32-bit-Wave + Poly vom F6

Hallo,

ich habe mal eine Aufnahme lang das Zoom F6 probiert.
Nun habe ich ein 32bittiges-Wave-File.
Ob ich das Interface behalte, weiß ich noch nicht. Ich habe noch 10 Tage zum rumprobieren…

Alles scheint in Reaper normal zu funktionieren. Flüstern + Brüllen wird von Dynamics wunderbar so geglättet, wie ich es erwartet habe.
Atmen und andere Sachen sind nun auch “viel klarer” in der Aufnahme. Da schlägt Dynamics wohl zu und lässt mehr durch als bisher bzw. killt leise Passagen raus.

Ggf. sollte ich bestimmt irgendwelche Limiter und Kompressoren einsetzen, damit Dynamics Atmen von Flüstern unterscheiden kann.

Gibt es da ggf. einen Workflow oder ein paar Tipps, was sinnvoll ist?

Außerdem bietet mir der Zoom so ein Poly-File an. Dann sind wohl alle Spuren in einer Datei. Ich konnte dazu bei Google wenig finden und habe mich nicht getraut, das auszuwählen. Ist bekannt, ob Reaper das “mag”?

Beim Rest mache ich es hoffentlich richtig: Export als Flac, 24bittig. In der Theorie denke ich mir, dass Dynamics alles in diesen “Zieldynamikumfang” reinpresst.
Denke ich da richtig?

Mit dem Export in 24bit (int) macht man die Vorteile von 32bit Float wieder zunichte - gerade bei (extrem) leise ausgesteuerten Aufnahmen.

Mal übersetzt wenn Amplitudenwerte nur den von 1 bis 60 abdecken würden:

  • “16bit” kennt die Wertestufen 0,3,6,9,12,15,18,…
  • “24bit” kennt die Wertestufen 0,2,4,6,8,10,12,14,16,18,…
  • “32bit float” kennt die Wertestufen 0.01 bis 59.99

Das menschliche Ohr kann zwar nur +/-5 auflösen - daher sind die feineren Auflösungen eigentlich wumpe
AAAABER:
wenn ich nur sehr leise aufnehme, beispielsweise bis zur Wertestufe 18, dann hat

  • “16bit” nur 7 Wertestufen (0,3,6,9,12,15,18)
  • “24bit” nur 10 Wertestufen (0,2,4,6,8,10,12,14,16,18)
  • “32bit float” aber 1900 Wertestufen (0.01 bis 17.99)

Ich hatte da mal einen Vergleich gepostet, bei dem man genau diesen Effekt hören kann (Stichtwort: Quantisierungsrauschen) 24bit/96kHz vs 16bit/44kHz

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Hi,

uff… Ja. Ich glaube, ich habe das Meiste verstanden. Danke erstmal. Korrigiere mich, wenn ich hier alles falsch interpretiere.
Mir geht es hier erstmal um die Möglichkeiten der Postproduktion. - Manchmal hat man tolle Werkzeuge und ahnt nicht, dass die nützlich sein könnten.

Zu (meinem Verständnis)…

Ich beziehen mich auf das hier

In the field, fluctuating dynamics can prove challenging. Loud sounds can cause clipping and quiet sounds can get lost in the noise. The F6 uses 32-bit float recording with dual A/D converters to capture both explosive and subtle sounds at full audio quality – without ever adjusting gain!

Von https://www.zoom-na.com/products/field-video-recording/field-recording/zoom-f6-multitrack-field-recorder

Ich möchte ja eine Aufnahme haben, die normalisiert wird (-16 LUFS). Dynamik darf verloren gehen. - Der Podcast wird eh im Auto und in der Bahn gehört.

Bisheriges Problem beim H6:
Gesprächspartner sehr leise (Gain aufdrehen), lacht dann wie ein Walross (Gain runter, natürlich zu spät) etc.
Da soll wohl dieser Dual-D/A-Wandler drin Kunststückchen vollbringen. Das 32-bit-Ausgabeformat hilft nur dabei, das alles in einer Datei unterzubringen. - Wenn ich alles richtig verstanden habe ersetzt das den Sebastian, der ständig am Gain rumdrehen muss.

Vielleicht vermische ich aber auch Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.

Mir ist es vorgestern nicht gelungen, das Teil zum übersteuern zu bekommen. Beim Live-Monitoring selbst ja, aber das WAVE hinterher ist “sauber” und ist nicht oben abgeschnitten. Auch das fiese Gebrüll bekomme ich ohne clipping (heißt das so?) runter. Nachdem Dynamics dran war, klingt das wunderbar alles in gleicher Lautstärke.

Die Frage ist, ob ich mir das alles jetzt selbst “brauchbar” zusammengereimt habe.

Nicht-Übersteuern-können und Auflösung sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Digitaldarstellung / Rechen-Auflösung

Mal nach ganzganz unten ins Leise gegangen, um das mal zu verdeutlichen:

Wenn das Signal so leise (ausgesteuert) ist, dass 24bit nur noch 2 Bit Informationen hat (aus/mittel/laut), dann kann 16bit nur noch 1 bit darstellen (aus, laut) - dann hat 32bit-float immer noch die volle Mantisse, also 23 Stellen hinter dem Komma.

Wenn ich damit dann rechnen will, dann ist bei Integer-Darstellungen (16/24bit) mit 0 und 1 halt schwer etwas zu tun. 40% mehr Volume sind bei 0 immer noch 0, bei 1 immer noch 1. Bei 32bit-float werden aus 0.01 dann aber 0.014 und bei 1.0 schon 1.4 'draus (vereinfacht formuliert - da hinkt der Vergleich ein wenig in den konkreten Werten)

Wenn ich in der Praxis niedrig aussteuere um genug Headroom zu haben, dann bekomme ich bei 16bit spätestens ab -24dB (d.h. nur die unterste LED flackert) schon ein übles Quantisierungsrauschen - weil so weit “unten” die noch verfügbaren Stufen halt schon zu grob sind. Bei 24bit ist das bei der Aussteuerung noch ok - aber wenn’s noch leiser wird, dann habe ich auch Probleme.

Mit 32bit-float kann man also unabhängig von der aufgezeichneten Lautstärke immer präzise RECHNEN. Da gibt es - anders als bei den Integer-Darstellungen in 16 und 24bit kein Quantisierungsrauschen beim RECHNEN kleiner Werte.

Signalwandlung

Der zweite Teil betrifft die AD-Wandler: da hat das F6 anscheinend zwei AD-Wandler: einmal für den vollen Lautstärkeumfang, und einen zweiten für leise Signale. Das Ergebnis wird dann entsprechend in Digitalwerte zusammengeführt und umgewandelt. Einerseits habe ich so natürlich einen deutlich größeren digitalen Werteumfang den ich abdecke (also: in leisem wie lautem eine präzisere Auflösung), andererseits auch nach oben und unten genügend Headroom, um auch bei einem Ausversteuerer ausgleichen zu können.

Andererseits: wenn ich jemanden “im Durchschnitt” auf -24dB aussteuere (d.h. nur die unterste LED flackert ab und an auf), dann kann der mit Stimme nicht übersteuern. Egal ob mit 16, 24 oder 32float. Auch bei Losbrüllern.

Wenn ich allerdings mit einem so schwachen Signal auf die PA gehe, dann rauscht’s und ich bekomme keine gescheite Dynamik. Da muss ich dann zusätzlich eine entsprechende Verstärkung davor setzen.

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Wenn du den FLAC-Export nach der Bearbeitung der Lautstärken machst, du die Dynamik also entsprechend reduziert hast, reichen dir 24 (oder 16) Bit aus.

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