Videoaufzeichnung 2er-Gespräch - Empfehlungen für Setup gesucht

Statt wie üblich Remote-Audio-Aufnahmen zu machen, habe ich kurzfristig die Gelegenheit zu einem 2er Gespräch vor Ort. Davon soll ein Video gemacht werden, das mehr bietet als eine einzelne statische Einstellung der beiden Sprecher. Der Audioteil ist unproblematisch, aber wie bekomme ich mit einfachen Mitteln ein gutes Videosetup hin?

Schnitt soll nur minimal erfolgen, nur das Vorgeplänkel und der Abschluss, ggf. auch unfreiwillige Unterbrechungen des Gesprächs. Das Video/Audio soll den Live-Charakter behalten.

Kann man da mit Zoom/Teams o.ä. etwas zaubern? Was sind Eure Empfehlungen und Tipps für so ein Projekt?

Wenn du bei einer Videokonferenzlösung bleiben willst: Jedem Teilnehmer eine Webcam vor die Nase und die Session aufnehmen. Ansonsten halt 1-2 Kameras aufstellen.

[Edit: ah, ich hatte „vor Ort“ übersehen - mein Post bezog sich auf Remote-Video
]

Klassische Videochats sind sehr einfach - aber halt sehr statisch und videochattig.

Da kann man eventuell mit Overlays etwas Stimmung dazubasteln, bei denen man nur die Videofenster durchreicht und auf einer eigenen Oberfläche erscheinen lässt (evtl. gar mit Greenscreen). OrkenspalterTV nutzt so etwas beispielsweise zusammen mit Zoom (Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=wZECn8xCyRI ). Die haben zum Streamen mit OBS einfach ein Image mit transparenten Ausschnitten über Zoom gelegt - in den aktuellen Seasons dann anscheinend zusätzlich GreenScreens für alle. Das sorgt(e) bei 'rausfliegenden Spielern immer für ein Umsortieren des Layouts, weil Teilnehmer dann „aufrücken“ und nicht mehr zur Maske bzw. ihren jeweils unter dem Bild liegenden Titeln passen. Die Leute mussten sich dann immer ab- und in korrekter Reihenfolge wieder anmelden.

Ansonsten: viel Gebastel mit OBS und OBSninja.

Oder mit mehreren Rechnern und/oder Bildschirmen dann Videochat mit Vollbild des Gesprächspartners als eine Quelle, und dann jeweils umschneiden/kompositen. Wahlweise in OBS oder Hardware (Blackmagic ATEM mini - o.ä,)

Dann fährt man aber schon ein mehr oder weniger vollständiges und entsprechend aufwändiges Video-Livestudio - in dem eine Person exklusiv für die Videoregie zuständig ist (bzw. sein sollte). Siehe auch die „Praxis-Tipps“ unten auf https://www.wyae.de/docs/video-streaming/

Ein gutes Videosetup und einfach ist ein Widerspruch…
Nimm 2-3 Kameras (Webcam extern, Smartphone, Fotokamera), alle auf Stativen.
Der Ort muss extrem gut beleuchtet sein und die Kameras müssen einen Weißabgleich machen.
Danach in einem Videoschnittprogramm zu Szenen zusammenfügen und mit dem ext. Ton synchronisieren.
Wichtig, Ton muss auf 48KHz aufgezeichnet werden, das dies i.d.R. die Kameras so machen.
Ein „Klatscher“ am Anfang machen zum einfacherer Sync.

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Verstehe ich das richtig, dass ihr dann gemeinsam in einem Raum seid und es nicht um Remote Video geht?

Deine Vorstellung von einem Videosetup mit mehreren Kamerawinkeln, bedeutet dass du auch mehrere Kameras gleichzeitig nutzen musst. Alternativ (nicht ganz so lebendig) eine 4K Aufnahme bei der du später im Schnitt problemlos auch auf Ausschnitte zoomen kannst. Da hängt dann auch viel von deinem Anspruch an diese Kameras ab. Simpel könnte man auch die meisten Smartphones nutzen, aber schicker sieht es sicherlich mit einer DSLR oder Bridgekamera aus. Mit das wichtigste ist dass der Ton gut ist, aber das hast du ja bereits im Griff. Dann wäre technisch noch das Lichtsetup ein Thema, dass du bedenken solltest und die Perspektiven. Da kannst du einfach auf YouTube nach den vielfach vorhandenen Videosetup für Anfänger Videos schauen.

Falls du das Video auch Live streamen willst, wäre noch Software wie z.B. OBS ein Thema. Ein Atem Mini wäre für den einmaligen Einsatz Overkill.

Da du den Ton ja bereits im Griff hast, bleibt dann noch die Entscheidung, ob du die Tonaufnahme später einfach unter das Video legst (wäre wohl technisch einfacher) oder noch schauen willst, dass der Ton gleich mit in die Kameraaufnahme geht.

Ich habe bei meinem kleinen Hobbypodcastprojekt mit meinem Bruder aus Neugierde auch gleich mit Video- und Tonaufnahme gestartet und bin seitdem immer am (freundlichen) Fluchen, weil Video den Technischen und Nachbearbeitungsaufwand inkl. der Lernkurve deutlich erhöht. Und dabei stelle ich bisher nur eine Kamera auf und habe mich noch nicht an ein zwei Kamerasetup gewagt.

Nachtrag: Mit fällt gerade auf: Das stimmt nicht wirklich, weil wir seit neuestem Remote aufnehmen und das Internet meines Bruders kein Livevideo in vernünftiger Qualität bietet. Jetzt nimmt er auf einer zweiten Kamera auf und schickt mir die SD-Karte zu.

Ein auf ALLEN Kameras gut SICHTBARER, großer Klatscher (große Bewegung, damit man den Moment auch gut timen kann)

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Ich dachte auch noch an eine Aufnahme mit einer Kamera in 4K. Dann könnte man verschiedene Ausschnitte nutzen. Trotzdem wird die immer gleiche Perspektive vermutlich auf Dauer etwas eintönig. Video und einfach ist gar nicht so einfach. :slight_smile:

Danke für die Antworten. Für eine Lösung auf die Schnelle ist das alles zu aufwendig, ich werde es also viel einfacher halten müssen und die Ansprüche reduzieren.

Idealerweise ist das auch ein Job für mehrere Leute, mindestens eine weitere Person sollte sich um die Kamera(s) kümmern. DSLR/Mirrorless Kameras können oft nur 10 bis 30 Minuten am Stück aufzeichnen, d.h. jemand muss das im Blick behalten. Smartphones brauchen für lange Videoaufnahmen meistens noch mal extra Strom. Mit ein paar iPhone 11/12 Pro kann man dank Telelinsen und gutem 4k Video schon was reißen, aber einfach wird das nicht. Hinzu kommt der Lichtbedarf, den @RaGu schon betont hat. Videoproduktion ist zehn mal mehr Aufwand als Audioproduktion.

Hinzu kommt, dass sich Menschen solche langen Gesprächsvideos nur anschauen, wenn entweder die Leute sehr interessant sind oder die Aufmachung optisch was bietet. Wenn Ihr einfach nur einen Podcast abfilmt, kann es sein, dass Ihr Euch sehr viel Arbeit macht, die niemand sich danach ansieht.

Meine Devise ist: lieber kein Video als mittelmäßiges Video. Denn selbst mittelmäßiges Video ist ein großer Aufwand.

Ein sehr gutes Beispiel was es dann doch braucht um ein gutes Video zum Interview zu produzieren.
Ich würde mich glaube ich auf maximal gutes Audio konzentrieren.

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