So, du möchtest einen Podcast machen? Liste für Anfänger:innen

Immer wieder fragt mal jemand, wie das geht mit dem Podcasten, und ich habe jetzt einmal die für mich vorstellbar einfachste Möglichkeit aufgeschrieben.


So, du möchtest einen Podcast machen?

Am besten ist, du legst einfach los. Jedes Element kannst du noch ändern. Ziel ist, möglichst zuverlässig bis zur 10. Folge zu kommen. Du lernst sehr viel dabei. Danach haben sich viele Fragen selbst beantwortet oder sie haben sich selbst erübrigt. Dann kannst du an allen verbleibenden Schrauben drehen, um deinen Podcast zu verbessern.

Was du am Anfang nicht brauchst?

  1. Fancy Signation, unglaublicher Titel
  2. Tolle Sprecherstimmen
  3. Teure Hardware
  4. Schneidekunst und Gestaltungshandwerk
  5. Grafik, Marketing und Social Media, Gedanken an die Zielgruppe

Was du am Anfang schon brauchst?

  1. Einen Feed. Wenn es was für die Ohren ist, und einen Feed hat, ist es ein Podcast.
  2. Einen Takt. Regelmäßig und schmutzig ist besser als perfekt, sauber und selten.
  3. Die Zeit, deine eigenen Folgen nach Veröffentlichung selbst ganz zu hören.
  4. Ein offenes Service, das dir die Veröffentlichung macht.

Wie geht es? Du klickst dir ein Konto bei https://www.podigee.com/ für 12€ pro Monat, 4 Stunden pro Monat sind dabei. Die machen den Feed, sorgen für gutes Audio, und stellen die Folgen zum Download und Abonnieren bereit. Du füllst dort die Angaben für deinen Podcast aus. Jetzt bist du mit den Vorbereitung fertig. Danach nimmst du die erste Folge auf. Sie wird die sogenannte „Nullnummer“. Darin erzählst du, was du vorhast. Du verwendest irgendein Mikrofon, Hauptsache du hältst es halbwegs ran. Allenfalls ein bisschen schneiden mit irgendeinem Audioprogramm, das kann man lernen. Du lädst die Aufnahme hoch, bestätigst alle Fragen und drückst OK. Du bist online. Dann machst du dir einen Plan für die ersten 10 wirklichen Folgen, den du abarbeitest. Höre deine Folgen selbst nach dem Veröffentlichen zur Gänze durch und mache dir dazu deine Gedanken. Das sorgt für einen automatischen Verbesserungseffekt. Bleib nicht stehen, mach’ weiter. Auch wenn du nichts aktiv machst, wird die Qualität und deine Downloadzahlen linear zunehmen. Es wird am Anfang nicht spektakulär sein, es mag zäh wirken, aber deine Erfahrungen wachsen und dein Erfolg kann mit dieser zunehmenden Erfahrung durchaus beschleunigt werden. Viele Podcasts möchten am Anfang alles richtig machen. Ach was.

Was? Du willst was besser machen? Ja. Du kannst jedes einzelne Element verbessern. Ein toller Titel. Ein gutes Mikrofon. Headsets. Studio-Link. Ultraschall Schneidesoftware. Eigenes Hosting, Audiobearbeitung mit Auphonic. Verzeichnisse. Ein tolles Konzept. Sprechtechnik-Kurse. Etwas Dramaturgie. Ein bisschen schneiden. Tollere Raumakustik. Spannendere Fragen. Klarere Aussagen. Bessere Sichtbarkeit. Und Hörbarkeit. Und Geld. Und Spannung. Unverwechselbarkeit, Relevanz. Verbindungen in die Communities.

Wer hilft? https://sendegate.de mit den Podcastpat:innen. Stell’ dich dort einfach mal vor.

Podcastmachen.pdf (62,4 KB)

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Sehr schön, das ist sehr hilfreich, finde ich. Winziger Änderungsvorschlag: Statt einfach Feed zu schreiben, würde ich eher RSS-Feed schreiben, dann wird etwas klarer, was das ist, oder?

Danke für den Hinweis. Ich habe daran gedacht, aber mich nicht getraut, es RSS-Feed zu nennen, um eine Verwechslung mit den Blog-Feeds zu vermeiden.

Noch eine Bemerkung: Ich habe lange nachgedacht, ob ich Podigee nennen soll, und habe mich dann dafür entschieden. Meine Gründe: Es ist jener Service, den ich getestet habe aus “Anfängersicht”, und den ich nenne, wenn mich jemand zwischendurch fragt, wohin soll ich meinen Podcast legen? Ich denke, Podigee genießt dieses Privileg des “erarbeiteten guten Rufs”, und ja, klar, es ist ein guter Tipp.

Und: es gibt auch Anbieter, die von Bekannten genommen werden, von denen ich abraten würde, hätten sie mich nur gefragt vorher.

Natürlich gibt es andere Anbieter:innen - aber die kenne ich eben nicht persönlich, und was soll ich denn tun, außer jene:n zu nennen, die ich kenne. Es ist aber natürlich unfair gegenüber anderen, die auch gute Arbeit machen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr einfach hier unten rankommentiert, wenn ihr Alternativen habt.

aber es wäre im Grunde doch auch dasselbe, oder? oder könnte man das auch Abo-Feed nennen?

Da habe ich mich auch erst gewundert, weil es so gar keine Einschränkung gibt, sondern so klingt als gäbe es nichts anderes, was natürlich eine wenig unglücklich ist. Ich kann die Jungs auch sehr empfehlen, würde aber etwas anders formulieren, z.B. “Du klickst dir z.B. ein Konto bei https://www.podigee.com/ (die ich selbst nutze) oder einen anderen Dienst (mit denen ich aber keine Erfahrung habe) …” o.ä.

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Du klickst dir z.B. ein Konto bei https://www.podigee.com/ (die ich selbst nutze) oder einen anderen Dienst (mit denen ich aber keine Erfahrung habe)

Ja aber: ich muss ja (zumindest in meinem Freundeskreis) auch verhindern, dass sich dann jemand ein Konto bei $gehBitte klickt.

oder könnte man das auch Abo-Feed nennen?

Ich halt mich da an @eazy, der fragt immer nach einem “Feed” :wink: