Technische Hürden, die Podcasting zurückhalten – und Lösungsideen

Die Gestaltung des Buttons ist sicherlich einerseits eine Stilfrage, andererseits gibt es gerade für den Online-Handel dafür seit 2012 zum Schutz der Verbraucher*innen auch klare Vorgaben. Siehe z.B. hier.
Wer da falsche Tatsachen vortäuscht, kann sich schnell viel Ärger einhandeln.

Der Online-Handel ist mir ja relativ gleichgültig, wenn ich einen kostenlosen Podcast anbiete. Hast du mich vielleicht falsch verstanden?
Dass es für kostenpflichtige Angebote neue Vorgaben bzgl. eindeutiger Bezeichnungen gibt, ist für das schlechte Gefühl des Users bei Anblick eines “Abonnieren”-Buttons und vermuteten Kosten doch egal.

Vielleicht habe ich nicht verstanden, was Du sagen wolltest. Ich habe verstanden, dass Du sofort an irgendwelche Scam-Seiten denken würdest, die dir auf anderem Weg Kosten unterjubeln, wenn Du die Anpreisung “Kostenlos!” liest.

Und ich wollte nur darauf hinweisen, dass Du als Verbraucher an der Stelle durch Gesetz geschützt bist. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass man dem Hinweis auf ein kostenloses Angebot durchaus etwas Vertrauen entgegenbringen könnte.

Und daher erhoffe ich mir, durch das Wort “kostenlos” an meinem Button, die weiter oben genannte Abo-Hemmschwelle etwas kleiner zu machen.

Ah, jetzt sehe ich worauf du hinaus wolltest. Ich werde aber als Verbraucher wohl kaum auf die Gesetzestreue von jemandem vertrauen, von dem ich ja gerade denke, dass er mich übers Ohr hauen möchte.
Deswegen brachte ich die neuen Regelungen zum elektronischen Geschäftsverkehr gar nicht erst ein in die Diskussion, die mir als Jurastudent aber natürlich bekannt sind hust :wink:
Aber wir entfernen uns vom Kernthema!

Ja, das seh ich auch so…

Kennst du (oder jemand anderes) irgendwas, was bei einem kostenlosen wordpress-blog (von wordpress gehostet) einbinden kann? Ich verstand den Podlove Player so, dass du den als Plugin bei deiner wordpress-Installation einbinden kannst, aber ich habe Wordpress ja nicht selber installiert.

Extra nochmal hochladen wäre es mir schon wert, wenn das ne Möglichkeit wäre, trotz kostenlosem WP blog an einen schicken Player heranzukommen. :smile:
Ich hab leider auch erschwerend m4a Dateien, weil die so schön klein sind.

Meiner Meinung nach besteht der Erfolg von YouTube unter anderem darin, dass man (meistens) findet, was man sucht. Ich bin davon überzeugt, dass es den Podcast schnell voran bringen würde, gäbe es ein Youtube für Podcasts: Kanäle, eingebetterer Player, anständige Verschlagwortung, Abos, die Möglichkeit, Inhalte anderswo zu embedden und alles andere. Dann noch EINE App, um die auf “YouPod” gespeicherten Abos auf’s iPhone zu bringen und gut ist’s. Wer’s dann nicht begriffen hat, begreift’s nie. Dagenen sprechen zwei Dinge: Die EItelkeiten der (meisten) Podcaster und die Tatsache, dass es kein kapital für eine solche Plattform gibt. Aber ein interssantes Projekt wäre es schon …

PS: Gott bewahre mich vor Podcasts < 30 Minuten. Ich habe keinen Bock, permanent an Gerät rumzufummeln, um eine neue Sendung einzuschalten.

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Podcast.de hätte dazu ausgebaut werden können. Stattdessen fand dort keine konzeptionelle Weiterentwicklung statt. Ein solches Portal neu aufzubauen, scheint nicht profitabel und so viel ehrenamtliches Engagement zu benötigen, dass wir das leider vergessen können. Denn sobald das Engagement nachließe, würde auch das neue Portal verfallen :_(

Youtube ist nur eine von mehreren Videoplattformen. Es hat den Kampf um den Markt für sich entschieden. Bei Podcasts müsste erstmal der Markt selbst geschaffen werden.

