächlich so, dass ich manchmal einfach ein paar Silben zu schnell
spreche, weil es so eine Sache ist mit Atmung, Intonation, Geschwindigkeit.
Vor allem mit Atmung - ich glaube es liegt vor allem daran, dass ich dann
unsauber (undeutlich) werde, damit’s noch in den Slot vor dem Luftholen passt.
Dazu kommt noch eine wahrscheinlich naturgegebene unsaubere Aussprache - die ich
mir tatsächlich abtrainieren muss.
Da hilft es, sich möglichst oft auch selbst zu hören, womit ich nun gerade anfange. Und hilfreich ist zudem, wenn es aufmerksame Fremdhörer gibt, die einen persönlich gar nicht kennen und eine “freie” Wahrnehmung haben.

(Also, Ihr zum Beispiel).

Trotz der von Euch erwähnten Unzulänglichkeiten habe ich Hoffnung, dass es mit mir noch mal was wird! Wenn auch nicht mit Texten wie diesen… :frowning:

Ich bin eher ein “Ohrflüsterer” mit leisen Nuancen. Ich könnte von daher kaum jemals Nachrichtensprecher oder Offline-Sprecher für Sachtexte werden - meine Art zu Sprechen plus Stimmfarbe - das passt nicht. Aus MEINER Sicht. Daher empfinde ich den aktuellen Text auch als eher ungeeignet für mich.
Ich habe ihn nur aus technischen Erwägungen gewählt, der Vergleichbarkeit halber, da der Sprecher des Originals, Patrick Imhof (Sprecher und Schauspieler), im Vergeich zu anderen auf Vorleser .net eine ähnliche “WUMME” erreicht, wie ich sie gerne hätte. Er ist Profi, er hat Druck auf der Stimme (im Gegensatz zu mir), aber ZUSÄTZLICH hat er eine ordentliche Kompression/Verstärkung drin.
Um diese ging es mir.
Sie wird mir natürlich wenig nutzen, wenn ich nuschle, Silben verschlucke, nicht für einen anonsten schalldichten Raum bei der Aufnahme sorge, während der Aufnahme irgendwo anstoße oder ein “s” zischen lasse… usw.

Dennoch habe ich gedacht, ich frage mal, ob und wie man ggf. mit Ultraschall/Reaper die nunmehr oft zitierte Wumme hinbekommt.

Den Rest, so hoffe ich - auch gerade auch nach den Beurteilungen hier - bekomme ich mit der Zeit hin. Die Kommentare haben mir geholfen, ich danke Euch ausdrücklich dafür!

Ich hätte Patrick Imhoff übrigens natürlich namentlich erwähnen können, vielleicht auch
sollen @UliNobbe, hier ging es aber nur um eine technische Demonstration von ~50s, sodaß weder die künstlerische Darbietung noch der Inhalt relevant sein sollte. Zudem habe ich die Metadaten unverändert gelassen, die Quelle und Urheberschaft ist also weiterhin nachvollziebar. Und nach Abschluss
dieser Diskussion geht das File sowieso wieder vom Netz.

Zur Aufnahme:
Ich hatte sowohl mit RealEQ als auch Ultraschall Dynamics herumgespielt. Dies erklärt
den (offenkundig übereifrigen) Bass und sonstigen Schnöttelpröm.
Ich habe alles wieder herausgeschmissen, unter o.g. Link findet sich nun noch ein drittes File: RAW - ohne Plugins.
Identische Aufnahme, ohne Geschmacksverstärker, ohne Auphonic - splitternackt, wie aufgenommen!

Und es fehlt immmer noch: Der WUMMS …


#18

Ich werd mir das neue, unbearbeitete Audio die Tage mal vorknöpfen. Vielleicht krich ich was hin und würde Dir dann mal nen Projekttemplate posten, auf dem Du aufbauen kannst.
Aber natürlich gilt, wie @UliNobbe schon angedeutet hat, je besser die Aufnahme ist, umso weniger Nachbearbeitung muss stattfinden. Wenn Du die gefühlte Präsenz Deiner Stimme(das ist es, was ich bislang unter Deinem “Wumme” verstehe) verbessern willst, macht die richtige Aufnahme schon die halbe Miete. Nachbearbeitung kanns dann noch verbessern, aber nur, wenns im Original schon irgendwie vorhanden ist.

Ich finds gut, dass Du Dich nicht entmutigen lässt. Vieles kommt, wie erwähnt, halt mit der Zeit, auch deutliche Aussprache. Wenn ich an meine ersten eingelesenen Texte denke, kommt mir das kalte Grausen, das hat sich zum Glück im Laufe der Zeit geändert.
Sogar soweit, dass Leute sagen wie deutlich ich doch in meinen Podcasts rede, während ich jede noch so kleine Annuschelung höre.
Es lebe der Perfektionismus :wink:

@UliNobbe
Alles gut. Ist auch ein sehr gutes Beispiel, was für einen krassen Unterschied eine gute Abhörsituation macht und warum man beim Abhörequipment eher nicht sparen sollte.

Das Bassige ist auch nicht unbedingt dröhnend(vielleicht kam es da bei mir falsch rüber) sondern würde bei längeren Texten anstrengend sein. Stark genug um das Gehör anzustrengen, schwach genug um nicht zu offensichtlich zu stören.
Das meinte ich auch in einem meiner obigen Post mit, dass es Zeit braucht ein Gespür dafür zu bekommen, eben so etwas überhaupt wahrzunehmen, was es über eine längere Zeit hinaus für ne Wirkung hat und was man dagegen tun kann.
Erfahrung halt :wink:


#19

Ich sehe hier erst mal ein ganz anderes Problem: deine RAW Aufnahme ist sehr, sehr viel zu laut aufgenommen/ausgesteuert. Er Peakt da ohne jeden weiteren Effekt regelmäßig an die -0 dB ran und kommt in dem Sample auf satte -15 LUFS.
Bedeutet: du kannst eigentlich kaum noch irgendeinen Effekt drauflegen, ohne dass du in digitale Verzerrung fährst, das erklärt auch den etwas bescheidenen Klang von Auphonic.
Steuer lieber erst mal so aus, dass du im Bereich -12 dB bis -6 dB landest - meinetwegen mit 24 Bit. Dann hast du wirklich Headroom mit dem du überhaupt eine Klangoptimierung vornehmen kannst.

lufs


#20

@rstockm

Vielen Dank für den Hinweis.
Soeben neue Aufnahme gemacht (Schwitz).

Keine Plugins. Sowohl Track als auch Master auf 0dB.

Aber ich habe die Reglerstellung des MIC-Eingangs vom UMC404HD von 14 Uhr auf 13 Uhr gesenkt. Dies erscheint mir auf den ersten Blick zu wenig,
habe es dennoch einmal durchgezogen.

Das Ergebnis findet sich nun auf dem o.g. Link als
nunmehr viertes File, hier nochmal der Link, damit
nicht so viel nach oben gescrollt werden muss:

https://app.box.com/s/ry1pe44uap0lwxv1xti9nqv7wqaikpyy

Ich hatte den Input-Regler bisher auf 14 Uhr, da die Anzeige beim Sprechen immer schön im grün-gelben Bereich war, so wie von Dir in einem Deiner Videos demonstriert.