Transkribieren von Podcasts

Es ist selten, das ein komplettes Transkript wirklich soviel Mehrwehrt schafft.

Was aber fast immer sinnvoll ist: Echte Shownotes, die zusammenfassen worum es geht, Highlights hervorheben und dem Zuhörer nachträglich alles Infos geben die er gebrauchen kann. Wie hieß das Buch / das Produkt ev. sogar mit Link, wer waren die Gäste, welche Seiten wurden erwähnt, die besten Zitate, wenistesn grobe Zeitmarken usw.

Dauert immer noch aber bei guter Vorbereitung (gute Showprep vorher sind nacher die Hälfte der Shownotes) kommt man mit +1x - 1,5x Zeit aus. Kann man bei ausreichender Übung mit dem Durchören für Editieren kombinieren.

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Hallo zusammen,

ich hole den Fred mal wieder hoch… Transkript ist ja schön und gut; auch die Durchsuchbarkeit mit dem Player etc. Jedoch würde ich mir wünschen zu meinen Episoden eine Art Abstract zur Verfügung stellen zu können.

Gerade für bspw. Menschen mit Hörschädigung fände ich es i.S.d. Barrierefreiheit einfach super, das bieten zu können.

Das kann ich zeitlich einfach nicht leisten! Deshalb meine Frage an Euch:
Gibt es von Euch Erfahrungen mit Dienstleistern, welche das anbieten?
(Bitte keine Ausbeuter-Plattformen!)

Merci =)

Du meinst einen Dienst, wo sich jemand deine Podcastfolge anhört und anschließend eine kurze inhaltliche Zusammenfassung schreibt?

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Ganz genau. Oder ist das völlig abwegig?
Ein Transkript liegt vor, sowie die Audio.

Mich kostet das extrem viel Nerven… :frowning:

Naja, man würde erstmal denken, dass du am ehesten in der Lage bist eine inhaltliche Zusammenfassung zu erstellen. Jeder andere muss sich erstmal reinhören. Aber wenn dich das zu sehr stresst, kann man das natürlich abgeben, insofern ist es wohl nicht abwegig. Ich denke, die Dienstleistung als solche wird man auf Plattformen zur Texterstellung durchaus einkaufen können.

Das einzige was du noch probieren könntest, ist eine kurze Zusammenfassung direkt nach der Aufzeichnung der Folge als frischen Eindruck einzusprechen und diese dann verschriftlichen und nachbearbeiten.

Ist die Zeit des toten Papiers nicht vorbei? Was will man mit einer transkribierten Textwüste überhaupt machen? Und wer spricht wie gedruckt und erzeugt dadurch in geschriebener Form einen echten Mehrwert?

Klar, für eine wort-wörtliche Durchsuchbarkeit nach Zitaten macht das Sinn, aber für die Hörenden sind (ganz im Sinne von @NicoleSimon) Zusatzinformationen viel wichtiger. Genau dafür haben wir die Möglichkeit zu Hypertext und sinnvollen Zusammenfassungen in den Metadaten und Webseiten. (Und bitte in lesbarer Sprache, damit es noch besser durchsuchbar und verständlich wird.)

Der Thread “Was sollen Shownotes leisten?” spricht eine Menge Aspekte dazu an.

Transkripte ermöglichen eine tiefere, inhaltliche Erschließung. Du kannst etwa im Kontext des Podcast nebensächliche Informationen herausfiltern, die nie jemand in Zusatzinformationen oder Inhaltsübersicht erwähnen würde. Dort findet man eben nur die Dinge, die zum Zeitpunkt der Erstellung als wichtig galten.

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Das stimmt, wenn man denn überhaupt Shownotes macht. Ich seh aber viele Podcasts, die ganz ohne Shownotes senden, weil keine Zeit etc. Für die sind Transkripte eine Lösung, um den Inhalt zu erschliessen, sowohl für Menschen als für Suchmaschinen.

Transkripte machen es auch möglich, dass gehörlose Menschen oder solche die nur schlecht Deutsch sprechen Inhalte nachvollziehen können. Die Übersetzungen verbessern sich ja immens, bald wird da wenig Textwüste übrig bleiben. Manchmal werden ja doch gerade Spezialthemen durch Podcasts abgedeckt zu denen es sonst wenig Veröffentlichungen gibt.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bald ziemlich normal sein wird, dass in Podcastplayern (zumindest im Browser) Untertitel angeboten werden, die auf den Transkripten basieren.

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Sorry für den shameless Plug, aber bei Podigee haben wir mittlerweile einen integrierten Transkriptionsservice. Die Minute kostet zZ 0.05€ weil wir uns noch in der Beta-Phase befinden, später wird es sicherlich 0.10-0.15€ pro Minute kosten. Wir nutzen Auphonic als Provider.

Wir glauben es ist ziemlich nett, weil der Transkript mit dem Podigee-Webplayer integriert ist (man kann im Player suchen und direkt an die gefundene Stelle im Audio springen, was ziemlich cool ist). Außerdem bieten wir auch einen Editor zum Bearbeiten vom Transkript, falls die Qualität nicht gut genug ist.