Ich denke, dass siehst Du verkehrt. YouTube war die erste, die das richtig angefaßt hat undfür sich selbst den Markt schuf. Vor dem iPad gab es auch keinen Markt für Tablets, vor dem iPhone keinen für Smartphones und vor dem Ford T keinen für Autos. Bei allem, was über die menschlichen Bedürfnisse hinausgeht, sind es Produkte und Dienstleistungen, die einen Markt schaffen.

PS: Vielleicht gehe ich das Thema mal mit einer eigenen Plattform an. Das Jahr ist ja noch jung.

Vielleicht hast du Recht. Zumindest ab der Übernahme durch Google auf jeden Fall.

Hätte nichts gegen eine Überhame von Google. Rente wäre dann sicher und Griechenland könnte ich auch noch kaufen.

Wie handhabst du das, wenn Person A einen Podcast von Person B ohne deren Wissen und unter anderer Lizenz hochläd? Spätestens dann hilft das zumindest bei dem von mir geschilderten Problem nicht weiter.

Woher hat er die Datei? Illegal aus dem Netz gezogen? Mit der Störerhaftung hast du als Plattformbetreiber nicht viel am Hut, sofern du auf bekanntgewordene Verstöße umgehend reagierst. Außerdem ist Togo auch ein schöner Standort für die Betrieberfirma.

Mein Eingangsproblem war, dass Webportale keinen sorglosen und ultraschnellen Zugriff auf einen großen Podcastpool zur Weiterverbreitung haben. Sind die Firmen durch deine Störerhaftung denn aus dem Schneider, wenn sie deine youpod-Inhalte unwissend kommerziell nutzen, obwohl der Podcastbetreiber das untersagt hat. Wird ein Gericht im Streitfall nicht sagen, dass es einem Unternehmen zuzumuten sei, die Herkunft der Audiodatei zu prüfen? Dann wären wir wieder beim Ausgangsproblem.

Ich denke, das wären wir nicht. Natürlich ist die Sache kompliziert und nicht in einem Schritt zu beantworten. Es kommt letztendlich, wie bei YouTube, darauf an, welche Lizenzbedingungen Du hast. Jeder, der Inhalte einstellt, unterwirft sich Deinen Bedingungen (z.B. YouTube Standardlizenz) unter der auch veröffentlicht und geteilt wird. Demzufolge gibt es keine CC- sondern nur Deine Lizenz und die muss mit kommerziell oder nicht nichts zu tun haben. Bei YouTube kannst Du die Videos einbetten, wie und wo Du willst, solange der Zugang nicht mit Kosten verbunden ist.

Ich bin keine Rechtsanwalt und würde die jetzige Aussage prüfen lassen: Wenn jemand das Video eintsprechend Deinen Lizenzbedigungen einbettet, ist er mit Embedded Content aus dem Schneider (siehe Urteil). Du bist als Plattformbetreiber aus dem Schneider, weil für Dich die Störerhaftung nicht greift (Ausnahmen bestätigen die Regel). Hierbei ist wichtig, dass Du a) in Deinen Nutzungsbedingungen klar zum Ausdruck bringst, dass nur Dateien hochgeladen werden dürfen, an denen der Uploader auch alle Rechte hat und b) Du umgehend rechtverletzende Dateien löschst.

Das ist ja aus meiner Sicht das Problem bei YouTube, dass der Rechteinhaber erst eonmal den Großteil seiner Nutzungsrechte los ist und an YouTube abtritt.

Dises juristische Konstrukt gilt es zu kopieren. Was nicht sonderlich schwer ist.

Für solche Fälle hat Gott das Instrument der playlist geschaffen :smile:

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Das sehe ich ganz genauso. Das würde Podcasting schnell weiterbringen.

Ob man eine solche Plattform dann gut findet oder nicht ist eine andere Frage.

