Stunden-/Tagessätze

Hi Ihr.

ein guter Freund :stuck_out_tongue_winking_eye: hat die Möglichkeit bei seinem Arbeitgeber mit Audio-Produktion einen kleinen Nebenverdienst zu verdienen. Ich frage mich, was wohl die marktüblichen Konditionen und Preise für die Produktion von Audioinhalten in der Wirtschaft (aka Konzerne) sind. Wird da tage- oder stundenweise abgerechnet? Gibt es Preisunterschiede zwischen Konzeption, Produktion, Postproduktion, etc…?
Hat da jemand Erfahrung und kann mir Hausnummern nennen?

Edit: alternativ könnte man auch Leistungen bepreisen (so ähnlich wie beim Arzt). Also feste Preise für Konzeption, Aufnahme, Equipment, Post-Production. Wäre das eine gute Alternative?

Ich würde mich sehr über Hilfe freuen.

VG
DaFisch

Ich kann auf Deine Frage leider keine genaue Antwort geben, sondern lediglich darstellen, wie es bei mir ist.

Ich fahre zu Klienten, führe sehr lange biografische Interviews, fahre heim und bearbeite die Interviews zu Hörbüchern.

Dafür benötige ich ohne die Reisezeiten und das Interview meistens ca. vierzig Stunden, manches Mal auch bis zu sechzig Stunden.

Früher habe ich den Klientre gesagt, jede Stunde Nachbearbeitung würde sechzig Euro netto kosten und hatte sehr wenige Aufträge.

Heute nehme ich eine Pauschale, die sich nach Länge des Interviews (und damit in der Regel auch der Nachbearbeitung) sowie der Fahrzeit / Übernachtungskosten richtet.

Damit komme ich nicht auf sechzig Euro je Stunde, aber auch nicht viel darunter (54-57).

Aber ich mache es nicht als Haupterwerb, sonden nebenbei und wegen meiner Erkrankung etwa einmal je Monat.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür einen einheitlichen Satz gibt, sowas ist nach meiner Erfahrung immer Verhandlungssache.

Ein Stundensatz erscheint mir dabei immer am ehrlichsten für beide Seiten. Bei größeren Projekten kann das auch mal eine Pauschale werden, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Letztlich geht es um die Frage “Was muss ich am Ende eines Monats in der Hand haben, um davon leben zu können?*” Den Betrag rechnet man auf eine Arbeitsstunde runter, landet irgendwo zwischen 60 und 90 Euro und rechnet je nach Verhandlungspartner 10-20% drauf um die man sich runterhandeln lassen kann.

  • Darin sollten auch Dinge wie Einkommenssteuer und ggf Kosten für die Krankenkasse enthalten sein. Wobei das bei Deinem Bekannten entfallen dürte, wenn er das nebenberuflich macht.
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Ich hab hier eine Studie über Freelancer gefunden:

Der deutschlandweite Durchschnitts-Stundensatz betrug 2018 ca. 91€. Da sind aber alle Freelancer inkludiert, also auch IT-Berater.
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In der Medienbranche wird natürlich deutlich schlechter bezahlt (ca. 63€ im Schnitt):
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Ich habe für mich entschieden, dass ich versuche grundsätzlich zwischen 80 und 100€ anzusetzen für Aufträge als Freiberufler. Ich bin auch neben dem Podcasting als IT-ler unterwegs und habe dort mit solchen Stundensätzen kein großes Problem Aufträge zu bekommen. Als Podcaster bin ich mir noch nicht sicher, da ich noch nicht so viel Feedback zu den Angeboten bekommen habe.

Ansonsten versuche ich für Nachbearbeitung - also wenn ich die Aufnahme nicht selbst mache mit 15min-Sätzen für das Ausgangsmaterial zu arbeiten, bei den Menschen mit denen ich gesprochen hab, kam die Idee ganz gut an, gebucht hat es aus Zeitmangel bisher leider noch niemand.