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In dem Zusammenhang auch noch der Verweis auf die Aufzeichnung von der #community:subscribe-8, in dem @auphonic und @ben.podigee von dem Projekt erzählen:

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Wieso sollten in den Shownotes nur Dinge stehen, die zur Veröffentlichung relevant waren? Nein, ganz im Gegenteil geht es darum, dort aktiv (weiter) zu vernetzen und neue Aspekte auszunehmen und nicht beim “einmal Gesagten” zu bleiben.

@Sebastian Bist Du bei der Subscribe9? Vll. wäre eine Neuauflage der Shownote-Session eine ziemlich gute Sache.

Ja, zusätzliche lesbare Inhalte sind inklusiver, und genau daher müssen wir den Shownotes mehr Liebe geben, als sie nur als Kopie der Sprache zu verstehen! Ganz im Gegenteil möchte ich zu mehr als nur Transkripten motivieren, um statt einer Reproduktion die Möglichkeiten des Hypertext-Mediums zu nutzen.

Erst haben wir @wisspod doch die GanzOhr 2017, da sehen wir uns doch, oder?

Bestimmt wird @melanie dort auch etwas über ihre neuen interaktiven Konzepte erzählen.

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Vielleicht reden wir einander vorbei: In den Shownotes wird nur erfasst, was der Ersteller für relevant hält (und erinnert). Es können aber auch Dinge besprochen werden, die erst später oder für ganz andere Leute relevant sind.

Ganz simples, konstruiertes Beispiel: Du hast einen Gast und sie erzählt nebenbei eine Anekdote. Weil es sich um Smalltalk handelt und nicht das Thema trifft, taucht sie nicht in den Shownotes auf. Sagen wir, mit dem Gast hast du nie wieder zu tun. Du erfährst nichtmal, dass es Leute gibt, die diese Anekdote für besonders erwähnenswert hielten. (Falls du auf die Weiterpflege von Shownotes auch deutlich nach der Veröffentlichung hinauswolltest.) Über ein Transkript ist sie mit indizierenden Suchmaschinen dennoch aufzufinden.

Ich dachte ja im ersten Moment “Podcasts für Gehörlose… hm.” Aber gerade zu diesem Punkt sind mir die letzten Tage konkrete Beispiele über den Weg gelaufen. Einmal hier mit Florian Freistetter:


Und dann in der Diskussion zu den neuen Podcasts von Zeit Online:

Quelle

Gerade den Blickwinkel, höreingeschränkte Menschen nicht von den Inhalten auszuschließen finde ich im Bezug auf Transkripte doch nochmal interessant. Ich hatte mir das selbst einfach so noch nie klar gemacht.

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Ich produzier ja gerade einen inklusiven Audio-/Multimediaguide für ein Museum und hab mich in das Thema Barrierfreiheit etwas reingefuchst. Da lernt man plötzlich ganz neu auf vertraute Dinge zu blicken. Da passiert gerade mit Stimmerkennung und Bilderkennung ganz viel.

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Du kannst für jede Informationen einen Fall konstruieren, wo genau eine bestimmte Information sinnvoll wäre, und wer Spaß und Zeit hat, kann alle Informationen und Medien bereitstellen. Daher geht mir um den sinnvollen und effizienten Einsatz der Zeit: Sollte jemand lieber Zeit für ein Transkript oder für sinnvolle und lesbare Shownotes mit Referenzen und Links einsetzen?

Natürlich kann man einmal unleserliche Linklisten, und zu korrigierende Transkripte von sprachlich zweifelhafter Güte und viel zu kurze Zusammenfassungen veröffentlichen. Dann ist aber niemandem wirklich geholfen und die zusätzliche Arbeit hat kaum zusätzliche Information sondern mehr Rauschen geliefert.

Dann lieber einmal einen richtigen Text als Shownotes formulieren, der einmal besser zu verstehen und übersetzen ist, den Suchmaschinen besser verstehen, der an sinnlich an richtiger Stelle die Links beinhaltet und das oft ungenau Gesagte in korrektem Kontext darstellt. Und da ich für eigene Shownotes und Gespräche viel nach thematisch relevanten Podcasts recherchiere, kann ich dir sagen, dass es daran leider noch sehr fehlt.

Keine Frage, Transkripte können sinnvoll sein, wenn a) es einen guten Grund für eine exakte Archivierung des Gesagten und b) die Sprechenden sprachlich so ausgezeichnet sind, dass ein Transkript sinnvoll lesbar wird und c) man die Kontextinformation zusätzlich auf anderem Wege sinnvoll darbringt. Ansonsten ist es, wenn auch faszinierend, nicht wirklich zielführend.

Uns hat selbst schon ein Professor gesagt, dass er unseren Modellansatz Podcast regelmäßig konsumiert, und zwar über unsere Shownotes statt über Audio.

Naja, ist wie mit der Digitalisierung von Büchern, wenn man große Bestände durchsuchbar hat, kann man ganz andere Dinge damit machen. Aber wie bei der Digitalisierung von Büchern wird es erst mit Automatisierung im großen Umfang möglich. Ohne eine automatische Transkripterstellung in wenigstens passabler Qualität würde ich es wegen des großen Aufwands auch hinten anstellen, außer man möchte seinen Inhalt eben schriftlich zugänglich machen.

Aber du hast ja gefragt, was man mit einem Transkript machen würde … was voraussetzt, dass man es hat. :wink: