Wie habt ihr euer Podcast Konzept gefunden?


#1

Hallo Zusammen,

wie bereits in meinem Vorstellungspost gesagt bin ich eigentlich kein Podcaster. Das liegt nicht an mangelndem Interesse sondern eher daran, dass ich für mich immer wieder zu dem Ergebnis komme eigentlich nichts zu erzählen zu haben.

Genau betrachtet ist das aber Unsinn, ich habe einige Themen zu denen ich etwas sagen möchte oder könnte. Es gelingt mir nur nicht das ganze in ein tragfähiges Konzept zu überführen. Ich lande im besten Fall beim Konzept eines klassischen Laberpodcasts und da glaube ich dann keine Zielgruppe zu finden die mir zuhören würde (Laberpodcasts gibt es ja bereits “genug” als das ich mich da von der Masse abheben könnte.

Ich habe auch keinen festen Kreis von Rezipienten wo ich jetzt sagen könnte, die Leute hören mir sowieso zu.

Wie seid ihr in euren Projekten da bei euch vorgegangen? Wie wurde aus eurem Thema über das ihr bei einem Getränk eurer Wahl stundenlang “labern” könnt ein Konzept das eine Hörerschaft anspricht und bindet?

Ich kann mir das noch bei “produzierten” Beiträgen (also Reportagen, Features etc. oder wie bei meinem aktuellen Liebling dem Glasscannon Podcast) noch vorstellen - wobei ich da dann andere Fragen hätte. Aber gerade bei Gesprächsrunden die mehr als ein Thema beackern wird da in meinem Kopf kein tragfähiges Konzept draus.

Wie seht ihr das?


#2

Was Laberpodcasts angeht, gebe ich Dir teilweise Recht. Aber, es wäre schon interessant einen Laberpodcast “Alter Herren” zu hören. Oder “Alter Damen”. Wir haben einen Überfluss an Podcasts von Personen im jungen mittleren Alter, was auch in der Natur der Sache liegt.

Was “das zu Erzählen haben” angeht:

Ich mache (kommerziell) biografische Aufnahmen. Und Alle, ausnahmslos Alle Personen, die ich “im Gespräch” hatte, hatten etwas zu erzählen. Nicht, dass sie es immer gut konnten, aber es war genug für einige Stunden da. in einem Leben sammelt sich viel an und wenn ich behutsam nachfrage, kommt meistens ganz viel Verschüttetes zum Vorschein und die Personen erzählen auf einmal gerne. Also, mach Dir keine Sorgen, jeder hat was zu erzählen …

Zu dem Podcast Konzept:

Ich bin regelmäßig auf Reddit unterwegs, auch in der deutschsprachigen Community. Die hat ihre Eigenarten, so verschwinden, bedingt durch das Votingsystem und den Ratingalgorithmus gute Beiträge viel zu schnell in der Versenkung.

Dem wollte ich mit einem Podcast, der zwei, drei Beiträge pro Woche diskutieren sollte, entgegenwirken und haben dafür Mitstreiter gesucht. ich hatte mit ein bis zwei Personen gerechnet, es haben sich vierzehn gemeldet, die mitmachen wollten.

Jetzt sind davon noch neun übrig und wir machen den nachgedacht-podcast.de. Mit einigem Erfolg bisher.

In den kommenden Tagen starte ich ein neues Projekt, einen deutsch-französischen Podcast, in dem es einmal monatlich um die Entwicklungen politischer und gesellschaftlicher Natur in Deutschland und Frankreich gehen wird. Dazu habe ich auch über Reddit France nach Mitstreitern gesucht und welche gefunden.

Ich habe vor, im nächsten Jahr einen Interview- / Gesprächspodcast zu starten, für den ich mir Gesprächspartner suche, einerseits und andererseits mich ansprechen lassen und sich Personen als Gesprächspartner vorschlagen können. Zum Teil mache ich das schon im Rahmen des nachgedacht-podcast so.

Dabei lasse ich auf mich zukommen, was kommen mag und entscheiden dann, ob ich es machen will.

Ich habe mein Berufsleben lang Konzepte entworfen, eingeführt und controlled und bin jetzt ungemein froh, mich davon lösen zu können.

Vielleicht hilft Dir Gedanke …

Viel Erfolg mit Deinem Podcast.


#3

Ich bin über Hörbücher zum Podcast hören gekommen.
Die PodUnion hat damals immer aufgefordert, macht selber Podcast. Das war einer der Punkte, weswegen ich angefangen habe.
Der Ausschlaggebende war, über das was ich selber gern was hören wollte - gab es und gibt es außer meinem keinen Podcast. Somit mache ich mir mein Programm eigentlich selber. Das und die PodUnion haben mich zum selber Podcasten gebracht


#4

Mein Konzept hat mich gefunden.
Ich hatte immer schon mal den Wunsch, einen Podcast zu machen, hatte aber das Gefühl nichts zu erzählen zu haben. Im Gespräch mit aktiven Podcastern hab ich dann gehört, dass es doch vielen so geht.

Von Vorteil ist natürlich, wenn man etwas machen kann, was es in dieser Form noch nicht gibt. Das muss dann aber nichts komplett neues sein, es reicht meistens schon, einen kleinen Aspekt zu haben, der für das Format entscheidend ist.

