Zoom H5 vs. Zoom H6


#1

Das Zoom H5 ist ja neuer als das H6. Gerne würde ich die Flexibilität haben, auch mal mit mehreren Leuten ein Podcast aufzunehmen. Nutze hier verschiedene Mikros mit XLR. Was sind aus eurer Sicht auch heute noch Pros und Cons oder gibt es sinnvolle Alternativen?


#2

Der Zoom H5 ist als Handrecorder weit praktischer, ich finde die Bedienelemente sind auch besser dafür angeordnet (auch was das Aufsteckmikro angeht). Der H6 eignet sich meines Erachtens eher auf dem Tisch, auch von der Position des Bildschirms aus und dann auch als Interface. Wenn Du viel mobil bist daher tendenziell H5, wenn Du mehr Eingänge brauchst, gerne eine Roundtablerunde machst und in Ruhe dein Equipment aufbauen kannst H6.

Persönlich gefällt mir die Verarbeitung des H6 besser (das schmierige Plastik des H5 ist z.B. nicht so dolle), auch sind die Preamps minimal rauschärmer. Im Zweifel würde ich eher den H6 nehmen wegen der 2 Eingänge mehr und der recht geringen Preisdifferenz.

Ich spiele mich gerade mit einem Tascam DR100 MkIII. Vorteil da sind weit rauschärmere Preamps (ein Omnidirektionales dynamisches Mikro wie das Rode Reporter ist am H5 zu rauschig), ein eingebauter Akku (zusätzlich AA Batterien), ein Riesendisplay, eine höherwertige Verarbeitung und das bessere Bedienkonzept (den Tascam kann ich einhändig halten und bedienen, den H5 auch, den H6 nicht wirklich. Der Tascam hat ne ordentliche Hold-Funktion und einen Schalter für die Phantomspeisung). Oh und Micro-USB Buchse, das heißt dass Du im Zweifel auch schneller mal ein Kabel findest um eine Powerbank anzustecken (Die Mini USB Buchse von H5 und H6 ist echt nicht meins). Nachteile hat er wiederum weil nur eine reine 2-Kanal Aufnahme möglich ist und keine Interfacefunktion vorliegt.

Ich finde auch das neue Mixerface R4R nicht unspannend. Klein, leicht, recht gute Preamps (klanglich offenbar besser als Zoom) und Betriebs als Interface und Recorder zugleich möglich. Vielleicht aber dann mit 450 zu teuer um wirklich eine Alternative zu sein.


#3

Jap, ich stimme zu. Ich habe sowohl Tascam als auch H6 regelmäßig im Einsatz und jedes Mal, wenn ich mit dem H6 und Handmikro losziehe (für Umfragen oder andere Interviews) bin ich hart genervt vom Mikrofonstecker, der an der Seit so saudämlich absteht. Das ist bei Tascam besser gelöst und dort sind mehrere Funktionen direkt per Schalter an der Rückseite verfügbar und nicht erst in der vierten Menüebene.


#4

Wenn das Tasvam auch 4 Eingänge hätte, dann würde da die gleiche Situation vorliegen… denn irgendwo müssen sie hin.
Ich habe damit kein Problem. Wer aber damit welche haben sollte, warum nutzt ihr keine Winkelstecker?
Ein Menü ist halt ein Menü. Ich habe so lange geübt, bis ich alles blind bedienen konnte - genau wie die Bedienung einer Kamera… das muss schnell und ohne nachzudenken funktionieren.

Ein echtes Problem beim H6 sind die Drehregler, die sich viel zu einfach verstellen lassen, weil die nicht wirklich geschützt sind.
Dazu gibt es so eine Art Schutzgitter-3D-Druckvorlage. Wer keinen 3D-Drucker sein Eigen nennt, kann sich das, soweit ich mich erinnere, auch irgendwo bestellen.
Ich habe mir eine Schutztasche bestellt und so ein versehentliches Verdrehen ausgeschlossen.

Beim Einsatz kann man sich das H6 auch umhängen. Die passenden Ösen sind am Gerät vorhanden. Man kann das seitlich, aber auch direkt vor sich tragen - je nach Bedarf. Dazu kann man einen Kameragurt nutzen. Leider sind mir die Gurte etwas zu kurz und daher habe ich einen Gurt für meine Zwecke modifiziert. Aber es gibt bestimmt auch irgendwo einen längeren.

Letztlich ist es so, dass es kein Gerät auf diesem Planeten gibt, dass 100% für alle gerecht wird. Ich rege mich da schon lange nicht mehr aus, sondern arrangiere mich damit und hole für mich das Beste raus :slight_smile:


#5

Würdet ihr das Zoom H5 als besser dann ansehen? Faktor Mobilität, und wenn man auch mit 4 spuren hinkommt?


#6

Kommt auf die Aufnahmesituation an. Für Soloaufnahmen, Field Recordings, einfache Interviews - H5. Für stationäres Setup das H6. Das andere Gerät kenne ich nicht. Über das Mixpre 6 habe ich Gutes gehört, ist aber wohl eine andere Preisklasse.


#7

Kann ich mit dem H5 auch im Mac z.b. Garngeband Mehrspuren aufnehmen? Das geht meine ich mit dem H6. Geht das eigentlich auch mit audacity?


#8

Wenn der H5 als Audio-Interface arbeitet, ist das aufnehmende Programm egal.


#9

Tja, echt nicht einfach. Bisher noch nie unterwegs eine Aufnahme aufgezeihnet … und der Reiz, mit 4 XLR optional agieren zu können, schon gut


#10

Gibt es denn beim Anschluss an XLR wirklich hier und da Rauschprobleme am H6, am H5 auch?


#11

Das mitgelieferte min side Mikrofon am H6 kann man irgen wie einstellen, dass nur die inneren oder äußeren Mikros genutzt werden können. Im Handbuch finde ich dazu nicht, nur das es geht. Habt ihr einen Tipp, wie ich das machen kann?


#12

Mit der Wippe hinter dem Menütaster.


#13

Rauschprobleme Zoom H5,H6: Du hast ja equivalentes Eingangsrauschen (EIN) bei XLR PreAmps um einen groben Vergleich zu ziehen:

Zoom H5, H6 120 dBu
Tascam DR 40(x) 110 dBu
Tascam DR 100 III 124 dBu
SoundDevices MixPre 3/6 128 dBu
Audient ID4 Interface 126 dBu
Focusrite 2i2 mII 128 dBu

Ganz grob ist die Rechnung 10db mehr = doppelt so laut wahrgenommen. Das heißt dass ein SoundDevices Recorder bei Mikros die viel Verstärkung brauchen (sagen wir mal ein Rode Reporter oder ein Shure SM7B) dann natürlich ein gutes Stück leiser ist. Bei Kondensatormikros ist das aber vernachlässigbar. Wenn Du bei Mikros aber den Zoom auf 8 von 10 hochdrehen musst, dann hörst Du es halt schon langsam rauschen.

Du kannst dir ja mal die YouTube Videos von Julian Krause angucken, der erklärt das ganz gut.

Eigene Erfahrung: Hatte ein ID4 und habe einen H6. Und ja das ID4 ist bei dynamischen Mikros vorne, es klingt auch nen Tacken wärmer. Das H6 ist trotzdem wunderbar verwendbar und hat weit bessere PreAmps als viele andere mobile Recorder.