Wie funktioniert der iTunes Algorithmus?


#1

Hi Leute.

Benjamin und ich haben auf dem SEO-Day in Köln einen Vortrag darüber gehalten, wie der iTunes Algorithmus / die Podcast App funtionieren könnte. Und einige Tipps gegeben, wie man seinen Podcast für die iTunes-Charts optimiert. Wie immer ist unser Ansatz, coolen Content für Eure Hörer zu machen und nicht mit allen Mitteln zu manipulieren.

Leider können wir die Folien noch nicht veröffentlichen, aber Evgeni von SEMrush hat einen sehr guten Recap von unserem Vortrag geschrieben:

In den kommenden Wochen sprechen wir im Podcast auch nochmal ausführlich über das Thema iTunes/Podcast App. Über Audio SEO im Allgemeinen haben wir auch schon eine Folge gemacht.

Welche Erfahrungen habt ihr mit den iTunes Charts gemacht? Guckt ihr da überhaupt rein? Habt ihr das Gefühl, dass eine gute Position in den Charts neue Hörer bringt?

LG,

Fabian


#2

Ich halte die iTunes Charts für in Podcasterkreisen geradezu spektakulär überbewertet und diese Meinung scheint mir von den Leuten von Libsyn (man höre einfach mal ein paar Folgen von “The Feed”, deren Podcastmacher-Meta-Format) und US Urgesteinen wie den Leuten vom Podcasters’ Roundtable bestätigt zu werden.

Natürlich kann man mal einen Bump durch eine hohe Chartpositionierung bekommen, allerdings nur dann wenn es die Hauptcharts sind und auch nur dann wenn man wirklich auf den vordersten Plätzen steht.
Der Nachteil nur: Wer da durch Tricks hinkommt (etwa durch Klickservices etc.) verliert die Hörer so schnell wieder wie sie dazu gekommen sind. Es ist einfach immer noch wahr was schon immer wahr gewesen ist: Der Inhalt muss stimmen, sonst wird das nichts.

Zum Algorithmus: Es ist ziemlich etabliert und ausgetestet, dass es in der Hauptsache auf die Neusubscriber innerhalb von 24h ankommt. Wertungen sind nett, helfen für die Social Credibility, bringen aber nur etwas wenn eben auch mehr Leute Abonnieren.

Wer für die Suche in iTunes optimieren will kann das über den Titel und Autorentag tun, allerdings wirft Apple seit ein paar Wochen radikal jeden raus, dessen Titel/Autoren auf Keywordstuffing hindeutet. Ich wäre da also wirklich SEHR vorsichtig, denn es herrscht in der (US-) Szene gerade Heulen und Zähneklappern weil Podcasts zu hunderten gesperrt wurden. Im Grunde gilt auch hier: Ordentliche sinnvolle Einträge machen, aber eben nicht für SEO sondern für den Inhalt optimieren.

Mein Fazit: Ich persönlich verwende genau Null Energie auf die iTunes Charts. Die Zeit ist meiner Meinung nach viel besser in anderes investiert. Wer so professionell unterwegs ist, dass New & Noteworthy plus eine dauernde Platzierung ganz vorne in Frage kommt, der investiert auch größere Summen in Hörergewinnung via Ads etc. und dann mag sich das relativieren…


#3

Dito.
Wir sind in unserem Podcast auch davon weg, um Bewertungen zu betteln. Bin ich froh drüber.
Zumal eh ständig die gleichen Podcasts in den gleichen Kategorien oben stehen. Da gibt es m.E. null Bewegung. Jetzt kann man natürlich sagen: “Naja, das sind halt die besten Podcasts”, aber selbst unter denen, die immer oben dabei sind gibt es kaum Durchmischung.

Ich habe auch das Gefühl, dass sich Apple damit bei der überwiegenden Mehrheit der Podcaster (und auch Hörer?) ein eigenes Glaubwürdigkeits-Grab geschaufelt hat.


#4

Das ist auch unsere Einstellung. Ziel muss es doch sein, dass neue Hörer lange dabeibleiben und tief in die Folgen einsteigen. Ich finde es immer total cool, wenn uns jemand schreibt, er/sie hätte sich auch alte Folgen angehört.

Aus eigener Beobachtung muss ich sagen, dass es doch schon relativ oft auch neue Podcasts mal in die vorderen Ränge schaffen. Aber meistens sind das Blogger oder “Influencer”, die mit Podcasts anfangen und ihre bestehende Community aktivieren. Das sorgt dann wohl für den push.

Die Idee von Apple, das über die kurzfristigen Neuabonnenten auszusteuern, finde ich aus Nutzersicht eigentlich ziemlich smart. Die Podcasts müssen sich dadurch langfristig durch guten Content beweisen. Und man kann es durch die Dynamik schlecht dauerhaft manipulieren.


#5

Zum Thema itunes-Charts: Falls noch irgendjemand dachte, die wären saubere Charts und nicht total kaputt. So sah neulich die Liste in Sport & Freizeit aus. Die Jungs von Fußball MML schwören, keinen Dienst zum Tunen der Ergebnisse verwendet zu haben:

43(2)

43(1)

43

Wenn Jahre alte Folgen in den Top 100 stecken, dann kann man die Charts auch vergessen. Und dementsprechend sollten wir sie alle nicht so wichtig nehmen.

Zuletzt ist mir auch schon häufiger aufgefallen, dass selbst auf der Startseite groß präsentierte Podcasts nicht mal in ihrer Kategorie auf 1 waren. Auch da scheint der Effekt, den das mal früher hatte, viel geringer geworden zu sein.

Ich will damit nicht deinen Vortrag kaputt reden, Fabian, bitte nicht so verstehen. Jeder darf gerne bei itunes optimieren, wenn er möchte. Aber meiner Erfahrung nach sollte man die Zeit besser in das Aufbauen einer Beziehung zu den Hörerinnen und Hörern über einen anderen Kanal investieren.


#6

Dass Keywords nur im Titel und im Autorenfeld funktionieren (bzgl. iTunes), ist ja seit einiger Zeit bekannt. Im
Lichte Apples jüngster Gegenmassnahmen würde ich dennoch nicht dazu raten.

Und ja, die iTunes Charts sind kaputt. Wenn sie primär auf neuen Abos basieren, frage ich mich trotzdem, wie sich stillgelegte Podcasts derart stark in den Rankings festbeissen können: Abonnieren Leute gerne Podcasts, die seit zwei Jahren nicht mehr weitergeführt werden?


#7

Also ich mach das schon manchmal …