Reisefähiges Professionelles Setting für Podcastaufnahmen

Da kann ich Dir nur zustimmen. Für mobilen Einsatz würde ich auch empfehlen auf zuviel Zeug (Mikrofonarme, Spinne, fette Mikros) zu verzichten. Eventuell wären Nackenbügelmikrofone das richtige für eure Gäste. Die Thoman HC 95 klingen z.B. erstaunlich gut.

@Joey Die PreAmps des Zoom H6 sind “kräftiger” als die vom H5 ausgelegt. Gainhungrige Mikros gehen am H6 deutlich besser als am H5. Aber ein Inline-PreAmp hilft z.B. beim SM7b auch am H6 nochmal die Qualität zu steigern.

1 „Gefällt mir“

Danke für das Feedback und eure Ideen! Das ist wirklich super!
Ein Nackenbügelmicro hatte ich um ehrlich zu sein noch garnicht auf dem Schirm. Das schaue ich mir nochmal genauer an.
Da ich schon genug Erfahrungen mit Kameraequipment sammeln dürfte, schreckt mich schweres Material wie Mikrofonarme kaum, muss ich sagen.

Welche Erfahrungen habt ihr denn in Sachen Auftritt gemacht? Beim Filmen sind meine Erfahrungen leider immer dieselben: Umso größer die Kamera umso professioneller wirkt es auf die Interviewpartner.
Wie groß ist in euren Augen das Risiko, dass die Interviewpartner aufgrund der „kleinen“ Geräte die Sache nicht ernst genug nehmen?

Na ja. Entscheidend dafür, ob eine Aufnahme-Situation ernst genommen wird, ist immer noch der (dein) persönliche Auftritt. Ferner sollten/müssen Nackenbügelmikros, also die ganz dünnen, dann immer mit Pflaster an der Wange angeklebt werden - das wirkt schon mal tüchtig professionell “wie im Fernsehen”, so man es denn vorher etwas geübt hat.

Ein weiterer Vorteil von (guten) Kondensator-Headsets: die Leute hören, vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben, ihre eigene Stimme wirklich gut klingend. Das alleine sorgt schon für Anspannung und eine “jetzt geht es los”-Stimmung.

Mir ganz persönlich will dieses “Frisuren-Ding” wirklich nicht in den Kopf: wenn ich es nicht mals schaffe, die Leute zu überzeugen, dass das jetzt wichtig ist für die am besten klingende Aufnahme ihres Lebens, wie will ich mich dann in einem Interview rhetorisch gegen sie durchsetzen, ohne in einen devoten Modus zu fallen?

Aber das ist jetzt meine ganz private Sicht auf das Thema, ich kultiviere in solchen Situationen gerne eine charmante Respektlosigkeit und komme damit gut durchs Leben. Das muss aber nicht für jede(n) passen.

4 „Gefällt mir“

Schau mal, dass du beide Varianten einmal selbst ausprobieren kannst. Ich hab mit vielen unterschiedlichen Menschen aufgenommen und es vorher immer offen angesprochen und erklärt, warum wir das so machen würden und es gab nie ein Problem; vielleicht war es mal ungewohnt für eine/n Headsets zu tragen, dann macht man den Pretalk eben schon mit Headsets, um sich daran zu gewöhnen.

Es gibt mindestens zwei, die ich kenne, die mit deinem favorisierten Setup aufnehmen, die machen das aber NIE mobil, sondern haben stationäre Studios. Und es erfordert ganz schöne Mikrofondisziplin und ist weniger frei, als mit einem Headset.
Und: Ich würde immer auch Monitormöglichkeiten für die GästInnen schaffen; Was letztlich wieder ein starkes Argument für Headsets ist.

2 „Gefällt mir“

Hallo,

Wir nehmen relativ viel mit einem mobilen Set Up auf und die NT1 sind tatsächlich Overkill. Spinne, Ständer, Poppschutz und die vor Ort evtl. problematische Raumakustik (mein Podcastpartner nutzt das Ding daheim und man hört wirklich alles in seinem Umfeld) schließen das Ding echt aus.

