Steuerliche Aspekte


#22

Nein, als Kaufmann wird die Tätigkeit beim Gewerbe nicht geführt. Kleine Webdesigner bieten ja auch “Internetdienstleistungen” etc. an, stellen so oft Rechnungen als Kleinunternehmer und sind trotzdem kein Kaufmann.
Du tätigst eine Dienstleistung, handelst aber nicht mit Waren. Ergo auch kein Eintrag ins Handelsregister.
Webdesigner wirst Du dort ja auch nicht finden.
Anders sähe es aus, wenn Du z.B. einen Online-Shop anbietest.

Aber die Idee mit dem Verein der Podcast-GEMA ist irgendwie charmant. :slight_smile:


#23

Okay, da habe ich mich nicht korrekt ausgedrückt. Man ist wohl nicht Kaufmann (ob eingetragen oder nicht), aber Verbraucher ist man eben auch nicht mehr. Und das ändert eben eine ganze Menge.


#24

Dem Finanzamt ist unsere Meinung leider ziemlich egal :wink: ich habe dazu schon einige Male nach Information gesucht und da hieß es jedesmal, dass du ab dem Moment an dem du einen organisieren Geldstrom aufsetzt auch entsprechendes für dein Finanzamt gilt.
Warum fragst du nicht einfach mal einen Steuerberater und teilst deine Erkenntnisse? Wenn du Recht hast ist das ja der einzige Termin, der fällig wird, oder?


#25

Ich habe es eh einfacher, weil da ja schon ein Gewerbe ist. Bin also ein schlechtes Beispiel.
Aber: Wenn ich eine gute Gelegenheit finde, frage ich Ihn mal etwas aus.


#26

Es muss nicht immer ein Gewerbe angemeldet werden - einzelne Journalisten oder Künstler (also auch Podcaster) üben eine freiberufliche Tätigkeit aus. Damit reicht dann eine Meldung ans Finanzamt, man habe die Absicht eine solche Tätigkeit auszuführen - und natürlich dann die entsprechende Anlage in den nächsten Steuererklärungen auszufüllen.

Damit spart man sich dann die Gewerbe-Dingens. Einschließlich IHK-Beiträge, Gewerbesteuer, etc.
Sobald man aber wächst und den ersten Angestellten hat, muss man ein Gewerbe anmelden, auch wenn man journalistisch unterwegs ist.

Was man also machen kann ist um auf sicherer Seite zu sein: einfach mal beim Finanzamt anfragen. Man habe so ein Hobby und würde gerne bei den Hörern um eine Beteiligung an den Kosten bitten. Gewinne würden auch absehbar nicht erwartet, eher im Gegenteil. Ob man und wenn wie man solche Fremdunterstützungen der Liebhaberei anmelden müsse.

Aber wie oben schon geschrieben: immer alle Belege (Ausgaben und Einnahmen) aufbewahren.


#27

Nein. Das Finanzamt entscheidet ob du eine freiberufliche Tätigkeit ausübst.

Das stimmt auch nicht. Auch die Vielverdiener unter den Freiberuflerinnen können Mitarbeiter bzw. Angestellte haben.

Das ist allerdings die Silver Bullet.


#28

Genauso habe ich es auch gemacht – nach meinem ursprünglichen Post am Anfang des Threads habe ich dann letztes Jahr einen Termin beim Finanzamt gemacht und die Situation geschildert (Unterstützung meines Podcasts durch das DDR Museum, Spenden von Hörer:innen etc.). Meine Erfahrung war sehr gut – klar, ich musste erst mal erklären, was ein Podcast ist, aber meine Ansprechpartnerin hat mir dann erklärt, wie ich die Einnahmen als selbstständige Einnahme neben meiner Anstellung erfasse und per Einnahmen-Überschuss-Rechnung dann in der Steuererklärung aufführe. Meine Empfehlung wäre tatsächlich zunächst beim lokalen Finanzamt vorzusprechen und wenn es dann doch komplizierter wird, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Kann auch Spaß machen, sich mit der Materie zu beschäftigen (self empowerment und so).


#29

Das versprochene Update meines Steuermenschen bei der privaten Plauderei:

Lies https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__15.html

Dort steht unter anderem:
Eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen

Er meinte, dass genau da das Detail ist. Wichtig sei, ob das auch objektiv der Fall sei. Interessant sei auch, dass da Gewinn steht und nicht Einnahmen.
Aber aufpassen, denn:
wenn die Gewinnerzielungsabsicht nur ein Nebenzweck liegt auch wieder ein Gewerbebetrieb vor. Aber auch da geht es wieder um Gewinn, nicht Einnahmen.

Wenn also keine Absicht objektiv erkennbar ist, d.h. die Zahlen genau das aussagen, ist das schlicht ein Hobby und gut ist. Um das zu belegen, hebt man einfach alles auf.

Was ich wohl lassen sollte: Im Podcast sagen, dass ich damit in Zukunft Gewinne erzielen möchte. Dann hätte ich die Absicht ja schon belegt. Zu sagen, ich hätte gerne Spenden, damit mein Hobby nicht ganz so teuer sind, ist wohl ok.

Erfahrungsgemäß stellt einen das Finanzamt nicht frei und stellt keinen Zettel aus, der sagt “das ist privat, brauchste nicht angeben”. Es schaut nicht in die Zukunft, sondern in de Vergangenheit und prüft eben die Zahlen. Die musste dann eben haben.

Dennoch sollte man, wenn ein zukünftiger Gewinn möglich ist, das ganze anmelden. Das dient aber eher dazu, noch möglichst viele Vorjahresverluste gegenrechnen zu können und den Gewinn zu mindern.

Ich vermische hier ein wenig Finanzamt und Gewerbeanmeldungswesen. Da könnte noch ein Fehler sein. Ansprechpartner wäre aber eher die Stadtverwaltung und nicht das Finanzamt.

Unterm Strich bleibe ich also bei meiner Aussage:
Ein Gewerbe würde ich erst Anmelden, wenn irgendwie absehbar ist, dass es Gewinne gibt bzw. ich die Absicht verfolge, solche zu haben.