Starthilfe gesucht: Corona-Podcast

Liebe Community!

Podcasts haben in meinem Leben seit über zehn Jahren Bücher immer mehr als Informationsquelle und Zeitvertreib verdrängt und inzwischen fast vollständig ersetzt, vor allem unterwegs.
Inspiriert durch vor allem Methodisch Inkorrekt, aber auch metaebene und WRINT, trage ich mich schon seit Jahren mit dem Gedanken, selber in ein Mikrofon zu sprechen, aber irgendwie hat immer etwas gefehlt.

Jetzt gibt mir die rasant aufflammende Krise um das Corona-Virsus und das leuchtende Beispiel, das Prof. Christan Drosten gibt, einen Impuls, der die Initialzündung in greifbare Nähe rückt.

An sich lese ich mich lieber ein, bevor ich Fragen stelle. Momentan muss ich, wie naturlich alle anderen auch, sehr mit meiner Energie haushalten, und möchte relativ schnell mit möglichst guter Qualität starten.

Das Konzept:
Ich bin Diplom Chemiker, habe u.a. Biochemie, organische Chemie und Wirkstoffsynthese vertieft im Studium behandelt. Ich möchte gerne in für laien verständlicher Sprache die biochemischen Mechanismen beleuchten, die in der aktuelle Krise hoffentlich mehr Verständnis für allerlei tiefere Details geben.
Anfangen möchte ich mit Aufbau eines Virus, konkret des SARS2 Corona Virus, wie das mit den Nachweismethoden funktioniert und warum man nicht “mal eben die Bevölkerung durchtesten” kann. Ein paar statistische Konzepte, Falschpositiv und falschnegativ.
Wie es da weiter gehen kann. Wie das Virus an menschliche Zellen andockt, wie man es dabei stören kann, Ausblick auf Medikamente.
Mich stört massiv, dass täglich mit Unmengen an Zahlen jongliert wird, aber niemand über Genauigkeit und Fehler redet, und versucht, irgendwie mit Excel eine Kurve anzupassen und daraus Vorhersagen zu treffen versucht. Wobei das wohl eher in der Kompetenz des Modellansatz Podcast liegt.

Zur Verfügung habe ich einige Gaming Headsets, ein altes MBox 2 USB Audio Interface, Grundkenntnisse im Umgang mit Audacity und damit schon grundlegendes Editing gemacht. Reichlich Erfahrung als Musiker bringt ein gutes und kritisches Ohr für guten Klang.

Was mir fehlt, und ich um euren Rat bitte:
wie wichtig, und was daran sind

  • Coverbild
  • Intro(-musik)
  • Hosting
  • Verbreitung/“Marketing” (ich will nichts verkaufen, sondern Aufklärung anbieten)
  • der Name

Mir gingen verschiedene Varianten durch den Kopf:
“Inside Corona”
“(Auf der) Suche nach Corona”
“Auf der Jagd nach Corona”
“Corona unter der Lupe”

Am ehesten geht mir persönlich grade durch den Kopf:
“Jagd auf Corona”, mit einem Intro, das an den Film “Jagd auf Roter Oktober” angelehnt ist, was ich aus Lizenzrechtlichen Gründen natürlich nicht direkt verwenden kann.

Ich bin generell Perfektionist und tendiere dazu, mir eher zu viele Gedanken zu machen, bei diesem recht kritischen Thema, und der Tatsache, dass ein einmal gewählter Name für den Rest der Zeit des Internets bestehen bleiben wird, möchte ich doch sehr gerne das Feedback weiterer Podcaster einholen, sowie möglichst viele der Anfängerfehler umgehen.

Ich danke euch jetzt schon für eure Zeit und Mühen!
Sebastian

Daher folgende, hoffentlich hinreichend präzise Fragen

4 Like

Fangen wir mit dem Hosting an. Was hast Du für Skills im Bereich Wordpress o.ä.? Wie hoch ist Deine Bereitschaft selber zu frickeln oder möchtest Du etwas Geld in die Hand nehmen und Dich auf eine Komplettlösung einlassen?

1 Like

Das könnte auch für mich von Interesse sein, habe auch an andrer stelle hier schon zu Anchor gefragt, also wie “for free” es den tatsächlich ist, und weil es mit Medium verknüpft ist wo ich viele gute Artikel-Storys zu Gender Themen finde aus dem englischen Sprachraum.
Mir selbst ist für’n Anfang eher wichtig, dass es so billig wie möglich ist, aber auch das Branding ist nicht völlig unwichtig für mich, nur noch nicht für den Anfang.