Die klassische Kombo H6 und Beyerdynamic Headset funktioniert einfach gut (schon öfter probiert) ansonsten könntet ihr aber auch mit Kleinmembrankondensator Mikros arbeiten (was ich persönlich lieber tue). Habe z.B. viel mit dem Rode M2 gemacht: Preiswert, kaum Handlinggeräusche, Klang einwandfrei und mit etwas Schaumstoff vollkommen Popp unempfindlich. Und das Ding unterdrückt hervorragend Nebengeräusche. Hall und Co sind damit kein Thema mehr. 4 Stück kosten etwa dasselbe wie ein DT297 und der Klang ist qualitativ vergleichbar. Und kleine handliche Mikrofonständer sind ja auch gut zu bekommen :grin:

3 „Gefällt mir“

Hm. hmhm. Das muss ich wohl mal in meine Sammlung mit aufnehmen, danke für den Tipp.

2 „Gefällt mir“

Das klingt echt spannend! Hört sich an, wie beim Procaster, dass auch wenig Umgebung abnimmt. Mit Schaumstoff meinst du diese Poppschutz für Handmikrofone?

Das klingt echt spannend! Hört sich an, wie beim Procaster, dass auch wenig Umgebung abnimmt. Mit Schaumstoff meinst du diese Poppschutz für Handmikrofone?

Genau, ist halt superpraktisch und reicht. Was Du beachten musst nur, ist halt dass das M2 gut klingt, aber eine Superniere ist. Wenn deine Sprecher gerne daran vorbei redet, dann hört man das recht schnell. Da gibt’s ein paar Sennheiser Optionen die schlechte Sprechertechnik etwas mehrverzeihen (habe auch ein E835 Dynamisches Mikrofon, mit dem Windschutz ist das da echt sicher, als Kondensator gibt’s das E865 aber das kostet schon über 200,- dann).

Du kannst mal in folgende Folge bei uns reinhören:
Bonusepisode Abspanngucker

Aufgenommen mit Zoom H6 und 4 Handmikros:
René und Patrick: Rode M2 (Kostet etwa 80,- )
Stephan: T-Bone MB78 (Shure Beta 87 Klon für schlappe 49,-)
Ich (Alex): Sennheiser E835 (um die 100,-)

Gemastert mit Auphonic, Mikros alle in der Hand gehalten in ner ganz normalen Wohnung ohne akustische Optimierung etc.

Funktioniert durchaus :slight_smile:

Dann rate ich zum Røde M3. Kondensator, aber nicht überempfindlich, vergleichsweise breite Niere, verzeiht außer Abstandsveränderungen überraschend viel - und hat die Option, für die Phantomspeisung auch einen 9-Volt-Block einzulegen (falls der Recorder dafür nicht genügend Saft hat).
Poppschutz ist mit dabei; eine elegantere Version kann aber nachgekauft werden.

Das M3 gilt als Nachbau des legendären AKG C1000 S (mittlerweile als MKIV am Markt).

Einen M3-Nachbau wiederum gibt es von der Handels-Hausmarke “Fame”, aktuell beim Musicstore (thomann hatte die mal unter anderem Namen, dann wieder nicht…), wo es sich zur Zeit “CM 5” nennt. Der Name wechselt, der Nachbau bleibt - bei fast allen Händlern übrigens. Bitte lasst euch nicht von den Bewertungen täuschen, weil viele glauben, dass das ein AKG-Duplikat sei: dem ist nicht so; das Polardiagramm ist eindeutig und weiterhin fehlt der Aufsatz zum Umbau auf Superniere.

Zu dem Dynamiker Sennheiser e835 hatte ich mich hier schon mehrfach hinreichend ausgelassen - für mich nach wie vor erste Wahl wenn ich nicht weiß, was mich erwartet. Hat mich qualitativ noch nie enttäuscht.

