Schattenredaktion für Live-Podcasts


#1

Hallo ihr.

Ausgehend von meinen Tweets würde ich mir gerne mit euch Gedanken darum machen, wie man PodcasterInnen vornehmlich in Live-Situationen das Leben einfacher machen kann. Dadurch soll auch das Hörerlebnis profitieren.

Ich finde, dass bei Live-Podcasts mindestens eine Person pro Sendung als inhaltliche Live-Redaktion fungieren sollte.

Das ist nicht bei allen Formaten notwendig oder überhaupt möglich, aber da da der typische Laberpodcast™ im Dunstkreis von Sendegate, Subscribe und Podlove vor allem bei Bühnensituationen von Kurzweiligkeit profitiert, sollten PodcasterInnen endlich davon wegkommen, einzelne Fakten oder Details während der Aufnahme selbst zu recherchieren oder im unübersichtlichen stream of consciousness von Twitter oder einem Chat auf Antworten oder Hinweise zu warten. Sie sollen sich ja schließlich voll und ganz auf das Gespräch konzentrieren können.

Es bedarf also Freiwilligen, die ähnlich wie bei shownot.es live nach Hinweisen googeln oder die richtigen aus Twitter/einem Chat filtern. Auf einer Bühne oder im Studio könnten diese dann (mit bspw. einem eigenen Webtool) Teleprompter-ähnlich mit großer Schrift auf einem eigenen Monitor angezeigt werden.

Was haltet ihr davon?


Podflow! - design your podcast
#2

Hi,

ich kann das als leidtragender Live-Podcaster nur bestätigen und habe auch schon über einen Redakteuren nachgedacht, der exakt das tut, wie du es beschreibst.

Ich würde das Leistungsportfolio sogar noch erweitern um eine Kommunikationsschnittstelle nach außen: Wenn sich die Podcaster auf das Labern konzentrieren sollen, dann muss irgendwer Twitter oder Chat für die Hörer bespielen. Antworten geben, in Interaktion gehen, im Chat durch die Sendung leiten (“Achtung, der nächste Part ist der Ask me Anything-Part- schickt schon einmal jetzt eure Fragen!”) Die geschriebene Stimme nach draußen sozusagen.

Die Skrupel gibt es teilweise schon auf Twitter: Du musst halt eine weitere Person haben, die Zeit hat.
Aber nicht nur das: Die Person muss wissen, was der Anspruch ist und wie die Podcaster ticken, damit sie gut zuspielen kann. Die Person muss auch gewissermaßen gescheit sein, damit sie selbstständig erkennt “Das muss ich recherchieren! Das nicht!”, dann die Recherche auch ordentlich tut und abschließend auch sauber nach draußen kommuniziert.
Über alles übergreifend muss die Person auch noch im Metier unterwegs sein, damit sie zu allem oben auch quasi befähigt ist: Ich könnte Redakteur für einen Steinlaus-Podcast mit Geologen-Chat sein, aber ich wäre bei weitem nicht der Angemessene dafür.

Ich glaube, technisch wird man sehr schnell Lösungen finden.
Es scheitert am Organisatorischen und der passenden Person.