Ich habe selbst mit Anchor noch nichts gemacht, deswegen kann ich dazu wenig bis nix sagen. Es ist kostenlos und soll wohl vergleichsweise unkompliziert in der Bedienung sein, gehört aber inzwischen Spotify und dazu gibt es hier im Sendegate ja durchaus kontroverse Meinungen.

Was ich nicht über Anchor weiß ist vor allem, ob und wenn ja wie unkompliziert man seinen Kram dort im Zweifel wieder raus bekommt, wenn man mal unzufrieden damit wird. Für den Start und zum “mal ausprobieren ob das nicht was für mich ist mit diesem Podcasting” ist das u.U. nicht verkehrt. Da gibt es aber auch bei podcaster.de eine Möglichkeit für 1,- € im Monat was zu veröffentlichen.

Ein Logo nach Apples Podcasts-Speziikation brauchst Du aber auf jeden Fall, sonst kannst Du Dich in kaum ein Verzeichnis eintragen lassen. Das kann irgendwas sein, in Zweifel was mit Wachsmaler gekrickelt und eingescannt. Hauptsache 3000x3000 Pixel.

4 Like

Über Hosting mache ich mir ehrlich gesagt mit als letztes Gedanken. So nebenbei, und bevor die ersten zwei, drei brauchbaren Episoden nicht im Kasten sind, noch nicht relevant.

Sicher bekomme ich es hin, ein Wordpress irgendwie zusammen zu frickeln. Wie ich gehört habe, wurde durch das Podlove Projekt einiges vereinfacht in den letzten Jahren.
Weiß noch nicht, wie viel Ressourcen ich am Ende da rein stecken kann und will. Meine bisherige Konzeptskizze sieht ein paar Hände voll Episoden zu 10-30 Minuten vor, ergänzt von einer guten Portion Shownotes, und ich bin auch noch am Quellen sammeln und Themen recherchieren, möchte aber relativ bald beginnen, die ersten Folgen zu veröffentlichen.

Hat man eventuell die chance mitzuwirken in diesem Podcast ?

1 Like

Schau Dir zur Produktion vielleicht mal Ultraschall an. Das ist - anders als Audacity - genau auf Podcasting abgestimmt.

1 Like

Ich hätte einen Vorschlag für den Nahmen eines Corona-Podcast, schnell bin gespannt, wann meine erste Suchanfrage zum Erfolg führt.

  • Und der Name ist!

  • “Rollenspiele mit Toilettenpapier” :tipping_hand_woman:t4::roll_of_toilet_paper:

2 Like

In meiner Welt gehen “ich möchte möglichst bald die ersten Folgen veröffentlichen” und “über Hosting mache ich mir ganz zum Schluss Gedanken” zwar nicht unbedingt Hand in Hand, aber wie sagt man so schön? Whatever floats your boat. Bin gespannt auf das Ergebnis!

3 Like

Gerade da ja verschiedene Hoster / Backendtechnik auch auswirkungen auf den Podcast haben werden. Und da es auch dauert bis da denn der Podcast in den Feeds etc auftaucht ist das nicht zu unterschätzen.

Grüße Sven

EDIT: Und gaming Headset hab ich auch probiert. Wird nicht super gut. Mein Tipp wäre echt fang erstmal an und akzeptier das die ersten Folgen nicht perfekt werden und du deinen Groove finden mußt.

2 Like

Mit “ganz zum Schluß” meine ich kurz vor Veröffentlichung der ersten Episode.

Aber kann natürlich sein, dass ich da einem Denkfehler aufsitze und den korrigieren muss. Darum frage ich das hier alles!

Gibt es eigentlich so ne Art Flußdiagramm, wie man einen Podcast aufsetzt?

1 Like

Kein wirkliches Flussdiagramm, aber eine tolle Orientierung:

Solch ein Flussdiagramm ist nicht einfach, weil viele Faktoren unterschiedlich sind. Das zeigt die Grafik sehr gut. Grundsätzlich gibt es aber Themenbereiche, die man nennen kann:

  • Aufnahmetechnik (mobil, Headset vs. Mikrofon, Budget, usw.)
  • Hosting
  • Face to face Aufnahmen oder Remote (Querverweis zur Technikfrage)
  • Postproduction
  • Veröffentlichung
  • “Marketing”

Je nach Podcast, Erwartung an die Qualität und Zielgruppe kann das alles sehr stark variieren. Hinzu kommen dann eben Spezifika, die individuell sind (z.B. Kapitel, Shownotes, etc.)