Ja, durchaus sehr verlockend - meiner Auffassung nach jedoch in den Höhen überbetont. Nicht für Sprecher geeignet, eher für Sänger (mehr Background als Lead).

2 „Gefällt mir“

Gute Wahl! Dann eher wahrscheinlich mit Stativ und Co statt als mögliches Handmikro für Gäste, aber dann ja. Glaube das nimmt Tilo Jung (Aufwachen) für diverse Zwecke. Klingt immer sauber.

MB78: Ich weiß was Du meinst mit den Höhen. Das M2 klingt eher zu dunkel, das MB78 zu hell. Mich schreckt es eher von der Materialanmutung ab: Die Rode Mikros sehen wertig aus und fühlen sich wertig an, das MB78 wirkt leider etwas billig.

Ich werf’ mal das AKG P170 (https://www.thomann.de/de/akg_perception_p170.htm) dazu.
Mit dem bin ich äußerst zufrieden, ist die 73€ definitiv wert. Wenig berührungsempfindlich, keine große Mikrofondisziplin nötig und nur 130g schwer.

1 „Gefällt mir“

130 Gramm? :heart_eyes: Das ist ja super, zumindest für jemanden wie ich der ohne Auto unterwegs ist. Und die nutzt Du auch als Handmikro?

Ja, deshalb sagte ich “wenig berührungsempfindlich”, Betonung auf wenig.

.

1 „Gefällt mir“

Also. Vorweg noch einmal meinen großen Dank für die vielen Antworten. Ihr habt mich überzeugt. Das mit dem großen Aufbau hebe ich mir irgendwann für später auf. Und wenn ich meine Umgebung besser bestimmen kann. :wink:
Vom klassischen Headset mit Kopfhörer bin ich aber noch immer nicht überzeugt - ja auch wegen dem Frisur-Thema. Ich habe da vielleicht einfach schon zu viel mit toupierten Frisueren erlebt.

Sehr spannend finde ich aber den Tipp mit den Nackenbügelmikrofone. Würdet ihr da dann eher auf Kondensator-Mikro oder ein dynamisches gehen? Mit den dynamischen ist die Gefahr des Übersprechens vermutlich deutlich geringer, oder? Ich habe hier allerdings nur das Shure WH-20XLR bei Thomann gefunden. Was sagt ihr?

Das habe ich: klingt nicht gut. Ich würde da Kondensator Kleinmembran nehmen. Bedenke: durch Kondensator brauchst du wenig Gain, und durch den konstant kurzen Abstand zum Mund ebenso. Dadurch hast du generell schon wenig Übersprechen drin, wenn die Leute nicht 10 Meter auseinander sitzen hört das keiner. Du hast generell eher Probleme mit Hall und Armo, aber auch da hilft der kleine Gain.

1 „Gefällt mir“

Genau. Wenig Gain und kürzest mögliche räumliche Distanz zur erwünschten Schallquelle, also zum Sprecher/zur Sprecherin.

Klingt nicht gut, klingt nicht gut. Welche Nackenbügelmikrofone würdet ihr dann empfehlen?

Ich hatte mal mit den tbone HC 95 von Thomann angefangen und war überrascht wie gut die klingen.

1 „Gefällt mir“

Der Soundmann meines Vertrauens hat mir jetzt entweder zum NT-3 (Wäre nicht meine erste Wahl, da wieder die Stativ-Thematik zum Tragen kommt) und das Mipor MU-53HNS-1M (willkürlicher Link: https://www.rockshop.de/mipro-mu-53-hns)) empfohlen. Hat jemand von euch Erfahrungen damit?

Ach und: Das T-Bone HC95 habe ich probeweise bestellt. Es hat mir vom Klang und von der Materialqualität aber irgendwie nicht wirklich getaugt…

Bin gespannt ob das Mipor besser klingt als das HC 95. Du berichtest dann bestimmt, nicht wahr?