Suche nach der richtigen Technik

Liebes Sendegate-Team,

uns wurde dieses Forum mehrfach empfohlen, daher wenden wir uns nun an euch mit unserer Fragestellung: Wir, das sind Ruth und ich, planen aktuell einen Interview-Podcast in Österreich. Wir haben bereits ein Konzept und auch die ersten Interviews bereits geführt.

Momentan sind wir noch auf der Suche nach der besten Technik, um in Zukunft unsere Produktionsqualität zu erhöhen. Aktuell arbeiten wir mit einem MikMe Mikrofon (österreichische Firma, falls unbekannt: mikme.com), das wir bei Interviewpartnern auf den Tisch stellen. Alternativ haben wir auch bereits ein Smartphone zur Aufnahme verwendet (iPhone, App „Voice Recorder Pro“). Meistens sind wir für die Aufnahmen zu zweit (eine/r von uns + Interviewee). Außerdem besitzen wir ein Zoom H4, mit dem wir aber noch keine Erfahrung gesammelt haben.

Unsere Frage: Was wäre für ein solches Setup (Interviews an verschiedenen Locations, manchmal mit Hintergrundgeräuschen) für uns eine empfehlenswerte technische Ausrüstung?
Wir haben von Headsets un Ansteck-Mikros gehört, wissen aber noch nicht wirklich, was hier am sinnvollsten ist und wollen uns vor einer (teuren) technischen Anschaffung informieren. Kopfhörer bzw. Headset hört sich für uns in den Gesprächen zu den Interviews (davor, danach…) passend an, für die Interviews selbst sind wir uns aber nicht sicher, ob das die richtige Wahl ist.

Danke für eure Hilfe!!

Liebe Grüße
Ruth & Michael

Hallo herzlich willkommen im Forum, kürzlich fragte jemand so etwas ähnliches. Ich hatte dort folgende Antwort hinterlassen: Standard-Ausrüstung für Aufnahme vor Ort

Etwas auf den Tisch zu stellen, ist zwar schon mal ein Anfang, nimmt dann aber auch viel „Raum“ mit auf, was nicht gut klingt. Ihr könntet Euer H4 nehmen, müsst aber auf Handling-Geräusche achten, also Geräusche, die durch Euren Griff am Rekorder entstehen. Da könnte vielleicht schon hier so ein einfacher Handgriff helfen: https://www.thomann.de/de/rycote_soft_grip_extension_handle.htm

1 Like

Hallo Marcus!
Danke für die schnelle Antwort. Wenn ich das richtig verstehe: Ich könnte an mein H4-Gerät zwei Mikros dranhängen, damit sich die Qualität verbessert und wir von der Mikro-am-Tisch-Variante wegkommen, korrekt?
Was wäre denn dann deiner Meinung nach die beste Mikro-Variante, damit ein „natürliches“ Gespräch zustande kommt?
Ich habe ein bisschen ein Problem mit der Vorstellung, dass man sich gegenüber sitzt und Kopfhörer aufhat oder dass man sich gegenüber sitzt und Mikrofone vor einem aufgespannt sind, ich glaube, dass das für den Gesprächsfluss und die Lockerheit des Gesprächs eher hinderlich ist, was denkst du darüber, wenn ich fragen darf?

LG
Michael

Der hilft super, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Okay, cool, danke!

Ich dachte mir nur, dass es vielleicht kein ganz so natürliches gespräch ist, wenn man ständig ein Mikro hin und her geben muss - das wäre ja der Sinn des Griffs, nehme ich an.

nein…
Es geht darum, das es überhaupt vernünftig (immer fest) auf dem Tisch steht…

Genau.

Das ist die Befürchtung der meisten am Anfang, selbst bei Radioanfängern. Möglichst wenig invasiv. Aber Audio erfordert nun mal ein paar Anpassungen. Es ist eben kein ganz normales Gespräch. Mindestens einer sollte einen Kopfhörer tragen, um Kontrolle über die Aufnahme zu bekommen, weil man sonst die Handyeinstreuung nicht mitbekommt, weil jemand vergessen hat, das Handy auszuschalten etc… Um die Mirkos möglichst wenig invasiv zu machen, gibt es einige Leute, die Lavaliermikros nutzen (Ansteckmikros), da gibts z.B. ganz brauchbare von Røde, die auch bezahlbar sind. haben aber auch ihre Nachteile: Der Klang ist nichts soo toll, rascheln, wenn man sich bewegt. Meist sind das Mikros mit Kugelcharakteristik, nehmen also alles an Geräuschen um euch herum auf.
Natürlich könntet ihr das so machen: jeder ein Ansteckmikro am H4, niemand einen Kopfhörer, aber dann ist es ein bisschen Glückssache. Viele empfehlen hier Headsets, weil dann jeder kontrollieren kann, auch sein eigenes Verhalten beim Sprechen (man gewöhnt sich dran), es diszipliniert auch, weil zum Beispiel Durcheinanderquatschen zwar zu einem „natürlichen“ Gespräch dazu gehört, aber für Hörer schwerer zu konsumieren ist. Vorteil des Headsets: Immer gleicher Abstand zum Mikro, also gleichbleibende Audioqualität. Das ist der Nachteil bei dynamischen Tischmikros: Man muss möglichst reinsprechen, also kann sich nicht groß rumfläzen (kann man eigentlich in keiner Variante).
Dann gäbe es noch die aufwändigere Variante: Richtmirkofone von oben über ein Stativ, dann sitzt man ohne irgendetwas am Tisch, aber: man muss auch da aufpassen, dass man im Bereich des Mirkos bleibt, außerdem sind die Richtmikros wieder teurer.

DANKE für die ganzen Antworten! Das hilft sehr bei der Orientierung.
Ich bespreche das am Freitag mit Ruth - danke!