Schallabsorber

Wie sind den die Erfahrungen mit diesen halbrunden Schallabsorbern. Bringen die was?

Meiner Erfahrung nach bringt es am meisten, geeignete Mikrofone auszusuchen - und danach erst, die Raumakustik selber zu verbessern.

Hintergrundgeräusche und Raumklang werden durch passende Mikros erst gar nicht aufgenommen. Dazu hatte ich früher ein C1000 in Hyperniere-Konfiguration - jetzt ein Rode Procaster. Im Vergleich dazu waren meine Großmembraner echte Sensibelchen - und ohne dass die (Sprech-) Stimme so viel besser geklungen hätte, teils eher im Gegentum. Das Procaster hat zudem (wie vermutlich alle Radiostudio-Mikrofone) noch den Vorteil, einen echt guten Poppfilter mit eingebaut zu haben - alles in allem genau das, was man als Sprecher als Mikrofon haben will (nein, ich bekomme keine Provision o.ä.).

Beim Raumklang habe ich festgestellt, dass das kleine, klassisch vollgemüllte Arbeitszimmer mit jeder Menge unregelmäßig zugestapelter (Buch-) regale akustisch schon ziemlich gut ist - insbesondere verglichen mit dem meist eher leeren und/oder großräumigen (und damit halligeren) Schlaf- oder Wohnzimmer.

BĂĽcherregale finde ich auch immer gut fĂĽr sowas. So mache ich das bei meinen Gesangsaufnahmen. Da singe ich immer in die BĂĽcherregale in der Ecke des Zimmers an.

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Nein, die bringen nur ein wenig, wenn Du ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik verwendest, denn die fangen Schall von allen Seiten auf. Solche Mikros verwendet man aber eigentlich nicht. Bei einem Mikro mit Richtcharakteristik ist die Schallaufnahme nach “hinten” eh eingeschränkt. Da, wo sie gebraucht werden, in Aufnahmerichtung, sitzt der Sprecher.

Damit sind diese Absorber ziemlich wirkungslos und fĂĽlen nur das Konto des Herstellers.

Sinnvoller ist es, die Raumakustik für die Aufnahme zu ändern.

In einem halligen Raum bringen die schon etwas, da die in “Hauptschallrichtung” deines Mundes den Schall wegdämpfen, und sich so auch weniger Schall in den Raum verbreiten kann. Zudem verhindern die Kammfiltereffekte z.B. gegen die Wand/Bildschirm in Blick-&Sprechrichtung.

Ein klanglich neutraler bzw. halbwegs (schall)toter Raum und Mikro mit Richtwirkung ist den kleinen Absorbern IMHO weit überlegen. Ein guter und kostenloser Ersatz ist es, in den offenen Kleiderschrank zu sprechen / zu singen: wenn der halbwegs gefüllt ist, dann dämpft der den Rückschall meist besser weg als so ein kleiner Schallabsorber. Durch seine Tiefe kann der dann auch “niedrigere” Frequenzen wegdämmen als das bisschen Schaumstoff.

So langsam wird’s etwas arg OT…

Hab es in einen neuen Thread geschoben :slight_smile:

Bei mir hatte das NT1-A gegenüber dem Procaster gewonnen, da ich damit meine Stimme natürlich empfand und ich das Mikro auch für Hörspielaufnahmen benötige.
Der Schallabsorber bringt in sofern etwas, als das er, wenn mir jemand gegenĂĽber sitzt, seine Stimme weniger an meinem Mikro ankommt.
Ansonsten hatte ich in dem Büro in der abgehängten Decke entsprechende Akustikpanele drin, die den eigentlichen Hall des Raumes sehr gut geschluckt haben.

Schaut euch mal die Self-Made Schallbox an. Ist ja mal ne geile Idee:
http://transom.org/2013/voice-recording-in-the-home-studio/

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Ich selber habe auch schon mit einer selbst gebastelten Schallbox experimentiert. Das Ergebnis klang, als sässe ich in einem Karton. Vermutlich war meine Box zu luftunduchlässig.

Ich möchte mich an @vtanger anschliessen. Das richtige Mikro ist entscheidend, anschliessend kann am Raum manipuliert werden. Auch in meinem Fall stellte sich das Rode Procaster als eine gute Wahl heraus. Der geeignetste Raum ist genug gross und besitzt möglichst wenig glatte (und harte) Flächen. Falls immer noch zu viel Raumhall vorhanden sein sollte, helfen beispielsweise auch Bettlaken, welche aufgehängt werden.
Etwas professioneller wären Akustikschaumelemente. Ich habe vor einiger Zeit beim “Pyramidenkönig” welche erworben. Dort gibts den Reiter “Angebote”, wo vermutlich überschüssige Elemente preisgünstig verramscht werden. Entweder man legt diese temporär aus, oder klebt sie gleich permanent an die Wand. Bitte aber nicht die ganze Wand zukleistern. Normalerweise wird ein Schachbrettmuster gewählt, um den Raum nicht akustisch abzutöten. An der gegenüberliegenden Wand würde dann ein entsprechend invertiertes Muster angewendet.