Was ich an Podcasts liebe: Shownots und Kapitelmarken


#1

Hi ihr lieben,
ich würde gerne mal darüber Brainstorming betreiben, wie man Podcasts besser hören kann. Hier geht es mir eindeutig zu sehr um die Vorlieben der Produzenten selbst :wink:

Ich nehme einfach mal Tim‘s Freakshow exemplarisch heraus: Sie dauern stundenlang; manches ist wirklich spannend; aber ca. 60-80% interessieren mich inzwischen gar nicht mehr; es wird viel um den heißen Brei geredet; eine Solala-Unterhaltung mit einer coolen Verpackung: Nämlich den Kapitelmarken und verlinkten Shownotes. Auch die späteren Hörer-Kommentare sind Gold wert. Hier werden Dinge richtig gestellt und ergänzt. Fast schon wie bei Medium.com nur leider nicht ganz so elegant platziert.

Gerade bei so elend langen Folgen checke ich zuerst die Themenliste und die Links, bevor ich mir das viele Gerede antuen kann. Wie geht’s euch damit?

Könnte man nicht auch ein Transskript automatisch erstellen lassen und an den richtigen Stellen den Text verlinken? Gibt es da bereits Lösungen?


#2

Du hörst wirklich nicht so hin bei der Freakshow :slight_smile: Gefühlt reden sie jede dritte Folge über Tims Bemühungen, Transkription zu automatisieren. :blush:

Ich persönlich mache es genau umgekehrt zu Dir. Hören und hier und da mal ein Thema skippen. Wenn etwas besonders interessant ist, ggf. Noch mal den Link in den Shownotes heraussuchen. Für mich ist das eher Unterhaltungsmedium mit Mehrwert. Von meinen Eigenen Sendungen lasse ich beim Auphonic Durchlauf ein Transkript für mein Archiv erstellen. Für ne Stichwortsuche langt es, zumuten möchte ich das niemandem. Die Qualität steigt allerdings proportional zu der Menge Geld, die man bereit ist, drauf zu werfen.


#3

Schande über mein Haupt. Hätte ich doch nur mal die Freakshow aufmerksamer verfolgt und mir alles angehört und gemerkt, was die so wichtiges zu sagen haben :stuck_out_tongue:

Das Problem ist wirklich die Sendungslänge von zig Stunden. – Podcasts wie die vom Handelsblatt (Morningbriefing) sind in einem viel Hirn-gerechteren Format. Shownotes und Transskripte sind letztlich auch nur eine Notlösungen um ein ohnehin viel zuuuu langen Podcasts erträglich / wahrnehmbar / interessant zu machen. // @timpritloveDas hier könnte Dich vlt. interessieren bzgl. Lernen & Aufmerksamkeit.


#4

Die Macht der Pausetaste…
Wie nur schaffen es Leute sich durch tausende Seiten Buch zu lesen, Hörbücher mit 30 Stunden zu konsumieren oder Game of Thrones mit seinen über 70 Stunden Länge zu schauen… Manch einer schaut das mehrmals, incl. Specials und Interviews.

Nix für ungut, aber vielleicht ist ja das Problem, dass Du den Podcast unbedingt am Stück konsumieren willst? :wink:


#5

Das werde ich wohl auch nie verstehen :wink:

Ich ziehe es vor mich nur auf Sach- und Fachbücher zu beschränken. Mit dem ganzen emotionalen Gerede um den heißen Brei kann ich so gar nichts anfangen. Wenn mir jemand was mitteilen will, dann soll er/sie zum Punkt kommen.

Bei einem Podcast der über eine Stunde geht ist nach einer halben Stunde meist völlig die Luft raus. Und dann wird ständig probiert eine neue Spannungskurve aufzubauen mit einem Thema was abrupt von einem gelangweilten Gast unterbrochen wird oder wo allen Beteiligten die Luft ausgegangen ist. So wird gerade in der Freakshow extrem viel Halbwissen verbreitet und am Ende bleiben allenfalls die Shownotes übrig.


#6

das Ganze ist aber auch eine freiwillige Veranstaltung. Daher meine Frage: Warum hörst Du nicht einfach etwas anderes, das Dir besser gefällt? Gibt’s nicht genug alternative Inhalte da draußen?
Es fühlt sich jedenfalls für mich falsch an pauschal vom Podcaster eine Änderung einzufordern. Konstruktives Feedback ist sicherlich immer willkommen, aber mit Feedback a la “Eure Sendung ist stundenlang und verbreitet überwiegend Halbwissen” lässt sich nicht besonders viel anfangen.

//D


#7

Ich gebe @dirkprimbs recht, wenn er sagt, dass man die Pausen-Taste drücken und später wieder einsteigen kann. Trotzdem glaube ich auch, dass man sich nicht verlabern sollte.

Wenn man nicht so ein Freund oder eine Freundin von langen Podcastfolgen ist, sind wir Produzenten natürlich aufgerufen Kapitelmarken zu setzen. So hat der Hörer oder die Hörerin die Möglichkeit zu skippen. Und ich finde jeder Podcast sollte Kapitelmarken haben - und auch Shownotes zur weiterführenden Vertiefung des Themas.


#8

Vielleicht ist das Format ja auch ideal, um Deine Aufmerksamkeitsspanne ein bisschen zu trainieren. :nerd_face: - Ich habe kaum einen Podcast unter 1h in meinem Podcatcher, weil ich so lange Formate mag und für fünf Minuten Nachrichten kann ich auch das Radio anmachen.

Wenn Du forderst, dass sich Sendungen zu einem für Dich angenehmere Formate ändern, frage ich mich, warum sie sich Dir anpassen sollten.

Schließlich forderst Du gleichzeitig, allen, die Deiner Argumentation nicht folgen möchten, ihren Spaß zu nehmen.

Dabei hast Du, wie andere auch schon sagen, die viel einfachere Möglichkeit, lange Formate einfach nicht zu hören und gleichzeitig eine viel größere Auswahl an Alternativen als die, die das genau so möchten.

Unterm Strich ist das ein recht egoistisches Ansinnen.


#9

Podcasts zu konsumieren bedeutet für mich, dass ich mir die Themen gezielt aussuchen möchte; da mir für Nebensächlichkeiten eher die Zeit und das Interesse fehlt. Da man ja idR noch mit anderen Dingen im Leben zu tun hat, wie u.a. den Lebensunterhalt zu verdienen und sich um die Familie zu kümmern, liegen meine Priorität eher im „Reallife“ wo ich unmittelbar eingebunden bin.

Ergo: Aufmerksamkeit max: 20-30 min am Stück.

Ich „fordere“ rein gar nichts; sondern…

Und auch das stimmt nicht:

Ich glaube es besteht ein Unterschied darin was zu „fodern“ oder einfach nur mit der Podcaster-Szene in Kontakt zu treten und sich über Lösungen auszutauschen.

Den Podcast zu pausieren ändert nunmal leider nichts daran. Auch TV- oder Radio-Sender müssen sich Gedanken über ihre Zielgruppe und den Sendungsgehalt machen. Und in dem Zusammenhang auch immer, wie mit der begrenzten Ressource ZEIT umgegangen wird.

Achso, jetzt habe ich auch noch niedere / egoistische Motive, weil Dir meine Meinung generell missfällt.

Man man man…