Wissenschaftspodcasts gibt’s wie Sand am Meer, aber jemanden der kurz Sachen erklärt, das ist selten. Und die, die es gibt (z.B. die überragenden Sternengeschichten von Florian Freistetter), sind dann oft thematisch sehr eingeschränkt.
Es hat sich bei mir also so ergeben, dass ich einzelne Konzeptideen von mehreren Podcasts miteinander kombiniert habe und so bei etwas neuem gelandet bin. Der Rest kam dann von ganz alleine.

Das Wichtigste ist, glaube ich, dass man sich mit seinem Konzept wohl fühlt. Ich kann gut verstehen, dass sich ein “just another laberpodcast” nicht so gut anfühlt. Beobachte doch mal, was dir bei anderen Podcasts gefällt und was nicht und versuche die Stärken zu vereinen. Dadurch ergibt sich dann ein (für dich, subjektiv gesehen) perfektes Konzept. Wenn du dich damit wohlfühlst und Freude daran hast, wird sich der Rest auch selber ergeben. Ich verändere immer mal wieder hier oder da was und gucke, wie das funktioniert.

Jetzt, wo ich den ersten Schritt gewagt habe, hat sich bei mir auch ein neuer Blick auf das Podcasten entwickelt und ich nehme viel mehr wahr — dadurch haben sich bei mir im letzten Jahr mehr Konzepte und Ideen entwickelt als davor (wo ich quasi komplett ideenlos war).


#5

Und noch ein zweiter Post:
Ich bin sehr organisiert und struktuiert. Ich plane mein ganzes Leben (z.B. Umzug, die Arbeit, die Promotion, die Einkaufsliste und natürlich den Podcast) in einem Workflowy-Pad. Als die Idee herangereift ist, habe ich dort eine Unterliste erstellt, wo ich jede Idee aufgeschrieben habe. Immer mal wieder draufgeschaut, immer mal wieder was ergänzt. Und so hat sich dann sehr schnell ein Muster herauskristallisiert, welches sich in wenigen Tagen / Wochen zu einem fast fertig ausgereiften Konzept gemausert hat.
So gehe ich an viele Sachen heran und es hilft mir ungemein. Ist vermutlich typabhängig, aber sich seine Ideen aufzuschreiben und immer mal wieder anzugucken kann sicher nicht schaden :wink:


#6

Kann ich nur beipflichten. Ich notiere mich auch alles Mögliche, im *.TXT Format, zuletzt versuche ich mich an ORG-Mode und es geht ganz gut damit.


#7

Was uns betrifft, bestand die heutige Truppe bereits in Form eines geschlossenen Stammtisches unter Freunden durch die Gemeinsamkeit der Fotografie. Da ich vor einiger Zeit noch erheblich mehr Podcasts hören konnte, hatte ich mal den Vorschlag gemacht, all die Themen, die uns beschäftigen, auch anderen Teil werden zu lassen, so das wir erst zu zweit und mittlerweile alle zusammen den Podcast gestalten.

Im Grunde ist es unser Stammtisch, den wir aufnehmen, weil jeder Themen mit reinbringt, die ihn rund um die Forografie beschäftigen.

Gruß, Hendrik

PS: Organisatorisch verwenden wir ein Trello Board: Eine Liste für Interna, eine als Themenvorrat und pro Sendung wird “on the fly” eine Sendungsliste gemacht. So hat jeder die Möglichkeit die Themen der anderen vor der Sendung anzuschauen und z. B. Bilder für Kapitel, Links, etc. in die Themen einzubringen.


#8

Ich denke, es hilft viel, sich zu überlegen, welche Interessen man selber hat und welche Zielgruppe man ansprechen möchte. Unser derzeitiger Podcast (jeden Werktag Berlin-bezogene Nachrichten auf Englisch) ist entstanden, weil

a) meine Frau ein Native English Speaker ist und
b) wir viele ausländische Freunde haben, die besser verstehen wollen, was in unserer Stadt los ist.

Da wir beide selber News-Junkies sind, hat sich das Konzept schon fast von alleine ergeben.

Wie die Vorposter schon geschrieben haben, es sollte ein Thema sein, das dir selber Spaß macht, das Konzept findet sich meistens durch learning-by-doing.


#9

Wie der eine oder andere vielleicht an meinen anderen Fragen hier im Sendezentrum bemerkt hat, habt ihr mich überzeugt. Mein besonderer Dank geht dabei an @DasTeutelbier der mich mit dem folgenden Satz vollständig abgholt hat:

Im Gespräch mit aktiven Podcastern hab ich dann gehört, dass es doch vielen so geht.

Das war für mich nie greifbar. Ich bin immer davon ausgegangen, das ein Konzept so passen muss, dass man sich sicher ist das man es verfolgen will.

Ich bin also in den letzten Tagen in eine intensive Planungsphase eingetreten und hoffe bald eine Nullnummer veröffentlichen zu können.


#10

Freut mich!
Dann wünsch ich dir mal viel Erfolg beim Loslegen und bin gespannt, was am Ende dabei herauskommt :wink:


#11

und, was macht die Planung?


#12

Der Planung geht es gerade soweit ganz gut. Das Konzept steht soweit (zumindest für die ersten paar Episoden). Im Moment hängt alles gerade ein wenig an den Dritt-Partnern, besonders am Grafiker (der durch einen Hardwaredefekt etwas zurückgeworfen wurde).

Ich rechne eigentlich im Moment damit in den nächsten zwei Wochen zumindest die Nullnummer zu produzieren (eigentlich war hier schon Episode 1 geplant, aber wie gesagt Verzögerungen :-))