2 Like

Das ist Podcast in mindestens eine Kokusnuss Schale :smiley:

Danke, das ist in der Tat ganz schön umfangreich, und eine Menge fällt bei einem Soloprojekt schon mal weg.
Da das ganze sehr aktuell ist und zeitnah ablaufen soll, muss ich sehen, was ich mit dem, was ich da habe, gezaubert bekomme. Dass es nicht perfekt werden wird, ist mir klar (und ich werde wahrscheinlich trotzdem länger polieren, als ich wollte :slight_smile:)

Verständnisfragen:
Wordpress + Podlove + selber hosten ist der Goldstandard, wie ich das einschätze, aber mit monatlichen Kosten, Setup, Zeitaufwand, Frust etc. verbunden.
Komme ich mit Soundcloud und Apple Podcasts weit genug?

An Workflow habe ich bisher auf dem Schirm (nicht vollständig und nicht unbedingt in der Reihenfolge):

  • Intro/Outro suchen, in der Hoffnung, ich finde was das mir gefällt und ich verwenden darf, also zuerst mal nach CC lizensierter Musik stöbern
  • Coverart finden (vermutlich auch in CC fischen gehen)
  • Episodenplan machen
  • für jede Episode Sendungsplan, Skript und Shownotes machen
  • Episoden aufnehmen, nachbearbeiten, in ein paar Formaten raus rendern
  • Social media und Soundcloud accounts aufsetzen
  • herausfinden, was es mit Apple Pocasts und ggf. anderen Verzeichnissen auf sich hat
  • Stück für Stück veröffentlichen
  • total geschafft davon sein, wie viel Arbeit es am Ende doch war
  • total nervös sein, was für Feedback kommt
  • mit mir ringen, ob ich Kommentare lese oder lieber nicht
  • wieder nervös werden, weil die nächste Folge produziert werden muss
  • hoffen, dass Corona selber nicht in der Zwischenzeit die Welt auf den Kopf stellt
1 Like

Ok bei mir war das:

  1. Falsche Plattform wählen
  2. Erste Folge per Handy aufnehmen
  3. Logo per Paint erstellt
  4. Ferststellemn das Itunes Ärger macht und 2 Wochen zum Fixen braucht
  5. Bei Folge 10 Feststellen das Show notes was wären
1 Like

Naja, die monatlichen Kosten halten sich stark in Grenzen. Und mit Podlove hast du alles, was du brauchst und volle Kontrolle. Am Ende ist aber entscheidend, dass du einen RSS-Link bekommst, sonst wird’s mit Apple nix. Und das ist letztlich ein Faktor, der dich “weit bringen” kann.

CC Musik ist gut, Cover ebenso, hier im Forum gibts aber auch welche, die dir dabei helfen können. Ein Episodenplan wäre nicht verkehrt bei dem Thema, weil irgendwann ist das Thema ja mal vorbei. Also eventuell sogar in Seasons planen und dann ein anderes Thema aussuchen. Ansonsten: fang einfach an. Detailfragen werden kommen, die bekommst du hier im Forum beantwortet :wink:

Ärgere dich nicht, wenn keine Kommentare kommen zu Beginn. Aktuell wird’s schwer sein, im Corona-Dickicht sichtbar zu werden.

1 Like

Ich habe gerade sechs Projekte und noch ein bisschen Kleinkram auf einem Hosteurope-Webpack für 9.99 €/Monat laufen, die Kosten sind überschaubar. Wordpress und Podlove hast Du mit etwas Erfahrung oder Hilfe in zwei Stunden am Laufen, danach fällt nur noch Wartung an, also Updates, das ist jeweils ein Mausklick, geht imho also auch.

1 Like

Also ich hab mich nun zu WordPress durchdringen können, aber es ist dort nicht wirklich alles selbsterklärend (innovativ), vermutlich weil sie dort auch Kurse verkaufen möchten, gibts hier vielleicht einige aktuellere Tip’s dazu?

@lobodingbauer hat uns einmal einen Workflow “In 3 Stunden und 30 Schritten einen Podcast aufsetzen” vorgestellt. Vielleicht ist darin etwas für Dich dabei.

4 Like

Mir ist nicht ganz klar was Du meinst. Zumindest für den Podlove Publisher habe ich mal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben. Hilft Dir das schon?

3 Like

Ich hab mir deine Anleitung schon angeschaut, und werd auch noch darauf Fragen haben später, dabei beschäftigt mich eben die kosten für einen gemieteten Server oder ob ich vorerst WordPress cloudbasierte Version auch für mich genügen würde. :woman_shrugging:t4:
Und wie ich dort ein informatives, aufgeräumtes Theme, das aber auch nicht zu trocken einrichtet ist finden kann.