Studio Link und Powerline / PowerLan - Erfahrungen?

Den Posts hier zufolge wird von WLAN eher abgeraten, wenn Studiolink-Verbindungen gut und stabil sein sollen. Die Erfahrungen sind wohl eher durchwachsen. Gibt es auch Erfahrungswerte mit Powerline resp. PowerLan-Verbindungen, also Ethernet über das Stromnetz? Für manche Situation, in der es am Ethernetkabel fehlt, wird das ja gerne mal als Ersatz genommen.

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Habe mir das tatsächlich genau deshalb mal zugelegt. Weil man die Stecker aber eigentlich direkt in die Steckdose und nicht in Mehrfachsteckdosen platzieren soll (kann ich aus Gründen quasi nicht), habe ich mich noch nicht getraut und wäre um Erfahrungsberichte ebenfalls dankbar.

Ich habe mal meine uralten Adapter der 1. Generation vom Grunde der Kiste geholt und getestet. Dass die keine große Bandbreite bringen, wußte ich aus vergangenen Zeiten.

Durchsatzmessung von Zimmer zu Zimmer, direkt in Wandsteckdose:
80.3613 MB / 120.15 sec = 5.6106 Mbps 0 %TX 2 %RX 1272 retrans

Die Retransmissions dürften stören. Latenz (Ping) schwankte zwischen 2.42 und 11.6 ms
Sogar meine Uralt-Geräte schaffen ausreichend Bandbreite.

Geräte der neuestem Generation dürften mehr Durchsatz bringen, aber ob sie auch geringere Latenz
und weniger Retransmissions bringen?

PowerLAN ist umstritten, angeblich störstrahlen sie. Wenn die bauliche Situation die (und sei es nur zeitweise) Verlegung zulässt, würde ich eher in ein Ethernet-Kabel investieren.

Übrigens habe ich meine früher auch mal in Mehrfachsteckdosen betrieben, geht.
Vielleicht kann sich @schollplatte mal trauen? Ich würde als Testpartner zur Verfügung stehen.

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Es gibt auch Geräte, die die Schukodose durchschleifen, die kann man direkt in die Steckdose stecken und dennoch noch einen Mehrfachstecker anschließen. Ich werde das System in den nächsten Wochen mal testen, doch da ich hier ein altes Haus habe, geht es dabei erstmal darum, ob Powerline hier überhaupt funktioniert. Deswegen die Frage, was man sich bei Audioübertragungen von Powerline erwarten kann.

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Das “nicht getraut” bezog sich auf die ausreichende und stabile Bandbreite, nicht auf das Sterberisiko :wink:
Ich denke nicht, dass das Haus deshalb in die Luft fliegt. Ich werde nochmals testen…

Streiche “angeblich” - PowerLine ist schlicht Funk, der über das Kabel statt durch die Luft übertragen wird.
Dann versteht man auch vielleicht, warum man keine Mehrfachstecker nutzen soll (reine Verlängerungskabel mit 1 Buchse sind ok): wenn man nicht gerade die (vom Kabel aus gesehen) letzte Buchse nutzt, dann ist da plötzlich eine Stummelantenne auf der anderen (kabelabgewandten) Seite - die dann am diesem “Kabelende” reflektiert wird und sich das Gerät selber stört.

Powerline ist auch unbeliebt, da das ein sehr breites Spektrum nutzt, sprich: den ganzen Kurzwellenbereich “zublasen”, einschließlich der Frequenzen, die rechtlich exklusiv für Funkamateure reserviert sind und auf denen sie versuchen, mit empfindlichen Antennen und Geräten leise Sendungen von der anderen Seite der Erde zu empfangen. Und dann kommt so ein Idiot mit Powerline daher, der das ganze Spektrum 24/7 zudröhnt…

Ich habe bei mir ein Powerline-Setup mit AVM Hardware im Einsatz, da ich keine Lankabel quer über den Flur verlegen will.
Wenn die Adapter eine Verbindung hergestellt bekommen und die normal Nutzbar ist (also 50mbit Durchsatz und mehr), dann geht Studiolink problemlos damit.
Wenn die Adapter nur gerade eben so eine Verbindung herstellen können (also einen seeeehr langsamen Durchsatz haben), dann kannst du es vergessen. Du wirst nicht glücklich damit werden, auch da die Powerline Adapter gerne mal das Signal ganz verlieren.