Das hätte sicherlich Vorteile, aber das ganze wäre auch eine Zentralisierung, die gerade die Eleganz von “Feed + Datei” zunichte machen würde. Einen Quasi-Standard haben wir ja schon als Verzeichnis, nämlich iTunes. Da fehlt natürlich der Player und das alles, und das ganze hat nicht wirklich geschadet. Zentralisierung wird es mit Spotify und SoundCloud noch genug geben (und Stitcher etc gibt es ja auch schon), wir benötigen denke ich kein wannabe-indie-Zentralregister für Podcasts. Alleine dann eine App zu haben wäre mir zu doof, gerade jetzt ist ja die Schönheit an Podcasts, dass du den Feed in jede App klatschen kannst die dir gefällt.
Aber ich glaube außerdem, dass es gar nicht so viel bringen würde, da Audio nunmal anders funktioniert als Video. Ich zitiere mich mal eben selbst:

Still, people are watching videos on YouTube all day long! Why is it then, that videos are so shareable and go viral all the time, while podcasts aren’t at all?
Here, I think, duration is the key element. I have no data to back this up, but let’s just agree that the “watched all the way through”-rate of a YouTube video significantly drops with every minute or even second that it is longer. Podcast episodes rarely come in under 20 minutes, the attention span equivalent to about 200 funny YouTube videos and 1000 gifs.

Aus all diesen Gründen ist ein bottom-up Ansatz mit eben den vielen kleinen Änderungen, um das Medium zugänglicher zu machen, imo der “schönere” und bessere.

Außerdem zu dem rechtlichen: Wenn Episoden hochgeladen werden, die nicht unter CC stehen (oder einer anderen Lizenz, die das erlaubt), das ganze eine gewisse Größe erreicht, dann wäre es genau wie bei YouTube, nämlich dass man als Rechteinhaber die Entfernung verlangen kann. Eine Zweitverwertung gegen den Willen des Rechteinhabers wird es kaum geben. Solange das gestattet ist, okay. Allerdings werden größere Operationen, die mit Werbung ihr Geld verdienen, sich kaum ihre Statistiken noch weiter unscharf machen lassen, indem sie noch eine Plattform ihre Episoden verbreiten lassen.

Ich sehe diesen Thread leider erst jetzt. Ich habe dieses Jahr http://podcastrad.io aufgebaut um einen Punkt zu beheben der hier noch gar nicht genannt wurde: Massen von Leuten hören Radio, unter anderem weil sie sich nicht entscheiden müssen was sie als nächstes hören. Ich selbst denke auch oft genug erst mal daran, jemandem eine bestimmte Folge eines bestimmten Podcasts zu empfehlen, weil es thematisch gerade passt. Ich glaube, das radio-ähnliche Podcast-Hören ist eine bisher kaum beachtete Variante mit Potential. In meinem iTunes (unter Windows) sehe ich keine “Sender” wie oben beschrieben, das klingt aber natürlich ähnlich.
Was meint ihr? Biege ich irgendwo falsch ab? Habe ich ein Problem gelöst das gar nicht existiert? Oder habe ich einfach zu leise gegackert? (Frei nach Henry Ford)

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Lauter gackern ! …

Die Idee als solche ist interessant, allerdings für Podcasts mE leider eher unpassend: Wie angesprochen ist ja die durchschnittliche Episodenlänge deutlich über 20 Minuten. Da bleibt kaum jemand dran, wenn die erste nicht gefällt – beim Radio mit 2-3 Minuten-Songs ist das anders. Und mit den themenspezifischen “Sendern” sind wir wieder bei der Erkenntnis, dass Genre-Sortierungen prinzipiell die gleiche Funktion übernehmen.

“Empfehlungen” ist aber ein wichtiges Thema. Ich versuche immer persönlich Bekannte auf spezifische Episoden aufmerksam zu machen, oder wenn jemand schon Podcasts hört, dann dazu passende zu empfehlen. Aber ich skaliere nicht so gut :wink: Die Apps, oder “wir”, oder sonst jemand muss natürlich die Neulinge abholen.

Overcast (iOS-App) versucht das zum einen mit “kurierten” Listen (hier der dritte Screenshot), und dort werden auch auf Twitter erwähnte Episoden oder Podcasts eingepflegt. Das nur als Denkanregung.