Sinnvolle Bittiefe für Auphonic


#1

In was für Bittiefen ladet ihr Euer Audio zu Auphonic hoch? 16 Bit oder 24 Bit? Profitiert Auphonic von 24 Bit?


#2

Ich mach 16 Bit Flac. Aufgenommen wird mit 24 Bit.


#3

ich habe durchgehen 16 Bit Flac. Da ich ein erklärter Feind von HiRes Audio bin (Voodoo) würde mich auch nur eine plausible Gegenrede von @auphonic überzeugen.


#4

24 Bit ausliefern würde ich auch nicht. Ein wesentlicher Arbeitsschritt von Auphonic ist doch das Leveling. Das heißt ja im Prinzip, dass es deinen Audiopegel so hochzieht, dass er wirklich die 16 Bit ausnutzt. Ich weiß nicht, ob ich mir das richtig vorstelle. Nehmen wir mal an, du pegelst dein Mikro auf -12dB aus, während der Aufnahme sprichst du leise, so dass dein Pegel über weite Bereiche bei -20dB oder so ist. Das bedeutet Faktor 4 unter Maximalpegel. Faktor 4 sind 2 Bit. Somit hast ist die Information, die Auphonic verwenden kann nur 14 Bit und nicht 16. Wenn du ihm jedoch 24 Bit gibst, hat es immer noch 22 Bit zum Arbeiten. Encoden tut Auphonic ja dann auf 16 Bit.

Ardour verwendet intern 32-bit Fließkommawerte für sein Audio.


#5

Nachrechnen lässt sich das sicher alles. Bei der dann doch sehr rabiaten art der finalen Eindampfen und Nachbereitung würde mich dann aber doch mal ein Doppel-Blindtest interessieren.


#6

Ich lade die “Rohdaten” (!) immer in der maximalen Auflösung (96 kHz, 24bit) als FLAC hoch, Auphonic macht daraus hörenswerte kleine Dateien.

Dabei bilde ich mir ein, dass der Output um so besser wird, je mehr “Spielraum” der Input bietet.

Mich hat die Analogie zur Fotografie im Bild von Constantin Gonzales überzeugt.


#7

Das schreit doch nach einem Praxis-Test. So viele Projekte, so wenig Zeit…

Wie gesagt, in der Theorie ist das alles schlüssig, und fotografieren tue ich auch nur in RAW.

Ich habe aber aus der High-End Audioszene gelernt, dass das Menschliche Ohr doch ein sehr beschränktes Organ ist - Kabelklang etc.


#8

Deswegen 24-bit. Bei der Abtastrate gehe ich da nicht mit. Auphonic oder andere audioprocessing Tools “zoomen” ausschließlich in Tiefenrichtung, es sei denn man macht irgendwelche Tempoverlangsamungen. Des weiteren überträgt der Analogteil bevor der DA-Wandler kommt in der Regel schon nicht mehr als 20kHz. Deshalb kann man mit 96kHz Samplerate nicht wesentlich mehr Information transportieren.

Lange Rede kurzer Sinn:

  • Das Analogsignal differenziert hinreichend für 24 Bit aber nicht für 96kHz.
  • Dynamikanpassungen, wie Auphonic sie macht, spreizen auf der Tiefenachse, aber nicht auf der Zeitachse und profitiert deshalb von der hohen Bit-Tiefe aber nicht von der hohen Abtastrate.

#9

Und ich behaupte: exakt nichts davon ist aufgrund der finalen Kompression am Ende hörbar. Da helfen nur: Teststrecken.


#10

Es geht mir gar nicht mal so sehr darum, ob das menschliche Ohr das hört, sondern auch darum, ob die Algorithmen von Auphonic was den 24 Bit anfangen können, um das Signal besser beurteilen zu können.


#11

…und welche Relevanz entfaltet das genau,
wenn sich die Dateien, die am Ende aus Auphonic rausfallen, exakt gleich anhören?


#12

Also, 24bit ist bei der Aufnahme natürlich sinnvoll, weil man theoretisch leiser aufnehmen kann und mehr headroom lassen kann (man hat einen größeren Dynamikumfang).
Intern in Auphonic rechnen wir mit 64bit, d.h. da rechnen wir sowieso mit einer viel größeren Auflösung …

Praktisch würde ich aber nie 24 bit zu uns hochladen, sondern immer 16 bit.
Bei 16 bit ist ein Dynamikumfang von 96.33 dB möglich - ich habe wirklich noch nie eine Podcastaufnahme gesehen, welche das auch nur annähernd ausnutzt.
(Bei sehr speziellen, klassischen Musikaufnahmen mag das anders aussehen)
Siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/Audio_bit_depth#Quantization

Zur Samplingrate @ddeimeke :
96kHz zu uns hochladen macht wirklich keinen Sinn.
Für bestimmte Algorithmen macht eine höhere Samplingrate intern schon Sinn, aber das wird von uns (und anderer Audio Software) dann sowieso upgesampled - da hast du auch keinen Vorteil wenn du die Datei schon mit 96kHz anlieferst!

Fazit:
16bit und 44.1Khz oder 48kHz Samplingrate sind ausreichend!


#13

Kleiner Nachtrag:
Wenn man unsere Desktop Version verwendet, soll man natürlich gerne 24bit verwenden wenn man sowieso mit 24bit aufnimmt - da hat man ja auch nicht das Upload Problem.
Ich bezweifle zwar dass man das bei Podcast Aufnahmen jemals hören kann, aber am Desktop gibt es ja keinen Grund das nicht zu tun …


#14

[quote=“johmue, post:8, topic:306, full:true”]
Lange Rede kurzer Sinn: [/quote]

Danke Dir!

Mein Backup wird das FLAC in höchster Auflösung bleiben, aber Hochladen kann ich dann kleinere Versionen.


#15

Klare Ansage. Das entlastet meinen Upload :slight_smile:


#16

Na ja - Storage, IO Last auf allen Komponenten des Systems. Könnte für wackelige Konstruktionen wie Soundflower unter Yosemite schon ein Faktor sein.