Eigentlich ist es ganz einfach - wenn es irgendeine Option gibt ein Kabel zu legen, dann legt ein Kabel. Ein WiFi ist durchaus okay, es sei den man hat keinen Optimalen Empfang oder keine Optimale Hardware/Konfiguration. WiFi ist ein sehr fragiles Gebilde und sehr empfindlich. WiFi-Mesh und andere/ähnliche Konstrukte sind auf einer Ebene mit PowerLAN und PowerLAN ist der Notnagel falls WiFi nicht vernünftig funktioniert.

Kabel ist das was man will, geht es nicht denkt nochmal drüber nach ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt ein Kabel zu legen. Geht dies wirklich nicht, macht ein Brainstorming mit “Externen Bekannten” ob die nicht doch einen fantasievollen Weg finden für ein Kabel - Nicht? dann schlaft noch eine Nacht drüber und hofft das Euch im Bett ein Weg für ein Kabel einfällt. Erst dann ( und wirklich erst dann ) fang an über WiFi nachzudenken und regt alle Optionen ab, bevor Ihr über PowerLAN nachdenkt

bezüglich der Kabel - Hier reicht Cat 5 UTP (unbeschirmt!) völlig aus, es gibt derzeit keinen technischen Grund der für ein Kabel besserer Qualität spricht. Preislich machen derzeit jedoch etwas zwischen Cat 6a oder 7 Sinn, da diese unwesentlich teurer sind.

Cat 5 UTP reicht bis 10 GE! Und wenn man sich überlegt das es nur eine Handvoll Länder gibt die elektrisch einen Potenzialausgleich hinbekommen wie wir hier in DE und der Rest der Welt ( USA, China, Innen, Russland ) sowieso auf UTP Kabel sind, weil Sie sonst in die Elektrische-Teufelsküche kommen, dann hat man gelernt das Deutschland für die Kabel-Industrie ein gefundenes Fressen ist. Es passt uns Deutschen einfach gut in den Kram Super-Duper-8-Fach-Geschirmt-und-mit-Goldkontakt-Kabel zu kaufen weil wir es ggf. mal in 40 Jahren brauchen könnten…

Eine WiFi-Verbindung ist btw nicht “Gut” nur weil der Betriebssystem “Volle Balken” anzeigt. Wenn Ihr bei einem MAC mal zusammen mit der ALT Taste auf das WiFi-Symbol klickt seht Ihr die Details. Dort gilt es auf zwei Werte zu achten

  1. Kanal ist dieser zwischen 1 und 13 dann seit Ihr im 2,4GHz Bereich unterwegs, das ist sozusagen legacy und alt und damit natürlich auch langsam dort sollte irgendetwas >36 stehen
  2. MCS-Index - Dahinter verbirgt sich eine Technik wobei der Client seine Geschwindigkeit nach und nach verringert um seine Verbindungsqualität aufrechtzuerhalten. Dieses passiert in einem 9-Stufigen System, in den unteren Bereich angekommen fängt der Client dann übrigens an über Roaming, also den Wechsel des AP’s nachzudenken.

PowerLAN ist btw sehr hochfrequent, ab einer Leitungslänge von mehr als 5 bis 7 Meter strahlt das Signal über alle Adern im Kabel, bei “Drehstrom” also einem Herd z.B. somit auch über alle Adern/Phasen/Stromkreise inkl Null und Erd-Leiter. Teilweise schafft man sogar Verbindungen über mehrere Gebäude, Verschlüsselung ist als Pflicht! Als ich Damals Kind war hatten wir eine “Gegensprechanlage” die nach dem selben Prinzip funktionierte und die funktionierte drei Häuser weiter bis zum Bäcker.

Eine Weitere “Gute” Variante ist übrigens VDSL, es gibt “Modems” über die man 100 Mbit über Zweidraht-Leitung(Telefonleitung) bekommt., diese Verbindung sind üblicherweise stabil, sobald Sie sich einmal eingependelt haben auf eine bestimmte Geschwindigkeit

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Der Standard weiß von dieser Weisheit aber nichts.

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Doch weiß Er und gibt sogar kürze Maximallängen für UTP als für geschirmtes Kabel an

Geht bei den Standards btw nicht um Schiermung sondern um Frequenzen die auf den Kabel genutzt werden können und da geht Cat 5 bis 100 MHz. Stell Dir mal ein Geschirmtes Kabel in Italien oder Spanien vor, da würden die Funken sprühen wenn Du es in einen Switch steckst .-)

Gemeint wohl die Taste “option” :slight_smile:
Nachtrag: Es gibt wohl Tastaturen am Mac wo die Bezeichnung “alt” oder die Bezeichnung “option” steht …

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“Option” ist für Leute die keine richtige esc-Taste mehr haben :slight_smile:

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Gibt es typische Problemlagen bei der Audio-Übertragung via PowerLAN? Könnte man zB sagen, wenn es sich nach A oder nach B anhört, dann suche besser nicht lange nach Fehlerquellen, sondern überlege, wie Du ein LAN-Kabel ziehen kannst?

Naja es fehlt dann halt Bandbreite, weil z.B. dein Betriebssystem im Hintergrund ein Update runterlädt, oder irgendeine Applikation. Wie sich das dann auswirkt müsste man mal schauen, von Knistern bis Abbruch ist alles möglich denke ich, weiß es aber auch nicht 100% - da müssten die Studiolinkl Leute mal sagen wie das ganze designed wurde oder man prüft mal mit einem Trafficgenerator wie es sich verhält

Habe zwei D-Lan Lösungen probiert (ein uraltes 200 Mbit Devolo und ein neueres 550Mbit TP-Link): Beide zaubern mit Studiolink und Skype ein weit stabileres Signal als das WLAN meines 2016er MacBook Pros (das an nem 5Ghz Netz mit eigentlich sehr guter Abdeckung hängt). Ich podcaste immer damit, geht super.

Musst halt nur generell drauf achten, dass die Stecker wirklich im selben Stromnetz landen. In einer Wohnung sollte das kein Problem sein, im Haus meiner Schwiegereltern habe ich keine gute Verbindung hinbekommen.

“Gute Verbindung” meint dann so 100 MBit/s brutto in der Anzeige?

So problematisch D-LAN Verbindungen auch sein mögen: sie lösen nun einmal effektiv das Problem, den grausigen WLAN-Stack von MacOS (nicht: iOS) zu umgehen. Bandbreite ist für StudioLink ja nie das Problem, immer nur Stabilität. Und die ganze “ich habe noch Dropbox laufen, und tippe mal was in die Spotlight-Suche und sofort bricht das WLAN weg” Problematik ist unmittelbar behoben wenn man mit LAN verbunden ist und WLAN komplett deaktiviert.
Klar, Kabel ist immer besser - aber probieren kann man D-LAN durchaus mal.

Ich möchte auch noch hinweisen: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem über USB getetherten iPhone am Macbook Pro gemacht. Die LTE Verbindung war sehr stabil, Studiolink funktionierte super und das Volumen war so um die 70-80 MB/h, also bei einem korrekten Vertrag eigentlich auch vollkommen zu vernachlässigen. Und ich bin nicht mal Telekom-Kunde, sondern bei Drillisch. Also wenn 4G da ist, würde ich eher das nehmen, als mir mein Heimnetz kompliziert zu vergrößern.

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Ja das reicht